und Montag, den 11.05.2026 – Mittwoch, den 12.05.2026
Bis auf ein paar kläffende Hunde war die Nacht ruhig. In Tunesien gibt es sehr viele streunende Katzen und Hunde, weil die Regierung kein Kastrationsprogramm hat. Wenn mal wieder ein tollwütiger Hund gebissen hat, werden ein paar Tiere getötet, aber das dezimiert sie nicht erfolgreich. Offene Müllcontainer enthalten genügend Nahrungsmittel und vor allem Katzen springen hinein und finden Nahrung. Wir fahren über die Autobahn und kommen gegen 14 Uhr in Carthago an. Der große bewachte Parkplatz ist zwar wirklich riesig, vollkommen leer, aber niemand bewacht oder kassiert die Gebühr. Die Sehenswürdigkeiten sind weit verstreut, wir wollten entweder mit dem Roller fahren oder ein Taxi nehmen, aber nicht unser Auto stundenlang unbewacht in der Nähe von Tunis stehen lassen. Wir steuern den zweiten Parkplatz ganz in der Nähe direkt beim Römischen Theater an. Auch wenn Park4Night berichtet, nachts käme die Polizei und geleite zum angeblich bewachten Parkplatz, entscheiden wir uns, hier zu bleiben. Der Museumswächter zeigt uns, wo wir parken können und um es vorweg zu nehmen – keiner stört uns in der Nacht. Ein Taxifahrer, der dort vermutlich schon den ganzen Tag auf Kundschaft wartet, bietet an, uns für 30 Euro in 3 Stunden zu allen Sehenswürdigkeiten zu fahren. Das ist zwar absolut überteuert, aber er ist sehr sympathisch, muss auch für eine Familie sorgen und wir nehmen das Angebot an.
Das Amphietheater ist enttäuschend,



bei der Kathedrale ist auch das Nationalmuseum untergebracht, aber wegen Renovierung z.Zt. geschlossen,















in der punischen Nekropole wurden Tausende Kinderskelette und etwa 20000 Urnen mit Asche gefunden. Griechische und römische Quellen behaupten, hier wären in nächtlichen Zeremonien den Göttern Baal und Thanit Neugeborene, Erstgeborene geopfert worden. Heutige Historiker wenden ein, dass damit ein blutrünstiges Bild vom punischen Reich gezeichnet werden sollte. Angeblich geopferte Kinder seien schon vorher eines natürlichen Todes gestorben, auch Epidemien hätten oft viele hingerafft.






Der Kriegshafen mit seinem runden Hafenbecken bot 200 Schiffen Platz . Über einen Kanal war er mit dem Handelshafen verbunden.







In der beflaggten Villa ist die tunesische Akademie der Wissenschaft uns Künste untergebracht.






Sehr beeindruckend sind die Thermen.





















die römischen Villen sind uninteressant, weil wenig zu sehen ist,



das Bühnenhaus des Römischen Theaters wurde völlig zerstört, ist aber in moderner Form wieder errichtet und im Sommer finden viele Veranstaltungen hier statt.





Zum Schluss fährt uns Fathi, unser Taxifahrer, noch ins benachbarte Sidi Port Said, wo wir uns noch einmal ein/eine/einen? Mannequiche gönnen..





Am nächsten Morgen starten wir zum Bardo-Museum in Tunis, wo es direkt davor einen großen kostenfreien Parkplatz gibt. Der Eintritt kostet 30 Dinar/Person. Hier sind auf 3 Stockwerken unzählige Mosaike, Skulpturen, Sarkopharge u.a. ausgestellt. Ein Wegweiser wäre hilfreich, man irrt von Raum zu Raum, die erklärenden Schildchen sind winzig und nur mühsam zu lesen und man fühlt sich schnell erschlagen. Die Abteilung, in der Mosaike aus Bulla Regina (auch Bulla Regia) ausgestellt sind, ist leider geschlossen.




















Besonders begeistert hat uns ein sechseckiges Mosaik, das die 7 Wochentage thematisiert. Sonne, Mond und 5 Planeten. Saturn (Samstag, Saturday, Samedi) thront in der Mitte, umgeben von Sonne (Sonntag), Mond (Montag), Mars (Dienstag /Mardi)), Merkur (Mittwoch,/Merkredi), Jupiter (Donnerstag) und Venus (Freitag/Vendredi). In den äußeren Teilen sind die 12 Tierkreiszeichen abgebildet.








