Gestern kamen wir nicht weit mit unserer Wanderung , da wollen wir heute eine neue Tour versuchen, wie es uns die nette junge Dame aus der Tourist- Information empfohlen hat. Nach Kukaj soll es gehen. Dort gibt es auch eine bewirtschaftete Almsiedlung. Wir verlassen den Übernachtungsplatz und fahren 4 km zurück zur Information, dort geht es rechts ab, wie das Schild ausweist.
Ausflug nach Kukaj (oben rechts)
Nach 800 Metern stehen wir wieder vor dem Bachlauf der Valbona. Christiane meint, die Furt sei doch ganz flach, da brauche man keine bessere Überquerungsstelle zu suchen, sondern könne einfach der Autospur folgen – und schreitet tapfer voran. Leichter Knick in der Optik, oder normale Lichtbrechung Luft-Wasser, jedenfalls ist es tiefer als der Stiefelschaft hoch ist und sie hat nasse Strümpfe, als sie drüben ankommt. Auf Zehenspitzen gehe ich hinterher und komme trocken an. Was nun ? Während Christiane Strümpfe und Schuhe in der Sonne trocknet, gehe ich zurück zum Auto und hole frische Strümpfe.
Valbona TalValbona TalValbona Tal und sein Bäche
Danach geht es weiter in Kehren bergauf durch einen schönen Wald mit tollen Ausblicken auf steile Berggipfel.
Ausflug nach Kukaj Ausflug nach Kukaj Kukaj
In Kukaj abgekommen finden wir eine „Brücke“ und die Wirtschaft und belohnen uns mit 2 Tirana Pils.
Ausflug nach Kukaj – Brücke Ausflug nach Kukaj – Brücke Almwirtschaft Almwirtschaft Almwirtschaft – kleiner Scorpion
Die Sennerin bestätigt uns, dass es einen markierten anderen Pfad nach Valbona gäbe, vor der Brücke links dem Bach abwärts folgend. Trotz Markierung ist aber kein Pfad zu finden und der Bach schmiegt sich so eng an die Friedhofsmauer, dass kein Durchkommen möglich ist. Zurück zu Brücke und auf der anderen Bachseite talwärts. Nach 100 Metern endet der Pfad an einer neuen Furt, zurück auf die Seite, die uns beschrieben wurde und auf der wir es zuerst versucht haben. Der Bach ist hier 3 Meter breit und mittendrin liegen einige teils trockene , teils geringfügig überspülte Steine als Tritte. Mit dem Wanderstock versuche ich, Steine aus den Zwischenräumen zu entfernen, um die Wasserhöhe zu senken. Drei große Schritte, abgestützt auf den Stöcken und ich bin drüben. Ich will dort noch einige Steine entfernen. Dann kommt Christiane, ich will ihr helfen und komme zurück, sie rutscht aus , ich kann sie nicht mehr halten, und sie setzt sich rückwärts ins Wasser. Ende von Stimmung! Bilder unmöglich! Pitschnass rennt sie den Weg, den wir kamen zurück und mitten durch den letzten Bach, 800 m vorm Auto. „Ist jetzt auch egal!“
Nach einer Stärkung und Erholungspause im Auto fahren wir
talabwärts weitere 6 km zu Hotel und Restaurant „Rilindja“. Catherine ist hier
die Institution für alle Infos rund um Valbona: www.journeytovalbona.com
Rilindja RilindjaRilindja
Wir treffen den Sohn und erhalten tolle Detailinformationen und Einblick in eine Super Wanderkarte. Er empfiehlt die Valbona Wasserfälle für morgen als Ziel.
WanderkarteWanderkarte
Frischer geht Forelle nicht
Nach 2 Bier, einem super Vorspeisenteller sowie frischen Forellenfilets und Gemüse in Tempurateig -extrem lecker – ist auch Christiane wieder mit dem Tag versöhnt, zumal wir auch noch unsere Campingtoilette dort leeren durften. Wir fahren zu unserem Stellplatz zurück. Dort soll morgen die nächste Wanderung starten.
6.20 Uhr beginnen die ersten Geräusche draußen, 7.00 Uhr sind sie dann so deutlich, dass wir aufstehen und uns fertig machen. Wir frühstücken in Ruhe und sehen dem Treiben auf der Kaimauer zu.
Der Kapitän kommt gegen 8 zu uns ans Auto: „Es wäre schön, wenn sie nach dem Frühstück das Wohnmobil an die Seite umparken könnten, damit wir dahinter noch kleine Autos laden können – aber frühstücken Sie erst in Ruhe zu Ende.“ Das Laden braucht etwa eine Stunde und bis auf einen freien Platz ist die Fähre ausgebucht. Pünktlich um 9 Uhr legen wir ab. Die nächsten 2,5 Stunden sind ein Traum. Leider spielt das Wetter nur bedingt mit und wir sind auf dem Oberdeck froh für Fleecejacke und Windjacke; auf 2 kurzen Zwischenstopps steigen noch 2 Passagiere zu und ein Kleinlaster belegt nun den einzig freien Platz.
Fahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman SeeFahrt auf dem Koman See Die Landestelle bei Firze
Das Ausschiffen klappt auch gut
Schule in Fierze
und wir rollen die 29 km ins Valbonatal hinauf bis zum Ende der Straße an einem großen Hotel, das z.Zt. aufgestockt und erweitert wird. Bei der Durchfahrt von Bajram-Curri machen wir einen kurzen Stopp und versorgen uns noch mit Brot und Obst.
Bajram-Curri Bajram-CurriBajram-CurriBajram-CurriBajram-Curri Aspekt auf unserem ParkplatzBajram-Curri WohnblockDie Valbona
Gegenüber dem Hotel ist ein großer Kiesplatz, der in das Bachbett übergeht und durch kleine Bäume abgeschirmt ist –
Hotel am Ende der Straße in ValbonaHotel am Ende der Straße in ValbonaHotel am Ende der Straße in Valbona
ein Stellplatz mit toller Aussicht auf die schneebedeckten Berge im Abendsonnen-Licht.
