Entlang des Chott El Gharsa in die Bergoasendörfer Chebika, Tamerza und Mides;

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Mittwoch, 29.04. 2026 bis Freitag, 01.05.2026

Hier noch ein kurzer Nachtrag zum „Coco Oasis“ Campingplatz in Tozeur. So sehen hier die Duschen aus:

Die Straße in die Bergdörfer ist eine P-Straße (P 16), also Hauptstraße, aber in einem erbärmlichen Zustand und wir müssen langsam fahren. Die Route führt entlang des Chott El Gharsa, das zusammen mit dem Chott El Jerid und seinen Fortsetzungen Chott El Fedjadj das größte Salzseengebiet der Erde bildet. Fast 200 km zieht es sich von der algherischen Grenze bis fast ans Mittelmeer bei Gabès und misst an seiner breitesten Stelle fast 70 km. Es handelt sich um ein riesiges abflussloses Becken, das von Wasserläufen aus den Bergen gespeist wird, wo der Regen Salze aus dem Boden wäscht, die in das Becken geführt werden.

Kurz vor den Bergoasen wird die Landschaft wieder interessant. In vielen Kurven windet sich die Straße steil hinauf und wieder hinab und die Aussichten sind spektakulär.

Die erste Oase ist Chebika, wie auch die beiden anderen ein alter Römermilitärstützpunkt. Wir finden schnell einen Parkplatz im alten Ortsteil und laufen an einem kleinen Bach entlang bis zu seiner Quelle. Dann steigen wir einen steilen Berg hinauf, von dem aus man eine tolle Aussicht genießt. Zwischen Felsen hindurch geht es zurück zum Ort. Die Souvenirhändler sind recht unaufdringlich.

Weiter geht’s nach Tamerza.

Bevor man den Ort erreicht, kann man links abbiegen und zum „Kleinen Wasserfall“ (Schild aber „Grand Cascade“) gelangen. Auch hier gibt es Souvenirverkäufer, aber sie bedrängen uns in keiner Weise.

Park4Night nennt einen Übernachtungsplatz im Ort Tamerza in der Nähe des „Großen Wasserfalls“ und des angrenzenden Canyons. An die asphaltierten Parkplätze schließt sich ein Sandplatz an, auf dem ein paar kleine Jungen Fußball spielen. Wie aus dem Nichts heraus ist plötzlich ein „Guide“ da, der fragt, ob wir übernachten wollen und dann die Jungen wegschickt, weil wir uns auf den Sandplatz stellen sollen. Wir wollen die Jungen nicht in ihrem Spiel stören, aber er ist unerbittlich. Wir parken ein und trösten die Jungen mit ein paar Gummibärchen.

Gleich dabei ist ein kleines Pizzahäuschen, wo es „Berberpizza“ gibt. Der „Guide“ managt für uns, dass wir in 30 Minuten essen können. Und dann folgt, was schon bei der Lektüre des Reiseführers zu vermuten stand, er will uns morgen begleiten. Zuerst schlägt er vor, einen 4×4 Wagen zu mieten und die „Rommelpiste“ zu fahren, eine bei Offroad – Fahrern beliebte Strecke. Das werden wir keines Falls tun. Dann will er uns durch den Canyon führen und verlangt 10 Euro/Person. In Nabeul haben wir für die Reifenreparatur keine 5 Euro bezahlt. Absolut indiskutabel. Wir brauchen keine Führung, wollen keine Führung, dann wird die Berberpizza serviert, aber er bleibt weiter am Tisch sitzen, bis er irgendwann kapiert, dass mit uns kein Geschäft zu machen ist.

Wir machen einen Verdauungsspaziergang zu dem „Großen Wasserfall“, verzichten auf den Spaziergang im Canyon und gehen früh schlafen.

Um 22 Uhr fährt ein Quad neben uns vor und jemand klopft an die Tür. „Polizei – Papiere bitte.“ Er notiert das Kennzeichen, wünscht eine gute Nacht und fährt weiter. Bei Park4Night haben wir oft gelesen, dass diese Kontrollen sehr häufig seien und man manchmal auch zu einem „sicheren Ort“ geleitet werde. Bislang hatten wir diesbezüglich Glück und wurden nicht besucht oder weggeschickt.

Am Donnerstagmorgen fahren wir weiter bis Midès direkt an der algherischen Grenze. Wir wollen eine 1 -stündige Wanderung durch den Canyon machen, in dem auch der „Englische Patient“ gedreht wurde. Am Ende des Canyons dürfen wir nicht geradeaus weiterlaufen, da wir sonst bald illegal algherisches Staatsgebiet betreten würden. Die vorgeschlagene Route führt bergauf ohne Schatten und es ist um 11 Uhr schon richtig heiß. Also kehren wir um und gehen auf dem gleichen Weg zurück. Viele Pillendreher haben wir hier gefunden, Tauben, die im Felsgestein nisten, auch eine tote Ratte, aber kein menschliches Wesen. Die sind alle oben bei den Souvenirständen und Cafés hängen geblieben.

Unser nächstes Ziel soll Kairouan sein, das Zentrum des Islam. Ein Blick in den Führer zeigt, dass wir das nicht auslassen dürfen. Wir schauen uns die Routenoptionen dorthin an und suchen nach Übernachtungsmöglichkeiten an den Strecken, finden aber nichts, was wir mit gutem Gefühl ansteuern könnten. Da am nächsten Tag eh Freitag ist, also das Sonntagsäquivalent im Islam und wir diesen Tag nicht in Kairouan verbringen wollen, entscheiden wir uns, noch einmal ans Meer zu fahren.

Wir kommen durch Gafsa, das Zentrum des Phosphatabbaus. Hier gibt es sogar einen Campingplatz. Doch was wir hier sehen und vor allem riechen, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Menschen hier leben tatsächlich inmitten von Müll. Gleichzeitig, zieht ein Gestank ins Auto, dass einem schlecht werden kann. Wir haben viel erlebt in Tunesien, aber so etwas hätten wir nicht für möglich gehalten.

Südlich von Sfax, in Mahrès, finden wir einen Platz am Meer, der auch bei Park4Night als sicher beschrieben wird, vor einem Hotel und gegenüber der Polizei. Na, sicherer geht’s ja wohl nicht. Wir stehen super, zuletzt ganz allein und obwohl die Durchgangsstraße hinter dem Hotel vorbeiführt, ist es dort, wo wir uns eingerichtet haben, absolut ruhig – bis 1.30 Uhr, als jemand ans Auto klopft. Ein Polizeiauto steht vor uns, der Polizist meint, hier sei das Übernachten verboten, aber im Innenhof des Hotels dürften wir sicher und gratuit stehen. Er werde uns eskortieren (100m). Ist ja lieb gemeint, aber hätte er das nicht etwas früher tun können? Im Schlepp des Polizisten fährt auch ein Bus mit Wohnwagen – ja tatsächlich: es ist die Familie mit 3 kleinen Kindern, die wir schon in den Bergen bei Ksar Hadada getroffen haben. Nebeneinander stehen wir nun im abgeschlossenen Hotelhof, hören die ganze Nacht den Straßenlärm der P1 und um 5 Uhr den Weckruf des Muezzins.

Frühstücken wollen wir hier keinesfalls, finden ein paar Kilometer weiter einen Parkplatz am Meer mit dem üblichen Müll und frühstücken leckeres Baguette, das wir gerade auf dem Weg für 7 Cent erstanden haben.

Unsere bisherige Route: