Von Kukes über den Ohrid-See nach Süden – Ostalbanien

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Sonntag, 06.06. bis 08.06.2021

Wir frühstücken vor dem Womo in der Sonne. Jürgen experimentiert mit der Drohne.

Frühstück in der Sonne
Unser Übernachtungsplatz

Als wir gegen 10 Uhr starten, ist es schon recht schwül. Gewitter liegt in der Luft. Die SH 31 ist sehr kurvenreich und teilweise auch in schlechtem Zustand. Unser Tagesziel ist der Ohridsee, der zum größten Teil in Nordmazedonien liegt. Ohne mazedonische Währung und Telefonkarte wollen wir eigentlich Albanien nicht verlassen. Das kleine albanische Stück von Lin bis Tushemisht soll uns als Etappe am Ohridsee reichen. Die Straßenkarte weist die Route innerhalb Albaniens von Maqellare als Schotterweg aus, geeignet für Geländefahrzeuge. An einer Tankstelle erhalten wir die Bestätigung, dass dies keine Straße für unser WOMO sei.

Unsere Route

Also reisen wir in Billata nach Nordmazedonien ein, fahren am „Schwarzen Drin“ entlang, der hier auch zum See gestaut ist und der Stromgewinnung dient, bis Struga. In Kafasan kehren wir wieder nach Albanien zurück. An beiden Grenzübergängen das gleiche Procedere: Dokumenti Identiti und Dokumenti Auto. Auch die grüne Versicherungskarte wird in Nordmazedonien verlangt. Da kein Fahrzeug durchgewunken wird, dauert es ein bisschen. Aber es lohnt sich: Landschaftlich eine wunderbare Strecke und eine Straßenbeschaffenheit, die in Albanien nur selten anzutreffen ist.

Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs

Um 18 Uhr erreichen wir bei Lin am Ohridsee den wunderschönen Campingplatz „Erlin“ mit einer sehr gepflegten Gartenanlage.

Camping Erlin
Camping Erlin

Der Ohridsee ist übrigens einer der ältesten Seen der Erde. Er besteht seit mehr als 1,3 Millionen Jahren – ohne zu versanden oder auszutrocknen. Unter deutscher Beteiligung wurden 2013 am Grund des Sees in 280 m Tiefe nochmals eine Bohrung von über 550 m Tiefe durchgeführt und der Bohrkern unter anderem unter klimatischen Gesichtspunkten ausgewertet.

Das Gewitter ist ausgeblieben, aber in der Nacht beginnt es kräftig  zu regnen. Auto lavazh gratis.

Am Montagmorgen ist es bedeckt, hin und wieder ein kleines Sonnenloch und leichtes Getröpfel. Wir entscheiden uns weiter zu fahren, wollen aber am Südende des Sees bei Drilon und Tushemisht die Karstquellen, die den See teilweise speisen und die Auenwälder, die im Reiseführer beschrieben sind, besichtigen. Doch das erweist sich als Flop. Ein paar kleine Kanälchen sind zu sehen. Unsere Erwartung, mit einem Boot eine Ausflugsfahrt zu unternehmen, wird nicht erfüllt. Es gibt kein Boot.

Ohridseeroute
Kontraste
Kontraste – Relikte aus alten sozialistischen Tagen
Kontraste
Kontraste – auf der anderen Seite des Kanals
Uferpromenade am Ohridsee in Tushemisht
Mittagspause am Ohridsee

Also weiter auf der guten SH 3 bis Korce. Von da an dann wieder auf weniger guter Straße, SH 75, über den „Qafe e Qarrit“ (Qarrit-Pass). Hier erwischt uns dann ein heftiger Gewitterschutt und zur Fahrertür schießt in jeder Linkskurve ein kleiner Wasserfall am oberen Ende herein. (Trotz Werkstattbesuch wegen dieses Problems bei Moser in Mainz noch immer nicht dicht.)

undichtes Türgummi ?

In Erseke beenden wir die Tagesetappe um 18.30 Uhr einfach am Straßenrand am Ortsausgang (Sch…. voll) und schlafen gut und ruhig.

Kanaldeckel fehlt – keine Seltenheit – vom Müll ganz zu schweigen
Übernachtungsplatz in Erseke

Am Dienstagmorgen scheint die Sonne wieder. Von der Landschaft zwischen Kukes und Maqellare sowie Struga bis Erseke eigentlich eher enttäuscht – wie schön war’s im Valbonatal – wächst der Wunsch, weiter zu fahren nach Nordgriechenland. Heute entdecken wir auf der Seite des Auswärtigen Amtes den ersten wieder eröffneten Grenzübergang Griechenlands aus Albanien, Mavromati. Bisher konnte man nur über Bulgarien und Nordmazedonien nach Griechenland einreisen. Leider geben unsere uralten Landkarten  keine Auskunft darüber, wo Mavromati zu finden ist. Auch das Navi streikt. Wir beschließen, die SH 75 einfach weiterzufahren bis zur Grenze „Tre Uros. Das Stück über den „Qafa Barmash“ – Barmash-Pass ist bisher einsame Spitze. Die Karte zeigt eine rote gut ausgebaute Straße – wir wissen es jetzt besser. Die Landschaft ist allerdings wieder traumhaft schön.

Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Unterwegs
Farma Sotira
Farma Sotira
Farma Sotira – Nicht aus der Reihe tanzen
Farma Sotira
Farma Sotira

Dann kommen wir an einem Hof, „Farma Sortira“, vorbei, Restaurant und Campingplatz. Von der Lage und dem Ambiente sind wir sofort angefixt. Hier wollen wir einen Kaffee trinken, daraus wird ein Mittagessen, zuerst nur mit Wasser, nachdem wir beschlossen haben, hier zu bleiben, auch mit Wein (zus. 10,20 Euro). Und so stehen wir hier in Gesellschaft von Gänsen, Enten, Hühnern , Hunden, Katzen, Forellen und drei weiteren Campern an einem idyllischen Fleckchen Erde mit Strom und gutem WLAN, entspannen und aktualisieren unseren Bericht.