Unser Stellplatz Unser Stellplatz
Ps.: Unser Spaziergang in Richtung Thethi endet nach 2,5 km wiedermal an einer fehlenden Brücke über die Valbona
Sonntag 30. und Montag 31.5. Burg Rozafa und Weiterfahrt nach Koman zur Fähre
Das Wetter ist nicht mehr so
gut wie vor einigen Tagen, bewölkt, z.T. Nieselregen , kälter und viel
windiger. Unsere Antwort darauf lautet ausschlafen, ausführlich frühstücken und
Zeitung lesen, Blog schreiben. Es dauert bis 14.30 Uhr, bis wir uns dazu
durchringen können, den Roller aus der Garage zu holen. Immerhin ist Shkodra Albaniens
drittgrößte Stadt und soll am Südende eine schöne Burg haben. Wir brauchen auch
wieder eine Bank, denn die nächste Etappe soll wieder in die einsamen Berge
führen. Übrigens für einen Euro bekommt man aktuell 122 Lek, wie die Währung
hier genannt wird. Ein Brot (1kg) kostet 80 Lek, ein Liter Diesel oder Benzin 150
bis 165 Lek, 1,5 Liter PET-Flasche Sprudelwasser 50 Lek.
Aspekte (eher unschön) von ShkodraAspekte (eher unschön) von ShkodraAspekte (eher unschön) von Shkodra
Wir durchqueren die Stadt auf der Hauptstraße, nicht auf der
Umgehungsstraße wie mit dem WOMO und finden sie recht belebt. Einige Geschäfte haben
geöffnet, andere halten Sonntagsruhe. Parken in der zweiten Reihe, um eben
schnell was zu erledigen, gehört zur Normalität. Die Cafes und Kneipen sind gut
besucht – leben und leben lassen, so scheint der allgemein gültige Grundsatz zu
lauten.
Kurz vor der Burg treffen wir auf einen jungen Mann aus
Litauen, der mit dem Fahrrad von Griechenland aus Albanien durchquerte und am Abend
in Montenegro sein will. Der Aufweg zur Burg ist alt, gepflastert und steil. Wir
werden von einem alten Mann mit Akkordeon, der am Wegesrand sitzt und zu
spielen beginnt, als wir vorbeikommen, aufgemuntert. Damit hat er sich schon
ein „halbes Brot“ verdient.
Weg zur Burg Weg zur Burg Weg zur Burg Die Burganlage
Die Festungsanlage geht zurück bis auf die Illyrer im 5. Jhdt. vor Christus, was man noch an einem Mauerstück mit den typischen großen Quadern erkennen kann. Später haben dann Venezianer und danach die Osmanen die Anlage erweitert, umgebaut und bewohnt. Die Bauform besteht aus drei ineinander geschachtelten Befestigungskreisen, die jeweils große bis sehr große Innenhöfe beinhalten. Im Innersten gibt es ein Restaurant in einem gut erhaltenen / restaurierten, steingedeckten Gebäude. Zahlreiche Zisternen versorgten einst die Bewohner.
Zweiter InnenhofZisternen
An einer Stelle auf der Innenhofwiese geht ungesichert eine sehr schmale steile Wendeltreppe in die Unterwelt.
Ab in die Unterwelt
Die Aussicht nach allen Seiten ist phantastisch und von hier aus erscheint uns Shkodra wirklich als große Stadt.
Aspekte von ShkodraAspekte von Shkodra Aspekte von Shkodra Blick zur Küste
Die Besichtigungsgebühr beträgt 400 Lek, aber „Pensionista“ zahlen nur die Hälfte. Der Himmel wird dunkler und einige Tropfen kündigen Regen an, da machen wir uns schnell wieder nach Hause.
Abendessen wie üblich im Campingrestaurant, aber diesmal drinnen und nicht im Sturm auf der Terrasse.
Am Montag ist es wieder deutlich freundlicher. Um 12 Uhr verlassen wir den Platz, nachdem die nette Dame von der Rezeption für uns eine Reservierung für die Fähre von Koman nach Fierze am nächsten Tag um neun Uhr vorgenommen hat. Die Entfernung vom Campingplatz nach Koman beträgt 68 km, die wir in 3 Stunden und 6 Min bewältigen; laut Karte eine asphaltierte Straße, aber den Asphalt müssen irgendwelche bösen Kobolde weitgehend weggefressen haben. Jürgen hat ein Meisterstück am Steuer hingelegt, teilweise ging nur Schrittgeschwindigkeit – welch Glück, ein Wandler-Automatikgetriebe zu haben. Die Inneneinrichtung des Womo muss jetzt neu sortiert werden. Unimog doch – oder doch nicht ??? Für die Strecke heute hätte ich ihn fast geliebt.
Die Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach KomanDie Strecke nach Koman
Unterwegs treffen wir an einem Brunnen auf ein Paar, das mit Fahrrädern unterwegs ist. Wir stoppen und bieten an, ihr Gepäck mitzunehmen, damit sie es leichter haben. Nein danke, sie seien das gewohnt, sie seien aus der Schweiz mit dem Rad gekommen, die ganze Strecke. Morgen werden wir sie wiedersehen, denn sie wollen die gleiche Fähre nehmen wie wir.
Die Strecke nach Koman
Die Reservierung hat
geklappt, wir werden kurz vor der Anlegestation abgeholt und durch einen Tunnel
zum Schiff (-chen) eskortiert. Weil kaum Platz zum Parken vorhanden ist, dürfen
wir schon auf die Fähre fahren und hier übernachten. Morgen bringt uns das Boot
in West-Ost Richtung quer durch die Berge bis nach Fierze – eine der schönsten
Schiffsrouten Europas, berichtet der Reiseführer.
Unser Übernachtungsplatz
Der Komansee ist ein Staugewässer des Flusses Drin, dem
wichtigsten Stromlieferanten Albaniens. „1973 wurde mit chinesischer Hilfe die
erste Staustufe ‚Vau i Djes‘ gebaut. Bevor der Fluss aus den Bergen in die
Ebene austritt, wir er 53 Meter hoch gestaut. Dazu mussten 3 Täler mit Staumauern
abgeriegelt und der poröse Kalkstein im Becken des Sees abgedichtet werden. Die
von der Mündung gesehen dritte Staustufe, ein an der Basis 200 Meter dicker …
Tondamm steht bei Fierze. Hier schießt das Wasser durch Fallrohre fasst 150
km/h schnell und mehr als 100 Meter tief, um die Turbinen anzutreiben. Zwischen
‚Vau i Djes‘ und ‚Fierze‘ ging bei Koman
1986 an einer weiteren Staumauer das mit 600 MWatt leistungsstärkste albanische
Kraftwerk in Betrieb“ (Reiseführer Albanien, Michael Müller Verlag S. 113-114) .
