Auf ins Land der Skipetaren – bei Jan Flemming wäre es der berühmte „00-Status“ – bei uns ist es der „Doppelimpfstatus“

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18. bis 21.05.2021

Lange haben wir voller Ungeduld darauf gewartet, wieder reisen zu können. Corona mit allen Einschränkungen ging besonders mir, Jürgen, von Tag zu Tag mehr aufs Gemüt. Dazu kommt noch verschärfend die Wetterlage mit Dauer-Aprilwetter seit 6 Wochen. Wann kann man endlich wieder raus und Neues entdecken?

Jetzt! Und so starten wir am 18. Mai, nachdem wir 2 x geimpft sind und eine Immunität aufbauen konnten. Albanien ist unser Ziel, das wir eigentlich schon vor 2 Jahren bereisen wollten.

Die erste Etappe startet um 17.56 bei 13° C bei Sonne mit Regen. Nach 304 km und 3h 45min haben wir genug vom Dauerregen auf der Windschutzscheibe und fahren bei Ausfahrt 59 – Mühlhausen – von der A8 ab und übernachten auf dem Stellplatz in Wiesensteig unweit der Autobahn bei mittlerweile 8,5°C.,

Endlich gehts los

Der Morgen grüßt mit Nieselregen und 7°C – also keine Besichtigung des zum Stellplatz gehörenden Schlosses. Stattdessen weiter über Ulm und Füssen. Bei der Einreise nach Österreich ein „wo wollen Sie hin?“ – „Italien!“ – „Gute Fahrt“ – keine Kontrolle von Papieren, Testzertifikaten oder Impfpässen. Der Regen lähmt scheinbar auch die Österreicher.

Regen und Kalt
Füssen-Tunnel Einreise nach Österreich

Hinter dem Fernpass – Tanken bei “Dolle“ auf der Passhöhe nicht vergessen, weit und breit konstant die billigste Tanke auf dem Weg in den Süden – setzt sich die Sonne zunehmend durch. Von Imst bis Reschen brauchen wir 3 Stunden. Kontrolle bei der Einreise in Italien ? Fehlanzeige! Niemand zu sehen am ehemaligen Grenzhäuschen! Der Kirchturm steht noch im See, wenn auch im abgesperrten Sonderbecken, denn der allgemeine Wasserspiegel liegt etwa 4 bis 5 Meter tiefer. Ein Schneeschauer reicht nicht für die Wiedereröffnung der Seilbahn, aber um uns weiter zu treiben.

Unverkennbar -Reschensee
Eisregen in Reschen

Dann entdeckt Christiane, dass wir uns vor der Einreise elektronisch hätten anmelden müssen und einen neg. Coronatest vorlegen können müssten und etwas Panik bricht aus, zumal wir nirgendwo finden, dass Italien doppelt Geimpfte einem negativen Test gleichstellt. Aber – wer nur auf der Durchreise, max 36h, ist braucht keinen Testnachweis. Noch einen Test unterwegs machen lasssen?

Da bietet sich Mantua an, wo wir um 21 Uhr auf einem innerstädtischen Stellplatz ankommen und übernachten.

Der Geist des Weines gibt uns vor dem Einschlafen noch ein, dass wir lieber versuchen wollen, morgen noch um  22 Uhr in Bari nach Albanien einzuschiffen,  anstatt den nächsten Tag mit der Suche nach einem Testzentrum zu vergeuden, das uns ohne Terminvereinbarung drannimmt.

Auch auf dem Apenin liegt noch Schnee

Nach Frühstück und Tanken sind wir um 9.00 Uhr wieder auf der Autobahn. Es scheint die Sonne, das Thermometer zeigt 20 °C und es ist wenig Verkehr. Mit einem Durchschnitt von 82 km/h bei einem Verbrauch von 13,3 l / 100 km schieben wir die langweiligen 782 km bis Bari ohne größere Pausen bis 19.15 Uhr durch.

Gute Leistung

Erst im zweiten Anlauf finden wir den richtigen Eingang in den Hafen. Dort treffen wir dann aber gleich auf das Büro von GNV (Grande Navi Velocy – die Monegassen, mit denen wir schon gute Erfahrungen gemacht haben) und binnen 5 Minuten bin ich mit den Tickets wieder im WOMO. Keine Spur von Corona Sonderregeln. Das dicke Ende kommt gleich: Code-sharing Tickets. Wir werden nicht zu einem Schiff von GNV geleitet, sondern zu einem Seelenverkäufer namens „Marina“ der N-Adria! Die Außenkabine hat 4 Stockbetten, sonst keinen Platz und wird in der Sanitärkabine vom Rost zusammengehalten. Beschweren führt zu einem Kabinentausch, der aber nur geringe Verbesserungen bringt. Wir haben zum Glück eine Medizin mit an Bord gebracht, die uns beim schnellen Einschlafen hilft. Übrigens – Stromanschluss auf der Überfahrt für den Kühlschrank ? – 380 V Starkstrom gerne, aber 230V leider nein- zum Glück stehen wir auf dem Open-Deck und können das Gas anlassen.

Unser Deckplatz
Albanien wir kommen

Albanien – wir kommen!

2020 Bretagne – en Retour

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19.09. Samstag

Der Himmel ist wolkenverhangen, gegen 10.20 Uhr beginnt es zu regnen. Wir beschließen, da die Wettervorhersage nichts anderes verspricht, langsam die Rückreise anzutreten. Auf der gebührenfreien 4 spurigen N165 fahren wir bis Lorient , wechseln auf die N24 bis Baud und dann auf die N168 bis Pontivy. Hier gibt es eine Biscuiterie, wo wir stoppen und Kekse kaufen. Dann geht es weiter auf der N168 in Richtung St. Brieuc, auf der D786und D34 bis La Carquois, sozusagen ein Vorort von Pléherel Plage, wo wir am Anfang der Reise schon einmal waren – einmal Bretagne von Süd nach Nord durchquert.

Sebastian hat zwischenzeitlich das Haus, in dem wir vor 25 Jahren Urlaub machten, bei Google-maps gefunden und die Koordinaten gemailt und so war unsere Suche diesmal erfolgreich. An dem Haus wurde angebaut, die ehemalige Wiese ist jetzt ein Maisfeld und gegenüber steht ein neues modernes Haus, dessen Besitzer uns berichtet, dass es dieses Jahr letztmalig als Ferienhaus vermietet wurde und künftig vom Sohn selbst bewohnt werden soll.

Unser altes Ferienhaus in La Carquois
Unser altes Ferienhaus in La Carquois
Unser altes Ferienhaus in La Carquois
Unser altes Ferienhaus in La Carquois

Noch einmal übernachten wir für 12.50 € incl. Strom auf dem herrlich gelegenen Camping municipal in Pleherel Plage.

20.09. Sonntag

Es ist bedeckt und nichts deutet darauf hin, dass die Sonne noch einmal zum Vorschein kommen will. Also nutzen wir den Tag, um uns die Stadt Dinan anzuschauen. Vor 38 Jahren waren wir zum ersten Mal mit einem beim ADAC in Frankfurt gemieteten Wohnmobil und unserem 5 Monate alten Sohn unterwegs. Womos waren damals noch Exoten auf der Straße. Unsere „Tour de France“ führte uns bereits damals ans Cap Fréhel und auch nach Dinan, das wir als sehr schön in Erinnerung haben.

Ganz zufällig stoßen wir auf unserer Fahrt dorthin auf ein Juwel: das kleine Städtchen Plancoët.

Spontan suchen wir einen Parkplatz, um durch die blumengeschmückten Gassen zu bummeln.

Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët
Plancoët

Dinan hat keinen Campingplatz, nur einen Stellplatz auf einer naturbelassenen Wiese am Fluss Rance, weitab vom historischen Zentrum. Beim Durchfahren erschrecken uns die Menschenmassen, die hier unterwegs sind. Auch der Stellplatz in Lavallay auf der anderen Flussseite überzeugt uns nicht und wir verschieben den Dinanbesuch auf einen anderen Zeitpunkt n.C. (nach Corona), zumal es immer noch nicht aufgeklart hat.

Dinan
Dinan

Salu Bretagne –  in der Normandie soll das Wetter besser sein. Und so schmettern wir auf gebührenfreien Autobahnen noch 190 km weiter bis Caen und dann noch ein kleines Stück bis ans Meer nach Merville – Franceville Plage auf den Camping Pointe de Jour direkt am Strand. Bei unserer Ankunft ist es 18.45 Uhr und die Sonne scheint! Voila !

21.09. Montag

Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir den Tag mit einem zweistündigen Spaziergang bei gerade beginnender Flut am kilometerlangen Strand. Am Nachmittag nehmen wir – man glaubt es kaum – unser erstes Bad im Meer. Hier lockt das Wasser tatsächlich und es ist auch angenehm warm.

Merville – Franceville Plage
Merville – Franceville Plage
Merville – Franceville Plage
Merville – Franceville Plage
Merville – Franceville Plage

Morgen wollen wir noch einen Tag hier verbringen und dann am Mittwoch in einem Rutsch nach Hause fahren, wo wir uns in Isolation begeben wollen, bis wir ein negatives Testergebnis haben.

2020 Bretagne Finistère Teil 2 – der Südwesten

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15.09. Dienstag

Als wir aufwachen, ist draußen dichter Nebel und es regnet immer mal wieder – ideal für einen Fahrtag. Auf der D28 halten wir uns der Küste entlang, kreuzen mehrere „Abers“ (= Flussmündungen, tief eingeschnitten ins Land, die Ebbe und Flut unterworfen sind)

Abers
Abers
Abers

und steuern den westlichsten Punkt Kontinental – Frankreichs an, die Pointe de Corsen. Leider herrscht noch immer dichter Nebel und die gepriesene Aussicht vom 40 Meter hohen Felsen können wir nicht genießen.

Pnte Corsen. der westlichste Punkt Kontinental Fankreichs
Pnte Corsen. der westlichster Punkt Kontinental Frankreichs
Pnte Corsen. der westlichste Punkt Kontinental Frankreichs

Ein Abstecher auf der D5 bringt uns zum größten Menhir Frankreichs, dem Menhir de Kerolas. Er ist 9,5 Meter hoch und hat schon mehr als 5000 Jahre auf dem Buckel. Hätte ihn nicht irgendwann mal ein Blitz enthauptet, wäre er noch 2,5 Meter höher. Er besitzt zwei Beulen an den Seiten, denen er den Spitznamen „le Bossu“ ( der Bucklige) verdankt. Noch bis ins 19. Jahrhundert sollen Paare sich in der Hochzeitsnacht nackt an den Beulen gerieben haben – er, um Söhne zu zeugen und sie, um zu Hause die Hosen anzuhaben.

Menhir de Kerolas
Menhir de Kerolas
Menhir de Kerolas

Wir folgen der D5 über Saint Renan nach Brest. Hinter Brest führt eine wunderschöne Brücke über den Mündungsarm des Elon, die „Albert Louppe“- Brücke.

Pont A. Louppe
Blick von der Pont A. Louppe

Auf der vier-spurigen N 165 erreichen wir zügig Le Faou und biegen ab auf die mit 3 Michelinsternen ausgezeichnete Halbinsel Crozon. Die D791 führt zunächst durch eine wunderschöne Waldlandschaft und dann auf eine weitere tolle Brücke – Le Pont de Térénez – über den Mündungsarm der Aulne.

Pont de Térénez

Von dem Städtchen Crozon ist es nicht mehr weit zum Camping „Plage de Trez Ruoz“ an der D355. Isabelle Trouplin empfängt uns herzlich, spricht sogar Deutsch und kocht auch selbst. Unsere Küche bleibt kalt. Heute Abend gibt es Moules – Frites, lecker!

Moules Frites

Zum Desert wählen wir einen fantastischen Sonnenuntergang direkt am Strand vor dem Campingplatz.

Dessert

16.09. Mittwoch

Als wir gegen 10.30 mit dem Roller nach Norden aufbrechen, ist es noch lausig kalt. An der „Pointe des Capucins“ entdecken wir verfallene französische und deutsche Militäranlagen, die die Einfahrt in den Hafen von Brest kontrollieren sollten.

Pointe des Capucins
Pointe des Capucins
Pointe des Capucins
Pointe des Capucins
Pointe des Capucins
Pointe des Capucins

Im weiteren Küstenverlauf bis zur Brest gegenüber liegenden nördlichsten Spitze, der Pnte de Espaniol, finden sich noch weitere Festungsanlagen, z.Teil geplant und gebaut von Vauban, dem großen Militärarchitekten Ludwigs XVI.

