Heute ist Waschtag. Da wir noch länger unterwegs sein werden, nutzen wir die zahlreichen Waschmaschinen und machen wieder alles frisch.
Impression vom Camping SobecImpression vom Camping Sobec
Während die Wäsche auf der Leine trocknet, wollen wir heute die Tour nach Bled unternehmen. Ein Rundweg von zirka 13 km und 175 Höhenmetern, der sollte in 3 Stunden zu schaffen sein . Doch nach etwa 4 km führt der Wanderweg bis Bled nur noch über eine normale Straße, zwar wenig befahren, aber alles andere als schön. Außerdem hat sich der Himmel inzwischen stark bewölkt und es sieht nach Gewitter und Regen aus. Also streichen wir Bled, kürzen ab und kommen wieder auf den Waldweg , auf dem wir gestern abgebrochen haben.
Ein Acker, bepflanzt mit einem weiß blühenden Kraut, erweckt unsere Aufmerksamkeit. Google weiß: Es ist das Hirtentäschelkraut, als Tee ein Heilmittel gegen Rheunmabeschwerden, aber auch direkt als Salat zu verzehren. Wieder etwas gelernt.
HirtentäschelkrautHirtentäschelkraut
Die Wäsche ist trocken, wir aber geschwitzt, also sorgt noch einmal der See für Abkühlung. Morgen wollen wir weiter nach Trogir in Kroatien. Diesen Küstenabschnitt kennen wir noch nicht. Ob wir die rund 500 km an einem Stück fahren oder noch eine Zwischenübernachtung einbauen, wird sich finden. Zu spät darf es für die Ankunft nicht werden, denn es wird hier schon wieder recht früh dunkel und wer erst am späten Nachmittag anreist, muss die Plätze nehmen, die bisher niemand wollte.
Die Nächte sind auch hier kalt. Um 8.30 Uhr zeigt das Außenthermometer 12.5 Grad. Doch eine Stunde später können wir in der Sonne genüsslich frühstücken. Da fällt die Entscheidung schwer: Liegestuhl oder eine kleine Wanderung? Da wir den Platz noch nicht so genau inspiziert haben, drehen wir zunächst eine kleine Runde. Alles ist sehr neu und sauber: Sehr komfortable Waschhäuser, moderne Spülbecken, reichlich Waschmaschinen und Trockner und schöne Spielplätze.
Camping Sobec
Ein künstlich angelegter See, wird von der Save (längster Fluß Sloveniens) gespeist. Man kann schwimmen oder sonnenbaden oder beides.
BadeseeBadeseeDisco am BadeseeDisco am Badesee
Eine kleine Holzbrücke führt über die Save.
Brücke über die Save
Von hier aus starten verschiedene Wanderwege. Wir entscheiden uns für einen Waldweg, der nach Bled führt, aber ohne Trinkwasser dabei zu haben wäre es blöd, nach Bled zu laufen, also kehren wir nach einer Weile wieder um, faulenzen und lesen vor dem Womo im Halbschatten.
SaveSaveWanderwegWanderweg Blick Richtung BledHerbstzeitlose
Lesen macht schläfrig – aber da ist doch der See nicht weit! Also rein und huchchch – ist das kalt! 18 ° Celsius. Aber ganz schnell mal hinüber ans andere Ufer und zurück, da wird einem fast warm und wir sind wieder wach.
Der Campingplatz ist ein Eldorado speziell für Familien mit kleinen Kindern. Aud der Wiese im Wäldchen gibt es keine Parzellierung. Man kann sich überall hinstellen und hat viel Platz um sich herum – zumindest jetzt in der Nachsaison. Es gibt auch Komfort- und Premiumplätze am Fluss und am See, aber uriger finden wir das Wäldchen. Und ich glaube, wir bleiben auch noch einen weiteren Tag – wenn das Wetter mitspielt.
Der Mond ist aufgegangen …..
Aber auch Trauriges gibt es heute zu berichten: Wir haben die Nachrichten vom Tod eines langjährigen Freundes und einer ehemailigen Mitarbeiterin erhalten, wir trauern um Beide.
Beim Frühstück sende ich eine Threema an meinen Cousin Siegbert, von dem ich weiß, dass er öfters in dieser Gegend urlaubt und den Ossiacher See kennt. Prompt kommt die Antwort, dass er nur etwa 30 km entfernt im Rosenthal ist. Zu einem Treffen kommt es aber nicht, da er für die nächsten Tage verplant und eingebunden ist und wir ja tiefer in den Süden wollen – aber ein guter Tip springt noch dabei heraus: Tolle Aussicht gibt’s vom Gerlitzer, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Camping Hoffann Camping Hoffann
Für einen Einheitstarif von 9 Euro- gerne auch elektronisch bezahlt- geht der Schlagbaum auf für die 12 km lange „Gerlitzer Alpenstraße“, die sich am Berghang durch den Wald nach oben schlängelt und immer wieder mal tolle Ausblicke auf den See freigibt.
Blick auf den Ossiacher SeeBlick auf den Ossiacher See Blick auf den Ossiacher See Hier gibt’s viel zu fotografieren
Der Weg endet an einem **** Welness Hotel-Resort „Feuerberg“. Bis zum Gipfel sind es jetzt nur noch etwa 45 Minuten zu Fuß.
Feuerberg Resort
Die freie Aussicht nach allen Seiten ist einfach traumhaft. Man kann bis Klagenfurt sehen, den Wörthersee, den Ossiacher See, den Faaker See, die Karawanken und nach Norden die Tauern, vor denen ein Regenschauer niedergeht, so dass wir im Tal einen Regenbogen bestaunen können.