Farma Sotira

Von Valbona nach Kukes

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Samstag, 05.06 – Fahrtag 148 km in 5,03 Stunden Motorlaufzeit plus Einkaufspausen.

Während des Frühstücks kommt eine Jugendgruppe in sehr hübschen Trachtenkostümen vorbei, die offensichtlich Werbefotos für den Tourismus machen wollen.

Trachtengruppe

Wir starten um 9.45 Uhr talabwärts bis Bajram Curri, wo wir an gleicher Stelle wie bei der Hinfahrt parken und einkaufen. Dann noch tanken, Gas und Diesel und Wasser = uje – nix uje, aus irgendeinem Grund, den er uns nicht vermitteln konnte, gäbe es Wasser erst ab 13 Uhr. So lange wollen wir nicht warten, aber auf der Strecke nach Kukes würden wir Wasser finden.

Der erste Anlauf endete kurz hinter dem Ort an einer Brücke. Schilder hatten uns gewarnt, gesperrt für mehr als 2,30 m Breite: Ohne Spiegel hätte es gerade so gepasst, aber die wollte ich hier nicht abrasieren.

Wir sind zu breit die Pfosten würden die Spiegel abrasieren

Also zurück, drehen und 10 km weiter talabwärts über eine größere Brücke, die Straße in den Kosovo nach Gjakova nehmend und dann rechts abbiegen auf die SH 23 über Kruma nach Kukes. Die Straße ist eng, aber dafür kaum befahren und hat tatsächlich in einer Kurve einen Brunnen, an dem wir Wasser bunkern. Uns kommt ein LKW entgegen mit einem Pkw auf der Ladefläche, aus dessen offenem Kofferraum Heu herauslugt für ein Pferd, das an der Stoßstange angebunden hinterhertrottet. Nach deutscher StVO hätten Fahrer/Halter da so ihre Probleme mit diesem Gefährt.

Spezialgefährt

Viele Kurven und ein ständiges auf und nieder lassen uns nur sehr langsam vorankommen. Oft erzwingen auch tolle Blumen oder Sträucher einen Fotostopp.

Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand

In Kruma machen wir noch einmal eine Pause und kaufen noch Sprudel in großen Flaschen und nehmen ein Sonderangebot „Tirana Pils“war – die 0,5l Dose zu umgerechnet 50 Eurocent. Es ist schwül und wir haben das Fahren langsam satt, da hilft auch die schöne Aussicht beim Hinabfahren nach Kukes wenig. Die App „Parkin4Night“ nennt uns einen Stellplatz in der Stadt, der uns aber nicht zusagt , alles etwas schmuddelig und gemessen in deutschen Maßstäben wäre das ein eher unsicheres Viertel, was hier in Albanien aber wahrscheinlich nicht zutrifft. Trotzdem fahren wir durch die Stadt hindurch Richtung Peshkopie und kurz hinter dem Flughafen vor einer Kastrati-Tankstelle auf einem geteerten Sträßchen Richtung Stausee. Kurz vor dem See entdecken wir auf einer Anhöhe unseren Stellplatz für die Nacht. Eine abgeerntete, ebene Wiese mit guter Aussicht nach allen Seiten. Vorbeikommende Bauern winken uns freundlich zu. Ein Mütterchen trägt einen riesigen Heuballen auf der Gabel über die Schulter gelegt nach Hause – Bilder, die man in Deutschland seit 50 Jahren nicht mehr zu sehen bekommt.

Die Straße folgt der Geländekontour
Heuernte
Unser Stellplatz
Unser Stellplatz
Unser Stellplatz
Leider wieder das lästige Müllproblem – angespültes Plastik

Zwei schöne Wanderungen

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Donnerstag, 3. und Freitag, 4. Juni – Zwei schöne Wanderungen

Die Nacht war unruhig. Ein Bagger zog einen Graben und  das bis 23 Uhr sowie nochmal von 2 bis 4 Uhr. Hier erschließt sich uns der Begriff „Nacht- und Nebelaktion“, denn wir vermuten, dass es sich um die Verlegung der Abwasserleitung ins Bachbett  für das im Bau befindliche Hotel auf der anderen Straßenseite handelt.

Also schlafen wir ein bisschen länger und starten etwas später zum Wasserfall. Für die Bachdurchquerung nehmen wir die Badeschuhe mit. Die Füße schmerzen vor Kälte, als wir drüben sind. Ab und zu finden wir weiß-rote Markierungen. Den Wasserfall bereits vor Augen

Unser Ziel

verlässt der Weg das Bachbett und steigt auf zu einigen Hütten, auf denen auch kalte Getränke angeboten werden.

Kühlschrank auf Albanischer Alm

Weiter führt ein Trampelpfad, auf dem auch Wasserleitungen liegen, durch ein Wäldchen zu einem Bachlauf mit Steg. Erst glauben wir, es gehe dem Bachlauf entlang nach oben zum Wasserfall, dann entdecken wir jedoch, dass es zunächst weiter geradeaus und dann steil durch einen Buchenwald aufwärts  auf einem wenig ausgetrampelten Pfad zum Wasserfall geht.

Zum Wasserfall
Zum Wasserfall

Ein Schneefeld reicht hier bis an den Bach. Wir treffen Harald und Julia mit ihren Töchtern Livia, (4) und Alina (1), die in Elternzeit mit dem gemieteten Womo unterwegs sind und neben uns übernachtet haben. Auf dem Abstieg tun wir noch etwas zur Ankurbelung des Tourismus und der Wirtschaft – wir genießen ein Tirana Pils an der ersten Hütte.