Genau an dieser Stelle machen wir jetzt gerade Camping auf dem Boot.
Unser ÜbernachtungsplatzDie Staumauer – der Wasserspiegel liegt auf 170 m über NNDie Staumauer – der Wasserspiegel liegt auf 170 m über NN
Wir wachen bei stark bedecktem Himmel und 10° Außentemperatur auf, frühstücken, packen Regenkleidung ein und wandern los – in die gleiche Richtung wie am Vortag, doch auf der anderen Flussseite. Leider finden wir nirgendwo Wegbeschreibungen. Weiß-Rot-weiße Wegmarkierungen scheinen für alles zu gelten. Bald stehen wir erneut vor einer Furt. Ein zufällig vorbeikommender Albaner erklärt gestenreich, wie wir ohne nasse Füße über den Nebenfluss kommen: ein Stück bergauf gibt es eine Brücke, die man von unten nicht erahnen kann.
Fußgängerbrücke
Immer öfter kommt die Sonne hervor. Knabenkraut, Thymian, blühenden Wiesen vor noch schneebedeckten Berggipfeln am Horizont sind echte Hingucker.
Plötzlich wird der Weg sehr matschig. Wir entdecken, dass unter Steinen Wasser mit Macht nach oben drückt. Nach Wegnahme einiger Steine schießt eine regelrechte Fontäne einen Meter in die Höhe. Wieder einmal ein völlig neues Erlebnis. https://weltenbummler.familiemartin.de/wp-content/uploads/sites/6/2021/05/PXL_20210528_095811338.mp4
Quelle mitten auf dem Weg
Inzwischen sind wir 4 Kilometer gelaufen, würden gerne die Flussseite wechseln, sehen auch eine Brücke in der Ferne, doch vorher versperrt uns erneut ein Seitenarm den Weg. Wir gehen aufwärts am Bach entlang auf der Suche nach einer Überquerungsmöglichkeit. Plötzliches Grunzen neben uns lässt uns auf eine Schweinefamilie aufmerksam werden, die den Bachlauf hier an wadentiefer Stelle durchquert. Stiefel aus- Hosenbeine hochkrempeln und hinterher – oder weitergehen und eine bessere Lösung finden ? Wir entscheiden uns fürs Weitergehen.
Unser TaxiUnser Taxi
Lautes Motorengeräusch macht uns auf einen uralten, klapprigen, aber sehr hochbeinigen IFA Lkw aus DDR-Produktion aufmerksam. Der Fahrer kennt auch keine Brücke bachaufwärts, bietet uns aber an, uns auf seiner Weiterfahrt durch zweite Furten mitzunehmen auf die andere Seite der Vermosh – alles in Zeichensprache. Mein respektvolles „Uiiiih“ als die Tür in etwa 1,40m Höhe aufgeht, entlockt ihm ein Schmunzeln und er wiederholt grinsend“ Uiiiih“. Jürgen macht Räuberleiter, ich suche krampfhaft nach einem Griff zum Hochziehen und mit einem dicken blauen Fleck am linken Oberarm lande ich auf dem Motorblock. Jürgen schafft den Einstieg ohne fremde Hilfe. Mit pneumatisch zugeschaltetem Allrad und Differentialsperren schaukeln wir trockenen Fußes durch 2 Bachbetten. Das Aussteigen geht etwas leichter. Mit einem eleganten Sprung in Jürgens Arme verlasse ich das Fahrzeug. „Faleminderit – Danke !“ https://weltenbummler.familiemartin.de/wp-content/uploads/sites/6/2021/05/PXL_20210528_104239264.mp4
Nach 10 Kilometern und 3 Stunden sind wir wieder zurück am Wohnmobil, können uns nochmal davon überzeugen, dass es dem Lämmchen und seiner Mutter gut geht und fahren wieder talwärts.
Eintageszulassung in Deutschland reicht in Albanien für JahreBunker sichern das Vermosh-Tal Richtung MontenegroBunker sichern das Vermosh-Tal Richtung MontenegroBaumhaus im Kirchbaum, Campingplatz und Cafe am Ortseingang Vermosh
Zwischen Lepushe und Selce halten wir bei einem neu erbauten hübschen Restaurant und essen dort um 17 Uhr in der Abendsonne auf der Aussichtsterrasse zu Abend. Das angebot der Wirtin, auf ihrem Parkplatz zu übernachten nehmen wir gerne an.
Restaurant am WegRestaurant am WegRestaurant am WegRestaurant am Weg
Am Nachbartisch sitzen zwei deutlich aufgebrezelte junge Damen mit einem Herrn Mitte 30, der sich offensichtlich fühlt wie der Hahn im Korb. Wir wollen gerade ins Womo aufbrechen, als beide Damen zu uns an den Tisch kommen und uns in gutem Deutsch ansprechen: „Wir haben deutsche Sprache gehört. Dürfen wir Sie an unseren Tisch einladen. Wir wollen Sie aber nicht stören !“ Wir schauen uns kurz an, nehmen unsere Gläser und setzen uns mit an den Nachbartisch. Die jungen Leute erzählen uns von der Verbundenheit der Menschen im Kosovo, wo auch die beiden Damen herkommen (Pristina) mit den Albanern und der aus ihrer Sicht absoluten Notwendigkeit sich im Balkankrieg von den als Unterdrückern empfundenen Serben zu befreien. Ana, die Ältere der Beiden, lebte als Flüchtlingskind mit Ihren Eltern in Deutschland und lernte gut Deutsch. Im Kosova studiert Sie Jura ( Master) und will in Neustadt an der Saale das deutsche Examen erwerben und Anwältin werden. Ihr Freund, Gezim, Albaner, lebt seit 3 Jahren in Leipzig und betreibt dort 2 Spielotheken. In Coronazeiten sind diese geschlossen und er lebt vorübergehend bei seiner Familie in der Nähe von Tamare, 5 km von hier entfernt, wo sein Vater ein Hotel mit 4 Zimmern betreibt und ein neues baut.