Vauban lässt grüßen
Vauban lässt grüßen
Pointe Espaniol – aktueller Protest
Vauban
Von der Natur aufgemalte Augen statt Waffen – Raupe eines Nachtfalters
Abbutzen !
Blick auf Brest über Goulet de Brest – die Meerenge von Brest

Die Bucht von Brest ist auch heute noch ein wichtiger Marinestützpunkt Frankreichs, besonders für die Atom-U-Boote. Von der Nordspitze geht es wieder durch Crozon zur Südspitze der Halbinsel, der Pnte de la Chèvre  (ohne Ziegen). Hier laufen wir wieder ein Stück auf dem GR34 um die Spitze herum.

Point de Chèvre
Point de Chèvre

Inzwischen ist es wieder richtig heiß geworden. In Morgat erfrischen wir uns mit einem Cidre vom Fass und stärken uns mit einer Galette,

Morgat
Galette

um dann an der Westspitze, der Pnte de Penhir

Point de Penhir
Point de Penhir
Point de Penhir
Pointe de Penhir

und kurz dahinter an der Alignements de Lagatjar, einer unspektakulären Ansammlung von Menhiren, unseren Ausflug zu beenden.

Alignements de Lagatjar

17.09. Donnerstag

Um 7.30 Uhr wird es langsam hell und der Campingplatzhahn kräht auf bretonisch: „Kikeri – Kikeri.“ Wir warten ständig auf die vierte Silbe „ki“, aber sie kommt nicht. Er bleibt stur. Es ist sehr windig, aber trotzdem sehr diesig, als wir von der D887 (in Richtung Quimper) einen Abstecher auf den 330 Meter hohen Menez-Hom Armorique hinauffahren. In der Ferne kann man die Térénez-Brücke erahnen, die Küste ist kaum zu erkennen.

Menez-Hom Armorique
Menez-Hom Armorique

Heute Abend wollen wir in Concarneau sein, wo Kommissar Dupin ermittelt. Sein Lieblingsgetränk ist der „Fine de Bretagne“.

Natürlich rein zufällig kommen wir an der Cidrerie „Manoir du Kinkiz“ vorbei, wo man Cidre, Apfelsaft, Pommeau (=Jus de Pommes plus eau de vie „Lebenswasser“) sowie Lambig, der bretonische Calvados (der Name Calvados ist regional von der Normandie geschützt) und den von Dupin geschätzten Fin de Bretagne verkosten und kaufen kann.

Cidrerie Manoir de Kinkiz

„Brigitte“ bedient einige Kunden, die weder an einer Führung noch Verkostung interessiert sind und hat dann Zeit, um uns in die Kunst der Apfelveredlung einzuführen. Hier werden auf 40 ha ausschließlich alte Apfelsorten angebaut, die den Produkten einen besonderen Geschmack geben. Sie erklärt uns ausführlich den Herstellungsprozess. Erst wenn die Äpfel so reif sind, dass sie vom Baum fallen, werden sie aufgesammelt, keinesfalls gepflückt. Die einzelnen Apfelsorten werden getrennt etwa 4 Tage im Stahltank durch natürliche Hefe vergoren, danach der sich oben absetzende Trester entfernt und eine Cuvée aus 4 bis 10 Sorten zusammengestellt, die auf Flaschen mit Sektkorkenverschluss abgefüllt wird. Diese werden liegend gelagert und der Inhalt durchläuft eine zweite Gärung, die durch den sich entwickelnden hohen Kohlensäuredruck irgendwann zum Stillstand kommt, bei etwa 5 % Alkohol und noch deutlich schmeckbarem Restzucker. Die alten Apfelsorten stehen dabei für einen anfänglich etwas befremdlichen bitteren Hintergrundsgeschmack.

Für den Lambig wird das Destillat aus Cidre verschieden lang in alten Eichenfässern gelagert, was den Geschmack und den Preis bestimmt. Der 20 Jahre gereifte ‚Fine de Bretagne‘ ist das Spitzenprodukt, der Standardlambig lagert 4 Jahre. Zum Glück haben wir noch etwas Stauraum frei.

Cidrerie Manoir de Kinkiz
Cidrerie Manoir de Kinkiz
Cidrerie Manoir de Kinkiz – Apfelgarten

Wir rollen auf Nebenstraßen wenige Kilometer weiter bis Camping Les Sables Blancs in Concarneau.

Camping les Sables Blancs

18.09. Freitag

Heute ist Markt in Concarneau. Vom Campinglatz aus gibt es einen schönen Wanderweg, der uns in 20 Minuten direkt ins Zentrum führt. Das alte Zentrum, die „Ville close“ wurde im 14. Jahrhundert auf einer Insel erbaut, die mit Mauern umschlossen ist. Wie könnte es anders sein, war auch hier wieder Vauban beteiligt . Heute verbindet sie ein Damm mit dem Festland dorthin, wo auch der Markt abgehalten wird. Sowohl auf dem Markt als auch in der Altstadt herrscht Maskenpflicht, an die sich alle halten, aber das Abstandsgebot ist halt im Markttreiben schwierig zu befolgen.

Markt in Concarneau
Markt in Concarneau

Wir haben unseren Käse-, Wurst-, Obst- und Gemüsevorrat wieder aufgefüllt, bevor wir durch die „Ville close“ bummeln und einen Capucchino nehmen. Die Aussicht von der Stadtmauer ist einfach nur hässlich zu nennen. Drinnen beschreibt es vielleicht „Drosselgasse“ am besten.

Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close
Concarneau Ville close

Einen kleinen Nachmittagsregen benutzen wir mit gutem WLAN für Blog schreiben und Siesta.

2020 Bretagne – Finistère = Ende der Welt

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11.09. Freitag

Es ist wieder sehr kühl, der Himmel bedeckt. Wenn wir uns morgens – nicht vor 8.30 Uhr – aus dem Bett schälen, sind es draußen 12°C. Vor einer Woche waren es noch 14°C. Obwohl der Platz hier herrlich ist, geht’s weiter. Unsere Route führt uns auf der D786 vorbei an Lannion (da waren wir vorgestern) und ab St. Michel en Grève (Grève bedeutet Sand-, Kiesstrand) immer an der Küste entlang. Zwischen Lieue de Grève und Locquirec müssen wir in einem früheren Urlaub schon einmal gewesen sein, denn unsere alte Karte weist dort ein Kreuz auf, das seine absolute Berechtigung hat.

St. Michel de Grève
St. Michel de Grève
St. Michel de Grève
St. Michel de Grève

Daran an schließt sich die Corniche Armorique (Armorica = keltisch: Land am Meer) bis Loquirec ebenfalls wunderschön. Dort wollten wir eigentlich Cidre kaufen. Ein Eric Baron ist als ausgezeichneter Produzent dieser Tropfen im Reiseführer hervorgehoben. Sogar den Elysee-Plalast soll er beliefern und Gerard Depardieu liebe die herbe Variante. Wir fahren dann aber doch daran vorbei, denn wir haben die Preise im Internet recherchiert – indiskutabel!

Terenez
Terenz
Terenez

Ein schöner Kirchturm in Plouezoc’h verführt zu einem Fotostop:

Plouezoc’h
Plouezoc’h

In Morlaix wollten wir eine Fotopause machen, um die schöne Altstadt zu würdigen. In der Rushhour wird allerdings nur eine anstrengende Stadtrundfahrt durch blumengeschmückte Straßen daraus, auf der wir keinen Parkplatz für unser Dickschiff finden. Kurzer Stop am Jachthafen – klick, die Eisenbahnbrücke ist im Kasten

Morlaix

– und weiter nach St.Pol de Leon, früher mal ein Bischofssitz, mit großer, hübscher Kathedrale.

St. Pol de Leon
St. Pol de Leon
St. Pol de Leon
St. Pol de Leon

In der Apsis findet sich eine Statue der Heiligen Apolline – Schutzpatronin der Zahnärzte, wohl weil die Folterknechte ihr alle Zähne gezogen haben sollen.

St. Pol de Leon

Noch ein kleiner Rundgang durch die ebenfalls hübsche Altstadt.

St. Pol de Leon
St. Pol de Leon

Dann ist es 17.30 Uhr und höchste Zeit ein Nachtquartier zu finden und das gestaltet sich richtig kompliziert. Es sind in dieser Gegend noch sehr viele französische Wohnmobile unterwegs, die die im Führer ausgewiesenen Stellplätze scharenweise überfüllen, sowohl den von St. Pol als auch von Roscoff. Am Ende fahren wir doch wieder zurück auf einen Camping La Cote des Legendes in St. Pol, den wir zuvor abgelehnt hatten. Nun kennen wir alle Zwiebeläcker, Wiesen , Kühe und Bauernhäuser der Region, denn die NaviTante hat uns über die verrücktesten Wegeleinchen und Pfade gelotst.

12.09. Samstag

Tolles Wetter, die Sonne lacht, der Himmel ist blau.

St. Pol de Leon

Weiter geht’s zunächst nur ein kleines Stück bis zur Hafenstadt Roscoff – diesmal nach Schildern und nicht nach der NaviTante. Hier legen Fähren nach Großbritannien und Irland ab und sicher wäre hier alles „very british“, gäbe es da nicht Corona und die britische Reisewarnung vor Frankreich. Außerdem ist Roscoff, wir erwähnten es schon, bekannt für den Anbau von süßlichen roten Zwiebeln, von denen wir einen Sack voll, direkt vom Acker, einkaufen. Ferner bekannt für die Verarbeitung von Seetang und Algen in der Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie.

Auf dem Parkplatz am Bahnhof finden wir genügend Platz für unser Womo und sind schnell in die kleine Altstadt gelaufen.

Roscoff

Wir besuchen die Kathedrale mit ihrem schönen Glockenturm, dessen Geläut an Big Ben erinnert, schlendern durch die Gassen und bewundern die schönen Steinmetzarbeiten an Kapitäns- und Kaufmannshäusern. Piraterie, Fischerei und Kolonialhandel haben einst Wohlstand nach Roscoff gebracht.

Roscoff

Auch das Maria Stuarthaus finden wir, sie soll im Alter von 5 Jahren, bereits als Königin von Schottland, eine kurze Weile hier gelebt haben.

Roscoff Maria Stuart Haus
Roscoff
Roscoff
Roscoff
Roscoff

Dann fahren wir weiter auf der D10, nehmen immer wieder Abzweige zum Meer und suchen einen schönen Campingplatz für die nächsten 3 Tage, denn das Wetter soll sonnig bleiben. Ein Platz bei Kersissie direkt über dem schönen Strand scheint in der Zufahrt zu den Stellplätzen am Meer problematisch. Außer dem schönen Strand hat die Gegend nichts zu bieten , sie ist absolut langweilig. Schön wird es dann wieder bei Brignogan Plage, wo wir den nächsten Campingplatz ansteuern. Man kommt an vielen Menhiren, teils mit aufgesetztem Kreuz vorbei,

christianisierter Menhir

doch der Platz ist eine Enttäuschung – voll, genauso wie der dazugehörige Strand. Ganz in der Nähe soll es einen weiteren Camping du Phare geben, doch er wurde vor einiger Zeit aufgegeben. Also nochmal weiterfahren bis zum Camping Grève en Blanche. Hier haben wir es gut getroffen.Die Sanitäranlagen sind zwar veraltet, aber sauber. Und wir haben das Meer und den Strand vor dem Womo und der Küstenwanderweg GR34 führt auch vorbei. Das ist genug Entschädigung für viele Stunden Autofahrt.

13.09. Sonntag

Bei sanftem Wellenrauschen hinter uns haben wir prima geschlafen. Nach dem Frühstück laufen wir ein Stück an der Küste entlang. Einige Wanderer sind schon unterwegs, Badegäste noch nicht. Es ist Ebbe und auch noch recht frisch.

Grève Blanche
Grève Blanche

Wir genießen die Sonne vor dem Womo, gehen mittags nochmal an den Strand, aber baden will keiner von uns. Nicht umsonst gibt es hier Algenindustrie und so bringt jede der auch noch recht heftigen Wellen eine gehörige Portion Algen mit an den Strand und die sehen nicht immer appetitlich aus. Nicht so ganz unser Ding. Kalt ist das Meer hier aber nicht.


14.09. Montag

Heute wird noch einmal richtig gefaulenzt, kein Blog, keine Fahrerei – nur lesen und spazierengehen am Strand – heute fast menschenleer. Die Wetter-App verspricht bis 17 Uhr viel Sonne, dann soll es sich bedecken. Genau so kommt’s. Nachts regnet es sogar.



2020 Bretagne – Côte de Granit Rose

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07.09. Montag

Es geht weiter westwärts entlang der Küste über Le Val André, das sehr schönen Blumenschmuck bietet, vorbei an St. Brieux nach Paimpol. Unseren eigentlich angepeilten Übernachtungsplatz auf einem Klippenplateau mit tollem Ausblick auf die Côte de Granit Rose , wie es der Führer beschreibt, finden wir nicht und landen schließlich auf einem ACSI Platz : Camping Le Cap de Brehat. Die Aussicht ist ganz hübsch und wir genießen die Nachmittagssonne vor dem WOMO. Auch hier führt der Küstenwanderweg G34 vorbei, den wir als Abendspaziergang ein Stückchen laufen.

