Weltkulturerbe Dougga bis Nabeul

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Weltkulturerbe Dougga bis Nabeul

Mittwoch, den 14.04.2026 – Donnerstag, den 15.04.2026

Der Übernachtungsplatz war o.k., im Restaurant gab es nur eine Speisekarte in arabischer Schrift. Was wir essen wollen? Wir haben nichts verstanden außer Pizza, und haben – überfordert wie Helmut Kohl mit der Frage „ White bread or black bread?“, Pizza bestellt. Sie lag schwer im Magen. Während der Nacht regnet es kräftig, auch am Morgen des 14. April ist es kalt – 11°, windig und nass und statt zu laufen fahren wir die wenigen Kilometer bis zur antiken Stadt Dougga. Besiedelt wurde sie von den Puniern, Römern und schließlich den Byzantinern. Alte Gassen, schon mit Kanalisation unter den Steinplatten, Tempel, Badehäuser, Latrinen – 12 nebeneinander im geselligen Halbrund – mit Wasserspülung-, ein Theater, das meiste sehr gut erhalten. Aber es macht keinen Spaß bei 11 Grad starkem Wind und Regen durch die alten Steine zu laufen.

Zurück am Auto beschließen wir, doch wieder westwärts zu fahren. Nabeul bietet ein Hotel mit Campingplatz – da wollen wir heute Abend sein.

Unterwegs wird Jürgen von einem anderen Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, dass einer der rechten Zwillingsreifen platt aussehe – tatsächlich. Mit dem Kompressor haben wir ihn wieder von 0 auf 4 bar aufgepumpt, sind weitergefahren und haben über die Ursachen nachgedacht. Reifen kaputt? Sind ganz neu. Ventil kaputt? Eher wahrscheinlich. Nabeul ist noch 140 km entfernt. Alle 30 km kontrolliert Jürgen den Luftdruck, pumpt jedes Mal nach und bereits im Dunkeln erreichen wir unseren Platz in Nabeul – Hotel und Camping Jasemin. Der Betreiber hat in Deutschland Hotel- und Gaststättengewerbe studiert. Sehr nett und hilfsbereit.

Wir finden noch einen Platz, obwohl es für unser langes Dickschiff schwierig ist, schlafen gut und tauschen uns am nächsten Tag – noch immer regnerisch, mit anderen Gästen aus und erhalten gute Tipps.

Gegen Mittag fahren wir im Ort zu einer Werkstatt, die mal eben mit 4 Altreifen eine Fahrbahn sperrt und für 7 Euro das kaputte Ventil austauscht. Auf Französisch klappt die Verständigung prima – ohne diese Sprachkenntnisse geht nicht viel. (Falk, hör auf deine Oma! Du musst Französisch lernen, das ist wichtig.)

Wir fahren zurück zum Campingplatz und laufen anschließend zum Souk, 35 Minuten Fußweg, sind enttäuscht, wenn wir an Marokko denken, kommen in einen heftigen Regenschutt, den wir in einem Cafe abwarten und fahren für 5 Dinar = 1,30 Euro mit dem Taxi zurück zum Campingplatz. Ab morgen soll das Wetter wieder besser werden.