Es sind Osterferien. Schon lange hatten wir unseren Enkeln versprochen, die Technikmuseen in Speyer und Sinsheim mit ihnen zu besuchen. Jetzt ist eine gute Zeit dafür. Am Sonntag holen wir Falk und Ennio mit dem Wohnmobil ab und übernachten in Speyer auf dem Womo-Stellplatz direkt beim Museum.
In wenigen Schritten sind wir am Montag am Museum, bestaunen unter anderem einen riesigen Jumbo, das russische Transportflugzeug Antonow, den Seenotrettungskreuzer John T. Essberger, Dampflokomotiven, unzählige Oldtimer, Motorräder und auch den Buran, das russische Pendant zum Space-Shuttel. Den größten Eindruck hinterlassen wohl der Jumbo und das U-Boot U 9, Beides konnten wir auch von innen besichtigen.
Am späten Nachmittag bummeln wir durch die Altstadt von Speyer.
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Am Dienstagmorgen geht’s weiter nach Sinsheim. Vieles ist ähnlich, doch hier sind besonders die Concorde und die ihr zum Verwechseln ähnlich sehende Tupolev TU -144 zu erwähnen. Man kann hineingehen, aber es ist mühsam und lässt auch schwindlig werden, denn beide sind in Steillage aufgebaut und der Gleichgewichtssinn ist irritiert. Auch hier wieder Oldtimer, Dampflokomotiven, Motorräder sowie Kriegsgeräte, Fahrzeuge und Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg.
Hier gibt es keinen schönen Stellplatz, deshalb fahren wir weiter nach Schwetzingen. Dort besichtigen wir am Mittwoch das Schwetzinger Schloss, Sommerresidenz der in Mannheim residierenden Herzöge von der Kurpfalz, errichtet von Herzog Karl Theodor und schlendern durch den wunderschönen Schlosspark mit seinen Wasserspielen.
Am Donnerstag treffen wir uns in Mannheim mit Sebastian und Astrid, machen bei herrlichem Frühlingswetter einen ausgiebigen Spaziergang durch die Rheinauen
und fahren gegen Abend alleine weiter Richtung Toskana, um uns dort mit Christians Familie sowie meiner Schwester und meinem Schwager zu treffen.
Der Osterreiseverkehr sorgt dafür, dass wir sehr viel Zeit im Stau verbringen und statt am Karfreitag erst am Abend des Ostersamstag ankommen – auf einem agricampeggio il colono nahe Volterra. Bei herrlichem Wetter verbringen wir dort gemeinsam 2 Tage,
fahren nach dem Besuch von Volterra weiter ans mare bei Bibbona südlich von Livorno und genießen weitere 4 Sonnentage auf dem tollen Camping Esperidi direkt am Meer. Hüpfburg und Strand begeistern unsere Enkelinnen und Opa baut mit ihnen Sandtürme umgeben von Wassergräben.
Am Freitag brechen wir auf in Richtung Genua. In Livorno gibt es eine Mercedes Truck Werkstatt, wo wir wegen eines ESP Fehlers vorstellig werden. Wir haben unser Fehlerauslesegerät leider zu Hause vergessen, aber die Werkstatt bestätigt, dass kein Sensorausfall vorliegt und löscht den Fehlerspeicher für 123 Euro. Bislang ist keine neue Fehlermeldung aufgetreten.
Abends stoppen wir in Lavagna auf einem Stellplatz 50 km vor Genua. Morgen soll die Fähre um 15 Uhr auslaufen.
