Los geht’s, auf nach Marokko!

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Donnerstag, 27.03.2025 bis Donnerstag, 03.04.2025

Wir konnten endlich wieder einmal Lissy und Michi für eine große Abenteuerreise zur Einweihung deren neuen Wohnmobils gewinnen.

Längere Vorbereitungen waren nötig, nicht nur, um dem Etrusco seine „Kinderkrankheiten“ auszutreiben, auch die Crew brauchte noch vorbereitende Impfungen nicht nur medizinischer Art.

Zu guter Letzt hätte es noch sprichwörtlich ins Auge gehen können- aber jetzt ist alles gut und wir sind auf Achse.

Die erste gemeinsame Übernachtung ist auf einem schönen Stellplatz unter der Schauenburg von Oberkirch, die wir am nächsten Morgen noch besuchen. Die Burgschenke mit Biergarten macht einen sehr guten Eindruck und am Stellplatz gibt’s Strom und eine Dumpstation sowie eine schöne Aussicht.

Die A5 ist frei, nochmal volltanken und dann geht es ohne Einreisestau in die Schweiz und den Gotthardt hinauf. Die dritte Spur ganz rechts ist frei – und die Signalanlage gibt eindeutig diese Spur nach Andermatt frei. Kurzfristig ändert Christiane die Spur und fährt am Stau vorbei bis zur letzten Ampel an der Tunneleinfahrt. 30 Minuten gespart: 🙂

Auf dem Rasthof hinter dem Tunnel gibt es nochmal eine Brotzeit und dann nach einem Fahrerwechsel geht es weiter über den Mailänder Ring Richtung Genua.

Nach 588 km erreichen wir kurz nach Sonnenuntergang unseren Übernachtungsplatz in Voltaggio 47 km vor dem Hafen von Genua. Die Vorfreude ist groß und wir diskutieren, wie es weiterlaufen soll.

Samstag, den 25.03 bis Donnerstag,  den 03.04.2025

Wieder eine wunderbar ruhige Nacht. Am Samstagmorgen empfängt uns leichter Regen. Wir tuckern über enge bis sehr enge Sträßchen und Gassen durch das  wunderschöne Piemont

bis zum Hafen in Genua, den wir wieder nach allerhand Irrwegen erreichen.  Wir bräuchten ein Navi, in das Höhe und Breite des Womos eingegeben werden kann,  dann wären nicht so viele  Kehrtwenden notwendig.

Schon kurz nach unserer Ankunft im Hafen werden wir auf das Schiff gewunken – Excellent ( Reederei GNV) heißt es. Die Kabinen sind geräumig und sauber.

Die Überfahrt mit Stop in Barcelona soll 50 Stunden dauern, tatsächlich werden es aber 54, da am Ankunftstag das Ramadanende ganz groß gefeiert und nicht gearbeitet wird.

Wir haben Vollverpflegung gebucht. Bis auf eine Passage im Golf von Marseille, den wir umbenannt haben in Golf von Europa, ist das Gewässer ruhig und die Delikatessen vom Büffet bleiben bei uns.

Das Ausladen der Fähre ist genauso chaotisch wie wir es schon kennen. Alle wollen gleichzeitig von Bord, mit Hupen geht’s natürlich schneller. Die Polizeikontrolle ist schnell geschafft, aber dann kommt der Zoll. Bereits auf der Fähre haben wir uns den Einreisestempel im Pass geholt sowie die Einfuhrpapiere für das Womo und den Roller. Jetzt wird nochmal nachgeschaut, ob alles seine Richtigkeit hat. No arms, no drones, no drugs… Letzteres bestätigt auch der Schnüffelhund, der ins Auto springt und dann ist Mitternacht vorbei – wir bleiben zusammen mit vielen anderen Womoreisenden auf dem Parkplatz im Hafengelände und haben eine ruhige Nacht.