Aussicht vom GerlitzerAussicht vom GerlitzerAussicht vom GerlitzerBlick nach Süden
Blick nach NordenRegenbogen unter unsRegenbogen
Vier Lifte enden hier oben. Stolz prangt daran „2500 Personen pro Stunde“ und am größten sogar „3400 Personen pro Stunde“. Da kann man sich leicht vorstellen, was sich hier im Winter abspielen mag.
Lift, Lift, LiftLift, Lift, Lift
Im Sommer ist hier ein Eldorado für Gleitschirmflieger, denen wir eine Weile beim Starten zuschauen.
Gleitschirmflieger Gleitschirmflieger
Wir beenden den Tag vor dem Auto bei einem Roten und beschließen morgen weiter zu fahren.
Von hier ist der kürzeste und schnellste Weg nach Slowenien der Karawankentunnel und die Autobahn. Der Loiblpass ist leider für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt und Wurzenpass und Seebergsattel wären große Umwege.
Ups! Die lange nicht gebrauchte GoBox piept zweimal, als wir unter dem Erfassungsbalken durchfahren. Google weiß, das bedeutet, die Batterie der GoBox ist fast leer und die GoBox muss bei der nächsten ASFINAG Servicestelle getauscht werden. An der Raststelle kann man mir nicht weiterhelfen. Kurz vor der Einfahrt in den Tunnel sehen wir ein Schild ASFINAG, dem wir folgen. Es ist eine längere Suche, bis wir die Servicestelle finden, dann aber wird die Box problemlos und kostenfrei gegen eine neue kleinere Box getauscht.
Unmittelbar hinter dem Tunnel, wir sind jetzt in Slowenien, fahren wir wieder raus, suchen nach der DARSGO Servicestelle, wo es die Mautbox für Slowenien gibt. Diese DARSGO-Box gibt es nur in der Prepaid Version, Postpaid geht nur mit einer Tankkarte, nicht mit Kreditkarte oder Maestrokarte.
Die Sonne scheint und wir steuern Bled am malerischen See mit einer Insel darin an, Sloweniens einziger Insel und einem ACSI Campingplatz Bled.
BledBled
Leider voll belegt! Wir werden weitergeleitet zu einem Camping Sobec – auch sehr schön geegen, aber nicht am See sondern an einem Fluss. Naturbelassen, ohne feste Stellplätze im Wald gelegen, finden wir ein schönes Plätzchen und genießen die Spätnachmittagssone.
Halb toter Mann und halb tote Frau beschließen, heute den Sessellift zu nehmen, um zum ganz „Toten Mann“ – 1391 Meter hoch – zu gelangen. Wir fahren mit dem Roller nach Ramsau und lassen uns für 9,50 Euro in 10 Minuten bequem zum Hirscheck hinauf bringen. Hier oben gibt es natürlich wieder ein Bergrestaurant, umweht von Appetit anregendem Ketchup-Duft, aber einer tollen Aussicht auf Watzmann und Wimbachtal. Von hier aus ist es nur noch ein kurzer steiler Anstieg zum „Toten Mann“, von dem man den Blick nochmal weiter schweifen lassen kann.
Inmitten einer saftig grünen Wiese finden wir eine freie Bank, machen Brotzeit und genießen die wunderbare Aussicht. Tot sieht gar nichts aus. Warum heißt der Berg dann „Toter Mann“? Der Sage nach wollte vor vielen Jahren ein fremder Wanderer den 1391 Meter hohen Bergrücken zwischen Berchtesgarden und Ramsau überqueren. Es war erst Anfang März. Die Einheimischen warnten ihn, es liege noch viel zu viel Schnee, er solle lieber den längeren Weg durch das Tal laufen. Doch er hörte nicht. Nach einer Weile wollte er völlig erschöpft eine Pause machen, wissend, dass er auf gar keinen Fall einschlafen dürfe. Er kämpfte gegen den Schlaf an, aber schließlich übermannte der ihn doch und er erfror. Im Sommer, als der Schnee geschmolzen war, fanden ihn zwei Jäger hoch oben in einer Fichte. So hoch lag der Schnee damals, als er nur eine Pause machen wollte.
Zurück zur
Talstation gehen wir zu Fuß. Wir sind froh, für den Aufstieg dieses Mal den
Lift gewählt zu haben, denn auch hier geht es richtig steil zur Sache. Wir sind
frühzeitig zurück und genießen noch eine Stunde Sonnenschein vor dem Womo. In
der Nacht kommt dann das schon für den frühen Abend angekündigte Gewitter mit
heftigem Regen. Doch am Morgen kämpft sich die Sonne immer wieder erfolgreich
durch die Wolken. Es ist aber schwül. Wir wollen weiter, auch wenn wir hier im
Berchtesgardener Nationalpark gerne noch länger Zeit verbringen könnten.
Als Übergang
des Alpenhauptkamms wählen wir den Radstädter Tauernpass. Zwischendurch kommen
wir in einen ordentlichen Regenschauer und beauern die zahlreichen
Motorradfahrer.
Obertauern
in 1670 Meter Höhe gelegen spricht uns nicht an: „Tote Hose“ und
Baustelle an Baustelle – bis zum Beginn der Wintersaison sieht das sicher
wieder ganz anders und ansprechend aus.
Obertauern
Obertauern Obertauern Obertauern
Wesentlich
besser gefallen hat uns auf dem weiteren Weg das mehr als 100 Meter höher
gelegene „Turracher Höhe“ mit dem gleichnamigen See dahinter. Wir
fühlten uns stark erinnert an den Misurina See in den Dolomiten.
Turracher Höhe Turracher Höhe
Selbst im ersten Gang bremst der Motor unser Womo nicht stark genug ab. Kein Wunder bei 23% Gefälle. Als der Drehzahlmesser über 4000 Upm zu steigen droht, muss ich dann doch noch die Bremse betätigen. Nur Bremsen bedeutet sicher glühende Bremsbeläge, die dann nicht mehr greifen und den sicheren Unfall.