Am Wasserfall
Am Wasserfall
Am Wasserfall
Am Wasserfall
Am Wasserfall
Am Wasserfall
Am Wasserfall

Wir erzählen von unserem guten Essen am Vortag und spontan landen wir zusammen mit einem weiteren Pärchen aus Coburg wieder zum Abendessen im Rilindja.

Die Sonne strahlt am nächsten Morgen wieder – zu schade für einen Fahrtag finden wir, während die anderen weiterfahren. Quer durchs Bachbett, auf dem anderen Ufer beginnt ein Fahrweg hoch zu einem Hotel Margieka , schön gelegen, neu gebaut mit Albanischer, Amerikanischer und deutscher Flagge am Eingang.

Der Parkplatz aber leer, keine Gäste – wir sind wohl noch vor der Saison? – oder liegt es an Corona, wovon man sonst hier keine Spuren findet?  

Berghotel

Weiter geht es etwa 3,5 km auf einem zugewachsenen Weg, der in einen extrem steilen Anstieg durch ein trockenes Bachbett mündet,

Steilstück im Bachbett

zu einer Hochalm. Wir werden von fantastischen Ausblicken und Düften von Bärlauch, Pfefferminz und Wiesenblumen sowie Vogelgezwitscher  verzaubert.

Hochalm
Hochalm
Hochalm
Hochalm

So genießen wir unsere Brotzeit, bevor es an den Abstieg geht, für den wir Wegzeichen für einen leichter zu begehenden Pfad finden. Wieder zu Hause gehen wir hinüber zum Hotel und – richtig: „zwei Tirana bitte“.

Im Bachbett

Morgen soll es nun tatsächlich weitergehen.

Valbona und seine Bäche

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Mittwoch, 02.06.21 – Valbona  und seine Bäche

Gestern kamen wir nicht weit mit unserer Wanderung , da wollen wir heute eine neue Tour versuchen, wie es uns die nette junge Dame aus der Tourist- Information empfohlen hat. Nach Kukaj soll es gehen. Dort gibt es auch eine bewirtschaftete Almsiedlung. Wir verlassen den Übernachtungsplatz und fahren 4 km zurück zur Information, dort geht es rechts ab, wie das Schild ausweist.

Ausflug nach Kukaj (oben rechts)

Nach 800 Metern stehen wir wieder vor dem Bachlauf der Valbona. Christiane meint, die Furt sei doch ganz flach, da brauche man keine bessere Überquerungsstelle zu suchen, sondern könne einfach der Autospur folgen – und schreitet tapfer voran. Leichter Knick in der Optik, oder normale Lichtbrechung Luft-Wasser, jedenfalls ist es tiefer als der Stiefelschaft hoch ist und sie hat nasse Strümpfe, als sie drüben ankommt.  Auf Zehenspitzen gehe ich hinterher und komme trocken an. Was nun ? Während Christiane Strümpfe und Schuhe in der Sonne trocknet, gehe ich zurück zum Auto und hole frische Strümpfe.

Valbona Tal
Valbona Tal
Valbona Tal und sein Bäche

Danach geht es weiter in Kehren bergauf durch einen schönen Wald mit tollen Ausblicken auf steile Berggipfel.

Ausflug nach Kukaj
Ausflug nach Kukaj
Kukaj

In Kukaj abgekommen finden wir eine „Brücke“ und die Wirtschaft und belohnen uns mit 2 Tirana Pils.

Ausflug nach Kukaj – Brücke
Ausflug nach Kukaj – Brücke
Almwirtschaft
Almwirtschaft
Almwirtschaft – kleiner Scorpion

Die Sennerin bestätigt uns, dass es einen markierten anderen Pfad nach Valbona gäbe, vor der Brücke links dem Bach abwärts folgend. Trotz Markierung ist aber kein Pfad zu finden und der Bach schmiegt sich so eng an die Friedhofsmauer, dass kein Durchkommen möglich ist. Zurück zu Brücke und auf der anderen Bachseite talwärts. Nach 100 Metern endet der Pfad an einer neuen Furt, zurück auf die Seite, die uns beschrieben wurde und auf der wir es zuerst versucht haben. Der Bach ist hier 3 Meter breit und mittendrin liegen einige teils trockene , teils geringfügig überspülte Steine als Tritte. Mit dem Wanderstock versuche ich, Steine aus den Zwischenräumen zu entfernen, um die Wasserhöhe zu senken. Drei große Schritte, abgestützt auf den Stöcken und ich bin drüben. Ich will dort noch einige Steine entfernen. Dann kommt Christiane, ich will ihr helfen und komme zurück, sie rutscht aus , ich kann sie nicht mehr halten, und sie setzt sich rückwärts ins Wasser. Ende von Stimmung! Bilder unmöglich! Pitschnass rennt sie den Weg, den wir kamen zurück und mitten durch den letzten Bach, 800 m vorm Auto. „Ist jetzt auch egal!“

Nach einer Stärkung und Erholungspause im Auto fahren wir talabwärts weitere 6 km zu Hotel und Restaurant „Rilindja“. Catherine ist hier die Institution für alle Infos rund um Valbona:  www.journeytovalbona.com

Rilindja
Rilindja
Rilindja

Wir treffen den Sohn und erhalten tolle Detailinformationen und Einblick in eine Super Wanderkarte. Er empfiehlt die Valbona Wasserfälle für morgen als Ziel.

Wanderkarte
Wanderkarte
Frischer geht Forelle nicht

Nach 2 Bier, einem super Vorspeisenteller sowie frischen Forellenfilets und Gemüse in Tempurateig -extrem lecker – ist auch Christiane wieder mit dem Tag versöhnt, zumal wir auch noch unsere Campingtoilette dort leeren durften. Wir fahren zu unserem Stellplatz zurück. Dort soll morgen die nächste Wanderung starten.

Fahrt auf dem Koman Stausee – Valbona

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Dienstag 01.06.2021

6.20 Uhr beginnen die ersten Geräusche draußen, 7.00 Uhr sind sie dann so deutlich, dass wir aufstehen und uns fertig machen. Wir frühstücken in Ruhe und sehen dem Treiben auf der Kaimauer zu.