Am Dienstag halten uns die Suche in Tanger ohne Navi ( kein Internet) nach Supermarkt und Telefonshop auf, gegen Nachmittag sind zumindest Benners mit funktionierender Simkarte ausgestattet und wir fahren weiter bis Chefchauen. Die Beschilderung zum dortigen Campingplatz fehlt an der entscheidenden Stelle und bald landen wir auf winzigen Gässchen im dicksten Verkehrsgewimmel. Nix geht mehr, vorwärts nicht und rückwärts auch nicht.  Drei selbsternannte Helfer wollen uns aus dem Gewühl befreien und produzieren dabei noch mehr Durcheinander. Endlich klappt das Wendemanöver, ich steige ein und schon springt einer der Drei hinter mir ins Womo und bekundet, uns zum Camping begleiten zu wollen. Das will ich aber auf keinen Fall,  denn mir schwant schon genau das, was dann eintritt und bewege ihn nachdrücklich, unser Auto wieder zu verlassen.  Doch Jürgen plädiert,  ihn mitzunehmen und – seine Hilfe ist nicht mehr erforderlich – bald sind wir am Campingplatz.  Unser Trinkgeld wird zurückgewiesen, er wolle für so viel Mühe 20 EURO!  Entweder 20 Diram oder gar nichts. Wir haben ihn nicht gebeten, er habe seine Hilfe aufgedrängt.  Dann kommt der Platzwart und er ist zusammen mit seinen beiden Kumpanen, die uns hinterhergefahren sind, blitzschnell verschwunden – mit 20 Diram.

Der Platz ist ziemlich voll, aber wir passen noch in eine Lücke.

Am nächsten Morgen,  Mittwoch,  laufen wir steil bergab in die blaue Stadt Chefchauen (dauert ca. 20 Minuten). Blau ist hier die vorherrschende Farbe. Das Städtchen ist noch genauso hübsch wie in unserer Erinnerung und wir genießen den Bummel durch die Gässchen und finden einen Telefonladen, der unser Internet wieder flott macht.

Vom Taxi lassen wir uns zurückbringen und starten gegen 14 Uhr nach Fes, das wir um 18.30 Uhr erreichen  – nach einer anstrengenden Fahrt über schlimme Schlaglochpisten.

Auf dem Camping „Diamant Vert“ spricht uns ein junger Mann wegen einer Führung durch Fes an und bald sind wir uns einig: Für 800 Diram (80 €) holt uns am nächsten Tag – Donnerstag – um 11.30 Uhr ein Taxi ab, bringt uns vorbei am Königspalast

zur Medina, wo uns ein Deutsch sprechender Führer erwartet und 3 Stunden durch die Altstadt führt.

Neben verschiedenen Moscheen (alle nur von außen, nur Muslime dürfen hinein) zeigt Dirss Faydi uns die Koranschule, eine Weberei, eine Ledergerberei, ein Hamam und einen Naturkosmetikladen. Natürlich ist erwünscht,  dass wir überall etwas kaufen, wofür Dirss dann Provision erhält.

Zuletzt führt er uns in ein völlig überteuertes Restaurant, wo wir über den Dächern von Fes für 170 Diram (17 €) ein Dreigangmenue bestellen.

Nach einer Stunde werden wir wieder abgeholt und zum Taxi gebracht, das wir ohne Führer im Gewirr der 360 Gässchen totsicher nie mehr gefunden hätten.

Freitag,  04.04.2025

Heute haben wir eine Etappe von 300 km vor uns, für die wir 6 Stunden brauchen. In Ifrane  drehen wir eine Runde durch den Sommersitz wohlhabender Marokkaner. Das Städtchen kommt ganz europäisch daher und  kann einen eigenen Flughafen und zwei Golfplätze aufweisen.

Kurz vor Azrou wechseln wir von N8 auf die N13 und erreichen bald den Zedernnationalpark. Die Berberäffchen sind inzwischen angefüttert und halten sich in Straßennähe auf.

Die Landschaft ist abwechslungsreich, zahlreiche Schafherden weiden entlang der Straße, auch viele Esel sehen wir. Sie sind ein wichtiges Transportmittel hier zu Lande.

Die Menschen begegnen uns äußerst freundlich, winken und lächeln,  ganz besonders herzlich zeigen sich die Kinder. Sehr oft treffen wir auf Polizeikontrollen, vor denen uns entgegenkommende Fahrer regelmäßig per Lichthupe warnen.

Dann erreichen wir das schöne Ziztal, finden wie vor 8 Jahren Unterkunft beim Hotel/Camping Jurasic und genießen eine riesige Schale Cous Cous, das beste von ganz Marokko, wie uns versichert wird.

Alles hat ein Ende

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Mittwoch, 25.09.24 – Donnerstag, 26.09.24

Die Gasflaschen sind nun beide leer. Einerseits wunderbar, denn das sollen sie ja auch sein, bevor das Auto verladen wird. Anderer seits ist es hier nachts so kalt, dass wir gerne heizen wollen, um gemütlich frühstücken zu können. In Dartmouth, ca. 20 km entfernt, gibt es eine Gasfüllstation. Dort lassen wir noch einmal 10 kg einfüllen. Ebenfalls in Dartmouth gibt es eine Möglichkeoit, das Womo zu waschen – allerdings wohl eher nur für kleinere Fahrzeuge. Nach vielem Hin- und Herrangieren sieht der Große dann aber wieder ganz passabel aus.