Am Ossiacher See suchen wir uns einen Campingplatz und landen auf dem Acsi-Platz Hoffmann direkt am See. Das Einfädeln auf den Platz wird mit unserem Dickschiff zu einem Schauspiel, an dem alle anwesenden Camper sichtlich Interesse zeigen und Hilfe anbieten bzw. kritisch selbst schauen , dass ihr „heiligs Blechle“ nicht touchiert wird. Ein Radler im Sonnenuntergang vor dem Womo ist die Belohnung — und wir stellen fest, dass es abends hier noch deutlich wärmer ist als in Berchtesgarden. Unser erstes Frühstück im Freien genießen wir am nächsten Morgen.
Es fällt schwer, zeitig aus dem Bett zu kommen, da die Außentemperatur morgens um 8 Uhr nur 11° beträgt. Langsam schiebt sich die Sonne über die Berge und dann wird es allmählich wärmer. Um 10.45 Uhr sind wir am Parkplatz Hinterbrand. Der Roller hat ganz schön gekeucht. Auf dem steilen Anstieg waren 25 km/h bei Vollgas das Beste was er geben konnte.
Unterster Eintrag 2. Schild von oben: Jenner 2 3/4 Std
Na dann mal los. Viele andere Wanderer hatten den geleichen Gedanken wie wir und es gleicht fast einer Prozession, die sich vom Parkplatz aus erst mal steil nach oben schiebt. Kurz vor der Mittelstation der Jenner- Seilbahn hat man schon eine gute Aussicht.
Blick auf den Jenner – da wollen wir hinBlick über das Tal
An der Mittelstation trauen wir unseren Augen nicht. Eigentlich waren es Christianes Ohren, die den Erstkontakt hergestellt haben. Da steht doch tatsächlich unsere Physiotherapeutin aus Limburg mit ihrem Freund. Sie sind mit der Jennerseilbahn das erste Stück gefahren und wollen auch zum Gipfel aufsteigen.
Der Weg ist ganz schön steil und anstrengend- im Durchschnitt sind es 21% Steigung – dabei gibt es aber auch einige flache Stücke, was bedeutet, dass es an anderen Stellen auch deutlich mehr als 20% Steigung sind. Uns überholt ein Quad mit Blaulicht und Sanitätern der Bergwacht, später noch ein weiterer Erste-Hilfewagen der Bergwacht.
In der Nähe der Mitterkaser Alm machen wir eine Rast und schieben ein Brötchen für den Antrieb nach. Arbeiter sind hier damit beschäftigt die Spritzdüsen für die Beschneiungsanlage aufzurichten. Am Starthang der Paraglider sehen wir die Saniäter wieder.
An der Bergstation der Seilbahn herrscht reger Betrieb. Vielen sieht man am Schuhwerk an, dass sie nicht „durch Anstrengung zu den Sternen“ gekommen sind.
Wir heben uns die Belohnung auf für nach dem Gipfel und gehen weiter. Kurz vor dem Gipfel treffen wir unsere jungen Limburger wieder und werden Zeuge, wie ein Rettungshubschrauber des ÖMTC eine Frau, die zusammengebrochen sein soll , von der unteren Gipfelplattform birgt.
Rettungseinsatz
Alle wollen am Gipfel das Beweisfoto „ich und das Gipfelkreuz“ schießen und die Aussicht auf den Königssee festhalten.
Auf dem JennerAuf dem JennerAm Gipfel
Wir haben tolles Wetter und entspechend phantastische Ausblicke.
Königssee rechts der große Parkplatz für die Seilbahn und unser Campingplatz Königssee Blick Richtung San Bartholomä Skigebiet Jenner
Endlich! Zwei Radler für zwei müde Bergsteiger auf der Restaurantterrasse der Bergstation – und einen „Wuurschtsalat“. Stunden später wissen wir: Den hätten wir nicht essen sollen.
Restaurant BergstationAuf zum Radler
Aaaahhh das tut gut
Auch der Abstieg ist bei diesem Gefälle nicht ohne und wir sind froh, als wir um 17 Uhr wieder am Roller ankommen: 760 Höhenmeter und insgesamt etwa 7,5 km Weg hin und zurück.
Da oben waren wir
Mei, i sogs eich: heit gahn mer net so weit aufi. Hob net gwusst, wie viele Knochen, Knöchlein und Muskeln anem einzigen Menschen weh tun kenne.
Die Wimbachklamm wird von der Wimbachbrücke bei Ramsau erwandert. Der Roller muss unten am Bach geparkt werden, dann geht’s schon wieder steil bergauf . Wer das kurze Stück Klamm durchlaufen will, muss bezahlen (2 Euro), andernfalls kann man außen herum gehen und nur den Wimbachweg laufen – bis zum Wimbachschloss oder bis zur Grieshütte. Der Wimbachweg ist sogar als kinderwagentauglich ausgewiesen, aber auch hier hat es gleich zu Anfang erhebliche Steigungen und da müssen Eltern schon ganz schön Kraft aufwenden.
Wir steigen erst einmal ab zur Klamm, an der entlang ein gut zu laufender Holzsteg 200 m nach oben führt. Leider fällt am Vormittag noch keine Sonne in die Schlucht. Wie überall, wo etwas als besonders spektakulär hervorgehoben wird, sind auch hier viele Menschen unterwegs.
WimbachklammWimbachklammWimbachklamm mit einzelnen durchkommenden SonnenstrahlenWimbachklammWimbachklamm
Der weitere Weg ist gut ausgebaut, aber auch immer wieder recht steil und unsere Muskeln schmerzen. Da staunen wir nicht schlecht, als ein altes Ehepaar schon wieder auf dem Rückweg ist. 86 Jahre ist die Ehefrau und läuft mit einer künstlichen Hüfte!