Ohne Aufregungen ist es langweilig. Wir sind genau in unserem Zeitplan, der besagte, um 10 Uhr Ortszeit Hotel verlassen. Um kurz vor 10 fehlt nur noch mein Portemonnaie aus dem Tresor. 9 Tage haben wir ihn problemlos öffnen und schließen können, aber heute meldet das Display „Error“. Alle guten Worte helfen nicht. Die Rezeptionistin verspricht, jemanden zu schicken. 5 Minuten vergehen, niemand kommt. Auch nach 10 Minuten ist noch niemand da. Erneuter Anruf – ja, sofort, es kommt jemand. Dann ist Hilfe da und wir erreichen den Flughafen pünktlich, geben das Auto problemlos ab und die Koffer auf. Beim Sicherheitscheck wird mein Rucksack reklamiert. Warum? Jürgen hat sein Bundeswehrtaschenmesser bei mir eingepackt. Noch 45 Minuten bis Abflug. Ich bewachen das Handgepäck, Jürgen rennt zurück bis zur Gepäckaufbewahrung. Natürlich sind die Koffer längst weg. Ein Mitarbeiter von TUI nimmt das Messer an sich und verspricht, es an unsere Adresse zu schicken. Schauen wir mal.
Als Jürgen schweißgebadet erneut durch den securitycheck rennt, ist bereits das boarding in vollem Gange. “ Letzter Aufruf“, steht auf der Anzeigetafel. Im Galopp zum Gate 15 – seeehr weit- aber wir kommen noch – als letzte- in den Flieger und ….. ja, jetzt sitzen wir in Ffm am Fernbahnhof.
Wetter bis immer. In Guimar scheint die Sonne, aber es bläst ein eisiger Wind.
Thor Heyerdal hat hier geforscht und 6 Stufenpyramiden aus dem 19. Jhdt entdeckt und die nicht, wie erst vermutet, aus der Zeit der Guanchen stammen. Sie sind exakt auf die Sommer- und Wintersonnenwende ausgerichtet. Wer mehr wissen möchte, kann das Internet befragen. 2 Stunden laufen wir durch die Ausstellung und die Gartenanlage, dann finden wir eine Bank an sonniger, windgeschützter Stelle und kriegen prompt einen Sonnenbrand.
Cochenillelaus, aus ihr wir pupurrote Farbe gewinnen Pfefferbaum
Dann ist Kofferpacken angesagt. Morgen geht’s nach Hause. Das Frühstück werden wir vermissen, ansonsten freuen wir uns sehr auf zu Hause.
Playa Del Duque bei Adeje soll ein toller Strand sein, aber ich mach es kurz: Hotelklötze, Appartmentsiedlungen und viele, viele Menschen , Sturm – alles da, aber Sonne? Nee!
Nix wie weg. Da gibt es – bereits wieder in unsere Richtung, einen Ort namens Costa del Silencio (D) – vielleicht mit weniger Sturm? Nomen est omen? Wir finden sogar einen Parkplatz, doch am Meer stürmt es und es ist lausig kalt, keine Spur von Silencium. Also auch nichts. Weiter Richtung Heimat.
Und wieder ist der Himmel blau über Abados. Im gleichen kleinen Restaurant wie vorgestern sitzen wir windgeschützt in der Sonne und genießen Fassbier und einen wunderbaren Salat, einer für zwei hätte gereicht. 10 € / Portion.
Morgen ist unser letzter Tag. Wir wollen uns die Pyramiden von Guimar anschauen.
Auf dem Weg zum Afrikanischen Markt bummeln wir durch den wunderbaren Park vor unserem Hotel.
Durch den Park in die Stadt
Viel Afrika findet man hier inzwischen nicht mehr. Trotzdem ist der Markt beeindruckend. Früchte und Obst in den leuchtendsten Farben lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sehr schönes Kunsthandwerk bietet sich als Souvenir an. Im Tiefgeschoss kann man wieder frische Fischfänge bestaunen und – faszinierend – es riecht nirgendwo nach Fisch. An vielen Ständen kann man frisch zubereitete Seafood genießen, aber da hätten wir weniger frühstücken müssen. Schade, aber es passt nichts mehr rein in den Bauch……
… denn das Fühstück im Hotel ist Versuchung pur: Verschiedene, frisch im Restaurant hergestellte Säfte, iberische Wurt-, Schinken-und Käsesorten, Rühreier, gekochte Eier, Tortilla, Räucherfisch, echter Kaviar, Joghurt, Obst, zahllose Brot-und Brötchensorten ….. und wem das alles noch nicht genug ist, der kann von der Frühstückskarte noch diverse Eier- und Toastgerichte bestellen.