Ebenfalls in Dartmouth sollen wir am Freitag vor 11 Uhr die Frachtpapiere abholen. Es wäre schön, wenn das im Anschluss klappen würde, denn dann könnten wir am Freitag trödeln. Den Hafen müssen wir erst bis 16 Uhr aufgesucht haben, der Flug geht um 22.35 Uhr, da wäre die Zeitspanne nicht mehr so groß. Doch leider sind wir zu spät, das Büro ist nicht mehr besetzt.

Wir fahren zurück auf unseren Campingplatz im Porters Lake PP und buchen uns erneut für 2 Nächte ein. Am Donnerstag packen wir.

Mittags machen wir einen Spaziergang über den fast leeren Platz – Ende der Saison – der Herbst hält Einzug.

Dann genießen wir unser letztes Abendmahl in diesem Urlaub und sind fassungslos über das, was sich heute im Thüringer Landtag abgespielt hat.

Um 22.20 Uhr können wir online einchecken. Der morgige Tag wird sehr lang und anstrengend. Wir hoffen, auf dem 6,5-stündigen Flug etwas schlafen zu können. Um 9.50 Uhr deutsche Zeit sollten wir landen und freuen uns sehr auf Kinder und Enkelinnen, die uns abholen werden.

Unsere Reise war wieder großartig, erlebnisreich und informativ. Die letzten Tage kreisten unsere Gedanken allerdings schon sehr um die Heimreise. Was müssen wir alles bedenken, dürfen wir keinesfalls vergessen – halt genau wie zu Reiseantritt auch. Aber das ist halt unvermeidbar. Ganz leise haben wir uns auch schon gefragt, was als nächstes kommt. Werden wir nochmal eine so große Tour in Angriff nehmen? Warum eigentlich nicht – wenn wir hoffentlich gesund bleiben.

Taylor Head PP – Porters Lake PP

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Montag, 23.09.24 – Dienstag, 24.09.24

50 m von unserem Übernachtungsplatz entfernt ist der Taylors Head Procincial Park gelegen, allerdings ohne Campingmöglichkeit. Doch Wandermöglichkeiten entlang der Küste gibt es dort. Die Wege sind nicht gepflegt und es wird richtig anstrengend, über unzählige Wurzeln, dicke Kieselsteine, durch Gebüsch, das die Beine zerkratzt, zu laufen. Die Ausblicke sind jedoch sehr schön.

Über 3 Stunden brauchen wir für 8 km. Anschließend sind wir platt. Wir wissen jetzt, welche Muskeln arbeiten, um kippelnde Bewegungen in den Fußknöcheln auszugleichen. Rund 90 km fahren wir noch in den Porters Lake Provincial Park mit Campingplatz, beziehen den sonnigen Platz 23 und faulenzen in der Abendsonne und den ganzen nächsten Tag.

Noch ca 40 km sind es jetzt noch bis Halifax, wo wir am Freitag die Frachtpapiere abholen und das Womo in den Hafen bringen werden. Bis dahin müssen wir den Dreckspatz noch einmal waschen und die Koffer packen.

Sydney North bis East Coast NS ( Spry Beach)

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Samstag, den 21.09.24 . Sonntag, den 22.09.2024

Cape Breton haben wir vor 2 Jahren nach dem Hurrikan Fiona umfahren, die Eastcoast kennen wir noch nicht. Das wollen wir jetzt nachholen. Auf der 233 fahren wir entlang des St. Andrews Channel in der Erwartung schöner Ausblicke auf den Kanal. Doch weit gefehlt. Zwischen Straße und Channel verläuft die stillgelegte Bahnlinie, eingehüllt in dichtes Buschwerk, das den Blick auf das Wasser versperrt. In Grand Narrows stoppen wir an einer roten Ampel, weil die Brücke wegen eines Schiffchen hochgeklappt ist.

Keine Brücke, sondern eine Seilzugfähre gibt es in Little Narrow, die die Fahrzeuge über die 130 m schmale Enge bringt.

In Port Hastings, am Ende von Breton Island suchen wir das dortige Visitorcenter auf, um uns Anregungen für 3-4 Tage an der Eastcoast zu holen. Aber die Dame am Schalter ist derart unmotiviert und unfreundlich, dass wir uns nur eine Straßenkarte geben lassen und selbst recherchieren. Dann suchen wir uns ein Übernachtungsquartier und I-Overländer schickt uns zur Wildlife Management Aerea Landing Road am Rande von Antigonish, wo wie gut schlafen und am Morgen noch einen Spaziergang an einem Meeresarm entlang machen. Viele Reiher finden hier Nahrung.

