Donnerstag, 23.-4. 2026 – Freitag, 24.04.2026
Der Sonnenaufgang um kurz vor 6 Uhr ist nicht so spektakulär. Saharastaub liegt in der Luft.

Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang auf der Suche nach Fossilien, die wir in einer ähnlichen Landschaftsformation in Marokko gefunden haben, aber hier gibt es nichts. Interessant sind aber die angelegten Erdwälle in den Olivenfeldern. Sie sollen das Regenwasser halten, das sonst sofort ablaufen würde, weil der trockene Boden es nicht so schnell aufnehmen könnte.




So ganz alleine sind wir gestern doch nicht geblieben. Eine junge Familie, die mit drei kleinen Kindern ihre Elternzeit in Tunesien verbringt, hat sich gestern Abend ca. 200 m entfernt niedergelassen. Sie nötigen uns großen Respekt ab, denn nicht nur die 3 Mäuse bei Laune zu halten ist herausfordernd, sondern auch die Reise mit Ford-Bus und kleinem Wohnwagen zu unternehmen.
Wir fahren weiter zum Ksar Hallouf, ebenfalle einem Star-Wars-Drehort und müssen eine sehr steile Auffahrt bewältigen. Dank Heckantrieb und Wandlerautomatikgetriebe ist das aber kein Problem. Oben angekommen werden wir gleich von einem „Wächter“ angesprochen, der uns unaufgefordert begleitet. So ganz werden wir ihn nicht los und ein kleines Entgeld für die Instandhaltung springt für ihn dann doch heraus. Im Gegensatz zu Ksar Hadada ist es hier viel touristischer. Reisegruppen aus Djerba buchen wohl Tagesausflüge und werden in Allradfahrzeugen hierhergebracht.























Bald machen wir uns wieder auf und stellen erfreut fest, dass die Piste nach Ksar Ghilane zwar eng, aber asphaltiert ist. Wir queren viele Wadis, jedes Mal eine Herausforderung für unser Gefährt. Man muss stark abbremsen, sonst gibt es schlimme Schläge. Einmal gelingt das nicht rechtzeitig und im Nachhinein stellen wir fest, dass der Boden einer sehr stabilen Transportkiste im Heck durchgebrochen ist. Der Wind weht Sandschwaden über die Straße.









Das Ksar liegt vor der Oase, wir ignorieren es und fahren in die Oase hinein. Hier gibt es eine Quelle, die mehrere Pools mit 35° warmem Wasser speist.







Unzählige Quads stehen an den Wegrändern und warten auf Touristen.



Auch Kamele kann man für Wüstenritte mieten. Wir suchen uns erst mal einen Campingplatz aus. Von den Dreien gefällt uns der Camping Oasis am besten, er liegt etwas abseits vom Rummel und erscheint uns daher ruhiger.
Leider ist auf dem Campingareal nur wenig Platz.Außer in Nabeul waren wir bislang immer alleine, hier stehen aber heute 6 Wohnmobile. Eine Möglichkeit für unser Dickschiff glauben wir zu finden, aber es passt nicht und wir wollen uns weiter vorne Richtung Einfahrt stellen, doch da hätten wir jetzt mal Allrad gebraucht. Blitzschnell stecken wir im Sand fest und kommen nicht mehr weiter. Doch schnell eilen andere Camper und Leute vom Platz mit Schaufeln und Sandblechen zu Hilfe und bald ist der Drops gelutscht. Wir parken auf einem nicht so ganz netten Plätzchen, aber der Untergrund ist fest und der rechte äußere Hinterreifen sieht nicht gut aus.
Dann gehen wir zum Lagerfeuer. Hier wird getrommelt, gesungen und Brotteig geknetet aus Mehl, Salz und Wasser als einzigen Zutaten. Als das Feuer weitgehend niedergebrannt ist, wird die Glut auseinandergezogen, der Teigfladen auf den Sandboden gelegt und mit Glut bedeckt. Derweil wird wieder gesungen und getrommelt. Dann holt der Bäcker im Berberdress den Fladen aus der Asche, lässt ihn von den Zuschauern bestaunen, klopft die Asche mit einem Tuch ab, bricht ihn in viele Stücke und alle dürfen sich bedienen. Erstaunlicherweise knirscht nichts zwischen den Zähnen uns es schmeckt hervorragend.