Nach 3 Stunden sind wir platt, stärken uns im Womo und wollen anschließend mit dem Taxi in die Medina von Tunis, als eine der schönsten gepriesen und UNESCO Weltkulturerbe natürlich auch. Am Parkplatzeingang fragen wir vorsichtshalber noch einmal nach, ob wir hier übernachten dürften und erhalten ein deutliches NEIN zur Antwort. Außerdem schließe der Parkplatz in 30 Minuten. Es gibt im Zentrum von Tunis einen weiteren großen Parkplatz, wo man 24 Stunden-Tickets ziehen kann -also auch über Nacht parken kann – den suchen wir jetzt auf. Er liegt im Bankenviertel, ist sicher, aber um diese Uhrzeit auch noch recht voll und Jürgen rangiert den Kleinen mal wieder meisterlich in eine Parklücke. Passt- und auf geht’s in die Medina. Ca 800 m Fußweg, kurz vor dem Bab al Bahr, dem Haupteingang in die Altstadt, sprechen uns zwei Frauen an. Es sind Mutter ud Tochter, sie stammen aus Algherien und machen hier in den Semesterferien der Tochter, die in Frankreich Finanzwesen studiert, gemeinsam Urlaub. Kurz und gut, wir müssten unbedingt nach Algherien reisen, es sei sicher, die Menschen noch freundlicher, es gebe keine „Touristenpreise“, also einfach ein ganz wunderbares Land. So gehen uns also die Ideen für neue Reiseziele nicht aus. Die Internetadresse der Tochter haben wir schon mal.







Die Souks sind ganz nett. Im Gegensatz zu Marrakesch bedrohen uns hier keine Motorräder, man wird auch wenig angesprochen, aber es gibt auch nichts, was zum Kaufen verlocken würde. Die Djamaa el Zitouna Moschee (Ölbaum-Moschee) liegt am Ende eines Souks, mit Kopftuch darf man in den Innenhof.















Es gibt noch weitere Moscheen, die aber nicht besichtigt werden können.


Sehr schön sind die Regierungsgebäude in der Rue de la Kasbah und am Place de la Kasbah.











Der Rückweg führt uns wieder über den Souk, inzwischen ist alles weggeschlossen, nur der Müll bedeckt die Pflastersteine und wartet auf die Altstadtreinigung.


Viele Kilometer sind wir heute gelaufen, todmüde erreichen wir unser Womo und sind gespannt, was die Nacht mitten in Tunis so bereit hält.
Nichts Besonderes, das wissen wir am nächsten Morgen. Bereits um 6.30 Uhr füllt sich der Parkplatz und als wir ihn um 8.30 Uhr verlassen (11 Diram Gebühr), ist er rappelvoll.
Wir fahren 25 km südlich von Tunis und wollen uns noch ein letztes Mal alte Steine anschauen: Der Taxifahrer aus Carthago hat uns dieen Ort empfohlen. Uthina, heute Oudna, hatte seinen Höhepunkt unter Kaiser Augustus. Erst 1993 begann man auszugraben.
Wir finden zunächst einen leeren Parkplatz vor, doch schon bald kommen einige Reisebusse und PKWs, doch das Gelände ist weitläufig (140 Fußballfelder groß) und wir können in Ruhe durch die Ruinen schlendern.














Das Amphietheater fasste 15 000 Menschen. Man kann auch die untere Etage, wo die Kämpfer lebten und die Tiere gehalten wurden, besichtigen.
Im Haus von Laberii sehen wir Mosaikimitationen, die Originale haben wir bereits gestern im Bardo-Museum gesehen.







Vorbei geht es am Badehaus und römischen Villen.



dann kommen wir zu den Thermen, von denen oberirdisch fast nichts mehr erhalten ist. Im zweiten Weltkrieg explodierte hier ein Waffenlager. Die Gewölbe im Untergeschoss sind allerdings gut erhalten und sehr beeindruckend.



















Ebenfalls beindruckt sind wir vom Kapitol. Von der Plattform zwischen den Säulen hat man einen wunderbaren Rundumblick.











Um 14 Uhr sind wir wieder am Womo, machen einen Mittagsschlaf, schreiben den Bericht und fahren dann wieder auf den Stadtparkplatz in Tunis , denn morgen müssen wir um 16 Uhr im Hafen sein.