Ganz in der Nähe des Afrikanischen Marktes liegt das Casa del Carneval. Es wurde 2017 eröffnet und soll während des ganzen Jahres Einblicke in eines der wichtigsten Feste der Kanaren geben. Doch leider ist es vorübergehend wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Eingang zum Casa del Carneval
Auf dem Rückweg zum Hotel bewundern wir einige herrliche Kolonialbauten
und erhaschen tatsächlich auf unserem Balkon noch ein paar Sonnenstrahlen.
Hunger haben wir noch immer nicht und da Jürgen stark erkältet ist, lassen wir das Abendessen ausfallen und gehen früh zu Bett.
Heute zieht es uns erneut an die sonnige Kante von Abona. Die Küste in Südrichtung wollen wir erwandern. Dort ist es wieder sonnig, aber sehr windig. Wir steigen auf den Bergkamm, werden oben fast weggeblasen und belassen es bei einem kurzen Rundweg.
Zurück im Örtchen suchen wir uns einen halbwegs windgeschützten Platz an der Playa und nehmen unser erstes Sonnenbad.
Anschließend sind wir gut paniert und auch zwischen den Zähnen knirscht es. Dagegen hilft ein wunderbares Gezapftes, 0,4 l für 2,50 €. Wir fassen es kaum und bestellen gleich noch Pimientos de Padron und Tintenfisch. Lecker!
Wieder ist es grau in grau, aber für den Süden ist besseres Wetter vorhergesagt. Also schauen wir uns heute die Geisterstadt bei Punta Abona an. Nach 46 km ist das Ziel bald erreicht. In den 1940er Jahren hat man hier ein Sanatorium / Quarantänestation für Lebrakranke geplant und gebaut, aber noch vor Fertigstellung wurde 1943 ein Heilmittel gefunden (welches???) und der Bau gestoppt. Bis 2000 nutzte das Militär die Gebäude. Heute sind sie verfallen und mit mehr oder minder kunstvollen Graffitis dekoriert. Das Gelände ist frei zugänglich und man kann die verfallenen Häuser besichtigen, z. B. eine Kirche mit einem großen Kreuz sowie ein Krematorium.
Von hier aus kann man eine kurze Küstenwanderung unternehmen, quert eine nette Sandbucht, die Playa de los Abrigos.
Hier machen wir eine Pause in der Sonne – aaaahhh! und dahinter erreicht man den Ort Abades mit kleinen Tascas und Restaurants. Wir sind überrascht, dass hier doch so viele Womos wild stehen. Wo die entsorgen?? Am späten Nachmittag sind wir zurück im Hotel – über das Wetter in Santa Cruz werde ich nichts mehr berichten, es sei denn, es gibt etwas Neues!
Wir machen uns noch einmal auf zur Tasca Caminito – unsere Lieblingstapasbar vor 5 Jahren. Doch hier ist ein Pächterwechsel erfolgt. Die Herzlichkeit der damaligen Leute suchen wir vergeblich und auch Wein und Tapas sind lange nicht mehr so lecker. Schade!
Wie erwartet: heute ist ein Regentag, den wir nutzen, um unsere bisherigen Eindrücke festzuhalten.
Von heute gibt es nicht viel zu berichten. Phasenweise scheint die Sonne, dann wiederum stürmt und schüttet es wie aus Eimern, ein anderes Mal nieselt es. Wir sind anfangs noch gewillt, das einzige Stück Teneriffas aufzusuchen, in dem es nicht regnet, die Geisterstadt Punta de Abona, 46 km südlich. Doch dann ändert sich der Wetterbericht und meldet für diese Region ebenfalls Sturm und Regen. So haben wir uns an den alten Schlager erinnert und verbringen den Tag ganz faul auf dem Bett bzw. am Schreibtisch – tippenderweise.