Und dann entdecken wir unseren ersten Biber. Burgen und Dämme haben wir zahlreich gesehen, aber nie einen Bewohner. Heute haben wir Glück und können beobachten, wie er sich herabgefallene Äpfel schmecken lässt.

Weiter geht die Fahrt auf der landschaftlich sehr schönen 7 bis Sherbrooke, einer kleinen Stadt mit dem größten Freilichtmuseum Nova Scotias. „Village closed for season“, aber wir können durch die Straßen bummeln und die Häuser von außen besichtigen.

Früh am Nachmittag stoppen wir in der Spry Beach auf einem Parkplatz zwischen Meer und Wald und informieren uns über den Wahlausgang in Brandenburg.

Von Port aux Basques, Neufundland nach North Sydney, Nova Scotia

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Freitag, den 20.09.2024

Mit Regen wurden wir in Neufundland empfangen, mit Sonnenschein entlassen.

Zwei Stunden vor Abfahrt sind wir im Hafen.

Das Beladen geht wieder gut organisiert und entspannt von statten. Mit 30 Minuten Verspätung legen wir ab und haben eine gute Aussicht auf Port aux Basques.

Den größten Teil der Überfahrt halten wir uns an Deck auf. Zweimal sichten wir einen Wal – da bläst er! Die See ist glatt, der Wind mäßig, die Sonne scheint und viele Bänke sind frei und bieten Platz für ein Nickerchen. Um 18.30 Uhr Neufundlandzeit , 19.00 Uhr Nova Scotiazeit legen wir an und richten uns für die Nacht wieder auf dem Parkplatz der Eishalle ein.

Zurück nach Port aux Basques

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Dienstag, den 17.09.24 – Donnerstag, den 19.09.24

Knapp 1000 km müssen wir nun wegen des Wechsels des Fährhafens wieder westwärts fahren. Aber das Wetter ist soooo herrlich, da wollen wir noch einen schönen, wenn auch sehr anstrengenden Wanderweg hoch über Quidi Vidi laufen.

270 km fahren wir anschließend noch bis zum Newman Sound Campground im Terra Nova NP, wo wir vor ein paar Tagen schon einmal waren. Erst vor ein paar Tagen? Das Zeitgefühl geht ganz verloren.

Der TCH 1 ist super in Schuss, Fahrer, -in und Auto freuen sich gleichermaßen. In der Nacht regnet es, aber am Mittwochmorgen ist das Wetter wieder super. Das nutzen wir für einen weiteren Spaziergang im NP ein Stückchen weiter nördlich, am Donnerstag soll es regnen, da können wir dann eine längere Strecken fahren.

Auf dem Weg in den Osten von NL waren wir sehr mit Bremsbelägen beschäftigt und haben den alten Flughafen in Botwood ganz in der Nähe von Grand Falls – Windsor ausgelassen. Hier starteten früher die Transatlantikflüge mit Wasserflugzeugen. Von Juni bis November war der geschützte Tiefwasserhafen eisfrei, doch in der übrigen Zeit waren keine Starts und Landungen möglich. Deshalb wich man aus nach Gander, weil der Gander Lake auch im Winter nicht vollständig zufror und baute den Flughafen seit 1936 sukzessive aus.

Den Botwood Heritage Park wollen wir jetzt auf dem Rückweg besuchen, zumal er auch nah am TCH 1 liegt. Doch leider ist das lt. Internet erst wieder ab Juli 2025 möglich. Ende der Saison :(

In Springdale gibt es einen schönen Übernachtungsplatz am Indian River Walking Trail. Auf einem Boardwalk vertreten wir uns noch einmal die Beine, treffen an einem Lookout sehr nette Neufundländer, mit denen wir uns längere Zeit angeregt unterhalten. Auch hier macht sich der Klimawandel deutlich bemerkbar, wie sie uns erzählen. In diesem Sommer seien kaum Eisberge vorbeigedriftet und das Wasser, das immer zu kalt zum Schwimmen gewesen sei, habe sich deutlich erwärmt.

Seit der Nacht regnet es nun. Das stört uns nicht, denn es soll ja ein Fahrtag werden und abends wollen wir in Port aux Basque sein. Gegen 11 kommt jedoch die Sonne wieder durch. In Deerlake suchen wir die städtische Dumpstation noch einmal auf, dann geht’s weiter.

Im Vergleich zu deutschen Autobahnen ist der TCH 1 so gut wie leer.

