Von Gabès nach Oase Zarzis

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Montag, den 20.04.2026 bis Dienstag, den 21.04.2026

Die Nacht war ruhig. Bis 23 Uhr war Stranddisco angesagt, aber danach konnten wir prima schlafen.  Am Montag machen wir bei Ebbe einen kurzen Strandspaziergang an einem endlos langen weißen Sandstrand.

Vor unserem Womo parkt ein kleiner PKW, aus dem zwei hübsche junge Frauen aussteigen, als wir das Womo aufschließen. Zieht da nicht sofort jemand den Bauch ein? Die Beiden stellen sich vor und fragen, ob sie das Womo mal von innen anschauen dürften, sie hätten noch nie einen Caravan von innen gesehen. Sie dürfen und sind sehr beeindruckt. Im weiteren Gesprächsverlauf erfahren wir, dass eine von ihnen, die auch sehr gut Deutsch spricht, aus eigener Tasche eine Krankenschwester-, Altenpflegeausbildung finanziert hat und im Juni nach Deutschland, Petershagen gehe, um dort zu arbeiten. Die Schule habe das vermittelt. Wir tauschen Adressen aus und sind gespannt ob sich die junge Frau bei uns melden wird.

Dann geht’s weiter. Djerba wollen wir auslassen, dafür die Oase Zarzis etwas südlicher ansteuern. In Gabès wollen wir noch einmal tanken, aber erst an der dritten Tankstelle bekommen wir Diesel. Momentan herrscht hier ein Dieselengpass. Ob es etwas mit der Sperrung der Straße von Hormus zu tun haben könnte, wissen wir noch nicht. LPG gibt es ebenfalls nicht, doch das können wir in Mareth auffüllen, wo wir auch das Military Museum (2. Weltkrieg) aufsuchen wollen. Doch es ist Montag und da haben auch hier die Museen geschlossen.

In Zarzis biegen wir zu spät zum Strand ab und müssen uns einen sehr engen holprigen Pfad hinunterkämpfen und wieder fürchte ich, dass das Auto umkippen könnte. Doch wir kommen heil durch und erreichen bald das Café–Restaurant Maldives. Mohammed begrüßt uns herzlich und wir verabreden, um 19 Uhr bei ihm zu essen: Dorade und Salat, der von seiner Frau zubereitet würde und wirklich keine Magenprobleme verursachen würde.

Bis dahin sitzen wir noch eine Weile im Halbschatten und lesen. Wieder kommen 2 junge Mädchen und fragen, ob sie unser Wohnmobil mal anschauen dürften, sie hätten noch nie eines von innen gesehen. Kurze Zeit später kommt ein sehr betagter Herr in Djellaba mit Knieschmerzen vorbei und versucht, Konversation zu machen. Auch als das Gespräch sehr ins Stocken gerät, weicht er nicht von der Stelle. Wir vermuten, dass auch er einen Blick ins Auto werfen will, aber käme dann bald der nächste? Also stellen wir uns dumm und bald darauf wünscht er uns noch einen schönen Abend und geht.

Das Abendessen verläuft etwas anders, als wir es uns vorgestellt haben. Mohammed setzt sich zu uns an den Tisch und erzählt uns in schwer verständlichem Deutsch seine Lebensgeschichte. Darüber hinaus erfahren wir, dass auch hier die Lebensmittel viel teurer geworden seien. Er erklärt uns auch, was es mit den kleinen illegalen Tankstellen auf sich hat. Große LKWs fahren über die Grenze nach Libyen mit 2 Tanks, von denen sie einen mit dort sehr billigem Benzin befüllen. In Tunesien fahren die meisten Autos mit Benzin. Hier verkaufen sie es an kleine „Tankstellen“, die es aber teilweise mit Wasser strecken würden und aus 2 Literflaschen oder 5 Literkanistern in die Tanks füllen, wobei viel verschüttet wird. Wir wundern uns, dass die Polizei nicht dagegen vorgeht, aber seine Erklärung lautet: Leben und leben lassen. Okay, aber welche Umweltschäden entstehen durch das zahlreich daneben gekippte Benzin?

Die Rechnung ist europäisch: Für 2 Vorspeisen (Brick, das sind gefüllte Teigtaschen und kleinen Salat mit Thunfisch) und 2 kleine Doraden mit Pommes frites und Salat zahlen wir 90 Dinar (knapp 30 Euro) Für hiesige Verhältnisse sehr viel.

Wir bleiben noch einen weiteren Tag, machen einen Spaziergang, sehen Häuser in sehr unterschiedlichem Zustand,

lesen und – gehen zum ersten Mal im wunderbar warmen Mittelmeer baden.