Der Kapitän kommt gegen 8 zu uns ans Auto: „Es wäre schön, wenn sie nach dem Frühstück das Wohnmobil an die Seite umparken könnten, damit wir dahinter noch kleine Autos laden können – aber frühstücken Sie erst in Ruhe zu Ende.“ Das Laden braucht etwa eine Stunde und bis auf einen freien Platz  ist die Fähre ausgebucht. Pünktlich um 9 Uhr legen wir ab. Die nächsten 2,5 Stunden sind ein Traum. Leider spielt das Wetter nur bedingt mit und wir sind auf dem Oberdeck froh für  Fleecejacke und Windjacke; auf 2 kurzen Zwischenstopps steigen noch 2 Passagiere zu und ein Kleinlaster belegt nun den einzig freien Platz.

Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See
Fahrt auf dem Koman See Die Landestelle bei Firze

Das Ausschiffen klappt auch gut

Schule in Fierze

und wir rollen die 29 km ins Valbonatal hinauf bis zum Ende der Straße an einem großen Hotel, das z.Zt. aufgestockt und erweitert wird.  Bei der Durchfahrt von Bajram-Curri machen wir einen kurzen Stopp und versorgen uns noch mit Brot und Obst.

Bajram-Curri
Bajram-Curri
Bajram-Curri
Bajram-Curri
Bajram-Curri Aspekt auf unserem Parkplatz
Bajram-Curri Wohnblock
Die Valbona

Gegenüber dem Hotel ist ein großer Kiesplatz, der in das Bachbett übergeht und durch kleine Bäume abgeschirmt ist –

Hotel am Ende der Straße in Valbona
Hotel am Ende der Straße in Valbona
Hotel am Ende der Straße in Valbona

ein Stellplatz mit toller Aussicht auf die schneebedeckten Berge im Abendsonnen-Licht.

Unser Stellplatz
Unser Stellplatz

Ps.: Unser Spaziergang in Richtung Thethi endet nach 2,5 km wiedermal an einer fehlenden Brücke über die Valbona

Weg nach Tehthi

Burg Rozafa und Weiterfahrt nach Koman zur Fähre

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Sonntag 30. und Montag 31.5. Burg Rozafa und Weiterfahrt nach Koman zur Fähre

Das Wetter ist nicht mehr so  gut wie vor einigen Tagen, bewölkt, z.T. Nieselregen , kälter und viel windiger. Unsere Antwort darauf lautet ausschlafen, ausführlich frühstücken und Zeitung lesen, Blog schreiben. Es dauert bis 14.30 Uhr, bis wir uns dazu durchringen können, den Roller aus der Garage zu holen. Immerhin ist Shkodra Albaniens drittgrößte Stadt und soll am Südende eine schöne Burg haben. Wir brauchen auch wieder eine Bank, denn die nächste Etappe soll wieder in die einsamen Berge führen. Übrigens für einen Euro bekommt man aktuell 122 Lek, wie die Währung hier genannt wird. Ein Brot (1kg) kostet 80 Lek, ein Liter Diesel oder Benzin 150 bis 165 Lek, 1,5 Liter PET-Flasche Sprudelwasser 50 Lek.

Aspekte (eher unschön) von Shkodra
Aspekte (eher unschön) von Shkodra
Aspekte (eher unschön) von Shkodra

Wir durchqueren die Stadt auf der Hauptstraße, nicht auf der Umgehungsstraße wie mit dem WOMO und finden sie recht belebt. Einige Geschäfte haben geöffnet, andere halten Sonntagsruhe. Parken in der zweiten Reihe, um eben schnell was zu erledigen, gehört zur Normalität. Die Cafes und Kneipen sind gut besucht – leben und leben lassen, so scheint der allgemein gültige Grundsatz zu lauten.

Kurz vor der Burg treffen wir auf einen jungen Mann aus Litauen, der mit dem Fahrrad von Griechenland aus Albanien durchquerte und am Abend in Montenegro sein will. Der Aufweg zur Burg ist alt, gepflastert und steil. Wir werden von einem alten Mann mit Akkordeon, der am Wegesrand sitzt und zu spielen beginnt, als wir vorbeikommen, aufgemuntert. Damit hat er sich schon ein „halbes Brot“ verdient.

Weg zur Burg
Weg zur Burg
Weg zur Burg
Die Burganlage

Die Festungsanlage geht zurück bis auf die Illyrer im 5. Jhdt. vor Christus, was man noch an einem Mauerstück mit den typischen großen Quadern erkennen kann. Später haben dann Venezianer und danach die Osmanen die Anlage erweitert, umgebaut und bewohnt. Die Bauform besteht aus drei ineinander geschachtelten Befestigungskreisen, die jeweils große bis sehr große Innenhöfe beinhalten. Im Innersten gibt es ein Restaurant in einem gut erhaltenen / restaurierten, steingedeckten Gebäude. Zahlreiche Zisternen versorgten einst die Bewohner.

Zweiter Innenhof
Zisternen

An einer Stelle auf der Innenhofwiese geht ungesichert eine sehr schmale steile Wendeltreppe in die Unterwelt.

Ab in die Unterwelt

Die Aussicht nach allen Seiten ist phantastisch und von hier aus erscheint uns Shkodra wirklich als große Stadt.

Aspekte von Shkodra
Aspekte von Shkodra
Aspekte von Shkodra
Blick zur Küste

Die Besichtigungsgebühr beträgt 400 Lek, aber „Pensionista“ zahlen nur die Hälfte. Der Himmel wird dunkler und einige Tropfen kündigen Regen an, da machen wir uns schnell wieder nach Hause.

Abendessen wie üblich im Campingrestaurant, aber diesmal drinnen und nicht im Sturm auf der Terrasse.