Der Winter war kalt – wir wollen uns den Frühling etwas früher gönnen und buchen vom 28.02. – 09.03.26 zum zweiten Mal nach 2022 im Iberostar Hotel Grand Mencey in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt liegt an der Nordostküste, ca. 60 km vom Flughafen Tenerife Sud – natürlich im Süden gelegen. (Tenerife Nord ist nur ein Inlandsflughafen.) Hier ist das Wetter zwar unbeständig, aber es ist grüner und weniger vom Massentourismus geprägt als z.B. die Costa Adeje im Süden. Dort waren wir 2001 in unserem ersten Aufenthalt auf der Insel und waren wenig gegeistert von der Dürre und den Hotelburgen und Feriensiedlungen in dieser Gegend. 2022, unserem 3. Urlaub hier, hatten wir an der Nordküste ein Ferienhaus gebucht und dieses Mal wollen wir wieder das fantastische Frühstück hier im Hotel genießen und abends leckere Tapas in der Altstadt.
Vor 4 Jahren landeten wir genau einen Tag vor Putins Einmarsch in die Ukraine, dieses Jahr lesen wir an unserem Ankunftstag, dass USA, Israel und Iran miteinander Krieg führen. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…?“ (Heine)
Unser Tagesablauf im Telegrammstil:
3.20 Uhr aufstehen
4.50 Uhr Taxi da
5.17 Uhr ICE pünktlich
Gepäck am Drop Off Schalter blitzschnell aufgegeben
8.20 Uhr geplanter Abflug
9.20 tatsächlicher Abflug nach Wartung und Reparatur eines Triebwerkes
Bestuhlung furchtbar eng, 2 mal 3 Sitzplätze nebeneinander, Ölsardinengefühl,
ungesundes Fastfood kann man kaufen, auch Nackenstützkissen, umsonst gibt’s nichts mehr, auch kein Wasser, mitgebrachtes muss man am Terminal 2 noch immer wegwerfen.
Wir stürzen nicht ab und sind heilfroh, als wir nach knapp 5 Stunden diesen TUI Käfig verlassen können.
Unser gestern online gebuchtes Auto wartet am Flughafen und nach ca. 60 km erreichen wir das Hotel. Ein Upgrade in die Juniorsuite mit 1 Flasche Wein, 1 Käseplatte und einem Spaaufenthalt wird uns an der Rezeption für „nur“ 580 Euro Aufpreis angeboten. Schaut euch die Zimmerfotos an – braucht man da ein Upgrade?
Wir packen die Koffer aus, sitzen auf dem Balkon teils in der Sonne – aaah – teils ohne Sonne mit Wind – uuuuh – und trinken einen Ouzo, den wir auf dem Weg für den Fall gekauft haben, dass es mal „fettig“ wird und halten die heutigen Eindrücke protokollarisch fest.
Stürmische See La GomeraZimmer Bad
Das Abendessen nehmen wir heute im Hotel ein und sind frühzeitig in der Mupfel. Ortszeit eine Stunde zurück.
Sonntag, den 01.03.2026
Wanderung nach outdoor active „Candelaria Panoramaweg“ an der Ostküste; 5,8 km, 285 Höhenmeter
Wie schön, beim Aufwachen um 9 Uhr sieht der Himmel vielversprechend sonnig aus. Wir freuen uns auf das Frühstück, das wir in allerbester Erinnerung haben. Doch als wir aus dem Auszug treten, treffen wir auf eine laaange Schlange, die alle frühstücken wollen und in dem riesigen Restaurant noch keinen Platz gefunden haben. Wir reihen uns ein und rücken relativ schnell voran. Nach einer kurzen Weile werden wir gefragt, ob wir im Restaurant frühstücken wollen oder uns am Buffet bedienen und dann die Bar aufsuchen. Letzteres wollen wir auf gar keinen Fall, denn dieses Frühstücksbuffet muss man an Ort und Stelle genießen. Und nach ca 15 Minuten haben wir unseren Tisch und schwelgen….. Besser geht’s nicht.