Die Region macht wirklich den Eindruck, als würde sie für
einen sanften Tourismus hergerichtet mit kleinen Gästehäusern, Pensionen und
hübsch angelegten Dorfplätzen.
Am nächsten Morgen starten wir bei blauem Himmel weiter talwärts, entdecken zwei kleine Wasserkraftwerke und Forellenzuchtanlage.
RückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrtRückfahrt Geröllabgänge zerstören die LeitplankenRückfahrt Geröllabgänge zerstören die LeitplankenRückfahrt
Die Berghänge beidseits der Straße sind mit wildem Salbei und blühenden Granatapfelbüschen bewachsen. Im nächsten Dorf sehen wir regelrechte Salbeikulturen auf großen Feldern. Um 12 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz und kurz darauf läuft die Waschmaschine.
Wir lassen es langsam angehen, gegen 12 Uhr verlassen wir den Camping und fahren nach Norden, weiter auf der SH1 bis „Hani i Hotit“ der letzte Ort vor der Grenze zu Montenegro. Kurz davor biegen wir rechts ab und fahren parallel zu Grenze auf der neu ausgebauten SH 20 hinauf in die Berge bis zum nördlichsten Punkt Albaniens in Vermosh – insgesamt etwa 90 km.
Hier ist Albanien katholischHier ist Albanien katholisch
Besonders beeindruckend sind die Serpentinen zwischen „Lagjja e re“ und „Grabom“. Wir legen zahlreiche Fotostops ein.
Die SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach VermoshKarstquelleDie SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach VermoshDie SH 20 nach Vermosh
In Vermosh endet die Asphaltstraße und es geht für Offroader weiter auf einer Schotterpiste, die durch Bachfurten ein breites Hochtal erschließt, um dann als Schmugglerpfad nach Montenegro zu enden. Überhaupt war dieses Dorf früher besser über den nahe gelegenen Grenzübergang aus Montenegro zu erreichen als aus Albanien. Da wundert es nicht, wenn das Bier, das uns nach einer schönen Wanderung entlang des Baches erfrischte, aus einer montenegrinischen Brauerei stammte.
Die SH 20 hinter VermoshBrücke über den VermoshVermoshVermoshVermosh KircheVermoshVermosh
Auf der Wanderung begegnen wir freilaufenden Kühen, Schweinen, Schafen , Ziegen, Maultieren und Pferden. Ein lautes anhaltendes Blöken erweckt unsere Aufmerksamkeit. Ein winziges Lämmchen, höchstens 2-3 Tage alt, hatte sich wohl durch einen Lattenzaun gezwängt und konnte jetzt nicht zurück zu seiner Mutter und die Mutter nicht zu ihm. Es gelang uns, das Lämmchen zu packen, das Gatter einen Spalt zu öffnen und Mutter und Kind zu vereinen.
AusreißerWieder vereintNutztierhaltung anders als in DeutschlandNutztierhaltung anders als in DeutschlandNutztierhaltung anders als in DeutschlandWohnhäuserSteg über den VermoshPusteblumen
Wir übernachten mitten im Dorf auf einem blinden Stichweg in
eine Grünanlage. In der Kneipe gab es sogar freies WLAN und im ganzen Tal super
Internetempfang LTE.
Es wäre eine wunderbare Nacht gewesen, wenn nicht soooo
viele Hunde rund um unser Womo mit lautem Gekläff ihr Revier verteidigt hätten.
Wir haben keine Wanderwege gefunden und beschließen, unsere
Reise fortzusetzen. An der Brunnenwand am Dorfeingang liegt ein Wasserschlauch und
wir nutzen die Gelegenheit, Salz, Staub und Mücken abzuspritzen, sehen
allerdings selbst anschließend allerliebst aus.
Brunnenwand
Wir schleichen die Kehren wieder hinab und brauchen bis zur Autobahn SH 1 hinter Fushe-Kruje eineinhalb Stunden. Unser Ziel ist Shkodra und das Gebirge im Nordwesten Albaniens nahe Montenegro. 8 km nordwestlich von Shkodra gibt es am Skutari-See einen vom ADAC empfohlenen Campingplatz, den wir ansteuern (17 Euro pro Tag mit Strom). Hier kann man wunderbar schwimmen und relaxen, der Platz ist sehr gepflegt, die Sanitäranlagen top, im Restaurant gibt es leckeres, preiswertes Essen und gezapfte Halbe für 1,50 Euro. Da kann man nicht am nächsten Tag weiterfahren, zumal die Seitentür im WOMO spinnt und nachgestellt werden muss, damit die Schlösser funktionieren, was nach der Methode „try and error“ -alleine einen halben Tag Zeit beansprucht.
Am Mittwoch unternehmen wir einen Rollerausflug zur Brücke von Mes, 8 km nordöstlich von Shkodra – ein Brückendenkmal aus osmanischer Zeit. 13 Bögen, der mittlere mit einer Spannweite von 21,5 Metern, überspannen hier an einem uralten Handelsweg ins Kosovo den Fluss Kir. Viele, ausnahmslos männliche Jugendliche haben sichtlich Spaß, sich in die türkisblauen Fluten zu stürzen.
Brücke von MesBrücke von MesBrücke von MesBrücke von MesBrücke von MesBrücke von Mes
5 km weiter flussaufwärts suchen wir die zerfallene Burg von Drish, ohne Erfolg. Vielleich hätten wir uns durch Gestrüpp und Dickicht auf den 313 Meter hohen Hügel hinaufschaffen müssen, rot-weiße Markierungen waren sichtbar, aber wer will schon eine Woche zerkratzte Beine haben? Also wieder zurück zum Campingplatz und noch einmal schwimmen, essen, und ein kühles Gezapftes genießen, bevor wir uns morgen weitermachen ins „Große Bergland“, den westlichsten Teil der albanischen Alpen.
Die Nacht der Überfahrt war stürmisch. Um 8.45 Uhr laufen wir bei Sonnenschein in den Hafen von Durres ein. Die Zöllner und Grenzbeamten sind sehr freundlich winkten uns schnell durch. Liegt wohl an Jürgens Namen – Jürgen? – Ah: Jürgen Klinsmann – ist hier allenthalben bekannt.