Paimpol
Paimpol
Paimpol
Paimpol GR 34

08.09. Dienstag

Bleiben oder Weiterfahren ? -. Wir entscheiden uns trotz guten Wetters fürs Fahren und folgen unserer Navitante auf teils unmöglich kleinen Wegen nach (Trélévern) Port l’Epine , von wo aus man über die Bucht nach Perros-Guirec blickt. Der unter holländischer Leitung stehende Camping nimmt offenbar die Corana-Hygieneregeln ernst. Es gibt viel Platz hier und alles ist blitzblank sauber. 14 Uhr liegen wir dann in der Sonne und braten langsam vor uns hin.

Camping L’Epine
Camping L’Epine

Den Tag schließen wir bei Ebbe mit einem kurzen Strandspaziergang ab.

Wat wärn mer ohne Wattwermer
Herzliche Grüße vom Wattwurm

09.09. Mittwoch

Auf dem Camping gibt es auch freies WLAN, so dass wir die kühleren Morgenstunden gut nutzen können. Anschließend packen wir den Roller aus und fahren zuerst um die Bucht herum nach Perros-Guirec. Wir sind nicht so begeistert, aber seht selbst:

Perros – Guirec
Perros – Guirec
Perros – Guirec
Perros – Guirec
„Mutterliebe“

Wir erwischen die falsche Ausfahrt, eigentlich wollten wir zum Zöllnerpfad, Teil des GR34, und sind über eine 4-spurige Straße ratz-fatz mitten in Lannion. In der Altstadt , vor dem Rathaus und neben der Kirche, lassen wir den Roller stehen und laufen durch die schönen Gässchen mit teilweise interessantem Fachwerk.

Lannion
Lannion
Lannion
Lannion
Lannion
Lannion

Ein Tisch in der Sonne vor einer Creperie lockt uns an. Wir bestellen zwei Galletes (Buchweizenpfannkuchen) „forstière“ mit Pilzen und Lardon sowie „fromagère“ mit 3 Käsesorten – dazu ein bretonisches Bier. Genuß pur!

Für die Heimfahrt finden wir die Küstenstraße D788, die so schön ist, dass wir morgen nochmal Richtung Ploumanac’h fahen wollen.

Cote de Granite Rose

10.09. Donnerstag

Den Vormittag verbringen wir damit, am Blog weiter zu schreiben. Um 13.30 Uhr schwingen wir uns auf den Roller und fahren auf den im Reisführer angegebenen Parkplatz in Ploumnac’h.

Badestrand in Ploumana

Wie so oft, wenn etwas sehr schön ist, und in allen Reiseführern erwähnt wird, sind hier viele Touris unterwegs. Obwohl Nachsaison, keine Amis, Briten und Asiaten da sind, sondern fast ausschließlich Franzosen ist der Wanderweg – GR 34, hier „Chemin des Douaniers“ genannt – sehr voll. Am Einstieg weist ein Schild auf Maskenpflicht und Abstandshaltung hin. Viele halten sich dran, aber auch – wie überall – eine ganze Reihe nicht. Wir beschließen trotzdem ein Stück zu laufen, erst in Richtung Perros-Guirec, dann in die andere Richtung zum Hafen. Die roten Graitfelsen sind wirklich beeindruckend und wie schon am Capo Testaauf Sardinien, im Antiatlas bei Tafraoute in Marokko kann man auch hier seiner Fantasie bei der Betrachtung der Gesteinsblöocke freien Lauf lassen. Gerne hätten wir das Spektakel gerne alleine genossen, aber das ist wohl ziemlich egoistisch.

Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Cote de Granite Rose
Hier schrieb Sienkewic seinen Roman „Quo vadis“
Cote de Granite Rose

Zurück beim Roller werden wir beim Anblick einer Créperie mit schönem Biergarten schwach und bestellen uns erneut zwei Galletes – leider eine Enttäuschung verglichen mit denen von gestern.

Galettes sind eine bretonische Spezialität – eigentlich dasselbe wie Crepes, aber während letztere hier immer süß gefüllt sind, sind Galettes herzhaft mit Wurst, Schinken, Käse u.ä. gefüllt. Ebenfalls zu den bretonischen Spezialitäten gehören „Moules frites“, Austern, Jakobsmuscheln (von Oktober bis April frisch, sonst Tiefkühlware); Cotriade – eine Fischsuppe, Salz aus der Südbretagne, süßliche rote Zwiebel aus Roscoff, Paté Henaff aus Quimper und eingelegte Sardinen, Thunfisch oder Makrelen aus der Konservendose. Da haben wir noch einiges zu probieren.

2020 Bretagne – Cap Frehel

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03.09. Donnerstag

Um 10.30 Uhr verlassen wir den Campingplatz, stocken bei LIDL unseren Weinvorrat auf, tanken bei Intermarché (Diesel 1,195 €/l) und Gas (0,795€/l), die erste Flasche war nach den Kurzurlauben jetzt schon leer. Die Sucherei kostet immer eine Menge Zeit, aber um 12.10 Uhr sind wir auf der D168 zum Cap Frehel. Zwischendurch machen wir einen Fotostopp in dem wunderschön herausgeputzten Städtchen Ploubalay:

In Ploubalay
In Ploubalay
In Ploubalay
In Ploubalay

Kurz vor den Leuchtturm Cap Frehel parken wir am Fort La Latte, das den Ärmelkanal um 60 m überragt. Es steht auf einer kleinen Halbinsel, so dass es nur schwer einzunehmen war / ist. 1731 heiratete ein Guyon-Martignon – ein ehemaliger Besitzer des Forts – die letzte Erbin der Grimaldis und wurde so zum Vorfahren der heutigen Fürsten von Monaco.

Fort La Latte

Wir wandern 12 km den Küstenwanderweg 34 zum Leuchtturm am Cap Frehel und wieder zurück in 3 Stunden. Es ist schülwarm. Die Fotos zeigen die einmaligen Ausblicke von den heidebewachsenen Höhenrücken auf rote Granitfelsen und smaragdfarbenes Meer.

Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Wanderung am Cap
Leuchtturm neu und alt

Das Licht des Leuchtturms soll bei klarer Sicht 100 km weit zu sehen sein. Nach dem Spaziergang sind wir ziemlich müde und rollen nur noch wenige Kilometer nach Plevenon auf einen großen Stellplatz – nicht schön, aber keiner von uns wollte heute noch weiterfahren.

04.09. Freitag

Hier, westlich vom Null-Meridian, wird es morgens spät hell und wir schlafen länger. Es sieht so aus als stünden wir in einer Wolke: Nieselregen und nebelig, 16 Grad. Da fällt die Entscheidung zur Weiterfahrt nicht schwer. Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Ort Pléherel-Plage, wo wir vor 25 Jahren mit unseren Kindern und Familie Benner ein bretonisches Bauernhaus gemietet hatten. Wir finden einen schönen Platz auf dem riesigen, sehr naturbelassenen Camping municipal. Nur eine Düne trennt uns von den vielen tollen Sandbuchten.

Bucht am Camping Pleherel Plage
Bucht am Camping Pleherel Plage
Bucht am Camping Pleherel Plage
Bucht am Camping Pleherel Plage

Das Wetter ist ein wenig besser geworden, wir packen den Roller aus und suchen nach dem ehemaligen Domizil. Hier wurde viel gebaut und unsere Suche bleibt ohne Erfolg.

Der Küste westwärts folgend kommen wir nach Les Sables d‘ Or. Es ist Ebbe, der Tidenhub ist hier immens, und wir machen einen großen Spaziergang auf dem frei gelegten Meeresboden.

Les Sables Or
Humulus Lupulus
Les Sables D‘ Or
Les Sables D‘ Or
Les Sables D‘ Or

Auf dem Rückweg kommen wir an schönen Häusern vorbei. Insgesamt ist es aber eine Retortenstadt mit HalliGalli und Casino – wegen Jahreszeit oder Corona verlassen wirkend.

Les Sables D‘ Or
Les Sables D‘ Or

Anschließend fahren bis zu dem kleinen touristischen Städtchen Erquy. Von hier aus kann zum Cap Erquy wandern. Auf einem Parkplatz nahe des Caps finden wir die Reste eines ausgebrannten Wohnmobils. Das möchten wir nicht erleben müssen.

Feuer

Im Hafen liegen die Boote auf dem Trockenen, viele Touries tragen Gesichtsmaken, kurz, wir finden es wenig einladend und fahren zurück auf unseren Campingplatz.

Erquy
Erquy
Erquy

05.09. Samstag

Der Himmel hat sich etwas aufgehellt und zeigt schon einge blaue Lücken, aber der Wind ist noch sehr frisch, als wir uns gegen Mittag auf den Küstenwanderweg zurück zum Cap Fréhel nach Osten machen. Er ist weniger schön, weil er durch baumlose Heide- und Farnvegetation und abschnittsweise auch entlang der Autostraße führt. Doch die Aussichten auf die Buchten und das türkisfarbene Meer entschädigen, zumal es immer sonniger wird.

Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel

Nach 9,8 km stehen wir wieder am Leuchtturm und blicken auf die Vogelfelsen und das Fort La Latte.

Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel

Gestärkt treten wir nach einem kleinen Picknick den Rückweg an.

Spaziergang zum Cap Frehel

Das letzte Stück können wir der Ebbe wegen am Strand laufen und sparen so etwa einen Kilometer Strecke.

Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel
Spaziergang zum Cap Frehel

Für 19 Uhr haben wir einen Tisch bestellt in der „kleinen Muschelbank“ Le petit Bouchot, eine Empfehlung von unserem Freund und Bretagnekenner Thomas Scholl. Die“ Moules à la Creme avec Frites de Maison“ überzeugen uns 100%, so dass wir gleich für den nächsten Abend erneut reservieren. Das Lokal ist bis auf den letzten Platz gefüllt – ohne Vorbestellung läuft hier auch in der Nebensaison nichts.

06.09. Sonntag

Das Wetter hält sich nicht an die Namensgebung – Sonnentag. Es ist grau in grau, 15 Grad und leichter Regen, beste Gelegenheit, ausgiebig drinnen zu frühstücken und Blog zu schreiben. Schreiben geht gerade noch, aber für das Einfügen von Bildern gibt es keine ausreichende Datenrate. Gegen 14 Uhr kommt dann wider erwarten doch noch die Sonne raus, was wir für einen Spaziergang auf dem GR 34 in Richtung Erguy nutzen.

GR34

Als es aber dann bei La Carquois ein längeres Stück an der Straße entlang geht drehen wir um und freuen uns schon auf das Abendessen im Petit Buchot. Vorher gehen wir auf der Suche nach unserem ehemaligen Ferienhaus nochmal durch das Dörfchen , wieder ohne Erfolg. Wir glauben, dass unser altes Ferienhaus nicht mehr existiert oder aber bis zur Unkenntlichkeit restauriert wurde.

so ähnlich war es

( Dank Sebastians Internet-Recherche wisssen wir nun, dass wir in La Carqois, sozusagen ein Vorort von Pleherel Plage, welcher am Ostende der Bucht Les Sables D‘ Or liegt, hätten suchen sollen.)

Bretagne 2020

Standard

Eigentlich wären wir jetzt seit Mai in Kanada und inzwischen wieder im Osten und erlebten den Idian Summer. Aber da kam dann im Frühjahr etwas Unverhofftes – Covid 19 oder Corona und die Welt stand plötzlich Kopf. Flüge gecanceled. Einreiseverbot nach Kanada, Quarantäne, Grenzen dicht – nichts ging mehr.

Mit den Enkeln haben wir kleine Minireisen in die Pfalz und den Vogelsberg gemacht – aber jetzt im September wollen wir doch mal etwas weiter raus, obwohl schon wieder neue Verschärfungen und Reisewarnungen ausgesprochen wurden für die Cote Azur und die Gegend um Paris (= ile de france)

30.08.20 Sonntag

Um 12.45 Uhr starten wir in Limburg- der Km-Zähler steht auf 90.166 km- zu einer Reise in die Bretagne. Alte Erinnerungen auffrischen und neue Eindrücke gewinnen, dabei Menschenansammlungen und Touri-Hotspots meiden heißt dabei die Devise.

Es läuft gut über die A3 bis Köln, A4 nach Aachen, Liege und Mons in Belgien, nach etwa 450 km hinein in den Norden Frankreichs. Keine Grenzkontrollen, freie Fahrt. Das erste Stück Autobahn in Frankreich ist noch gebührenfrei und vor der ersten Mautstation fahren wir ab auf die Landstraße N30 bis Bapaume. Der Ort hat einen kleinen aber feinen Stellplatz für 4 Womos, der nichts kostet und ebenfalls kostenfrei eine Entsorgungsstation, sowie Lidl und Aldi an der Ortseinfahrt nebeneinander bietet – also perfekt für Wohnmobilisten.