Am Montag ist es wieder deutlich freundlicher. Um 12 Uhr verlassen wir den Platz, nachdem die nette Dame von der Rezeption für uns eine Reservierung für die Fähre von Koman nach Fierze am nächsten Tag um neun Uhr vorgenommen hat. Die Entfernung vom Campingplatz nach Koman beträgt 68 km, die wir in 3 Stunden und 6 Min bewältigen; laut Karte eine asphaltierte Straße, aber den Asphalt müssen irgendwelche bösen Kobolde weitgehend weggefressen haben. Jürgen hat ein Meisterstück am Steuer hingelegt, teilweise ging nur Schrittgeschwindigkeit – welch Glück, ein Wandler-Automatikgetriebe zu haben. Die Inneneinrichtung des Womo muss jetzt neu sortiert werden. Unimog doch – oder doch nicht ??? Für die Strecke heute hätte ich ihn fast geliebt.

Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman
Die Strecke nach Koman

Unterwegs treffen wir an einem Brunnen auf ein Paar, das mit Fahrrädern unterwegs ist. Wir stoppen und bieten an, ihr Gepäck mitzunehmen, damit sie es leichter haben. Nein danke, sie seien das gewohnt, sie seien aus der Schweiz mit dem Rad gekommen, die ganze Strecke. Morgen werden wir sie wiedersehen, denn sie wollen die gleiche Fähre nehmen wie wir.

Die Strecke nach Koman

 Die Reservierung hat geklappt, wir werden kurz vor der Anlegestation abgeholt und durch einen Tunnel zum Schiff (-chen) eskortiert. Weil kaum Platz zum Parken vorhanden ist, dürfen wir schon auf die Fähre fahren und hier übernachten. Morgen bringt uns das Boot in West-Ost Richtung quer durch die Berge bis nach Fierze – eine der schönsten Schiffsrouten Europas, berichtet der Reiseführer.

Unser Übernachtungsplatz

Der Komansee ist ein Staugewässer des Flusses Drin, dem wichtigsten Stromlieferanten Albaniens. „1973 wurde mit chinesischer Hilfe die erste Staustufe ‚Vau i Djes‘ gebaut. Bevor der Fluss aus den Bergen in die Ebene austritt, wir er 53 Meter hoch gestaut. Dazu mussten 3 Täler mit Staumauern abgeriegelt und der poröse Kalkstein im Becken des Sees abgedichtet werden. Die von der Mündung gesehen dritte Staustufe, ein an der Basis 200 Meter dicker … Tondamm steht bei Fierze. Hier schießt das Wasser durch Fallrohre fasst 150 km/h schnell und mehr als 100 Meter tief, um die Turbinen anzutreiben. Zwischen  ‚Vau i Djes‘ und ‚Fierze‘ ging bei Koman 1986 an einer weiteren Staumauer das mit 600 MWatt leistungsstärkste albanische Kraftwerk in Betrieb“ (Reiseführer Albanien, Michael Müller Verlag S. 113-114) .

Genau an dieser Stelle machen wir jetzt gerade Camping auf dem Boot.

Unser Übernachtungsplatz
Die Staumauer – der Wasserspiegel liegt auf 170 m über NN
Die Staumauer – der Wasserspiegel liegt auf 170 m über NN

28. und 29.05. 2021 Vermosh

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Unsere Tour bis Vermosh -oben links

Wir wachen bei stark bedecktem Himmel und 10° Außentemperatur auf, frühstücken, packen Regenkleidung ein und wandern los – in die gleiche Richtung wie am Vortag, doch auf der anderen Flussseite. Leider finden wir nirgendwo Wegbeschreibungen. Weiß-Rot-weiße Wegmarkierungen scheinen für alles zu gelten. Bald stehen wir erneut vor einer Furt. Ein zufällig vorbeikommender Albaner erklärt gestenreich, wie wir ohne nasse Füße über den Nebenfluss kommen: ein Stück bergauf gibt es eine Brücke, die man von unten nicht erahnen kann.

Fußgängerbrücke

Immer öfter kommt die Sonne hervor. Knabenkraut, Thymian, blühenden Wiesen vor noch schneebedeckten Berggipfeln am Horizont sind echte Hingucker.

Naturschönheiten
Naturschönheiten
Naturschönheiten
Naturschönheiten

Plötzlich wird der Weg sehr matschig. Wir entdecken, dass unter Steinen Wasser mit Macht nach oben drückt. Nach Wegnahme einiger Steine schießt eine regelrechte Fontäne einen Meter in die Höhe. Wieder einmal ein völlig neues Erlebnis. https://weltenbummler.familiemartin.de/wp-content/uploads/sites/6/2021/05/PXL_20210528_095811338.mp4

Quelle mitten auf dem Weg

Inzwischen sind wir 4 Kilometer gelaufen, würden gerne die Flussseite wechseln, sehen auch eine Brücke in der Ferne, doch vorher versperrt uns erneut ein Seitenarm den Weg. Wir gehen aufwärts am Bach entlang auf der Suche nach einer Überquerungsmöglichkeit. Plötzliches Grunzen neben uns lässt uns auf eine Schweinefamilie aufmerksam werden, die den Bachlauf hier an wadentiefer Stelle durchquert. Stiefel aus- Hosenbeine hochkrempeln und hinterher – oder weitergehen und eine bessere Lösung finden ? Wir entscheiden uns fürs Weitergehen.