Die Skyline von Durres
Wir wollen zunächst ins Zentrum, um Bargeld zu holen und albanische Telefonkarten. Zentrumsnah, am Stadtstrand, nah des Venezianischen Turmes entdecken wir einen Parkplatz für unser Dickschiff, erledigen unsere Besorgungen und genehmigen uns zum Abschluss den ersten Cappuccino nach langer Zeit. Hier in Durres gewinnen wir den Eindruck, Corona hätte einen Bogen um das Land gemacht. Alles ist geöffnet, Abstand halten Fehlanzeige und der Aufforderung, in Geschäften eine Maske zu tragen, kommt fast niemand nach. Die Lady im Vodafoneladen hat immerhin eine unter dem Kinn!
Der erste Cappuccino
DurresDurresStadtstrand Durres
DurresDurres
Später
erfahren wir, dass es auch in Albanien ein staatliches Impfprogramm gibt und
etwa 60% der Bevölkerung durchgeimpft seien. Wer sich nicht zur Impfung melde,
wenn seine Altersgruppe aufgerufen ist, werde später nicht mehr kostenfrei
geimpft!
Nur nicht
zuviel am ersten Tag. Nach 30 km am Meer entlang Richtung Norden, vor dem Kap
Rodon in Fushe-Drac parken wir in einer Pineta am langen Sandstrand vor einigen
neu erbauten Strandrestaurants. Wir essen leckeren frischen Fisch in Tonis
Restaurant – alles sehr preiswert. Selbstverständlich dürfen wir auf dem
Parkplatz übernachten. Als Gratiszugabe erhalten wir sogar orientalische
Livemusik bis irgendwann am frühen Morgen aus dem nahe gelegene Hotel, in dem
eine Lady Geburtstag feiert ( für Insider: Acheronschlucht lässt grüßen-
Fenster diesmal aber heil geblieben!)
Fushe-Drac Fushe-Drac
Fushe-DracFushe-Drac
Auch am Samstag ist der Himmel blau. Der Parkplatz füllt sich ab 9 Uhr langsam mit albanischen Tagesausflügler-Familien. Uns ist der Wind noch etwas zu kühl um zu baden und wir fahren weiter. Das Navi führt uns über eine wunderbare Hoppelpiste (20km in 90 Minuten) bis Fushe-Kruje. Dort suchen wir die Ruinen der namensgebenden Stadt – Albanopolis, eine Illyrerstadt aus dem 5.Jahrhundert vor Christus. Die letzten 1,5 km gehen wir zu Fuß, Bewegung tut gut und schont das Auto. Schließlich treffen wir auf eine Mauer aus großen rechteckig behauenen Steinen. Ein wahrlich lohnenswerter Ausflug 😊!
AlnabopolisAlbanopolis
Weiter geht
es auf der SH 38 in Serpentinen bergauf bis nach Kruje. Wir schenken uns die
Besichtigung der verfallenen Burg und verzichten auch darauf, durch den
Souvenirbasar zu schlendern. Stattdessen lassen wir unser Womo auf einer
abenteuerlichen Bergstraße etwa 800 Meter höher klettern zum Sari-Saltik, einem
1143m hohen Aussichtspunkt über Kruje, von dem der Blick weit in die Runde und
zurück bis zum Meer reicht. Sari-Saltik, der hier oben in einer Felsspalte
beerdigt wurde, wird als Heiliger verehrt, weil er einen Drachen getötet haben
soll, der bis dato täglich eine Jungfrau verspeist habe.
Kruje von obenKruje von obenUnsre StreckeTolle Wege tolle Aussichten Tolle Wege tolle Aussichten
Mittlerweile
ist es 16.00 Uhr. Wir genießen noch ein wenig die schöne Aussicht und die Sonne
und beschließen, die Nacht hier zu verbringen- hoffentlich ohne Gedudel.
Sari SaltikSari Saltik
Oh, wie gut
haben wir geschlafen! Keine bellenden Hunde, kein Gedudel, einfach nur
Totenstille. Ob der Heilige dafür gesorgt hat?
Unser ÜbernachtungsplatzUnser Übernachtungsplatz
Nach dem
Frühstück rollen wir im ersten Gang die unzähligen Serpentinen wieder abwärts.
Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark am
Pass Qafe-Shtame, 1227 Meter hoch. Gestern sprach uns auf dem
Sari-Saltik ein Albaner aus Kruje an, der 14 Jahre in der Nähe von Marburg
gearbeitet hat und uns sofort als Limburger identifizierte. „Ja die Straße
dorthin ist gut für das Wohnmobil befahrbar, nur Vorsicht der Rand ist
teilweise abgerutscht. Manchmal ist auch die Fahrbahn stark gewellt und
gesenkt, das sieht man aber. – Weiterfahren nach Burell? Nein das ist nicht gut
für das Auto. Dort gibt es Hotels, Restaurants, Campingplatz, gutes Wasser und
gute Luft. Es kommen Leute dorthin zur Kur.“
gute Straßegute Straße
Wir schaffen
auf der „guten Straße“, die sich durch eine wunderschöne Landschaft
hinaufschlängelt, einen Durchschnitt von 17 km/h. Damit ist klar, das ist für
uns eine Sackgasse, die Durchfahrt nach Burrel, etwa 10km hinter der Passhöhe
ins nächste Tal scheidet aus. Unterwegs
machen wir Halt an einem Wasserfall und füllen aus der gefassten Quelle daneben
unsere Kanister. Das Wasser hier muss wirklich gut sein und das ist wohl auch
der Grund für die Teerstraße, denn kurz vor der Ortschaft passieren wir eine
moderne Mineralwasserfabrik mit neuen, großen LKWs im Hof.
WasserfallWasserfall
Der „Kurort“
besteht aus einer Durchgangsstraße mit 5 Bars und Restaurants, 2 Hotels ,
einigen Ferienhäuschen und einer Wiese als Camping. Alles heute am Sonntag,
high noon, sehr gut besucht von albanischen Familien. Wir finden einen
Parkplatz am Straßenrand, packen den Roller aus und fahren erst einmal die
Straße weiter zur Passhöhe.
Dort endet
abrupt der Teerbelag und auch für den Roller ist die Weiterfahrt nicht zu
empfehlen. Wir stellen ihn gerade am Wegesrand ab, um ein Stück weiter zu
wandern, da kommt uns von unten ein weißer G-Mercedes mit Dachzelt entgegen.