Der Bordcomputer zeigt ein defektes rechtes Stand- und Abblendlicht an. Ich habe Ersatzbirnen dabei und kann erfolgreich wechseln. Das Auto sieht wieder was, bzw. wir werden wieder gesehen.

Zum Wetter: Wir sind bei strahlendem Sonnenschein gestartet, unterwegs hat es kräftig geregnet und jetzt ist es ziemlich kalt. Gut fürs Schlafen.

31.08.20 Montag

Wir fahren weiter auf der R 929 bis Amiens und wählen die Nordumgehung – Fehler! Das Navi will uns nördlich nach Abbéville und dann weiter über die kostenfreie A28 schicken – ein großer Umweg. Um das zu vermeiden fuddeln wir uns auf kleinsten Sträßen durch bis Neufchatel en Bray. Auffällig sind die zahlreichen britischen Soldatenfriedhöfe, aber auch neuseeländische, australische und kandadische Gräber für die Gefallenen der Schlacht an der Somme 1916 gibt es viele.

Ab Neufchatel fahren wir auf der gebührenfreien A 28 bis Rouen. Die Ortsdurchfahrt ist etwas kompliziert, viele Ampeln und dichter Verkehr erfordern hohe Aufmerksamkeit. Jetzt wollen wir vorankommen und entscheiden uns für die A13 statt auf der N 175 zu bleiben und fahren bis hinter Caen. 21,40 € ist das stressfreie und zügige Fahren allemal wert. Hinter Caen geht es auf der N175 weiter nach Avranches. Dann an der Ostseite der Bucht von Mont Saint Michel nach Norden bis zu einem Promobilstellplatz bei Genet. Das Wetter ist inzwischen wieder prima, wir kommen gegen 17.30 Uhr an und ergattern den letzten freien Platz (aire de Camping Car Dragey Plage – kostenfrei ohne Ausstattung, aber schöner Strand). Bewegung tut Not nach dem langen Sitzen, also machen wir noch einen Spaziergang am wirklich schönen Strand mit Blick auf Mt.St Michel. Leider darf man nur eine Nacht bleiben, daher geht’s am nächsten Tag weiter.

Stellplatz
Blick auf den Mont Sant Michel
Strand
Strand
Strand

01.09.20 Dienstag

Gegen 10 Uhr brechen wir auf nach Dinard. Hier wollen wir 2 Tage pausieren und wählen einen kleinen Campingplatz (ACSI) „la Touesse“ , 300 m vom Meer, mit Pool und beheiztem Hallenbad. Bewusst haben wir die Touri-Hotspots St. Michel und St. Malo ausgelassen, um Covid 19 keine Chance zu geben. Die 3 Sandbuchten hier sind ganz nett, aber gut besucht und die Poolliege ist bequemer als „impoposand“.

Camping Strand

02.09.20 Mittwoch

Mit dem Roller fahren wir ins Zentrum von Dinard. Wir dachten, dort sei heute Markt, stimmt aber nicht. Wir sind schon so im Urlaubsmodus, dass wir uns im Wochentag geirrt haben: Markttage sind Dienstag, Donnerstag und Samstag – heute ist aber Mittwoch. aber die Markthalle hat auf und wir erstehen Käse und Cidre ( 3 Fl. 10€). Uns hat Dinard außer vielen Menschen nichts zu bieten und wir fahren bald zurück und huldigen dann wieder der Sonne am Pool. Morgen wollen wir weiter in Richtung Cap Frehel.

2019 Auf zum Nordkap

Standard

Am 4.7. gegen 17 Uhr starten wir in Limburg, um am nächsten Morgen um 10 Uhr die Finnlines Fähre Travemünde  –  Malmö zu erwischen.

 

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Den Tag verschlafen wir größtenteils in der Kabine und sitzen gerade beim Dinner, als wir kurz vor Malmö unter der Öresund –  Brücke durchfahren.
Auf der E4 fahren wir am Abend noch etwa 130 km weiter bis Markaryd wo wir auf einem  Camping /Stellplatz  übernachten.

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Am Morgen begrüßt uns bei 10 Grad tröpfelnder Sonnenschein und so fahren wir nach Ver/Entsorgung weiter quer durchs Land auf Västervick zu. Zwischenzeitlich kommt die Sonne heraus und katapultiert die Temperatur auf 22,5 Grad. Als wir um 16 Uhr auf dem Campingplatz in Gamleby beim Wein angekommen sind, hat sie sich jedoch schon wieder hinter dicke Wolken zurück gezogen.

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Weil die Glashütte in Gusum am Wochende geschlossen ist suchen wir uns einen Warteplatz in der Nähe.

Kranich auf Dinnersuche

Am Montag, 08.07. fahren wir nach Gusum, rufen die dort angegebene Nummer an und 10 Minuten später ist die Frau des Künstlers Milan Vrbsk da und lässt uns ein. Sie – eine Schwedin – spricht Deutsch und erzählt, dass Milan vor 3 Jahren verstorben sei. Die Glashütte sei geschlossen, nur die Verkaufsgallerie noch geöffnet. Sie repariert meinen Fisch, den wir vor 5 Jahren dort erstanden haben, derweil stöbern wir in der Gallerie. Viele Werke von Milan suchen noch ihre Abnehmer, zwei haben Erfolg.

Weiter geht es bis Stockholm.

Schloss Drottningholm

Laut Womoführer kann man auf dem Parkplatz von Schloss Drottningholm übernachten. Da wir das Schloss noch nicht besichtigt haben, wollen wir das tun. Der Parkplatz ist leer, aber leider entdecken wir ein Schild, das Parken von 0 – 3 Uhr verbietet. Gefrustet verlassen wir Stockholm und fahren weiter bis Norrtälje, 35 vom Fährhafen Kapellskär entfernt. Dort finden wir einen kostenfreien Stellplatz dank „campercontakt.com“

GPS N 59° 45“ 15′ E 18° 43“ 44′

Ruhig, fußläufig zur „Innenstadt“, die wir am nächsten Tag besuchen, aber keinerlei Entsorgungsmöglichkeiten.

Am Dienstag, 09.07. haben wir viel Zeit, bis Kapellskär zu kommen. Kurz vor der Fähre gibt es 2 Campingplätze. Auf dem „Kapellskärs Camping“ können wir für 5 € Toilette und Abwasser entleeren sowie unbegrenzt Frischwasser tanken.

GPS N 59° 43“ 13′ E 19° 03“ 01′

Wir fahren als 3. aufs Schiff, aber die Kabine ist noch nicht fertig, das Restaurant noch geschlossen. Auf dem Schiff herrscht schon finnische Zeit: 1 Stunde +

Um 22.30 legt die Fähre in Kapellskär ab und um 7.15 in Naantali (Finnland) an. Auch hier genießen wir eine Außenkabine, Abendessen und Frühstück sowie Stromanschluss fürs Womo – sogar noch günstiger für 165 €.

Mit allen Umwegen sind es bis hierher 1460 km.

 

Am Mittwoch, 10.07. braucht unser Womo dringend Diesel, in Finnland deutlich billiger als in SE aber je nach Ort und Tankstelle bis zu 15 cent Unterschied (1,32 € bis 1,47€)

Auf der Fähre haben wir uns eine Reiseroute bis zum Nordkap zusammengezimmert, der wir nun zügig folgen: auf der E 63 (9) zunächst bis Tampere, der drittgrößten Stadt Finnlands. Unser Iwanowsky-Reiseführer beschreibt ausreichend Parkraum bei einer Einkaufsmall, von wo aus der Rundgang dann auch starten soll. Nicht erwähnt hat er, dass es sich um Parkhäuser handelt. So machen wir auf der Suche nach einem P eben keinen Stadtrundgang, sondern eine Stadtrundfahrt und sind ziemlich sicher, dass wir nichts versäumt haben, wenn wir weiterfahren.

Weiter geht es auf der E 63.in der Nähe von Orevesi finden wir einen Abzweig zum See und da die Sonne grad so schön scheint,machen wir eine ausgiebige Mittagspause mit Sonnenbad und Schwimmen im 19 Grad warmen Wasser.

 

Gegen 16 Uhr brechen wir wieder auf, fahren an Jyväskylä vorbei – die Stadt haben wir in einem früheren Urlaub schon besucht – und biegen ca 35 km weiter rechts ab Richtung Ruuhimäki. Auf einer ziemlich einsamen Lichtung beziehen wir unser Nachtquartier.

 

Am Donnerstag, 11.07. schmeißen wir unsere Routenpläne zumindest teilweise über Bord. Die Stadt Nurmes und ein größerer Streckenabschnitt via Karelia müssen eingebaut werden.

Im Erdbeeranbaugebiet rund um Suonenjoki kaufen wir für 5 € ein Pfund Erdbeeren – sehr aromatisch, aber ganz schön teuer.

Kurz hinter Kuopio wechseln wir von der E 63 auf die 17 bis Riistavesi, dann auf eine schmale, aber sehr schöne Straße ( 566 – 569 – 508) bis Juuka am Pielinen-See. Wir fahren über mehrere Inseln bis auf die Insel Paalasmaa, viel schöner als die Keys in Florida, ein Urlaubsparadies mit Boot, wenn das Wetter mitspielen würde. Heute ist es stürmisch und ziemlich kalt. Am frühen Abend kommen wir in Nurmes an. Am kleinen Hafen gibt es einen Stellplatz mit Strom und Frischwasser ebenfalls, tatsächlich kostenlos. GPS N 63,54273 E 29,13127

Pielinen-See

Pielinen-See

Am Freitag, 12.07. ist der Himmel ganz besonders verhangen. Wir besichtigen den Holzhausteil von Nurmes. Den reißbrettartigen Grundriss soll Zar Alexander II 1879 höchstpersönlich genehmigt haben. In der Kirche erfahren wir von einer jungen Finnin einiges über die Geschichte und Kultur und insbesondere, wo es die legendären karelischen Piroggen zu kaufen gibt. Wir finden die Backstube, decken uns mit einem kleinen Vorrat ein und weiter geht’s zum „Bombahaus“. Igor Bombin ist der Namensgeber, der einst im russischen Teil das größte Haus Kareliens gebaut hatte. Es existiert heute nicht mehr. Im gleichen Stil ist das Haus in Nurmes nachgebildet worden und ist heute eine Ferienanlage.

Nurmes

Birkenallee Nurmes= Birkenstadt

Raucher leben einsam – aber kuschelig

was soll das sein?

Mohn !

Blüten wie Holunder, aber die Blätter passen nicht

Erdbeerpreise

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Von Nurmes aus fahren wir auf der 75 bis Kuhmo, dann weiter auf der 912 die Via Karelia bis kurz vor Suomusslami, dann weiter auf der 843, ebenfalls Via Karelia bis zur Einmündung in E 63 / 5.

In Kuusamo tanken wir. Es gibt einen Lidl und einen

Campingplatz: GPS N 66° 0′ 32“ E 29° 9′ 45“. Richtiger Abzweig ca. 200 m früher.

(N 66,00508 E 29,15614)

Bis heute gefahren: 2536 km

Kuusamo Camping

Am Samstag, 13.07. geht`s weiter auf der Via Karelia E63 zum Polarkreis , den wir in Karhujärvi überqueren.

 

Weiter geht’s nach Kemijärvi. Dort tanken wir noch einmal günstig für 1.31 € . Wir wechseln auf die 5, die uns nach 104 km nach Sodankylä bringt, wo wir wieder auf die E 75 zum Nordkap stoßen. 156 km folgen wir dieser Straße Richtung Ivalo.

In Tankavaara besuchen wir das „ Goldmuseum“. Es ist eine sehr gut aufgearbeitete Ausstellung über den Goldrausch in Finnland und in anderen Teilen der Erde.

Goldgräber am Werk

Goldgräbermuseum

Goldgräbermuseum

Goldgräbermuseum

Obwohl es viele Möglichkeiten gibt, frei zu stehen, entscheiden wir uns wetterbedingt für Campingplätze mit Strom, mit dem unsere Alde-Heinzung auch funktioniert. So können wir Gas sparen, das es hier in Finnland leider nicht zum Nachtanken gibt. Wir übernachten auf einem netten Campingplatz 1,5 km vor Ivalo.

 

Am Sonntag, den 14.04. starten wir Richtung Inari. Auf halber Strecke öffnet sich rechter Hand ein großer Parkplatz. Von hier kann man über 152 Stufen einen hohlen Findling erreichen. Eine Legende berichtet, dass hier während eines Unwetters ein Bär und ein Mensch friedlich übernachtet hätten. Es handelt sich bei diesem Felsen um eine geologische Besonderheit, „nämlich um eine ehemalige Gletschermühle. Der Felsen wurde von kleineren, vom Gletscherwasser mitgeführten Felsbrocken ausgewaschen. Durch die Eiszeit wurde diese Gletschermühle auf den Hügel transportiert, wo sie auf dem Kopf, mit dem Hohlraum nach unten, liegen blieb.“

Bärenhöhle – man sieht noch den Tatzenabdruck

Das Loch rechts unten ist der Eingang

In Inari besuchen wir das interessante Siida – Museum. Besucher werden anschaulich mit dem Leben der Samen und Lappen vertraut gemacht, auch in einem dazu gehörigen Freilichtmuseum.