Unser Taxi
Unser Taxi

Lautes Motorengeräusch macht uns auf einen uralten, klapprigen, aber sehr hochbeinigen IFA Lkw aus DDR-Produktion aufmerksam. Der Fahrer kennt auch keine Brücke bachaufwärts, bietet uns aber an, uns auf seiner Weiterfahrt durch zweite Furten mitzunehmen auf die andere Seite der Vermosh – alles in Zeichensprache. Mein respektvolles „Uiiiih“ als die Tür in etwa 1,40m Höhe aufgeht, entlockt ihm ein Schmunzeln und er wiederholt grinsend“ Uiiiih“. Jürgen macht Räuberleiter, ich suche krampfhaft nach einem Griff zum Hochziehen und mit einem dicken blauen Fleck am linken Oberarm lande ich auf dem Motorblock. Jürgen schafft den Einstieg ohne fremde Hilfe. Mit pneumatisch zugeschaltetem Allrad und Differentialsperren schaukeln wir trockenen Fußes durch 2 Bachbetten. Das Aussteigen geht etwas leichter. Mit einem eleganten Sprung in Jürgens Arme verlasse ich das Fahrzeug. „Faleminderit – Danke !“ https://weltenbummler.familiemartin.de/wp-content/uploads/sites/6/2021/05/PXL_20210528_104239264.mp4

Nach 10 Kilometern und 3 Stunden sind wir wieder zurück am Wohnmobil, können uns nochmal davon überzeugen, dass es dem Lämmchen und seiner Mutter gut geht und fahren wieder talwärts.

Eintageszulassung in Deutschland reicht in Albanien für Jahre
Bunker sichern das Vermosh-Tal Richtung Montenegro
Bunker sichern das Vermosh-Tal Richtung Montenegro
Baumhaus im Kirchbaum, Campingplatz und Cafe am Ortseingang Vermosh

Zwischen Lepushe und Selce halten wir bei einem neu erbauten hübschen Restaurant und essen dort um 17 Uhr in der Abendsonne auf der Aussichtsterrasse zu Abend. Das angebot der Wirtin, auf ihrem Parkplatz zu  übernachten nehmen wir gerne an.

Restaurant am Weg
Restaurant am Weg
Restaurant am Weg
Restaurant am Weg

Am Nachbartisch sitzen zwei deutlich aufgebrezelte junge Damen mit einem Herrn Mitte 30, der sich offensichtlich fühlt wie der Hahn im Korb. Wir wollen gerade ins Womo aufbrechen, als beide Damen zu  uns an den Tisch kommen und uns in gutem Deutsch ansprechen: „Wir haben deutsche Sprache gehört. Dürfen wir Sie an unseren Tisch einladen. Wir wollen Sie aber nicht stören !“ Wir schauen uns kurz an, nehmen unsere Gläser und setzen uns mit an den Nachbartisch. Die jungen Leute erzählen uns von der Verbundenheit der Menschen im Kosovo, wo auch die beiden Damen herkommen (Pristina) mit den Albanern und der aus ihrer Sicht absoluten Notwendigkeit sich im Balkankrieg von den als Unterdrückern empfundenen Serben zu befreien. Ana, die Ältere der Beiden, lebte als Flüchtlingskind mit Ihren Eltern in Deutschland und lernte gut Deutsch. Im Kosova studiert Sie Jura ( Master) und will in Neustadt an der Saale das deutsche Examen erwerben und Anwältin werden. Ihr Freund, Gezim, Albaner,  lebt seit 3 Jahren in Leipzig und betreibt dort 2 Spielotheken. In Coronazeiten sind diese geschlossen und er lebt vorübergehend bei seiner Familie in der Nähe von Tamare,  5 km von hier entfernt, wo sein Vater ein Hotel mit 4 Zimmern betreibt und ein neues baut.

Die Region macht wirklich den Eindruck, als würde sie für einen sanften Tourismus hergerichtet mit kleinen Gästehäusern, Pensionen und hübsch angelegten Dorfplätzen.

Am nächsten Morgen starten wir bei blauem Himmel weiter talwärts, entdecken zwei kleine Wasserkraftwerke und Forellenzuchtanlage.

Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt
Rückfahrt Geröllabgänge zerstören die Leitplanken
Rückfahrt Geröllabgänge zerstören die Leitplanken
Rückfahrt

Die Berghänge beidseits der Straße sind mit wildem Salbei und blühenden Granatapfelbüschen bewachsen. Im nächsten Dorf sehen wir regelrechte Salbeikulturen auf großen Feldern. Um 12 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz und kurz darauf läuft die Waschmaschine.

Im großen Bergland – Grenze zu Montenegro

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27.05.2021

Wir lassen es langsam angehen, gegen 12 Uhr verlassen wir den Camping und fahren nach Norden, weiter auf der SH1 bis „Hani i Hotit“ der letzte Ort vor der Grenze zu Montenegro. Kurz davor biegen wir rechts ab und fahren parallel zu Grenze auf der neu ausgebauten SH 20 hinauf in die Berge bis zum nördlichsten Punkt Albaniens in Vermosh – insgesamt etwa 90 km.

Hier ist Albanien katholisch
Hier ist Albanien katholisch

Besonders beeindruckend sind die Serpentinen zwischen „Lagjja e re“ und „Grabom“. Wir legen zahlreiche Fotostops ein.

Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh
Karstquelle
Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh
Die SH 20 nach Vermosh

In Vermosh endet die Asphaltstraße und es geht für Offroader weiter auf einer Schotterpiste, die durch Bachfurten ein breites Hochtal erschließt, um dann als Schmugglerpfad nach Montenegro zu enden. Überhaupt war dieses Dorf früher besser über den nahe gelegenen Grenzübergang aus Montenegro zu erreichen als aus Albanien. Da wundert es nicht, wenn das Bier, das uns nach einer schönen Wanderung entlang des Baches erfrischte, aus einer montenegrinischen Brauerei stammte.

Die SH 20 hinter Vermosh
Brücke über den Vermosh
Vermosh
Vermosh
Vermosh Kirche
Vermosh
Vermosh

Auf der Wanderung begegnen wir freilaufenden Kühen, Schweinen, Schafen , Ziegen, Maultieren und Pferden. Ein lautes anhaltendes Blöken erweckt unsere Aufmerksamkeit. Ein winziges Lämmchen, höchstens 2-3 Tage alt, hatte sich wohl durch einen Lattenzaun gezwängt und konnte jetzt nicht zurück zu seiner Mutter und die Mutter nicht zu ihm. Es gelang uns, das Lämmchen zu packen, das Gatter einen Spalt zu öffnen und Mutter und Kind zu vereinen.