Ein junges Pärchen mit Mainzer Kennzeichen hat den Weg aus Burrel herauf
geschafft. Ein Wegstück sei jedoch durch einen Erdrutsch versperrt und sie
hätten über eine einfach durch den Wald geschobene Piste ausweichen müssen.
Auf der Passhöhe
Wir erlaufen
die Gegend noch eine kleine Weile, bevor wir auf dem Rückweg im Passhöhen-Hotel
zum Essen einkehren. Die Temperaturen sind so, dass wir einen Tisch in der
Sonne wählen und genüsslich Lamm mit Salat verspeisen.
Auf der Passhöhe
Wieder zurück im Dorf hat sich der Rummel der Tagesgäste schon wieder ziemlich verzogen und wir schauen uns den Campingplatz an und finden alles, was wir brauchen: eine Wiese, Wasser, noch etwas Abendsonne und das alles für:“ No LEK! Free!“ Der umgebenden Bäume wegen, darunter ein blühender Apfelbaum vor dem Auto, fällt der Fernsehempfang heute Abend aus. Dafür haben wir Zeit zum Bericht schreiben. -Aber kein Internet.
Lange haben wir voller Ungeduld darauf gewartet, wieder reisen zu können.
Corona mit allen Einschränkungen ging besonders mir, Jürgen, von Tag zu Tag
mehr aufs Gemüt. Dazu kommt noch verschärfend die Wetterlage mit
Dauer-Aprilwetter seit 6 Wochen. Wann kann man endlich wieder raus und Neues
entdecken?
Jetzt! Und so starten wir am 18. Mai, nachdem wir 2 x geimpft sind und eine
Immunität aufbauen konnten. Albanien ist unser Ziel, das wir eigentlich schon
vor 2 Jahren bereisen wollten.
Die erste Etappe startet um 17.56 bei 13° C bei Sonne mit Regen. Nach 304 km
und 3h 45min haben wir genug vom Dauerregen auf der Windschutzscheibe und
fahren bei Ausfahrt 59 – Mühlhausen – von der A8 ab und übernachten auf dem
Stellplatz in Wiesensteig unweit der Autobahn bei mittlerweile 8,5°C.,
Endlich gehts los
Der Morgen grüßt mit Nieselregen und 7°C – also keine Besichtigung des zum
Stellplatz gehörenden Schlosses. Stattdessen weiter über Ulm und Füssen. Bei
der Einreise nach Österreich ein „wo wollen Sie hin?“ – „Italien!“ – „Gute
Fahrt“ – keine Kontrolle von Papieren, Testzertifikaten oder Impfpässen. Der
Regen lähmt scheinbar auch die Österreicher.
Regen und KaltFüssen-Tunnel Einreise nach Österreich
Hinter dem Fernpass – Tanken bei “Dolle“ auf der Passhöhe nicht vergessen,
weit und breit konstant die billigste Tanke auf dem Weg in den Süden – setzt
sich die Sonne zunehmend durch. Von Imst bis Reschen brauchen wir 3 Stunden.
Kontrolle bei der Einreise in Italien ? Fehlanzeige! Niemand zu sehen am
ehemaligen Grenzhäuschen! Der Kirchturm steht noch im See, wenn auch im
abgesperrten Sonderbecken, denn der allgemeine Wasserspiegel liegt etwa 4 bis 5
Meter tiefer. Ein Schneeschauer reicht nicht für die Wiedereröffnung der
Seilbahn, aber um uns weiter zu treiben.
Unverkennbar -ReschenseeEisregen in Reschen
Dann entdeckt Christiane, dass wir uns vor der Einreise elektronisch hätten anmelden
müssen und einen neg. Coronatest vorlegen können müssten und etwas Panik bricht
aus, zumal wir nirgendwo finden, dass Italien doppelt Geimpfte einem negativen
Test gleichstellt. Aber – wer nur auf der Durchreise, max 36h, ist braucht
keinen Testnachweis. Noch einen Test unterwegs machen lasssen?
Da bietet sich Mantua an, wo wir um 21 Uhr auf einem innerstädtischen Stellplatz ankommen und übernachten.
Der Geist des Weines gibt uns vor dem Einschlafen noch ein, dass wir lieber
versuchen wollen, morgen noch um 22 Uhr
in Bari nach Albanien einzuschiffen, anstatt
den nächsten Tag mit der Suche nach einem Testzentrum zu vergeuden, das uns
ohne Terminvereinbarung drannimmt.
Auch auf dem Apenin liegt noch Schnee
Nach Frühstück und Tanken sind wir um 9.00 Uhr wieder auf der Autobahn. Es scheint die Sonne, das Thermometer zeigt 20 °C und es ist wenig Verkehr. Mit einem Durchschnitt von 82 km/h bei einem Verbrauch von 13,3 l / 100 km schieben wir die langweiligen 782 km bis Bari ohne größere Pausen bis 19.15 Uhr durch.
Gute Leistung
Erst im zweiten Anlauf finden wir den richtigen Eingang in den Hafen. Dort treffen wir dann aber gleich auf das Büro von GNV (Grande Navi Velocy – die Monegassen, mit denen wir schon gute Erfahrungen gemacht haben) und binnen 5 Minuten bin ich mit den Tickets wieder im WOMO. Keine Spur von Corona Sonderregeln. Das dicke Ende kommt gleich: Code-sharing Tickets. Wir werden nicht zu einem Schiff von GNV geleitet, sondern zu einem Seelenverkäufer namens „Marina“ der N-Adria! Die Außenkabine hat 4 Stockbetten, sonst keinen Platz und wird in der Sanitärkabine vom Rost zusammengehalten. Beschweren führt zu einem Kabinentausch, der aber nur geringe Verbesserungen bringt. Wir haben zum Glück eine Medizin mit an Bord gebracht, die uns beim schnellen Einschlafen hilft. Übrigens – Stromanschluss auf der Überfahrt für den Kühlschrank ? – 380 V Starkstrom gerne, aber 230V leider nein- zum Glück stehen wir auf dem Open-Deck und können das Gas anlassen.