Anschließend gehen wir in das sehr nett eingerichtete, saubere Restaurant, in dem uns angenehme esotherische Kavierklänge empfangen. Das heutige Menue besteht aus Suppe, Salat und Fleisch mit Reis, so hat man uns vorher informiert. Bei der schmackhaften Suppe handelt es sich um eine Art Linsensuppe, der Salat besteht aus winzigen Tomaten-, Gurken-, Paprika-, und Zwiebelwürfeln. Der 3. Gang wird in einem Tonkrug zum Tisch gebracht, das darin enthaltene Fleisch in eine Schüssel gekippt und Reis dazu serviert. Während das Fleisch in die Schüssel gefüllt wir, erfahren wir, dass es sich um Kamel handele. Das hätte er jetzt nicht unbedingt sagen müssen, aber wir sind ja unerschrocken und haben auf unseren Reisen schon so allerhand probiert. Warum nicht auch mal Kamelfleisch? Geschmacklich ähnelt es trockenem Rindfleisch, trotzdem muss ich das nicht wiederholen.




Dann ziehen wir uns ins Womo zurück und stoßen endlich auf Jürgens Geburtstag an mit Lieses und Michis Sekt, den sie uns in der Toskana für diesen Tag überreicht haben. Herzlichen Dank, ihr beiden Lieben!

Am Freitagmorgen beginnen meine Lieblingssingvögel um 5.30 Uhr zu tirilieren und finden bis 8 Uhr kein Ende und auch im Verlauf des gesamten Tages nicht. Also stehen wir auf, duschen auf den sehr schönen sauberen Duschen des Platzes und haben beide ein Déjà-vu: so schwefelig rochen vor 46 Jahren auch die Duschen auf den Malediven.



Kein Wasserhahn mehr in Hockhöhe wie früher bei den Hockklos, sondern Popodusche an der Wand.
Wir frühstücken, versuchen, des feinen Saharasandes im Auto Herr zu werden und werfen auch mal einen Blick auf den rechten hinteren äußeren Reifen – platt! Jürgen pumpt ihn auf, doch nach kurzer Zeit hat er wieder deutlich an Luft verloren. Wieder Verlängerungsventil oder diesmal Reifen? Da es sich um den äußeren Reifen handelt, ist es zugänglich. Der Reifenhändler, der noch zu Hause die neuen Reifen montiert hat, hatte kein entsprechend langes Ventil vorrätig und schraubte zwei kürzere aneinander. Diese Schraubverbindung ist es – sie ist undicht und wenn man eines der beiden Ventile wegnimmt, hält der Druck. Glück gehabt! Und Glück, wenn der Bordmechaniker mitreist.
Gegen Mittag sind wir die einzigen Gäste, der Platz ist leer.



Wir machen einen Spaziergang über den Platz. Man kann hier auch Zelte mieten und Wüstenfeeling rund um die Uhr genießen.








Die 35° warme Quelle speist zwei Pools. Wir überlegen, ob wir ein Bad nehmen sollen, aber erstens haben wir bei 29° Außentemperatur kein Verlangen nach warmem Badewasser und ich frage mich, welche Bakterien da laut „juchuh“ schreien und sich tapfer vermehren. Aber einen Mokka trinken wir und schlendern zurück zu unserem Platz.




Souvenirstände dürfen natürlich auch nicht fehlen. Neben T-Shirts mit Kamelaufdrucken gibt es auch Sandrosen zu erstehen. Unser Weg wird uns weiter entlang der Wüste führen und wir werden sicher noch schönere Exemplare finden.
Heute kochen wir selbst. Kamelbraten ist es jedenfalls nicht.



















































































































































































































































