Wir suchen uns bei outdoor active eine Wanderung aus, 5,8 km, 285m Höhenunterschied scheinen ein guter Einstieg zu sein. Zum Einstieg in den Candelaria Panoramaweg sind es 16 km südwärts und bald haben wir den Ausgangsparkplatz gefunden.
Es geht sehr steil bergauf, vorbei an vereinzelten Häusern, aber unspektakulär. Doch sobald wir den höchsten Punkt erklommen haben, wird es wunderschön. Imposante Barrancos, tolle Aussichten, alte Wasserleitungen und farbenfrohe Vegetation lassen den anstrengenden Aufstieg schnell vergessen . Doch auch der Abstieg ist anspruchsvoll. Unebenheiten und loses Lavageröll lassen uns immer wieder ins Rutschen kommen. Wir schaffen es, nach knapp 3,5 h wieder heil am Auto anzukommen.
alte WasserleitungBlick auf Candelaria an der Ostküste Blick auf Candelaria an der OstküsteBlick auf Candelaria an der Ostküste Aeonium arboreum – DickblattgewächsAeonium arboreum – DickblattgewächsBlick auf Candelaria an der OstküsteWasserspeicherbeckenleider nicht immer so bequem Am höchsten Punkt der StreckeUnter den Wolken…Aeonium arboreum – DickblattgewächsAeonium arboreum – Dickblattgewächsalte Wasserleitungenalte Wasserleitungenalte Wasserleitungenalte WasserleitungenDickblattgewächsMispeln – süß und saftig Verkleidung aus Lavagestein
Am Abend wollen wir in der uns bekannten Tapasbar Camenita einkehren, doch die ist heute leider geschlossen. 2 Alternativen empfehlen uns Passanten, doch wir sollten erst die Speisekarten studieren, bevor wir uns entscheiden. Beide Lokale liegen direkt nebeneinander, sind hell erleuchtet und wir wollen zuerst das links gelegene betreten, Jürgen voran, doch die Glastür ist geschlossen und …..bumm, diesmal nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern gegen die Glastür. Schnell sind hilfsbereite Kanaren zur Stelle, 1 Flasche Wasser wird gereicht, das Hospital sei ganz in der Nähe…. aber so schlimm ist es dann doch nicht und wir essen im Nachbarrestaurant eine Kleinigkeit und fallen todmüde ins Bett.
Montag, den 02.03.2026
Wanderung von Agua Carcia duch einen Eukalyptuswald zur Cruz de Fune Chapel, 5,76 km, 260 Höhenmeter, (nach Komoot)
Die Sonne scheint, keine Schlange vor dem Frühstücksrestaurant und bald haben wir unsere heutige Wanderung geplant. Wir fahren 16 km bis zu dem kleinen Bergdorf Agua Garcia, von wo aus die Wanderung startet.
In 750 m Höhe ist es doch sehr kühl, aber da es zunächst wieder steil bergauf geht und die Sonne scheint, ist das sogar ganz angenehm. Der Anfang ist wieder öde, eine sehr steile Teerstraße durch das Dorf, nach 500 m beginnt der Wanderweg. Es ist sehr feucht, man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Wir klettern immer weiter nach oben und plötzlich nehmen wir den wunderbaren Eukalyptusduft wahr, gepaart mit der passenden Luftfeuchtigkeit eine wahre Wohltat für die Atemwege. Wir passieren die Kapelle, wo schon lange niemand die vertrockneten Blumen gewechselt hat und von nunan geht’s bergab. Ich weiß nie, was ich weniger mag: steile Anstiege oder steile Abstiege. Diesmal sind es definitiv letztere, denn auf dem lehmigen, nassen Untergrund ist es sehr glitschig und irgendwann sind meine Stiefel mal wieder schneller als ich und ich lande auf dem Po.
Dann erreichen wir die Höhlen von Agua Garcia. Sie wurden angelegt, um Sand aus dem Gebirge für die Glasherstellung herauszuholen. Da diese sich aber als nicht rentabel erwies, wurde der Abbau wieder eingestellt und diente in Folge der armen Bevölkerung als Wohnraum.