Der Himmel ist wolkenverhangen, gegen 10.20 Uhr beginnt es
zu regnen. Wir beschließen, da die Wettervorhersage nichts anderes verspricht,
langsam die Rückreise anzutreten. Auf der gebührenfreien 4 spurigen N165 fahren
wir bis Lorient , wechseln auf die N24
bis Baud und dann auf die N168 bis Pontivy. Hier gibt es eine Biscuiterie,
wo wir stoppen und Kekse kaufen. Dann geht es weiter auf der N168 in Richtung St. Brieuc, auf der D786und D34 bis La Carquois, sozusagen ein Vorort von Pléherel Plage, wo wir am Anfang der Reise
schon einmal waren – einmal Bretagne von Süd nach Nord durchquert.
Sebastian hat zwischenzeitlich das Haus, in dem wir vor 25 Jahren
Urlaub machten, bei Google-maps gefunden und die Koordinaten gemailt und so war
unsere Suche diesmal erfolgreich. An dem Haus wurde angebaut, die ehemalige Wiese
ist jetzt ein Maisfeld und gegenüber steht ein neues modernes Haus, dessen Besitzer
uns berichtet, dass es dieses Jahr letztmalig als Ferienhaus vermietet wurde
und künftig vom Sohn selbst bewohnt werden soll.
Unser altes Ferienhaus in La CarquoisUnser altes Ferienhaus in La CarquoisUnser altes Ferienhaus in La CarquoisUnser altes Ferienhaus in La Carquois
Noch einmal übernachten wir für 12.50 € incl. Strom auf dem
herrlich gelegenen Camping municipal in Pleherel Plage.
20.09. Sonntag
Es ist bedeckt und nichts deutet darauf hin, dass die Sonne
noch einmal zum Vorschein kommen will. Also nutzen wir den Tag, um uns die Stadt
Dinan anzuschauen. Vor 38 Jahren waren wir zum ersten Mal mit einem beim ADAC
in Frankfurt gemieteten Wohnmobil und unserem 5 Monate alten Sohn unterwegs.
Womos waren damals noch Exoten auf der Straße. Unsere „Tour de France“ führte
uns bereits damals ans Cap Fréhel und auch nach Dinan, das wir als sehr schön
in Erinnerung haben.
Ganz zufällig stoßen wir auf unserer Fahrt dorthin auf ein
Juwel: das kleine Städtchen Plancoët.
Spontan suchen wir einen Parkplatz, um durch die blumengeschmückten
Gassen zu bummeln.
Dinan hat keinen
Campingplatz, nur einen Stellplatz auf einer naturbelassenen Wiese am Fluss
Rance, weitab vom historischen Zentrum. Beim Durchfahren erschrecken uns die
Menschenmassen, die hier unterwegs sind. Auch der Stellplatz in Lavallay auf der anderen Flussseite
überzeugt uns nicht und wir verschieben den Dinanbesuch auf einen anderen
Zeitpunkt n.C. (nach Corona), zumal es immer noch nicht aufgeklart hat.
DinanDinan
Salu Bretagne – in
der Normandie soll das Wetter besser sein. Und so schmettern wir auf
gebührenfreien Autobahnen noch 190 km weiter bis Caen und dann noch ein kleines Stück bis ans Meer nach Merville – Franceville Plage auf den Camping Pointe de Jour direkt am
Strand. Bei unserer Ankunft ist es 18.45 Uhr und die Sonne scheint! Voila !
21.09. Montag
Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir den Tag mit einem
zweistündigen Spaziergang bei gerade beginnender Flut am kilometerlangen Strand.
Am Nachmittag nehmen wir – man glaubt es kaum – unser erstes Bad im Meer. Hier
lockt das Wasser tatsächlich und es ist auch angenehm warm.
Morgen wollen wir noch einen Tag hier verbringen und dann am
Mittwoch in einem Rutsch nach Hause fahren, wo wir uns in Isolation begeben wollen,
bis wir ein negatives Testergebnis haben.
Als wir aufwachen, ist draußen dichter Nebel und es regnet immer mal wieder – ideal für einen Fahrtag. Auf der D28 halten wir uns der Küste entlang, kreuzen mehrere „Abers“ (= Flussmündungen, tief eingeschnitten ins Land, die Ebbe und Flut unterworfen sind)
AbersAbersAbers
und steuern den westlichsten Punkt Kontinental – Frankreichs an, die Pointe de Corsen. Leider herrscht noch immer dichter Nebel und die gepriesene Aussicht vom 40 Meter hohen Felsen können wir nicht genießen.
Pnte Corsen. der westlichste Punkt Kontinental FankreichsPnte Corsen. der westlichster Punkt Kontinental FrankreichsPnte Corsen. der westlichste Punkt Kontinental Frankreichs
Ein Abstecher auf der D5 bringt uns zum größten Menhir Frankreichs, dem Menhir de Kerolas. Er ist 9,5 Meter hoch und hat schon mehr als 5000 Jahre auf dem Buckel. Hätte ihn nicht irgendwann mal ein Blitz enthauptet, wäre er noch 2,5 Meter höher. Er besitzt zwei Beulen an den Seiten, denen er den Spitznamen „le Bossu“ ( der Bucklige) verdankt. Noch bis ins 19. Jahrhundert sollen Paare sich in der Hochzeitsnacht nackt an den Beulen gerieben haben – er, um Söhne zu zeugen und sie, um zu Hause die Hosen anzuhaben.
Menhir de KerolasMenhir de KerolasMenhir de Kerolas
Wir folgen der D5 über Saint Renan nach Brest. Hinter Brest führt eine wunderschöne Brücke über den Mündungsarm des Elon, die „Albert Louppe“- Brücke.
Pont A. LouppeBlick von der Pont A. Louppe
Auf der vier-spurigen N 165 erreichen wir zügig Le Faou und biegen ab auf die mit 3 Michelinsternen ausgezeichnete Halbinsel Crozon. Die D791 führt zunächst durch eine wunderschöne Waldlandschaft und dann auf eine weitere tolle Brücke – Le Pont de Térénez – über den Mündungsarm der Aulne.
Pont de Térénez
Von dem Städtchen Crozon ist es nicht mehr weit zum Camping „Plage de Trez Ruoz“ an der D355. Isabelle Trouplin empfängt uns herzlich, spricht sogar Deutsch und kocht auch selbst. Unsere Küche bleibt kalt. Heute Abend gibt es Moules – Frites, lecker!
Moules Frites
Zum Desert wählen wir einen fantastischen Sonnenuntergang direkt am Strand vor dem Campingplatz.
