Donnerstag, 14.05.2026
Letzter Tag in Tunesien. Wir haben wieder gut geschlafen, erstaunlich für einen Parkplatz mitten in der Stadt. Nachdem wir im Innenraum „Klar Schiff“ gemacht haben, gönnen wir unserem Kleinen auch außen eine Dusche. Bei einer Staroil-Tankstelle bemühen sich gleich drei Tunesier, den Dreck und Staub der letzten Wochen zu beseitigen. Nach 25 Minuten blinkt und blitzt das Womo nur so. 30 Dinar bezahlen wir und als wir fragen, ob es in der Nähe eine Bäckerei gebe, springt einer auf sein Motorrad und kommt kurze Zeit später mit 2 Baguette zurück. Wir sind von Herzen dankbar, denn heute ist die Stadt total verstopft. Normalerweise flutscht der Verkehr reibungslos. Keiner hält sich an die Verkehrsregeln, aber jeder achtet auf die anderen und so fahren alle am besten. Grund für das heutige Chaos dürfte ein wichtiges Liga-Spiel sein, zu dem viele Fans angereist sind und zudem noch einige Ampeln ausgefallen sind. Wir sind jedenfalls gut in den Hafen gekommen, sind eingecheckt und warten jetzt darauf, auf das Schiff fahren zu können.






Was haben wir von Tunesien mitgenommen?
Es gibt hier ein riesengroßes Müllproblem, das kam ja in vielen unserer Beiträge deutlich zum Ausdruck.
Tunis ist allerdings eine verhältnismäßig saubere Stadt.
Die Landschaft ist in weiten Teilen, insbesondere an der Ostküste eintönig, toll fanden wir die Berge und Oasen am Sahararand und den Norden.
Zahlreiche historischen Ausgrabungen sind teilweise sehr gut dargestellt und es macht Spaß, auf eigene Faust hindurch zu schlendern. Wir wurden hier auch nie von sogenannten Guides bedrängt. Überhaupt wirken die Tunesier auf uns viel zurückhaltender als die Marokkaner.
Ja – und am meisten haben uns die Menschen hier begeistert. Kinder, Frauen, Männer, alle sind extrem freundlich und hilfsbereit. Kinder sprechen uns höflich an, weil sie neugierig sind, was sich im Inneren unseres Gefährts befindet. Frauen sind überhaupt nicht scheu, viele tragen je nach Region Kopftücher, auch lange Kleider, aber sie sind oft berufstätig, fahren Auto und treten durchaus selbstbewusst aus. Wann immer es so aussieht, als könnten wir Hilfe gebrauchen, steht jemand neben uns und fragt, ob wir ein Problem hätten. Die Polizei verhält sich Touristen gegenüber äußerst großzügig. Nicht ein einziges Mal sind wir bei Verkehrskontrollen angehalten worden. Selbst ein deutlicher Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung – Jürgen hat bei einer durchgezogenen Linie einen LKW überholt- wird geflissentlich übersehen. In Uthina halten wir uns nach dem Besuch der Ausgrabungen noch länger auf dem Parkplatz auf. Zweimal kommt die Touristenpolizei vorbei und fragt freundlich, ob wir hier übernachten wollten. Man wolle es nur wissen, weil man sich für unsere Sicherheit verantwortlich fühle. Nicht ein einziges Mal hatten wir ein unangenehmes Erlebnis mit der hiesigen Bevölkerung, immer fühlten wir uns sicher. Und für diese tollen Erfahrungen hat sich die Reise in dieses Land mehr als gelohnt.