Höhlen von Agua Garcia Höhlen von Agua Garcia Höhlen von Agua Garcia
Nach ca. 3 Stunden sind wir wieder zurück am Auto.
Im Hotel hat man für Werbefotos im Garten eine tolle Festbestuhlung aufgebaut.
Garten im Cran Mencey Garten im Cran Mencey Garten im Cran Mencey
Wir genießen noch eine Weile die Sonne auf dem Balkon, doch gegen 17 Uhr ist’s damit dann vorbei und bald fängt es an zu regnen. Wir haben keinen weiteren Bewegungsbedarf und begnügen uns mit einem Salatteller im Hotelrestaurat. Für morgen ist kein tolles Wetter zu erwarten. Vielleicht kümmere ich mich dann mal um den Blog.
Um 13 Uhr fahren wir weiter – natürlich wieder Gravelroad. Der Guide am Campingeingang meint zu uns, der vorausfahrende Kollege habe einen flat tyre. Wir messen nochmal den Luftdruck, aber für Gravelroad soll er ja niedrig sein. Also alles in Ordnung. Doch nach 2 km – noch Asphalt, ruckelt es so komisch. Sollten wir gemeint gewesen sein und haben es falsch verstanden. Anhalten, nachsehen und so sieht’s aus. Rechtes Hinterrad:
Jürgen meint, das sei nicht so schlimm, der Reifen halte ja noch den Druck, das Ruckeln habe am Straßenbelag gelegen, doch Sebastian warnt uns, will lieber helfen, den Reifen zu wechseln. Um 13 Uhr in sengender Sonne ein schweißtreibendes Geschäft. Hatten wir nicht gerade erst geduscht? Gestern Abend beim Lagerfeuer meinten wir noch, wir hätten bisher großes Glück gehabt, die Autos hätten gut durchgehalten und auch die Reifen. Denn für Reifenpannen ist Namibia berüchtigt. Glück hatten wir trotzdem, denn wir konnten uns selbst helfen und es ist auch nicht etwas wirklich Schlimmes passiert.
Um 13.30 Uhr rollen wir wieder. Mariental ist unser Übernachtungsziel und von dort aus soll es noch in den Köcherbaumwald gehen. Irgendwann so gegen 15 Uhr knallt es und der linke Hinterreifen hat sich völlig aufgelöst.
Es ist schwierig, ihn zu wechseln, weil das Auto nun auf der Felge sitzt und der Wagenheber nicht untergebaut werden kann. Doch mit dem Spaten schaffen wir es, den Schotter so weit abzukratzen, dass es doch klappt. Ein netter Namibier hält an, will helfen, aber was soll er tun? Touris halten übrigens nicht an, sondern schmettern vorbei. Nun muss doch der eben gewechselte Reifen wieder ran und – um es vorweg zu nehmen – er hält. In Maltahöhe gibt es einen Reifenservice. Sobald wir wieder Netz haben, kontaktieren wir ihn und er bestätigt, einen passenden Reifen vorrätig zu haben. Gegen 17 Uhr erreichen wir ihn, doch das Profil ist so grobstollig und passt nicht zu den anderen Rädern, dass Jürgen lieber weiterfährt bis in die größere Ortschaft Mariental. Die dortige Werkstatt ist allerdings bei unserer Ankunft schon geschlossen. Wir übernachten auf dem River Chalet Camping und am nächsten Morgen bekommen wir 100 m vom Campingplatz entfernt einen neuen Reifen. In den Köcherbaumwald fahren wir nun nicht mehr mit – waren ja schon einmal da – sondern fahren 309 km zu Britz, unserem Autovermieter am Internat. Flughafen, um unseren Koffer zu holen. Dann checken wir 44 km später auf dem schönen Urban Camp in Windhoek ein, auf dem wir auch zu Beginn unserer Reise waren und nehmen uns endlich mal unseres Blogs an.
Es ist schwül und soll heute Nachmittag Gewitter geben, genau dann, wenn wir unsere Kinder erwarten.