Dessert
16.09. Mittwoch
Als wir gegen 10.30 mit dem Roller nach Norden aufbrechen, ist es noch lausig kalt. An der „Pointe des Capucins“ entdecken wir verfallene französische und deutsche Militäranlagen, die die Einfahrt in den Hafen von Brest kontrollieren sollten.
Pointe des Capucins Pointe des Capucins Pointe des Capucins Pointe des Capucins Pointe des Capucins Pointe des Capucins
Im weiteren Küstenverlauf bis zur Brest gegenüber liegenden nördlichsten Spitze, der Pnte de Espaniol, finden sich noch weitere Festungsanlagen, z.Teil geplant und gebaut von Vauban, dem großen Militärarchitekten Ludwigs XVI.
Vauban lässt grüßenVauban lässt grüßenPointe Espaniol – aktueller ProtestVaubanVon der Natur aufgemalte Augen statt Waffen – Raupe eines NachtfaltersAbbutzen !Blick auf Brest über Goulet de Brest – die Meerenge von Brest
Die Bucht von Brest ist auch heute noch ein wichtiger Marinestützpunkt Frankreichs, besonders für die Atom-U-Boote. Von der Nordspitze geht es wieder durch Crozon zur Südspitze der Halbinsel, der Pnte de la Chèvre (ohne Ziegen). Hier laufen wir wieder ein Stück auf dem GR34 um die Spitze herum.
Point de ChèvrePoint de Chèvre
Inzwischen ist es wieder richtig heiß geworden. In Morgat erfrischen wir uns mit einem Cidre vom Fass und stärken uns mit einer Galette,
MorgatGalette
um dann an der Westspitze, der Pnte de Penhir
Point de PenhirPoint de PenhirPoint de PenhirPointe de Penhir
und kurz dahinter an der Alignements de Lagatjar, einer unspektakulären Ansammlung von Menhiren, unseren Ausflug zu beenden.
Alignements de Lagatjar
17.09. Donnerstag
Um 7.30 Uhr wird es langsam hell und der Campingplatzhahn kräht auf bretonisch: „Kikeri – Kikeri.“ Wir warten ständig auf die vierte Silbe „ki“, aber sie kommt nicht. Er bleibt stur. Es ist sehr windig, aber trotzdem sehr diesig, als wir von der D887 (in Richtung Quimper) einen Abstecher auf den 330 Meter hohen Menez-Hom Armorique hinauffahren. In der Ferne kann man die Térénez-Brücke erahnen, die Küste ist kaum zu erkennen.
Menez-Hom ArmoriqueMenez-Hom Armorique
Heute Abend wollen wir in Concarneau sein, wo Kommissar Dupin ermittelt. Sein Lieblingsgetränk ist der „Fine de Bretagne“.
Natürlich rein zufällig kommen wir an der Cidrerie „Manoir du Kinkiz“ vorbei, wo man Cidre, Apfelsaft, Pommeau (=Jus de Pommes plus eau de vie „Lebenswasser“) sowie Lambig, der bretonische Calvados (der Name Calvados ist regional von der Normandie geschützt) und den von Dupin geschätzten Fin de Bretagne verkosten und kaufen kann.
Cidrerie Manoir de Kinkiz
„Brigitte“ bedient einige Kunden, die weder an einer Führung noch Verkostung interessiert sind und hat dann Zeit, um uns in die Kunst der Apfelveredlung einzuführen. Hier werden auf 40 ha ausschließlich alte Apfelsorten angebaut, die den Produkten einen besonderen Geschmack geben. Sie erklärt uns ausführlich den Herstellungsprozess. Erst wenn die Äpfel so reif sind, dass sie vom Baum fallen, werden sie aufgesammelt, keinesfalls gepflückt. Die einzelnen Apfelsorten werden getrennt etwa 4 Tage im Stahltank durch natürliche Hefe vergoren, danach der sich oben absetzende Trester entfernt und eine Cuvée aus 4 bis 10 Sorten zusammengestellt, die auf Flaschen mit Sektkorkenverschluss abgefüllt wird. Diese werden liegend gelagert und der Inhalt durchläuft eine zweite Gärung, die durch den sich entwickelnden hohen Kohlensäuredruck irgendwann zum Stillstand kommt, bei etwa 5 % Alkohol und noch deutlich schmeckbarem Restzucker. Die alten Apfelsorten stehen dabei für einen anfänglich etwas befremdlichen bitteren Hintergrundsgeschmack.
Für den Lambig wird das Destillat aus Cidre verschieden lang in alten Eichenfässern gelagert, was den Geschmack und den Preis bestimmt. Der 20 Jahre gereifte ‚Fine de Bretagne‘ ist das Spitzenprodukt, der Standardlambig lagert 4 Jahre. Zum Glück haben wir noch etwas Stauraum frei.
Cidrerie Manoir de KinkizCidrerie Manoir de KinkizCidrerie Manoir de Kinkiz – Apfelgarten
Wir rollen auf Nebenstraßen wenige Kilometer weiter bis Camping Les Sables Blancs in Concarneau.
Camping les Sables Blancs
18.09. Freitag
Heute ist Markt in Concarneau. Vom Campinglatz aus gibt es einen schönen Wanderweg, der uns in 20 Minuten direkt ins Zentrum führt. Das alte Zentrum, die „Ville close“ wurde im 14. Jahrhundert auf einer Insel erbaut, die mit Mauern umschlossen ist. Wie könnte es anders sein, war auch hier wieder Vauban beteiligt . Heute verbindet sie ein Damm mit dem Festland dorthin, wo auch der Markt abgehalten wird. Sowohl auf dem Markt als auch in der Altstadt herrscht Maskenpflicht, an die sich alle halten, aber das Abstandsgebot ist halt im Markttreiben schwierig zu befolgen.
Markt in ConcarneauMarkt in Concarneau
Wir haben unseren Käse-, Wurst-, Obst- und Gemüsevorrat wieder aufgefüllt, bevor wir durch die „Ville close“ bummeln und einen Capucchino nehmen. Die Aussicht von der Stadtmauer ist einfach nur hässlich zu nennen. Drinnen beschreibt es vielleicht „Drosselgasse“ am besten.
Concarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville closeConcarneau Ville close
Einen kleinen Nachmittagsregen benutzen wir mit gutem WLAN
für Blog schreiben und Siesta.