Ausreißer
Wieder vereint
Nutztierhaltung anders als in Deutschland
Nutztierhaltung anders als in Deutschland
Nutztierhaltung anders als in Deutschland
Wohnhäuser
Steg über den Vermosh
Pusteblumen

Wir übernachten mitten im Dorf auf einem blinden Stichweg in eine Grünanlage. In der Kneipe gab es sogar freies WLAN und im ganzen Tal super Internetempfang LTE.

Unser Übernachtungsplatz
Angenehme Ruhe

Von Qafe Shtame nach Shkodra

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24.5. bis 26.05.2021

Es wäre eine wunderbare Nacht gewesen, wenn nicht soooo viele Hunde rund um unser Womo mit lautem Gekläff ihr Revier verteidigt hätten.

Wir haben keine Wanderwege gefunden und beschließen, unsere Reise fortzusetzen. An der Brunnenwand am Dorfeingang liegt ein Wasserschlauch und wir nutzen die Gelegenheit, Salz, Staub und Mücken abzuspritzen, sehen allerdings selbst anschließend allerliebst aus.

Brunnenwand

Wir schleichen die Kehren wieder hinab und brauchen bis zur Autobahn SH 1 hinter Fushe-Kruje eineinhalb Stunden. Unser Ziel ist Shkodra und das Gebirge im Nordwesten Albaniens nahe  Montenegro. 8 km nordwestlich von Shkodra gibt es am Skutari-See einen vom ADAC empfohlenen Campingplatz, den wir ansteuern (17 Euro pro Tag mit Strom). Hier kann man wunderbar schwimmen und relaxen, der Platz ist sehr gepflegt, die Sanitäranlagen top, im Restaurant gibt es leckeres, preiswertes Essen und gezapfte Halbe für 1,50 Euro. Da kann man nicht am nächsten Tag weiterfahren, zumal die Seitentür im WOMO spinnt und nachgestellt werden muss, damit die Schlösser funktionieren, was nach der Methode „try and error“ -alleine einen halben Tag Zeit beansprucht.

Shkodra Resort Supercamping
Shkodra Resort Supercamping
Shkodra Resort Supercamping
Shkodra Resort Supercamping
Shkodra Resort Supercamping

Am Mittwoch unternehmen wir einen Rollerausflug zur Brücke von Mes, 8 km nordöstlich von Shkodra – ein Brückendenkmal aus osmanischer Zeit.  13 Bögen, der mittlere mit einer Spannweite von 21,5 Metern, überspannen hier an einem uralten Handelsweg ins Kosovo den Fluss Kir. Viele, ausnahmslos männliche Jugendliche haben sichtlich Spaß, sich in die türkisblauen Fluten zu stürzen.

Brücke von Mes
Brücke von Mes
Brücke von Mes
Brücke von Mes
Brücke von Mes
Brücke von Mes

5 km weiter flussaufwärts suchen wir die zerfallene Burg von Drish, ohne Erfolg. Vielleich hätten wir uns durch Gestrüpp und  Dickicht auf den 313 Meter hohen Hügel hinaufschaffen müssen, rot-weiße Markierungen waren sichtbar, aber wer will schon eine  Woche zerkratzte Beine haben? Also wieder zurück zum Campingplatz und noch einmal schwimmen, essen, und ein kühles Gezapftes genießen, bevor wir uns morgen weitermachen ins „Große Bergland“, den westlichsten Teil der albanischen Alpen.

Unser netter Kellner
Restaurant
Restaurant am See

Albanien -erste Eindrücke

Standard

Im Land der Skipetaren

21. bis 23.05.2021

Die Nacht der Überfahrt war stürmisch. Um 8.45 Uhr laufen wir bei Sonnenschein in den Hafen von Durres ein. Die Zöllner und Grenzbeamten sind sehr freundlich winkten uns schnell durch. Liegt wohl an Jürgens Namen – Jürgen? – Ah: Jürgen Klinsmann – ist hier allenthalben bekannt.

Die Skyline von Durres

Wir wollen zunächst ins Zentrum, um Bargeld zu holen und albanische Telefonkarten. Zentrumsnah, am Stadtstrand, nah des Venezianischen Turmes entdecken wir einen Parkplatz für unser Dickschiff, erledigen unsere Besorgungen und genehmigen uns zum Abschluss den ersten Cappuccino nach langer Zeit. Hier in Durres gewinnen wir den Eindruck, Corona hätte einen Bogen um das Land gemacht. Alles ist geöffnet, Abstand halten Fehlanzeige und der Aufforderung, in Geschäften eine Maske zu tragen, kommt fast niemand nach. Die Lady im Vodafoneladen hat immerhin eine unter dem Kinn!

Der erste Cappuccino
Durres
Durres
Stadtstrand Durres
Durres
Durres

Später erfahren wir, dass es auch in Albanien ein staatliches Impfprogramm gibt und etwa 60% der Bevölkerung durchgeimpft seien. Wer sich nicht zur Impfung melde, wenn seine Altersgruppe aufgerufen ist, werde später nicht mehr kostenfrei geimpft!

Nur nicht zuviel am ersten Tag. Nach 30 km am Meer entlang Richtung Norden, vor dem Kap Rodon in Fushe-Drac parken wir in einer Pineta am langen Sandstrand vor einigen neu erbauten Strandrestaurants. Wir essen leckeren frischen Fisch in Tonis Restaurant – alles sehr preiswert. Selbstverständlich dürfen wir auf dem Parkplatz übernachten. Als Gratiszugabe erhalten wir sogar orientalische Livemusik bis irgendwann am frühen Morgen aus dem nahe gelegene Hotel, in dem eine Lady Geburtstag feiert ( für Insider: Acheronschlucht lässt grüßen- Fenster diesmal aber heil geblieben!)