Wimbach WimbachgriesWatzmann
Wir wollen nur bis zum Wimbachschloss, wo man u.a. Wild essen kann.
Blick vom Schloss Wimbach auf die schräg gestellten Schichten des WatzmannRestaurant am Schloss Wimbach
Wir entscheiden uns für „Rehragout mit zweierlei Knödeln“ und „Gamsrücken rosa gebraten mit Röstkartoffeln und Grillgemüse“. Ich glaub‘, das ist besser verträglich als der gestrige Wurschtsalat und schmeckt sehr gut.
Gamsrücken rosa
8,5 km und 311 Höhenmeter – Steigung von knapp 8 % – sind genug für heute. Auf dem Rückweg stolpern wir beinahe über eine kleine Kreuzotter.
Wir haben schon einiges vorbereitet, TÜV und Inspektion incl. Wandlergetriebeölwechsel sind gemacht. Die Fahrertür, die im Frühjahr einen Wassereinbruch bei Starkregen durchließ, ist neu eingestellt, aber der bestellte Spoiler darüber und die neuen Schließzylinder waren „so schnell nicht lieferbar“. Das Großereignis der Einschulung unseres ältesten Enkels war in der Schule wegen Corona auch nur Eltern vorbehalten – dafür war die Familienfeier am Nachmittag um so schöner -ist jetzt auch schon eine Woche her.
Also nix wie raus – schauen, wo wir noch ein bisschen Sommersonne ergattern können. Obwohl – der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre und so wollen wir auch nicht nach Süden schmettern sondern genüsslich schlendern und der deutschen Sonne auch die Reverenz erweisen.
Es ist 14 Uhr, als wir nach ausgiebigem Abschied von allen Enkelinnen und Enkeln in Limburg auf die Autobahn fahren. Die Sonne scheint, der Verkehr ist recht dicht auch ohne LKW und kurz nach dem Frankfurter Kreuz sind wir bis Offenbach im ersten Stau.
Stau vorm Offenbacher Kreuz
Auch sonst gibt es viele Baustellen auf der A3 und obwohl wir nur winzige Pausen zum Fahrerwechsel machen, kommen wir nur bis etwa Ingolstadt. Der dortige Stellplatz ist uns in keiner guten Erinnerung und so suchen wir etwas in der Nähe und werden wenige Kilometer südlich fündig, etwa 2 km von der Autobahnausfahrt Allershausen, an der Ampertalhalle Sport- und Freizeitpark. Ein einfacher Parkplatz ohne Infrastruktur, aber sehr ruhig und hübsch gelegen.
Stellplatz Allershausen
Gut ausgeruht starten wir nach dem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein gegen 9 Uhr weiter südwärts auf der A8 und dann der A99 ( Ostumfahrung München). An der Ausfahrt Haar verlassen wir die Autobahn und folgen der B 304 über Wasserburg nach Traunstein und weiter kurz auf der A 8 bis Bad Reichenhall. Genauer gesagt steuern wir einen Wanderparkplatz in der Schlossstraße in Piding, Gemeinde Mauthausen, an.
Stellplatz an der KneipanlageStellplatz an der Kneipanlage
Hier an einer Kneipanlage stellen wir das Auto ab und machen eine Wanderung steil den Berg hinauf, etwa 500 Höhenmeter und insgesamt 8 km. Damit hatten wir nicht ganz die Hälfte des Aufstiegs auf den Hausberg – „Steiner Alm“ geschafft und unterwegs einen „Alpenblumengarten“ ,der einen leicht verwilderten Eindruck machte, besucht.
Wanderung
Wanderung
Alpenblumen GartenAlpenblumen GartenNach der Wanderung
Wenn das Wetter hier doch auch sehr gut ist, dann brauchen wir uns doch auf dem Weg nach Süden nicht beeilen ?! Mit diesem Motto beschließen wir hier zu übernachten und die nächsten Tage noch einmal die Ecke um Berchtesgarden für uns zu erschließen – unser letzter Versuch wurde ja wegen schlechten Wetters vorzeitig beendet.
Vor dem Schlafengehen interessiert uns noch die Wahlarena mit der Kanzlerkanditatin Analena Baerbock. Die weiß aber nicht, dass wir per Briefwahl schon abgestimmt haben.
Auch hier stehen wir sehr ruhig – allerdings sind beim Aufwachen einige Schleierwolken am Himmel. Die Onlinesuche nach einer Campingreservierung in der Region war etwas schwierig und so landen wir wieder auf dem Campingplatz Grafenlehen am Königssee – „Komfortplatz Nr. 50 „- der gleiche wie beim letzten Besuch mit allen Anschluss- und Abflussanschlüssen.
Camping Grafenlehen
Roller auspacken und dann erkunden wir den Weg zur Mittelstation der Jennerbahn, denn morgen, bei besserem Wetter, wollen wir den Jenner erklimmen. Anschließend fahren wir weiter zur Rossfeld- Höhenweg -Mautstraße. Die Südeinfahrt ist wegen Bauarbeiten nach Unwetterschäden gesperrt und so müssen wir wieder das noch offene Teilstück von Obereau der Nordmautstelle aus erschließen. Man hat tolle Ausblicke auf den Watzmann und in das Salzachtal.
Rossfeld- Höhenweg Rossfeld- Höhenweg Rossfeld- Höhenweg mit Blick auf den Watzmann Rossfeld Höhenweg Blick ins Salzachtal mit Dachstein
Die Vegetation ist noch sehr grün, wenngleich die meisten Blumen schon verblüht sind. Der Herbst zeigt seine Vorboten, aber noch nicht sein buntes Kleid.