Wohnhaus in einem Saamen-Gehöft

Wohnhaus in einem Saamen-Gehöft

Sommer – Torfhaus

Vorratsspeicher

Eigentlich wollen wir heute noch Kirkenes erreichen entlang des Inari-Sees, anstatt den direkten Weg zum Nordkap zu wählen. Unterwegs sehen wir viele Rentiere und tatsächlich ganz nah ein Elchpaar, das aber zu scheu ist und sofort die Flucht ergreift, als unser Womo stoppt.

Wieder schmeißen wir unsere Pläne über Bord, als wir ein wunderschönes Plätzschen am See entdecken, wo wir alleine übernachten können.

GPS N69° 23′ 26,3“ E 28° 21’52,2“

3086 km von zu Hause entfernt, ohne Fährstrecken.

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Übernachtungsplatz nördlich Inari-See

Am Montag, den 15.07. ist es ohne Heizung im Womo morgens 17 °, Außentemperatur 10°

Die Morgenwäsche findet trotzdem in Form eines schnellen Frühschwimmens im Inariseeausläufer statt, wenn auch sehr kurz. Es tut richtig wehhhhh. Außerdem nerven hier die Schnaken.

Der warme Kaffee tut gut. Dann geht’s weiter nach Norwegen. Vor der Grenze tanken wir noch einmal voll für 1,389 € und füllen die Vorräte wieder auf.

Letzte Tankstelle und Supermarkt in Finnland

Die Grenzstation zu Norwegen

Auf ziemlich schlechter Straße holpern wir nach Kirkenes, sehen gerade ein Hurtigrouten-Schiff auslaufen und fragen uns, was uns eigentlich hierher geführt hat. Hässlich. Am Hafen gibt es wenigstens eine Entsorgung.

Nach Russland rechts abbiegen

Huritigruten verlässt Kirkenes

Das Terminal der Hurtigruten

Hafen

Erste Hoteladresse

Also wieder ein Stück zurück. Wir fahren weiter auf der E6 bis Tana entlang der Fjorde der Barrantsea.

Übers Fjell

Varangerfjord

Varangerfjord

Dann geht es über die extrem schlechte „98“ mit fürchterlichen Bodenwellen und ordentlichen Bombentrichtern über ein Hochfjell mit Schneeresten bis kurz vor Ifjord.

Die Brücke von Tana

schlimme Straße über das Ifjord

schlimme Straße über das Ifjord

Besserung in Sicht

Besserung in Sicht

Hier übernachten wir noch immer ca 280km vom Nordkap entfernt auf dem hiesigen Campingplatz für ca 30 € (290 NOK) incl. Strom und warmen Duschen.

GPS N70° 27′ 37,2“ E 27° 06′ 32,1“

Unser Camping

Am Dienstag, den 16.07. werden wir von echtem Sonnenschein geweckt. Das Thermometer zeigt 15 Grad. Endlich Zeit für T-shirt und kurze Hosen.

Wir folgen weiter der Route 98 und stoppen nach ca 45 Minuten am Silfar-Canyon. Dort machen wir oberhalb der Schlucht einen Spaziergang und genießen die Aussicht auf den Fluss und die blühenden Wiesen rings herum. „Dies ist ein Sommer, wie ich keinen sah…“,möchte man Christian Friedrich Hebbels „Herbstag“ umdichten. Die Sommer sind hier so kurz, dass alles gleichzeitig blüht und für einen wahren Farbrausch sorgt.

Silfar – Canyon

Silfar – Canyon

Silfar – Canyon

Silfar – Canyon

Zwischendurch fahren wir aber auch wieder durch karge Fjelllandschaften.

Und dann kommen sie zuhauf: Rentierherden. Scheue, die sofort die Flucht ergreifen, wenn sie uns bemerken und andere, die einen Deal mit uns zu schließen scheinen: du tust mir nichts, dafür darfst du mich fotografieren.

On the road

Rentiere zum Anfassen nah

Rentiere zum Anfassen nah

Rentiere zum Anfassen nah
Salz ist wichtig

Rentiere zum Anfassen nah

Weg zum Nordkap

Albino -Rentier

Das Nordkapp liegt auf der Insel Mageroya. Früher musste man von Kafjord mit der Fähre hierher übersetzen. Seit 1999 gibt es den Nordkaptunnel. Er ist der nördlichste Unterseetunnel der Welt und der drittgrößte Europas: 6,8 km lang und 212 m unter dem Meeresspiegel. Zur Finanzierung wurde jahrelang eine Maut erhoben, seit 2012 ist er frei.

Pancakes
Weg zum Nordkap

Weg zum Nordkap

Weg zum Nordkap

Weg zum Nordkap

Im nördlichsten Untermeerestunnel der Welt rund 7 km lang

Wir bewundern viele Radler, die mit einer Menschenstärke ohne E-Bike zum Kap hinaufstrampeln, teilweise bei einer Steigung von über 15 %. Respekt! Noch in Finnland trafen wir ein deutsches Paar, das seit April mit Rädern und Zelt unterwegs ist, das Nordkap bereits besucht hat und Weihnachten wieder zu Hause angekommen sein will.

Am Nordkap können keine Schiffe anlegen. Die ankern im 30 km entfernten Honningvag. Als wir den Ort passieren, liegt dort auch ein riesiges MSC – Kreuzfahrschiff vor Anker und wir ahnen schon, was uns am Kap erwartet. Speedbootfahren scheint auch zum Ausflugsprogramm zu gehören. In 2 riesigen Schlauchbooten werden Touris mit viel Gespritze durch die Bucht gefahren.

Kreuzfahrtschiffe Fluch oder Segen ?

Busse für die Kreuzfahrtschiffe

Auf dem letzten Stück begegnen uns viele Busse, die die Kreuzfahrer wieder pünktlich zum Captain’s Dinner zum Schiff bringen.

Um 18.30 erreichen wir unser Ziel. Die reine Fahrzeit für die knapp 200 km von Ifjord beträgt 6 Stunden. Insgesamt sind wir jetzt 3740 km gefahren.

Natürlich gibt es das Kap nicht umsonst. In einem Mauthäuschen sitzt eine nette Dame und kassiert 570 NOK ~ 60 €.

Das Mauthäuschen für das Nordkapplateau

Dafür dürfen wir 2 Tage auf dem Nordkap zubringen, das Kino, die unterirdische Kapelle und Ausstellungen besuchen.

In der 3. Reihe finden wir einen geräumigen Parkplatz für unser Womo und machen im eisigen Wind bei 4 ° dick eingemummelt einen ersten Rundgang.

Hauptgebäude mit Restaurantkuppel

Das bekannte Wahrzeichen des Nordkaps

geschafft – Ziel erreicht

geschafft – Ziel erreicht

Blick nach Westen vom Nordkap

Noch immer kommen Busse mit Touris vom Schiff an, die lieber hier ihr Dinner einnehmen. Wir ziehen uns dann in unser rollendes Haus zurück. Inzwischen regnet es und die Temperatur ist nochmal um o,5 ° gefallen.

Wohnmobile am Nordkap

Am Mittwoch, 17.o7. wachen wir bei noch immer 3,5 ° Außen- und 13 ° Innentemperatur auf. Wir haben am Vorabend bereits unser Ticket für ein norwegisches Frühstücksbuffet im Panoramarestaurant gebucht. ( 6 Uhr – 9.30 Uhr) Um 8 Uhr erwartet uns absolut kein Panorama (alles in dicken Nebel und Regen eingehüllt), dafür aber viele leckere Sachen auf dem Buffet.

Aussicht aus dem Panorama-Restaurant

Das Wahrzeichen ohne Touris

Anschließend schauen wir uns im Kino auf einem 125 ° – Bildschirm einen Film über die Jahreszeiten am Nordkap an. In einem Tunnel können wir uns über die Geschichte des Kaps informieren. Eine Kapelle, in der man heiraten kann, gibt es auch, sowie einen Gedenktempel an den König von Siam, den Opa des heutigen Königs von Thailand, der Norwegen mit dem Schiff bereist hat.

St. Johannes Kapelle

In Memoriam thailändischer König

In der „Höhle des Lichts“ werden die Jahreszeiten mit Licht- und Toneffekten präsentiert.

Höhle des Lichtes – sehr esotherisch

Wir sind überwiegend alleine unterwegs, das Schiff ist wohl weitergefahren.

Leeres Cafe

Nordkap im Nebel

Um 11 Uhr machen wir uns wieder auf die Reise. Zur einstmals nördlichsten Stadt der Welt – Hammerfest – soll es gehen, so haben wir es noch in der Schule gelernt. Heute sind neue Städte entstanden, die nördlicher liegen.

Zuvor machen wir in Honnigvag einen kurzen Stopp mit Stadtbummel. Ein Hurtigrouten-Schiff liegt am Kai.

Hurtigroute in Honningvag

Hurtigroute in Honningvag

Hurtigroute in Honningvag

Such die Oma

Die Fahrt ist unspektakulär. Es lichtet sich zwar der Nebel, bleibt aber regnerisch und trüb.

Islandmohn am Straßenrand

nördlichste Hängebrücke der Welt, 740m lang, führt auf die Insel, auf der Hammerfest liegt

Vom Nordkap bis Hammerfest sind es 214 km, für die wir 4,5 h reine Fahrzeit brauchen.

Am Hafen gibt es einen schönen Womo-Stellplatz mit Strom, Ver- und Entsorgung für 280 NOK ~ 30 €.

GPS: N 70° 39′ 47“ E 23° 40′ 30“

Auch, wenn es nieselt, muss ein kleiner Spaziergang sein. Der Zick-Zack-Weg hinauf auf einen Hügel verheißt eine schöne Aussicht auf Hammerfest und den Fjord. Stimmt.

Hammerfest

Blick auf Hammerfest

Blick auf Hammerfest

Am Donnerstag, den 18.07. ist der Himmel weniger bewölkt. Es scheint sich sogar hin und wieder ein kleines blaues Löchlein am Himmel aufzutun.

Wir besichtigen die Kirche von Hammerfest, die wir von außen schon bewundert haben, unter anderem von den Höhen des Zick-Zack-Weges aus. Wirklich sehenswert. Modern, schlicht und gerade dadurch sehr beeindruckend.

Kirche in Hammerfest

Kirche in Hammerfest

Kirche in Hammerfest

Kirche in Hammerfest

Kirche in Hammerfest

Eigentlich soll es am späten Vormittag weitergehen Richtung Tromsoe, aber urplötzlich lässt sich die Mülleimerauszugsschublade nicht mehr reinschieben und so können wir nicht fahren. Also Fehler suchen und beseitigen. War allerdings ein längerer Akt, der Jürgen viele Verrenkungen abverlangt hat, aber – wegen meiner strategisch geschickten Ausleuchtung des Arbeitsfeldes mit der Taschenlampe – doch erfolgreich beendet werden konnte. Daher verspätete Weiterfahrt erst gegen 14.30 Uhr.

Tuuuut – die Post ist da

Unser Stellplatz

Auf der Talfahrt von Hammerfest runter zur E 6 haben die Rentiere das Sagen. Morgens hatten wir schon 3 bewundert, die im Vorgarten eines Privathauses Rasen mähten, richtige Heinzelmännchen. Auf der Straße gebärden sie sich dann allerdings wie Machos: „Denkt ja nicht, dass ich euch Platz mache. Hier ist mein Zuhause, passt euch gefälligst an und fahrt um uns drum herum“, war hier die Devise.

Hier habe ich Vorfahrt

Wir sollen unser warmes Plätzchen verlassen? Fahr doch drum herum!

Geht doch

Auf der E 6 Richtung Tromsoe

 

Die Brücke nach Hammerfest – andersrum

läuft es dann mal wieder wie am Schnürchen. Der Außenborder, das Boot und der Roller, die ja alle auch Urlaub in Skandinavien machen wollen, aber den dunklen Kofferraum noch nie verlasen haben, schieben bergab, was das Zeug hält. Ratz – fatz sind 100 km/h erreicht, obwohl wir nur 80 dürfen. Naja, die seltenen Autos hinter uns hat’s sehr gefreut.

In Alta stoppen wir.

Nordlichtkathedrale in Alta, erinnert uns an das Guggenheim-Museum in Bilbao

Hier gibt’s außerdem Felszeichnungen zu bewundern, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Einen kleinen Eindruck haben wir schon einmal gewonnen, aber morgen wollen wir uns das mit etwas Zeit vor der Weiterfahrt noch einmal ansehen.