Fushe-Drac
Fushe-Drac
Fushe-Drac
Fushe-Drac

Auch am Samstag ist der Himmel blau. Der Parkplatz füllt sich ab 9 Uhr langsam mit albanischen Tagesausflügler-Familien. Uns ist der Wind noch etwas zu kühl um zu baden und wir fahren weiter. Das Navi führt uns über eine wunderbare Hoppelpiste (20km in 90 Minuten) bis Fushe-Kruje. Dort suchen wir die Ruinen der namensgebenden Stadt – Albanopolis, eine Illyrerstadt aus dem 5.Jahrhundert vor Christus. Die letzten 1,5 km gehen wir zu Fuß, Bewegung tut gut und schont das Auto. Schließlich treffen wir auf eine Mauer aus großen rechteckig behauenen Steinen. Ein wahrlich lohnenswerter Ausflug 😊!

Alnabopolis
Albanopolis

Weiter geht es auf der SH 38 in Serpentinen bergauf bis nach Kruje. Wir schenken uns die Besichtigung der verfallenen Burg und verzichten auch darauf, durch den Souvenirbasar zu schlendern. Stattdessen lassen wir unser Womo auf einer abenteuerlichen Bergstraße etwa 800 Meter höher klettern zum Sari-Saltik, einem 1143m hohen Aussichtspunkt über Kruje, von dem der Blick weit in die Runde und zurück bis zum Meer reicht. Sari-Saltik, der hier oben in einer Felsspalte beerdigt wurde, wird als Heiliger verehrt, weil er einen Drachen getötet haben soll, der bis dato täglich eine Jungfrau verspeist habe.

Kruje von oben
Kruje von oben
Unsre Strecke
Tolle Wege tolle Aussichten
Tolle Wege tolle Aussichten

Mittlerweile ist es 16.00 Uhr. Wir genießen noch ein wenig die schöne Aussicht und die Sonne und beschließen, die Nacht hier zu verbringen- hoffentlich ohne Gedudel.

Sari Saltik
Sari Saltik

Oh, wie gut haben wir geschlafen! Keine bellenden Hunde, kein Gedudel, einfach nur Totenstille. Ob der Heilige dafür gesorgt hat?

Unser Übernachtungsplatz
Unser Übernachtungsplatz

Nach dem Frühstück rollen wir im ersten Gang die unzähligen Serpentinen wieder abwärts. Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark am  Pass Qafe-Shtame, 1227 Meter hoch. Gestern sprach uns auf dem Sari-Saltik ein Albaner aus Kruje an, der 14 Jahre in der Nähe von Marburg gearbeitet hat und uns sofort als Limburger identifizierte. „Ja die Straße dorthin ist gut für das Wohnmobil befahrbar, nur Vorsicht der Rand ist teilweise abgerutscht. Manchmal ist auch die Fahrbahn stark gewellt und gesenkt, das sieht man aber. – Weiterfahren nach Burell? Nein das ist nicht gut für das Auto. Dort gibt es Hotels, Restaurants, Campingplatz, gutes Wasser und gute Luft. Es kommen Leute dorthin zur Kur.“

gute Straße
gute Straße

Wir schaffen auf der „guten Straße“, die sich durch eine wunderschöne Landschaft hinaufschlängelt, einen Durchschnitt von 17 km/h. Damit ist klar, das ist für uns eine Sackgasse, die Durchfahrt nach Burrel, etwa 10km hinter der Passhöhe ins nächste Tal scheidet aus.  Unterwegs machen wir Halt an einem Wasserfall und füllen aus der gefassten Quelle daneben unsere Kanister. Das Wasser hier muss wirklich gut sein und das ist wohl auch der Grund für die Teerstraße, denn kurz vor der Ortschaft passieren wir eine moderne Mineralwasserfabrik mit neuen, großen LKWs im Hof.

Wasserfall
Wasserfall

Der „Kurort“ besteht aus einer Durchgangsstraße mit 5 Bars und Restaurants, 2 Hotels , einigen Ferienhäuschen und einer Wiese als Camping. Alles heute am Sonntag, high noon, sehr gut besucht von albanischen Familien. Wir finden einen Parkplatz am Straßenrand, packen den Roller aus und fahren erst einmal die Straße weiter zur Passhöhe.

Dort endet abrupt der Teerbelag und auch für den Roller ist die Weiterfahrt nicht zu empfehlen. Wir stellen ihn gerade am Wegesrand ab, um ein Stück weiter zu wandern, da kommt uns von unten ein weißer G-Mercedes mit Dachzelt entgegen. Ein junges Pärchen mit Mainzer Kennzeichen hat den Weg aus Burrel herauf geschafft. Ein Wegstück sei jedoch durch einen Erdrutsch versperrt und sie hätten über eine einfach durch den Wald geschobene Piste ausweichen müssen.

Auf der Passhöhe

Wir erlaufen die Gegend noch eine kleine Weile, bevor wir auf dem Rückweg im Passhöhen-Hotel zum Essen einkehren. Die Temperaturen sind so, dass wir einen Tisch in der Sonne wählen und genüsslich Lamm mit Salat verspeisen.

Auf der Passhöhe

Wieder zurück im Dorf hat sich der Rummel der Tagesgäste schon wieder ziemlich verzogen und wir schauen uns den Campingplatz an und finden alles, was wir brauchen: eine Wiese, Wasser, noch etwas Abendsonne und das alles für:“ No LEK! Free!“ Der umgebenden Bäume wegen, darunter ein blühender Apfelbaum vor dem Auto, fällt der Fernsehempfang heute Abend aus. Dafür haben wir Zeit zum Bericht schreiben. -Aber kein Internet.

Unser Campingplatz
Unser Campingplatz