Über Nacht hat sich der Wind gelegt, das Wasser ist wieder
spiegelglatt, aber sehr kalt und nach 15 Minuten schwimmen sind wir gut
ausgekühlt. Von dem Fähren-Büro des ADAC in Bad Kreuznach haben wir noch keine
Antwort erhalten, ob ein späterer Termin als der 16.06. möglich ist. Also
wiederholen wir den Emailversand, aber wir wollen auch vor Ort in einer ANEK
Agentur die Frage der Rückreise prüfen lassen.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Roller nach Igoumenitsa
hinein. So richtig viel hat sich seit unserem letzten Besuch nicht verändert.
Es sind kaum Touristen unterwegs und die Kafenia sind überwiegend leer oder von
einigen Griechen besucht. Auch die üblichen Touriläden für zweifelhafte
Souvenirs fehlen im Stadtbild und viele der Läden in der zweiten und dritten
Straße parallel zur Uferpromenade sind leergeräumt und offenbar als Pleite
aufgegeben.
Die Agentur recherchiert für uns nach freien Plätzen mit
Camping an Board auf der Fähre nach Ancona in den nächsten Tagen. Aber außer
der Mittwochabendfähre mit Abfahrt 23.59 Uhr sind alle weiteren Möglichkeiten
für den restlichen Monat ausgebucht. Minoan -Lines hat nur alte Schiffe, die 5 Stunden
länger fahren und kein Camping-Deck mehr haben – sie vergeben ersatzweise bei
Verfügbarkeit billige Kabinen als Camping an Board zum Preis der Deckspassage.
Das Angebot des ADAC beläuft sich auf 288,30 Euro incl. Senioren- und
ADAC-Rabatt – die Agentur bietet uns das Gleiche für rund 70 Euro mehr an. Bis
23 Uhr können wir uns entscheiden und buchen.
Abwarten und Kaffeetrinken auf der Uferpromenade ist da angesagt. Mit Ausprobieren
verschiedener Endziffern der Telefonnummer von ADAC-Fähren Bad Kreuznach kommen
wir schließlich am Anrufbeantworter vorbei und erreichen Frau Hohman, die
unsere Anfrage betreut.
Sie bestätigt uns, was wir schon in der Agentur erfahren
hatten bezüglich der Verfügbarkeit von Plätzen und erhält darauf den Auftrag,
definitiv den 16. für uns einzubuchen. Kurz darauf klingelt das Telefon wieder.
Frau Hohmann entschuldigt sich, sie müsse wohl versehentlich einen falschen
Preis genannt habe. 350,80 Euro sei der korrekte Preis, zu dem sie uns nun
einbucht.
Zum Abendessen suchen wir eine Taverne auf, die wir auf dem
Weg zwischen dem Strand und der Stadt entdeckt haben. Viele Griechen besuchen
das Lokal, eigentlich für uns ein Qualitätszeichen, wenn „Einheimische“ das
Lokal frequentieren. Aber die Aufmachung
und der Blick aufs Meer waren besser als das nur durchschnittliche Essen – bei
genauerem Hinsehen waren die anwesenden griechischen Gäste auch eher gekommen,
um einen Drink zu nehmen, als um zu essen.
Also, heute ist unser
letzter Tag in Griechenland. Der Campingplatz Drepano ist sehr großzügig und
gewährt uns einen „Gratis Late Checkout“ bis 18 Uhr – für 3 Nächte und 4 Tage
zahlen wir 60,00 Euro all inclusive. Ausschlafen, Frühschwimmen, Duschen,
Frühstücken, Lesen und noch etwas Sonne tanken. Der Platz wird von vielen
Dauercampern belegt und ist eigentlich schön angelegt, aber an der Pflege und
Unterhaltung des Terrains bestehen noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten.
Die Waschhäuser werden regelmäßig gereinigt und sind sauber, aber die
Duscharmaturen in der ersten, am häufigsten genutzten Dusche sind verkalkt und
das Wasser spritzt in alle Richtungen – die letzte Dusche in der Reihe sieht
dagegen fast wie neu aus. Das WLAN auf dem Platz ist wechselhaft gut und bricht
auch mal zusammen.
Dann wollen wir das PLF für Italien im Internet ausfüllen
und verzweifeln dabei. Wir brauchen unzählige Versuche und jedesmal werden wir
auf der letzten Seite, wenn es gilt den Button „Einreichen“ zu drücken, wieder rausgeschmissen, das System hat sich
aufgehängt, die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wir müssen dann immer
wieder von vorne starten. Schließlich schalten wir das Campingplatz WLAN ab und
nutzen nur noch Tethering von unseren Handys. Dann endlich funktioniert es und
wir erhalten einen QR-Code zurück , den wir für die Einreise in Italien
brauchen. Das PLF Formular kennt immer noch keine Gleichstellung zwischen „vollständig
Geimpften“ und negativem PCR-Test, der für eine Einreise in Italien verlangt wird. Für die Durchreise in 36 Stunden
ist kein Test vorgeschrieben – die sind schon schlau, diese Viren und vor allem
halten sie die Unterschiede ein und Durchreisende infizieren nicht. Der Nachbar
auf dem Campingplatz Drepano hat für einen PCR-Test in Igoumentsa pro Person 70
Euro bezahlt, weil er länger in Italien bleiben will, um noch Venedig zu
besuchen.
PLFPLF
Um 19.30 Uhr erreichen wir das
Hafengelände. Wir werden kontrolliert, ob sich im oder unter dem Womo illegale
Migranten verstecken und angehalten, wachsam zu sein und das Auto nicht
unbewacht stehen zu lassen. Unser Ticket müssen wir im Hafengebäude bei
ANEK-Lines abholen, ebenfalls die „Erklärungsbögen zum Gesundheitsstatus“ für das
Betreten der Fähre. Dort erfahren wir auch vom Hafenstreik in Patras, der bis
24 Uhr dauern soll. Erst dann könne unser Schiff von dort auslaufen. So kommt
es auch. Statt um Mitternacht laufen wir um 5 Uhr morgens aus – nach ein paar
Stunden unruhigen Schlafs, denn nebenan wird ein anderes Schiff beladen und
auch die PKW-Fahrgäste, die kein Bett dabei haben, laufen draußen herum und unterhalten sich.