Wir übernachten auf einem Campingplatz in der Nähe, jetzt schon südlich des 70° Breitenkreises.

21.45 Uhr in Alta – 16 ° C

21.45 Uhr in Alta – 16 ° C

GPS 69° 55′ 42,3“ E 23° 16’12,5′

Gefahrene Kilometer auf eigener Achse und ohne Schiff bis hierher 4111 km!

 

Am Freitag, den 19.07. sind wir um 11 Uhr im Museum, um die Außenanlagen mit den Felszeichnungen zu besichtigen Eigentlich wollten wir den 3 km langen Rundgang nach einer Stunde beendet haben, aber die Zeichnungen und Erklärungen im mitgegebenen „GUIDE“ sind so interessant, dass 2,5 Stunden daraus werden. Ca. 6000 Felsritzungen und -malereien zwischen 2000 und 6000 Jahren alt sind hier zu sehen. Sie erzählen von der Lebensweise, insbesondere Jagdmethoden und dem sozialen Zusammenleben der damaligen Bevölkerung und sind unserer Meinung absolut sehenswert.

Felszeichnung in Alta – wie man Rentiere in einem Gatter fängt

Felszeichnung in Alta – wie man Rentiere jagt, wenn sie einen Flußdurchqueren, vom Boot aus und am gegenüberliegenden Ufer lauernd

Felszeichnung in Alta

Felszeichnung in Alta – Draufhauen mit einem Elchkopfstab

Felszeichnung in Alta zur Abwechslung mal Enten, Schwäne und Kormoran

Felszeichnung in Alta – Personen im Boot die mit zwei Beinen sind weiblich

Felszeichnung in Alta – ohne die neuzeitliche Kolorierung

Felszeichnung in Alta – ohne die neuzeitliche Kolorierung

Felszeichnung in Alta – ein neuer Schiffstyp

 

Bei herrlichem Wetter und einer Temperatur von 21.5° geht’s weiter auf der E6 Richtung Tromsoe und wir sitzen eigentlich viel zu lange im Auto. Aber die Landschaft entlang nordnorwegischer Fjorde ist spektakulär – und bei Sonnenschein natürlich erst recht.

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

Zwischen Hammerfest und Tromsö

80 km vor Tromsoe finden wir einen schönen Übernachtungsplatz .

GPS N 69° 16′ 22“ E 19° 56′ 18“ Kilometerstand 4401km

Zwischen Hammerfest und Tromsö Stellplatz

Zwischen Hammerfest und Tromsö Stellplatz

Zwischen Hammerfest und Tromsö Stellplatz

Zwischen Hammerfest und Tromsö Stellplatz

 

Am Samstag, den 20.06 sind wir früher als sonst auf den Rädern ( 9 Uhr) und das erweist sich als Segen. Die Eismeerkathedrale in Tromsoe finden wir ganz schnell und können mit unserem Womo direkt davor parken.

Brücke auf die Insel mit Tromsö-Kernstadt

Parken vor der Eismeerkathedrale

Wir sind verwundert, weil wir gähnende Leere vorfinden. In aller Ruhe können wir fotografieren – die Sonne steht ideal und leuchtet den Innenraum durch die Lamellen wunderbar aus. Der Architekt Jan Inge Hovig hat sie geplant.

Der Architekt

Das dreieckige 23 m hohe Glasmosaikfenster stammt von Victor Sparre und soll laut Reiseführer Europas größtes Glasmosaik sein. Die schlichte Schönheit dieser Kirche beeindruckt sehr.

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Eismeerkathedrale Tromsö

Als wir nach einer Weile wieder zum Parkplatz gehen, kommen gerade 2 Reisebusse an. Wir gut, dass wir schon drin waren!

Blick von der Kathedrale auf Tromsö

Die Brücke beginnt unmittelbar hinter der Kathedrale

Tromsö Sporthafen  und Altstadt

Wir laufen über die 1036m lange Brücke, die die Kernstadt-Insel Tromsoe mit dem Festland verbindet. Tromsoe hat sich zur größten Stadt der Welt nördlich des Polarkreises entwickelt.

Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg nicht zerstört – Fluch oder Segen? Vieles der alten Bausubstanz wirkt verkommen, manches wurde auch sehr schön restauriert – dazwischen eingefügt sind ultramoderne Bauten wie z.B. die Bibliothek. Mit EU – Fördergeldern hätte sich das Stadtbild sicher viel prächtiger dargestellt.

Altstadt

Altstadt

hochmodern

In der Bibliothek

Der Dom ist leider geschlossen.

Dom

Dafür hat „Emma“ geöffnet – und sogar einen Platz für uns.

Emma

Emma

Laut Reiseführer ist „das Restaurant so beliebt, dass die Osloer zuerst hier reservieren, bevor sie sich um ein Flugticket kümmern.“ Das Whale – Steak war auf den Punkt gebraten, butterzart und schmeckte hervorragend. Allen Tierschützern sei gesagt: Der Wal war schon tot und ist nicht extra für uns gefangen worden!

Wir bummeln am Hafen entlang zurück. Nach Museen steht uns heute nicht der Sinn. So verschmähen wir unter anderem auch das Polariamuseum, in dem frühere Polarexpeditionen erklärt werden.

Im Hafen

Im Hafen

Roald Amundsons Denkmal wird aber fotografiert.

Er bestieg hier 1928 ein Wasserflugzeug, um an der Suche des vermissten Luftschiffes „Italia“ teilzunehmen. Er und 10 Besatzungsmitglieder blieben verschollen. Nur der Benzintank des Flugzeugs wurde gefunden und soll im Polariamuseum zu sehen sein. Auf dem Rückweg passieren wir noch einmal die Brücke und setzen die Fahrt gegen 15.30 Uhr in Richtung Narvik fort. In Bjerkvik finden wir keinen Stellplatz und fahren die E 10 noch ein Stück weiter Richtung Lofoten.

 

Am Sonntag, den 21.07. sind wir wieder früh und setzen unsere Fahrt um 9 Uhr fort.

Übernachtungsplatz am Morgen

Zunächst ist es sehr warm (21,5 °) und sonnig, doch nach 2 Stunden zieht es sich zu. Wir überqueren die Brücke über den Tjeldsund und fahren die E 10 weiter auf die Lofoten.

Brücke über den Tjeldsund

Brücke über den Tjeldsund

Je weiter wir vorankommen, desto spektakulärer wird die Landschaft.

Unterwegs weißer Strand

Kurz vor Svolvaer beginnt es zu regnen, wir suchen uns im Städtchen einen Parkplatz, halten 1 Stunde Siesta, dann ist es wieder trocken und bummeln durch die Hafenregion.

Svolvaer

Svolvaer

Svolvaer

Svolvaer

Svolvaer

Überall werden Bootsausflüge angeboten, zu den Adlerfelsen, dem Trollfjord, zum Whalewatching und…und… und. In der Touristeninformation empfiehlt uns eine nette junge Dame an der Nordküste bei Hov die Mitternachtssonne zu erleben. Selbst bei bedecktem Himmel sei das Farbspiel der Wolken beeindruckend. Wir folgen ihrem Rat. Noch ein kurzes Stück weiter auf der E 10, direkt hinter der Brücke auf die Insel Westvagoy zweigen wir rechts ab und fahren eine sehr schmale Straße bis Hov.

Unterwegs

 

Hier finden wir einen kleinen Campingplatz am Sandstrand ohne Entsorgungsmöglichkeit für 220 Kronen und hoffen auf Mitternachtssonne.

Camping

Zunächst ist es tatsächlich sonnig. Dick eingemummelt in Wolldecken sitzen wir vor dem Womo und bestaunen das Himmelsspektakel. Die Fotos sprechen für sich.

Mitternachtssonne

Mitternachtssonne

 

Mitternachtssonne

Mitternachtssonne

Mitternachtssonne

Mitternachtssonne

Doch kurz vor Mitternacht verschwindet die Sonne hinter einem breiten, geschlossenen Wolkenband, so dass wir ihren weiteren Verlauf nicht mehr beobachten können. So kommen wir wenigstens ins Bett.

GPS N 68° 20′ 19,3“ E 14° 06′ 26,8“

Kilometerstand: 4963 km

Montag, 22.07. In der taghellen Nacht beginnt es wieder zu regnen und zu stürmen. Wir schlafen mal wieder aus und starten um 10.30 Uhr weiter Richtung Süden. In Borg stoppen wir am Wickinger – Museum. Der Parkplatz ist gut gefüllt mit Bussen, Wohnmobilen und PKWs. Inzwischen stürmt es zwar noch immer heftig und es ist sehr kühl, aber die Sonne scheint wieder.
Vor Jahren hat hier ein Bauer beim Pflügen Glasscherben entdeckt, die Archäologen datierten die Funde in das 6. Jhdt. Doch damals wusste niemand in ganz Skandinaviern, wie man Glas herstellte. Also musste Handel stattgefunden haben und die Bewohner mussten reich und mächtig gewesen sein.

Bei weiteren Ausgrabungen fand man Reste von 3 zeitlich übereinander gebauten Langhäusern. Den letzten historischen Zustand hat man rekontruiert in Form eines Langhauses von 83 m Länge, 12 m Breite und einer Giebelhöhe von ebenfalls 12 m. Unter diesem Dach konnten etwa 80 Menschen zusammen mit ihrem Vieh und Vorräten leben. Im Nachbau zeigen Personen in historischen Gewändern die damalige Handwerkskunst. Wir können zuschauen, wie man Garn spann, strickte, nähte, webte, malte und Leder bearbeitete.

Leben im Wikinger Langhaus

Leben im Wikinger Langhaus

Leben im Wikinger Langhaus

Leben im Wikinger Langhaus

Im Freilichtmuseum zeigte ein Schmied seine Fertigkeiten.

Schmied bei der Arbeit

Schmied bei der Arbeit

Im Hafen liegen 3 Wickinger-Boote.

Der Bauer,der die Glasscherben einst fand, muss wohl für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben, darauf lässt auch das aktuelle Herrenhaus schließen.

Weiter geht es nach Lekknes. Hier gibt es bei der Esso-Tankstelle eine Entsorgungsmöglichkeit, die wir gerne nutzen.

Wir beschließen, von Lekknes aus wieder zurückzufahren. Noch immer wären es knapp 100 km bis zur Südspitze und wir glauben, dass sich die Landschaft nicht mehr so dramatisch ändern wird. Unsere Suche nach einem weiteren schönen Mitternachtssonnenplätzchen geht schief. Der Abzweig nach Vestersand erweist sich als Flopp und wir beschließen, zurück auf der E 10 den ersten geeigneten Platz für die Nachtruhe anzusteuern, notfalls auch noch bis zum Trollfjord weiterzufahren. Jürgen findet einen super geeigneten Platz, etwas zurückgesetzt von der E 10, noch ein gutes Stück vor dem Trollfjord.

Mitternachtssonne am Übernachtungsplatz

Mitternachtssonne am Übernachtungsplatz

GPS N 68° 17′ 04,4“ E 14° 06′ 30,5“

Kilometerstand: 5074 km

 

Dienstag, 23.07. Wir haben gut geschlafen, die Sonne scheint und wir brechen auf zum Trollfjord.

Vorher kommen wir an der Lofoten-Kathedrale vorbei , der wir noch jeweils 40 NOK Eintrittsgeld spenden. Per Kartenzahlung, versteht sich. Wir haben wir bislang noch keine NOKs eingetauscht, selbst Kleinbeträge werden problemlos und selbstverständlich per Kreditkarte bezahlt.

Lofoten Kathedrale

Lofoten Kathedrale

Lofoten Kathedrale

Lofoten Kathedrale

Hinter Hanoy geht es rechts ab nach Digermulen, 19 km Wegsstrecke. Die Straße ist sehr eng, aber es gibt viele Ausweichplätze und fantastische Aussichten. Immer wieder halten wir zum Fotografieren an.

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Fotostudien auf dem Weg zum Trollfjord

Die Lust zum Schwimmen wird immer größer. Digermulen ist eine kleine Feriensiedlung, keine Möglichkeit, ans Meer zu kommen. Unterwegs haben wir aber einige Plätzchen entdeckt, wo wir unser Womo parken können. Und so kommen wir doch noch zum Schwimmen im Nordmeer. Kalt ist es schon, aber wenn man die ersten 30 Sekunden überlebt hat, wird’s richtig schön und macht Spaß. Anschließend lassen wir uns von der Sonne wieder aufwärmen und fahren nach 2 Stunden weiter.

Badeplatz

Fotobeweis Baden im Nordmeer

Das Womo hat wieder Durst, 1 Reservekanister Diesel haben wir noch und kippen ihn in den Tank, eh wir das Auto im Tunnel trocken fahren. Reicht auch noch bis zur nächsten Tankstelle.

