Freitag, den 01.05. bis Mittwoch, den 06.05.2026
Bis zum frühen Nachmittag bleiben wir am Strand von Marès. Es ist bewölkt und sehr windig. Dann fahren wir weiter bis El Djem – zur Erinnerung, die Stadt mit dem großen römischen Amphietheater, das wir vor ein paar Tagen besichtigt haben. Hier kann man sicher und ruhig übernachten und bis Kairouan ist es nicht mehr weit. Am späten Samstagvormittag kommen wir dort an und sind erstaunt, dass selbst die heilige Stadt umgeben ist von Müll. Der angesteuerte Stellplatz bei einer Jugendherberge ist so verwahrlost und weit ab vom Zentrum, dass wir dort nicht bleiben wollen. Zwei weitere Parkplätze finden sich bei Park4Night, aber wir kommen nicht hin. Das Navi weiß nichts von den zahlreichen Straßensperren und wir fahren immer wieder im Kreis. Ein Polizist erklärt uns den Weg, doch wir verstehen ihn nicht. Nach 15 Minuten treffen wir an gleicher Stelle den gleichen Polizisten: und ganz langsam hören wir: tout droit – a droit – a gauche – a gauche – et voilà – parquer; ich wiederhole dreimal, er grinst und nickt und los geht‘s: bis zum Gesperrt – Schild geradeaus, dann einmal rechts und zweimal links und dann: Parken. Klappt alles, wir stehen direkt an der Stadtmauer inmitten unsäglichen Verkehrsgewusels, sehen aber keinen Parkplatz, jedoch einen weiteren Polizisten, den wir befragen. „La bas!“, ist die Antwort und er deutet auf den großen freien Platz vor dem Stadttor. Dort hätten wir uns niemals hinzustellen getraut und gratuit ist er auch noch. Also rein in die Medina.



Unser erster Weg führt uns zur großen Moschee, denn die schließt im Sommer um 14 Uhr. Wir schaffen es rechtzeitig. In den Innenhof dürfen wir hinein, ich muss mir ein Tuch über die Haare legen, (habe ich vorsorglich eingesteckt), und einen Blick in den Gebetsraum können wir durch die geöffneten Türen auch werfen.




Die Moschee ist das älteste und bedeutendste Islamheiligtum im Magreb. Sie wurde ca 670 n.Chr. gegründet. Was man heute sieht, ist ein massiver festungsartiger Bau aus dem 9 Jhdt. mit einem ca. 35 m hohen quadratischen Minarett. Ein riesiger von Arkadengängen umgebener Innenhof aus Marmor ist das Herzstück, an den der große Gebetssaal mit vielen Säulen anschließt.















Sieben Pilgerreisen nach Kairouan können eine einzige Hadsch nach Mekka ersetzen.
Die „Moschee mit den drei Pforten“ ist geschlossen, aber die Koranschule mit ihren wunderschönen Reliefs können wir besuchen.




Beeindruckend ist auch das Haus des Gouverneurs – Dar el Bey – mit seinen 18 Zimmern und kunstvollen Decken, in dem heute eine riesige Teppichgalerie untergebracht ist.











Im Bir (=Brunnen) Barouta dreht ein Kamel im 1. Stock seine Runden und pumpt heiliges Wasser für die Pilger nach oben. Der Legende nach soll der Brunnen eine direkte Verbindung zur heiligen Quelle Zamzam in Mekka haben.







Die im Reiseführer so gelobte Stadt Kairouan begeistert uns nicht und am Nachmittag fahren wir weiter.
In Bou Ficha finden wir unseren heutigen Übernachtungsplatz. Am Sonntag machen wir bei kaltem Wind einen Strandspaziergang.



Am Nachmittag fahren wir weiter auf die Halbinsel Cap Bon. In Kerkouane finden wir einen tollen Platz in fußläufiger Entfernung zu der punischen Ausgrabungsstätte.





Am Montag ist sie geschlossen wie alle Museen, aber am Dienstag nehmen wir uns viel Zeit, durch die Ausgrabungen zu schlendern.

Im ersten punischen Krieg wurde die Stadt zerstört. Im Gegensatz zu Carthago und anderen Städten wurde es nie überbaut und lässt daher Rückschlüsse auf die punische Siedlungsweise im 3ten. vorchristlichen Jhdt. zu. Offensichtlich wurden die Häuser an der Mündung eines unterirdischen Flusslaufes in das Meer errichtet, denn alle haben einen Brunnen. Und es war wohl auch damals schon bekannt, dass aus hygienischen Gründen Frischwasser von Abwasser getrennt werden sollten, was man am heute noch erkennbaren Kanalisationssystem sehen kann.





















Im Museum kann man interessante Funde besichtigen.













Wir genießen den Rest des Tages lesend in der Sonne.



Am Mittwoch umfahren wir das Kap und stoppen auf der Westseite bei Korbous an der Source d’Eeu chaude. Hier entspringt stark schwefelhaltiges 59 Grad heißes Wasser und fließt durch ein gemauertes Becken weiter ins Meer.



Jürgen wagt sich hinein, ich streike angesichts vieler tunesischer bauchiger Männer und schaue von außen zu.


Zwei tunesische Frauen mit langen Unterbuchsen und langem Gewand trauen sich auch und sind auf dem steinigen Einstieg sehr wendig und blitzschnell in voller Montur im Wasser.
Wir beschließen, über Nacht hier zu bleiben, lesen noch eine Weile – wobei uns eine Ziegenherde erschreckt, die unerwartet hinter dem Auto vorbeizieht –





und hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang. Aber der will heute nicht. Wir hatten sogar ein paar Tröpfchen Regen, dazwischen Sonne, nun aber wieder dichte Wolken.


































































































































































































































































































































































































