Im Hafen IgoumenitsaIm Hafen IgoumenitsaIm Hafen IgoumenitsaIm Hafen Igoumenitsa
Unser Platz auf dem offenen Deck
ist ziemlich in der Mitte und weit im Bug. Nach dem Anschließen der
Stromversorgung schlafen wir nochmal gut ein und hören kaum etwas von den Maschinen.
Bei unserem
Deckspaziergang in der Mittagszeit sehen wir nur wenige Menschen. Außer
zahlreichen LKWs scheinen also wohl nur wenige PWKs an Board zu sein. Das „Open
Deck“ ist entsprechend auch mehr mit LKW als mit WOMO Fahrzeugen gefüllt. Die
See ist ruhig, die Sonne scheint, aber der Fahrtwind reißt Christiane die
Sonnenbrille von der Nase. Kein Wunder: Unsere Osmand-App verrät uns, dass wir
mit Tempo 50 km/h gen Ancona eilen. Der Kapitän hat wohl noch eine Schaufel
extra auflegen lassen, um die Verspätung durch den Streik wieder einzuholen –
aber vor 19 Uhr werden wir wohl nicht einlaufen, denn es liegen noch rund 300
km vor uns. Tatsächlich ist es 19.45 Uhr als die Fähre festmacht und es dauert
noch eine Weile bis wir von Bord kommen.
AnconaAncona
Italien macht
einen riesen Hype im Internet von wegen europäisches PLF, Einreise nur mit
PCR-Test, etc. – in Wirklichkeit machen die gar nichts !!! Weder bei der
Einreise in Reschen auf der Hinfahrt, noch jetzt im Hafen ist jemand zu sehen,
der kontrolliert oder auch nur eine leere Kontrollstation auszumachen. Alle Fahrzeuge
fahren ohne angehalten zu werden durchs Hafengelände auf die Autobahn. Da waren
die Griechen wesentlich sorgfältiger und konsequenter im Umgang mit Corona.
In Höhe von
Cattolica, fahren wir von der Autobahn ab und finden etwas landeinwärts im Örtchen
San Giovanni In Marignano 43°46’13,6‘‘ N
und 12°42’44,9‘‘ den kostenfreien Stellplatz der Promobil-App unter Pinien
mitten im Ort. Nach ruhiger Nacht geht es um 8.30 Uhr weiter.
Nächstes Ziel
ist die Firma „Veronesi“ in Lazise am Gardasee, in 280 km. Bis 13 Uhr müssen
wir dort sein, um vor der Siesta noch einkaufen zu können. Es läuft gut und um
12.30 versorgen wir uns mit Olivenöl Extra Virgine unserer Marke „Rondine“ –
natürlich auch als Mitbringsel – sowie Pesto verde. (Für Dickschiffe wie
unseres nimmt man besser die Einfahrt von oben herab, über Via Balladoro)
Es ist heiß
und schwül und unsere Pizzeria „Sorriso“ macht erst abends auf – also weiter
heimwärts – bis Deutschland sollten wir es noch schaffen. Unterwegs müssen wir
nochmal 25 Liter teuren italienischen Diesel nachtanken – dann schaffen wir es
über die Brennerautobahn bis auf die Fernpass-Höhe zur Tankstelle Dolle.
An den Grenzen
Italien-Österreich und Österreich-Deutschland werden wir durchgewunken fast wie
ohne Corona.
Wir kommen bis
Kempten – um genau zu sein bis Bad Grönenbach, 4 km von der A7 – nie davon
gehört, ist aber ganz hübsch und klein, heimelig. Der Stellplatz ist wegen
Bauarbeiten aktuell nicht nutzbar, aber auf der großen Parkwiese vor dem
Naturfreibad „Klevers“ stehen wir dafür um so besser.
fast daheim
Als wir
gegen 10 Uhr starten, ist der Parkplatz
schon gut besucht von Familien, die eine Abkühlung suchen. Ohne größere Staus,
die gibt es nur in der Gegenrichtung, kommen wir um 16 Uhr zu Hause an. Rechtzeitig
genug, um das spannende EM-Spiel Deutschland / Portugal (4:2) sehen zu können.
Wir verabschieden uns von unseren netten Wirten und fahren
schon einmal zur Grenze – probehalber, um in Erfahrung zu bringen, ob sie
wirklich für Touristen geöffnet ist, so wie das Auswärtige Amt es auf seiner
Homepage seit 3 Tagen ausweist.
Noch einmal volltanken, dann haben wir immer noch cirka
6.000,00 LEK übrig, die wir wohl nicht mehr sinnvoll ausgeben können. An der
albanischen Grenzstation werden wir darüber informiert, dass das PLF-Dokument
ab 23 Uhr zugestellt wird und wir dann morgen damit einreisen dürfen.
Unser Weg
Wir fahren wieder ein Stück zurück, biegen auf die SH 98 ab und finden nach wenigen Kilometern einen kleinen See bei „Mursise“ mit einem ausgewiesenen Campingplatz, der aber nicht geöffnet ist. Auf der Wiese zwischen See und Camping verbringen wir mit Lesen und Sonnenbaden einen angenehmen Nachmittag.
Gelegentlich zieht eine gemischte Schaf- Ziegenherde vorbei. Am Morgen hören wir aus dem auf der anderen Seeseite gelegenen „Mursise“ den Gottesdienst gleich zweimal.