Auf dem Festland angekommen lassen wir gleich hinter der Brücke den Tag auf dem Tjeldsundbrua Camping in der Sonne ausklingen.

Tjeldsundbrua hinten links von der Brücke liegt der Campingplatz

Kilometerstand: 5299 km

Mittwoch, den 24.07. Der Himmel ist wieder verhangen und es sieht sehr nach Wolkenbruch aus. Um 11.00 sind wir fertig, das Womo wieder sauber und wir sagen den Lofoten ade.

Kein Starkregen wie erwartet, nur Nieselregen, der aber auch bald wieder aufhört. Wir fahren auf der E 10, lassen Narvik rechts liegen und fahren über eine Fjelllandschaft nach Schweden.

Übers Fjell nach Kiruna

Übers Fjell nach Kiruna

Übers Fjell nach Kiruna

Zum Wandern haben wir keine Lust, uns zieht es jetzt in wärmere Gefilde in Mittel- oder Südschweden. Gut einkaufen können wir in Kiruna im ICA, unter anderem moose-Salami und moose-Skinke – beides können wir in der Frischwurstabteilung probieren und sind überzeugt. (moose heißt Elch)

Weder die im Reiseführer angepriesene Kirche aus Birkenholzstämmen im samischen Stil noch das Besucherbergwerk können uns heute locken, auch wenn letzteres als das weltgrößte Eisenerzbergwerk gilt. Erwähnenswert ist aber doch das Ergebnis meiner internet-Recherche über die Stadt. Spiegel online berichtete am 05.11.2014:

„In Kiruna sehen sie schon die Risse, die feinen Linien in der Erde, die Zeichen, dass sie näher kommt. Sie, die Mine, die hier fast alle versorgt. Sie, die Mine, wegen der nun eine ganze Stadt umziehen muss. Hoch oben im Norden Schwedens etwa 15 Zugstunden entfernt von Stockholm, liegt die größte unterirdische Eisenerzmine der Welt. Wer in Europa mit Eisenerz baut, baut meist mit Kiruna-Erz. Mehr als 27 Millionen Tonnen Eisenerz liefert die Miene jedes Jahr; es wird immer mehr. So viel, dass man sechs Eiffeltürme pro Tag bauen könnte, wie der „Guardian“ einmal ausrechnete. …

Weil die Mine sich immer weiter Richtung Stadtkern frisst, hat die Stadt sich entschlossen, umzuziehen. Etwa drei Kilometer östlich. Der Uhrturm, ein paar historische Häuser und die Kirche ziehen mit. Rathaus, Marktplatz und Wohnhäuser sollen neu gebaut werden. Alles soll ein bisschen dichter und moderner werden. Ein bisschen nachhaltiger.

Wenn alles gut geht, ist bis 2033 ein großer Teil geschafft, sagen die verantwortlichen Stadtplaner des Architektenbüros White.“

Kiruna ist LKAB = Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag, ist ein schwedisches Bergbauunternehmen mit Sitz in Luleå, das in Kiruna hauptsächlich Eisenerz fördert und sich zu 100 % im Besitz des schwedischen Staats befindet.

Abraumhalden bestimmen das Bild

Auch das Ice-Hotel im Nachbarort Jukkasjärvi können wir momentan nicht besichtigen. Das gibt es nur von September bis April und soll der größte Iglu der Welt sein mit Kapelle, Eisbar und Eisskulpturen.

Weiter geht’s bis Malmberget, ebenfalls eine Erzminenstadt, dort auf der E 45 weiter bis zum nächsten Ort Gällivare. Auch hier überall Abraumhalden. Aber Gällivare hat einen Hausberg (823 m hoch) , den Dundret. Im Winter ein kleines Schigebiet, im Sommer ein Aussichtspunkt, an dem man vom 2.Juni bis 12. Juli bei klarem Himmel die Mitternachtssonne sehen kann.

Auf dem Dundret

Auf dem Dundret

Auf dem Dundret

Auf dem Dundret

Auf dem Dundret

Das Wetter ist unterwegs immer besser geworden. Statt der 17° heute Morgen sind es jetzt 22,5°. Wir beschließen hier zu übernachten und nehmen gegen 20 Uhr in der Abendsonne vor dem Womo unseren sundowner .

Kilometerstand: 5670 km GPS: N 67° 6′ 17,7“ E 20° 38′ 41,1“

 

Donnerstag, den 25.07. Wir freuen uns beim Aufwachen über strahlend blauen Himmel und 17° Außentemperatur um 8.00 Uhr.

Nächster Morgen am Dundret

Gegen 10.00 Uhr geht es weiter auf der E45 südwärts.

Kurz vor Porjus zweigt eine Teerstraße rechts ab in den Storasjövället Nationalpark. Sie verläuft entlang des Storalulevatten.

Storalulevatten

12 km folgen wir dem Sträßchen, aber es scheint keinen Zugang zum See zu geben, an dem wir stehen und eventuell das Boot wassern könnten. Dafür gibt es reichlich Schnaken und die stechen auch richtig gut. Zurück auf der E 45 kommen wir nur noch wenige Kilometer weit. Bei Harsprouget (Wasserkraftwerk) finden wir an einem kleinen Stausee unser Traumplätzchen zum Baden, Sonnen und Faulenzen – noch immer nördlich des Polarkreises.

Stellplatz am Storalulevatten

Stellplatz am Storalulevatten

GPS N 66°48’50,9“ E 19°53’25,8“ Kilometerstand : 5765 km

Freitag, den 26.07. Auf unserem Plätzchen könnten wir es noch länger aushalten, aber die Heimreisestrecke ist noch lange Es geht weiter auf der E 45 bis Jokkmokk. Hier können wir tanken und besuchen eines der bedeutendsten Samenmuseen in Lappland.

Samenmuseum in Jokkmokk

Samenmuseum in Jokkmokk

Samenmuseum in Jokkmokk

Samenmuseum in Jokkmokk

Samenmuseum in Jokkmokk

In Jokkmokk – flächenmäßig so groß wie Rheinland-Pfalz – leben nur knapp 7500 Menschen, davon 2700 im Ort selbst. Den größten Teil des Gebietes machen die 4 Nationalparks Sarek, Padjelanta, Stora Sjövellet und Muddus aus. Alle zusammen heißen Lapponia und gehören zum UNESCO Weltkultur -, ~Naturerbe. Samen nennt man heute die einheimische Bevölkerung. Der Begriff Lappen ist veraltet. Auch die achteckige Holzkirche lohnt einen Besuch. Hinter einer Holzwand wurden früher die Toten eines Winters gelagert, bis der Boden wieder aufgetaut war und man sie begraben konnte.

Kirche in Jokkmokk

Kirche in Jokkmokk

Auf den örtlichen Campingplatz „Arctic Camp“ ver- und entsorgen wir für 25 SEK~ 2,50 Euro. Die vielgepriesenen samischen Kunsthandwerkslädchen enttäuschen uns und wir setzen unsere Fahrt südwärts fort. Nur ein kurzes Stück südlich von Jokkmokk überqueren wir erneut den Polarkreis, diesmal in Südrichtung. Dort gibt es eine Entsorgungsmöglichkeit, ein Café und einen See. Da es richtig heiß ist springen wir hinein und haben das erste Mal am Polarkreis geschwitzt und gebadet.

Polarkreis

Polarkreis

Zwei große Baustellen bremsen uns aus. Lange Zeit müssen wir auf staubiger Schotterpiste fahren. Auch wenn nur wenig Verkehr herrscht, ist hier doch jedes Staub aufwirbelnde Fahrzeug zu viel. 12 km vor Moskosel an der E 45 biegen wir rechts ab zu den Trollfors Stromschnellen, den angeblich größten Europas. Nach 16 km – wieder Erdpiste haben wir einen tollen Platz am Wasser erreicht. Direkt hinter uns können wir aus einer Quelle Trinkwasser zapfen. Wir beschließen auch den Samstag bis zum Nachmittag hier zu verbringen bei 33° Außen- und 24° Wassertemperatur.

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

GPS: N 66° 1′ 32“ E 19° 16′ 15“ Kilometer : 5917 km

 

Samstag, den 27.07. Lesen, Schwimmen, Faulenzen wären durchaus noch einen weiteren Tag auszuhalten.

Trollfors

Trollfors

Aber wir fürchten, dass wir dann zu sehr nach Hause hetzen müssen. Nach einem ausgiebigen und erfrischenden Bad im Fluß wollen wir unsere Reise gegen 16.00 Uhr fortsetzen. 5 Meter schaffen wir auch. Dann merken wir, dass der linke Vorderreifen platt ist, was uns vorher nicht auffiel, da das Auto auf Stützen stand. Bei inzwischen 36° wird der Reifen gewechselt und der platte mit dem Kompressor wieder aufgefüllt. Der „Badetest“ im Fluß zeigt, dass er wirklich ein Loch hat. Es hätte auch sein können, dass die Ersatzrad scheint ok zu sein. Trotzdem parken wir das Womo wieder auf unserem Plätzchen ein, den die nächste größere stadt ist noch weit und am Wochenende finden wir bestimmt keinen neuen Ersatzreifen. Dann lieber hier in schöner Natur aussitzen.

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

Trollfors

 

Sonntag, den 28.07. Morgens um 8 Uhr ist es nur 15° warm und sehr bedeckt. Aber um 11 Uhr ist es schon wieder sonnig, nicht mehr so heiß und bei angenehmem Wind kann man gut draußen in der Sonne sitzen, lesen und Bericht schreiben.

Um 14.30 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Östersund wollen wir am Montag erreichen in der Hoffnung, dort einen Reifen zu finden.Unterwegs klappern wir alle größeren Ansiedlungen ab. In Arvidsjaur trifft sich zwar im Winter die Autowelt Europas zu Testfahrten auf dem zugefrorenen See, aber es gibt keinen gescheiten Reifenhändler, sonntags sowieso geschlossen. Wir fahren weiter und hoffen, auf den nächsten 410 km keine weitere Reifenpasse zu haben. Fast 6000 km ist schließlich nichts passiert, aber jetzt stehen nochmals große Fahrbelastungen an. Die Fahrerei ist ermüdend, weil die Strecke recht eintönig geworden ist.

Nebenstraße zur E45

In Hoting finden wir einen kleinen Picknickplatz am Ortseingang neben der Brücke und verbringen die Nacht sehr ruhig.

GPS: N 64 ° 07′ 12,3“ E 16° 12′ 29,4 “ Kilometerstand: 6291 km

 

Montag, den 29.07. Es ist wieder kühl und regnerisch. In Strömsund fahren wir zufällig an einem Reifenhändler vorbei. Vielleicht haben wir ja Glück. Doch er kann uns nur einen chinesischen Sommerreifen für 120 € anbieten. Qualität? Fahreigenschaften? Weiß er auch nicht. Nee,so was wollen wir nicht.

Weiter in die nächste Großstadt Östersund. Das Internet spuckt 4 aus, die wir der Reihe nach abklappern – erfolglos. Unsere Reifengröße ( 205/75 R 16 C ) sei in Schweden nicht gängig und Ganzjahresreifen auch nicht. Hier fährt man halt witterungsbedingt im Winter richtige Winterreifen mit Spikes.

Der Mechaniker in der Werkstatt, die wir zuletzt anfahren, bietet an, den kaputten Reifen für 300 SEK zu reparieren, indem er einen Propfen ins Loch vulkanisiert. Guter Plan – nun haben wir für alle Fälle wieder eine Möglichkeit, ein Reserverad zu montieren.

Da die E 45 inzwischen über weite Strecken ziemlich eintönig ist, beschließen wir, ab Arsana auf kleineren Nebenstraßen weiter zu fahren. Über Vemdalen und Linsell bringt uns eine einsame, gut ausgebaute Straße bis Sveg – wieder an der E 45. Hier übernachten wir auf dem Parkplatz vor dem Folksparken – ebenfalls ein schöner, ruhiger Platz.

Stellplatz in Sveg am „Folksparken“

Wer will, könnte hier auch Heidelbeeren pflücken. Wir wollen nicht, denn im Gebüsch lauern heimtückische, bitterböse Moskitos und wir sind beide schon ausreichend verstochen.

GPS: N 62° 01′ 48,5 “ E 14° 22′ 08,9“ Kilometerstand: 6651 km

 

Dienstag, den 30.07. Der Wetterbericht sagt weiterhin unbeständiges Wetter voraus. Jürgen würde ja zu gerne das Boot noch einmal wasser, bevor wir nach Hause fahren. Seit 7000 km reist es als blinder Passagier mit. Wir suchen uns als nächstes Ziel Kristinehamn am Vänernsee aus, der wäre was für Bootfahren und liegt auch an unserer Route nach Malmö.

Weil die Nebenstraßen so schön waren, entscheiden wir uns, auf der „70“ weiter zu fahren und werden nicht enttäuscht. Gelegentlich gibt es mal tückische Streckenabschnitte mit ordentlichen Bodenwellen, in denen unser Womo gewaltige Sätze macht, wenn wir sie nicht rechtzeitig sehen.

Der Elch, auf den wir seit der Begegnung am Inarisee sehnlich warten, lässt sich leider nicht blicken. Wir hätten die phantastischsten Landschaften für ein Foto mit ihm oder ihr anzubieten, aber es besteht offensichtlich kein Interesse – dann halt nicht.

Gegen 18 Uhr erreichen wir Kristinehamn und quartieren uns auf dem hiesigen einzigen Campingplatz ein, weil wir wieder mal WLAN brauchen, damit unser Bericht mit Fotos ins Netz gehen kann.

GPS: N 59° 08′ 24“ E 14° 03′ 54,9“ Kilometerstand: 7022 km

 

Mittwoch, den 31.07. Sonne mit Wolken, aber die Luft ist kühl (16,5° ).

Wir buchen die Fährrückfahrt für Montag, den 05.08. und 16 Uhr ab Malmö, schreiben die Erlebnisse der letzten Woche auf und wählen die Fotos aus.

Am Nachmittag laufen wir ins Städtchen, flanieren ein wenig,

Kristinehamn

Kristinehamn

kommen an einem sardischen Restaurant vorbei, vor dem ein Musikant Gitarre spielt und dazu singt. Johnny Cash, Elvis, Miriam Makeba mit ihrem schlafenden Löwen sind genau so dabei wie La Traviata, Time to say good bye und italienische Schnulzen der 50iger und 60iger Jahre.

Kristinehamn

Kristinehamn

Gefällt uns. Bei Ichnousa ( sardisches Bier ) und einer leckeren Pizza schwelgen wir in Erinnerungen an Sardinienurlaube, in denen wir mehr Boot fahren konnten und weniger froren.

Zu Hause angekommen zeigt unser Garmin 10,6 km Laufstrecke an – sicher leider noch nicht alle Kalorien verbrannt. Aber schön war es doch…..

Donnerstag, den 01.08. – Samstag, den 03.08.

Um es vorweg zu nehmen: Das Boot hat keine Chance. Obwohl die Sonne scheint, hat keiner von uns beiden so richtig Lust, denn es bläst ein kräftiger, kühler Wind und oft genug schiebt sich auch mal eine dickere Wolke vor die Sonne.

Der Vänernsee ist Schwedens größter See. Er bedeckt eine Fläche von 5648 km² und ist maximal 106 m tief. Darin liegen 22.000 Inseln und Inselchen. Die Küstenlinie misst 2000 km und er enthält 1/3 des gesamten Süßwasservorkommens in Schweden.

Aber der Roller darf mal frische Lust schnappen. Wir fahren etwa 4 km südwärts zu der angepriesenen Picasso – Skulptur aus Beton. Die Stilrichtung des Schöpfers ist klar erkennbar. Die Skulptur ist 15 m hoch, der Säulendurchmesser beträgt 1,65 m. Die beiden Flügel, die oben an der Säule sitzen, laden 6 m bzw. 4 m weit aus, der größere wiegt 8 t. Schwere Kunst!

Picasso lässt grüßen

Picasso lässt grüßen

Picasso lässt grüßen

Picasso lässt grüßen

Am Freitag ist zunächst ganz tolles Wetter, wir packen die Liegestühle aus und genießen Sonne pur bei kühlendem Wind.

Faulenzen am Vänern

Weil wir nicht wirklich was zu tun haben, beobachten wir das Treiben auf dem Campingplatz ein wenig: Morgens ab 8.30 beginnt der Aufbruch. Fast überall wird gepackt und um 12 Uhr ist der Platz weitgehend leer. 2 Stunden später kommt die nächste Anreisewelle. Womo- /Wowafahrer rangieren auf die vorher ausgewählten Plätze ein, fahren auf Böckchen bzw. kurbeln mit Akkuschraubern die Stützen runter. Nun wird das Stromkabel angeschlossen und dann – ganz wichtig, auch wenn keine Sonne mehr scheint und es am nächsten Tag weitergeht – die Markise ausgefahren.

Markisen

Jetzt noch schnell Tisch und Stühle raus und dannnnnnnnn zieht Mann das T-shirt aus – denn er hat ja schon schweißtreibend geschafft – und hervor kommt ein Body!!! ein Body, so zutätowiert in schwarz-weiß, in bunt, passend zum Outfit der Partnerin oder auch nicht, dass man die Hautfarbe nicht mehr erkennen kann. Auch Beine, selbst wenn nicht so perfekt geformt, erwecken Aufmerksamkeit durch farbige Gemälde, die aber nicht von Picasso stammen.

Oft kommt dann noch ein kleiner Hund aus dem Womo oder ein großer, oder drei ganz große. Für Letztere wird dann sogar ein zusammenlegbares Tiergehege aufgebaut.

Ja – und wie machen wir das? Wer lästert, muss auch einstecken. Also, wenn wir Campingplätze nutzen, weil wir z.B. Strom für die Heizung brauchen oder unser Boot zu Wasser lassen wollen und einen sicheren Liegeplatz brauchen oder einfach auch nur mal wieder WLAN für den Blog, fahren wir zuerst die Stützen aus, schließen Strom an, lassen die Markise drin, aber jetzt kommt’s, egal, ob Campingplatz oder Wildnis: Haben wir Sat – Empfang? Ein Leben ohne Tagesschau ist nur ein gaaaanz schlechtes Leben, wenn überhaupt. Mindestens 3 Wochen waren wir ohne Empfang, weil wir uns zu nördlich befanden, probiert wurde trotzdem täglich wieder neu. Wo ist denn Süden? Ist der Baum im Weg? Manchmal muss sogar noch einmal umgeparkt werden. – Aber bislang haben wir beide noch kein einziges Tatoo. 🙂

Am Nachmittag fahren wir noch einmal mit dem Roller ins Städtchen. Viel los ist auch heute nicht. Allenthalben Leerstand, genau wie bei uns. Am Abend zieht es sich stark zu und regnet kräftig. Wohl dem, der jetzt seine Markise ausgefahren hat, der kann nämlich draußen sitzen.

Regenbogen über Markise

Auch am Samstagmorgen sieht es so aus, als würde der nächste Wolkenbruch nicht lange auf sich warten lassen. Wir packen zusammen, denn dann brauchen wir die knapp 500 km bis Malmö nicht am Sonntag in einem Stück schrubben. Entlang des riesigen Vänernsees fahren wir zunächst nach Mariestadt, dann auf der 26 Richtung Halmstad.

Götakanal

Jonköping lassen wir östlich liegen. Unterwegs geraten wir in einen ordentlichen Hagelschauer, die Scheibenwischer sind fast überfordert. Und dann, wir haben nicht mehr damit gerechnet, läuft ca. 40 m vor uns eine Elchkuh über die Straße, doch bevor der Foto gezückt ist, ist sie auch schon wieder verschwunden.

An einem kleinen See mit Badeplatz finden wir etwa 60 km vor Halmstad zwischen Landeryp und Hyltebrük unseren Übernachtungsplatz.

Badeplatz

Badeplatz Erfrischendes Frühschwimmen mit anschließender heißen Dusche

GPS N 57° 02′ 13,8“ E 13° 17′ 26,8“ Kilometerstand: 7312 km

 

 

 

04.12.2017 Letzter Urlaubstag

Standard

04.12.2017

Am letzten Urlaubstag weint der Himmel – mal wieder. Das Sonnenbrandrisiko in diesem Urlaub war gleich null.

Wir freuen uns – man glaubt es kaum – auf Kälte,Schnee und unsere Enkel in Otterfing.

Das Taxi für den Flughafentransfer ist schon bestellt und kostet weniger als die Hälfte des Hoteltransfers.

Die Thailändische Küche ist nicht schlecht, aber unsere Mägen freuen sich trotzdem schon auf Gulasch, Rinderbraten, Frikadellen, Linsensuppe etc.

UND AUF GUTEN WEIN !!!!!!!!!

In diesem Sinne – auf ein baldiges Wiedersehen zu Hause.

Sawasdee und khop khun kha bzw. khop khun khap Thailand.

 

Und last but not least:

Happy birthday, lieber Ennio, happy birthday to you !!!!!!!

27.11.- 03.12.2017 Beyond Resort Khao Lak

Standard

27.11.- 03.12.2017

Nach der doch etwas anstrengenden Rundreise lassen wir die Tage jetzt ruhig angehen. Ausschlafen, Schwimmen, am Strand spazieren gehen wird aber schon bald langweilig.

Die Frühstücksrestaurants und der Garten

Die Frühstücksrestaurants und der Garten

Am Strand

Am Strand

Unsere Terrasse

Der Haustempel, der die bösen Geister anlocken und dadurch vom Hotel fernhalten soll

Also mieten wir einen Roller für 5€/Tag und machen Ausflüge auf den Markt in Bang Niang,

On Tour

Markt in Bang Niang

Markt in Bang Niang

Markt in Bang Niang

Markt in Bang Niang

Markt in Bang Niang

Markt in Bang Niang – Gabi und Matthias  und der beste Mojito dieses Urlaubs

 

das Tsunami-Museum, ebenfalls in Bang Niang

 

Tsunami-Museum

Tsunami-Museum – 2 km landeinwärts wurde das Boot zurück geworfen

heute Tsunami-Denkmal

Dezember 2004 und heute

und den Sri Phang Nga -Nationalpark mit dem 63 m hohen Wasserfall Tam Nang. Leider gibt es kaum Wandermöglichkeiten in diesem Park und so hat sich die 50km lange Rollertour kaum gelohnt.

Rollerbraut

Sri Phang Nga -Nationalpark mit dem 63 m hohen Wasserfall Tam Nang

Sri Phang Nga -Nationalpark mit dem 63 m hohen Wasserfall Tam Nang

Sri Phang Nga -Nationalpark; Fische im Fluss

Sri Phang Nga -Nationalpark; Fische im Fluss

Ein wahrer Genuss sind die 90 minütigen Massagen, die ich mir zweimal gönne. Man fühlt sich anschließend wie neu geboren.

 

Jürgen zieht das Tauchen vor. Den Schnuppertest im Pool hat er grade so bestanden 🙂 und darf an Tauchausfahrten mit dem Boot teilnehmen:

Test im Pool

Erkannt ?

Am 02.12.auf den Insel Nr. 8 und 9 der Similan-Inseln, die 70 km vor der Küste im Meer liegen,  in 3 Stunden erreichbar sind und hoch gelobt werden, aber eigentlich tot sind. Das Meer dagegen war sehr lebhaft, auf dem Rückweg kam zum heftigen Seegang noch ein Gewitter dazu. Da kommt Freude im Magen auf.

Similan Island – auf dem Boot

Similan Island – auf dem Boot

Erkannt?

Similan Island

Similan Island

Similan Island

Similan Island

Similan Island

Similan Island

Similan Island – Turtle

Similan Island

Findet Nemo

Findet Nemo

Findet Nemo

Similan Island

Enttäuscht von diesem Ausflug, an dem auch unfähige Taucher teilnahmen und die Gruppe durch undiszipliniertes Verhalten gestört haben, kamen diese Inseln für einen weiteren Tauchgang nicht mehr in Frage, dafür aber am 03.12.2017 zwei Tauchgänge am Boonsung – Wrack mit vielen Fischen.

Boosung Wrack

Boonsung – Wrack – Steinfisch gut getarnt und mit Gift in der Rückenflosse

Boonsung – Wrack- Muräne

Boonsung – Wrack – Skalar

Boonsung – Wrack – Kinderzimmer für 4 Muränen in einer Muschelschale

Boonsung – Wrack – Rotfeuerfisch

Boonsung – Wrack Papageienfisch

Boonsung – Wrack- Steinfisch

Boonsung Wrack – Pause zwischen zwei Tauchgängen auf dem Boot

Eine Wand gelber Lippfische

Boonsung Wreck – Kugelfisch

Boonsung Wreck – Kugelfisch

Boonsung Wreck – Skalare

Boonsung Wreck – Unterwassertoilette

Boonsung Wreck – Rotfeuerfisch

Boonsung Wreck – Rotfeuerfisch

Boonsung Wreck – Rotfeuerfisch

Boonsung Wreck – Rotfeuerfisch

Boonsung Wreck – Kugelfisch

 

Nach einem Buffet-Abend im Hotel mit Entertainment-Programm

 

Buffet

Thai Grazien

Thai Grazien

Thai Grazien

ziehen wir an den Folgeabenden ein nettes Strandrestaurant 100 m weiter vor, wo man sehr gut und preiswert essen kann.

Am Pool

Vorbei an den Poolvillen

Zu unserem Beachrestaurant

Beachrestaurant