Um 10.30 Uhr sind wir an der Grenze. Die Albaner wollen wieder nur „Autodokumenti“ und „Passporti“ sehen und der Zoll will mal ins WOMO schauen und auch in den Kofferraum. Ein Schnüffelhund ist auch dabei. In Albanien soll nämlich in einigen Regionen der Drogenhandel blühen.
albanische Grenzstation
Auf Nachfrage erklärt der albanische Zöllner, dass es auf griechischer Seite keine Wechselstube gebe. Aber zurück vor der ersten Grenzinstanz, dort in dem roten Container könne ich LEK gegen Euro tauschen. Während Christiane und das Auto im Niemandsland warten, laufe ich zurück und bekomme 50 Euro für meine LEK, ein akzeptabler Kurs – ohne Quittung, von Hosentasche zu Portemonaie.
Nach 500 Metern kommt dann der griechische Grenzposten. Nicht uniformierte Männer sondern 2 nette Damen mit Masken, Face-Shield und blauen Kitteln sowie Handschuhen sind die ersten, die uns empfangen. Sie kontrollieren das PLF, die Impfausweise und bitten uns dann zum kostenlosen Schnelltest aus dem Auto auszusteigen. In der Wartezeit legen wir der Polizei nochmals die Papiere vor und werden vom Zollbeamten weiter gewunken. Nach 10 Minuten wissen wir, dass wir beide negativ sind und dürfen einreisen.
Kurz hinter der Grenze kommen wir an einer hübschen
Badebucht vorbei, in der wir im Juli 2006 schon frei gestanden haben. Heute
steht dort ein Schild „no camping“. Mittlerweile ist seit 2017 überall in Griechenland
freies Stehen untersagt. Schade. Zu viele Camper haben sich wohl daneben
benommen und so für ein generelles Verbot
gesorgt.
Stellplatz von 2006 – Badeplatz 2021Stellplatz von 2006 – Badeplatz 2021Stellplatz von 2006 – Badeplatz 2021
Wir fahren die inzwischen asphaltierte Abfahrt hinunter an
den Kiesstrand. Noch ist niemand da, doch es ist Sonntag und so bleiben wir
nicht lange allein. Zwei griechische Familien nutzen das Wetter ebenfalls zum
Baden.
Für das PLF mussten wir zumindest für die erste Nacht in
Griechenland eine Adresse angeben. Wir haben den Campingplatz Drepano auf einer
Landzunge nördlich von Igoumenitsa ausgewählt und stehen nun unter Eukalyptusbäumen
wunderschön direkt am Strand.
Camping DrepanoCamping Drepano
Die Nachtruhe wird durch eine griechische Männerparty im
Nachbar-Dauercamperwohnwagen gestört,
die sich bis 4.30 Uhr viel zu erzählen haben.
Das Meer ist spiegelglatt und lädt ein zum „Frühschwimmen“. Zum anschließenden Frühstück vor dem Auto können wir auf klassische Musik – der Stimmung halber – nicht verzichten.
Gegen 10 Uhr kommt plötzlich starker Wind von Korfu herüber auf, der den ganzen Tag anhält. Er treibt warmes Oberflächenwasser in die Bucht, aber die begleitenden Wellen machen keine Lust auf Schwimmen und so machen wir stattdessen einen langen Strandspaziergang.
Die Mail an ADAC- Fähren aus Bad Kreuznach ist raus, aber
die Buchung noch nicht bestätigt.
Die Duschen sind nicht nur sauber, sie funktionieren auch, wir haben es ausprobiert.
DuscheCampingplatz
Das Wetter bessert sich, die Gewitterfront zieht ostwärts. Wir packen den Roller aus und erkunden die Küste südwärts bis „Butrint“ kurz vor der griechischen Grenze. Im nächsten Ort, Ksamil, gibt es auch einen Campingplatz, den wir inspizieren, aber für nicht schöner befinden als den, auf dem wir gerade stehen. Aber – dort steht ein Expeditionsfahrzeug auf Unimogbasis – und das hält uns etwas auf. Die Besitzer waren 10 Tage auf geführter Gruppenreise in Albanien unterwegs und schließen eine weitere geführte Reise durch Montenegro an. ??? Mit ´nem Unimog??? Gut, jedem das Seine, aber das kriegen wir schon noch alleine hin, obwohl wir sicher deutlich älter sind. War trotzdem ein nettes informatives Treffen.
Eintrittspreise
Fähre bei Butrint
Die Küste bis zum antiken Butrint – das wir in sengender
Mittagshitze nicht besichtigen – ist sehr enttäuschend. Die Ortschaften sind
sehr touristisch mit Rummelplatzcharakter, auch wenn noch nicht viele Touris
hier sind. So ziemlich jede Baulücke ist schon oder wird gerade mit weiteren
Hotelanlagen gefüllt und wir finden nichts, was unserer Meinung nach den Namen „Riviera“
verdient. Auch der Ort Sarande, dem wir auf dem Rückweg noch einen Besuch
abstatten, lässt für uns die Frage offen: Wo sollen all die Menschen aus Hotels
und Apartments im Sommer einen Platz an der Küste finden?
SarandeSarande – im Hintergrund KorfuSarandeSarande
Zurück am Campingplatz verabreden wir uns mit dem „Chef“ zum Fischabendessen in seinem angeschlossenen kleinen Lokal.
Chef von Camping und Restaurant
Sehr einfach, aber lecker und wie immer in diesem Land: sehr, sehr herzlich! 6 Fische, 6 Gemüserösti, Mangoldgemüse, 1 große Schüssel Salat aus dem Garten am Campingplatz, Brot, Weißwein für 2100 Lek = 17,21 Euro und zum Probieren eine Krabbe gratis und einen großen Verdauungsschnaps. ( „War ja fettig!“ – für Insider)
Abendessen
Und die Chefin zieht noch eine ganze Reihe kleiner Rettiche aus ihrem Gemüsegarten und überreicht sie uns zusammen mit einem dicken Petersilienstrauß.
Frisch aus dem Garten
Morgen reisen wir weiter. Die Grenze zu Griechenland bei
Mavromati ist seit kurzem für täglich 250 Personen geöffnet. Wir haben das PFL
(Personal Locator Form) mit
Einreisedatum 13.06.21 ausgefüllt. Schauen wir mal…..
Der Platz „Farma Sortira“ kostet 15 Euro alles inclusive: 2 Personen, Womo, Strom, Wasser und Frühstück.
Was gibt es in Albanien zum Frühstück ? Wir wollen es wissen und testen es: Weißbrot reichlich, gesalzene Butter, scheinbar aus dem eigenen Butterfass, Schafskäse, sehr süße Kirschenmarmelade und dazu zwei Spiegeleier – beidseits gebacken und Milch, auf Bestellung auch Kaffee.
Um 11.30 Uhr fahren wir bei bedecktem Himmel weiter bis zum Grenzübergang „Tre Urat“, was so viel heißt wie „Drei Brücken“. Wir haben unsere Idee, dort die Grenze nach Griechenland zu passieren, begraben, denn wir haben noch zu viele albanische LEK und die Handykarten sind auch noch bis Freitag gültig. Die Abkürzung von „Leskovic“ nach „Carcove“ haben wir versucht zu fahren, aber recht schnell gewendet. Wolkenbrüche und kein Asphalt, das wollten wir dem Auto und uns nicht antun. Die Straße bis zur Grenze war von „Leskovic“ an wunderbar ausgebaut, danach aber wieder albanisch normal miserabel.
Mail checken zum Frühstück Auf dem Weg zur griechischen GrenzeAuf dem Weg zur griechischen Grenze
In „Petran“ nehmen wir den Abzweig zum 6 km entfernten „Banjat e Benjes“, 32 Grad warme Schwefelquellen, in denen eine ganze Reihe Einheimischer trotz Regen und Gewitter badet. Wir machen einen Mittagsschlaf, dann einen kleinen Spaziergang zur Brücke aus osmanischer Zeit (18. Jhdt), über die man zum Badebecken gelangt (– Titelbild des Reiseführers „Albanien“ von Michael Müller).
Banjat e Benjes Banjat e BenjesBanjat e BenjesBanjat e BenjesBanjat e BenjesBanjat e BenjesBanjat e Benjes
Wir könnten dort übernachten, fahren aber weiter. Das erweist sich als Fehler, denn der Himmel öffnet fortan alle Schleusen und vor Girokaster ergibt sich keine geeignete Übernachtungsmöglichkeit mehr.
80 jährige Brücke von „Dragot“
Nun ist es geschafft. Wir stehen vor dem Ort an einem kleinen See, recht ruhig, im Regen.
ÜbernachtungsplatzÜbernachtungsplatz
An nächsten Morgen haben sich die Wolken zunächst verzogen,
die Sonne scheint, aber es ist schon wieder schwül. Gjirokaster hat als
Stadtensemble mit krönendem Kastell, das mal christlich, mal muslimisch beherrscht
wurde, zuletzt von dem legendären „Ali Pascha“, die Aufnahme in die UNESCO-Reihe der Weltkulturerben geschafft. Da
kann man nicht nur einfach so durchfahren.
Weltkulturerbe
Mit Hilfe der „park4night“- App finden wir unterhalb der Burg einen wohnmobilgeeigneten Parkplatz. Die Straßen in der Altstadt sind kunstvoll gepflastert. Schiefersteine wurden mit Mustern senkrecht in den Boden gesetzt. Die alten Häuser sind ebenfalls mit Schiefersteinplatten gedeckt und aus behauenem Kalkstein gemauert. Bei Nässe soll das im Sonnenlicht silbrig glänzen, deswegen nannten die Griechen es auch Agyrokaster – Silberstadt.
Der Aufstieg zur Burg ist steil. Wer schlecht zu Fuß ist, kann den Stadtbus nehmen, der die Strecke auf seinem Weg zu einem Stadtteil hinter der Burg befährt. Die Anlage ist riesig und beherbergt mehrere Museen, für die neben den 400 LEK p.P. nochmal extra Eintritt zu zahlen ist. Im ersten Durchgang ist eine Sammlung von Kanonen , Haubitzen und anderem Kriegsgerät ausgestellt.
KastellKastell – Fiat Panzer, aus dem 2. Weltkrieg, umgebauter Cinquecento ???KastellKastellKastellKastell
Insgesamt könnte das alles sehr schön und informativ sein –
gäbe es wenigstens hin und wieder eine Infotafel oder mit dem Ticket einen Flyer zur
Orientierung innerhalb der Anlage – so ist jeder sein eigener Entdecker.
KastellKastellKastellKastell
Dann wird der Himmel wieder rabenschwarz und es donnert in
der Ferne. Deshalb verkneifen wir uns den Cafe in einem der urtümlichen Lokale
am Straßenrand und auch der hübsche Bazar kann uns nicht zum Verweilen verlocken.
Trocken erreichen wir das Womo und schmieden Pläne, während
das Gewitter dann doch noch recht lange auf sich warten lässt. Wir können vorher
sogar noch Einkäufe erledigen.
Anschließend fahren wir weiter an die Küste. Bei Sarande
übernachten wir auf einem „Campnig – Riverside“ – sehr nette Leute, der
anwesende Neffe, der sonst in Berlin eine Putzfirma und eine Kaffemaschinenreparatur
betreibt, lockt uns mit perfektem Deutsch auf den Platz. Gutes WLAN und
einfache aber saubere Sanitäranlagen sowie Strom und frisch geerntete Aprikosen
zur Begrüßung sind im Pauschalpreis von 12 Euro inbegriffen.