Wir kommen prima voran und stellen fest, dass ganz plötzlich die Herbstfärbung begonnen hat. Vor 3 Wochen waren die Bäume noch grüner.

Unterwegs stoppen wir noch einmal für einen einstündigen Spaziergang

und erreichen um 17 Uhr den Übernachtungsplatz 3 km von der Fähre entfernt, an dem wir auch bei der Ankunft parkten. Morgen um 9.45 Uhr sollen wir am Fährterminal sein, Abfahrt ist dann um 11.45 Uhr. Die Wetterprognose ist gut, wenig Wind und Sonne mit Wolken. Schauen wir mal.

Neufundland nicht bereist zu haben wäre eine Sünde gewesen. Es ist eine wunderschöne, landschaftlich vielfältige und reizvolle Insel mit liebenswerten Menschen und hat sich für uns auf alle Fälle gelohnt!

Avalon – Halbinsel – St. John’s, Hauptstadt von Neufundland

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Sonntag, den 15.09.24 – Montag, den 16.09.24

Auf dem wunderbar ausgebauten TCH 1 fahren wir von Clarenville auf die Avalon Halbinsel bis kurz vor St. John’s, der Hauptstadt von Neufundland. Es ist mal sonnig, mal dicht bewölkt. Die Strecke führt vorbei an unzähligen wunderschönen Ponds (Seen) in bewaldeter hügeliger Landschaft.

Unser erster Stopp gilt dem östlichsten Punkt Kanadas, dem Cape Spear, 47° 31′ 26“ N – 52° 37’13“ W. Hier gibt es einen historischen Leuchtturm zu bewundern, das älteste erhaltene Leuchthaus Neufundlands aus dem Jahre 1836.

In diesem Haus lebte die gesamte Familie des Leuchtturmwärters.

Mitten aus dem Dach ragt der Leuchtturm.

Die Aussicht ist grandios, aber wieder bläst es uns fast weg und zusätzlich setzt auch noch Regen ein.

Unser nächstes Ziel ist die Quidi Vidi Brewing Company, bekannt für ihr Iceberg – Beer. Das wollen wir vor Ort probieren, doch leider wird gerade im Moment wegen einer gebuchten Veranstaltung am Abend geschlossen. Wir vermuten, es könnten Kreuzfahrer sein, denn St. John’s wird auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Wir übernachten in dem kleinen Fischerdörfchen Quidi Vidi nahe der Brewery.

Am Montag scheint wieder die Sonne und es ist deutlich wärmer. Wir wandern zum Signal Hill hinauf und geraten dabei sogar ins Schwitzen. Schöne Aussichten kann man von unterwegs schon reichlich genießen.

200 Stufen und steile Anstiege führen in 2 km zum Signal Hill hinauf. Und hier ist er wieder, der ungeheuerliche Wind, der einem fast das Handy aus der Hand bläst und einen beim Fotografieren wackeln lässt. Gut, dass wir die Windjacken dabei haben. Man hat eine fantastische Rundumsicht und einen tollen Blick auf die enge Hafeneinfahrt.

Am 12. Dezember 1901 wurde auf dem Signal Hill von Marconi die erste transatlantische Funkübertragung eines Morsesignals empfangen. Sie kam aus Cornwell in GB.

Eindrücke aus dem Tower:

Zurück laufen wir über den Burma Road Trail und kommen nach 8 km an der Quidi Vidi Brewery an.

Jetzt haben wir Gelegenheit, das berühmte Quidi Vidi Iceberg Beer zu testen, das tatsächlich nach deutschem Reinheitsgebot mit Wasser aus Eisbergen gebraut wird.

Schmeckt wirklich gut und wird aus der Flasche getrunken. Dazu Fish and Chips für 2, die Teller gibt es nur auf Anforderung, um nicht zu zweit aus dem Körbchen essen zu müssen.

Anschließend fahren wir in die City, finden beim Sheraton Hotel einen Parkplatz und laufen die Waterstreet entlang, hinunter zum Hafen.

Auch an die Hunde wurde gedacht: Standbilder von Labrador und Neufundläner finden sich ebenfalle hier.

Dann wieder 3 Parallelstraßen hinauf in die Duckworth Street, wo man die farbenfrohen Jelly Bean Houses bewundern kann – ganz typisch für St. John’s.

Wir fahren wieder zurück in das kleine Fischerdorf Quidi Vidi und übernachten noch einmal hier. Morgen früh machen wir je nach Wetterlage noch einmal einen Spaziergang in der Nähe und dann fahren wir mit Abstechern zurück nach Port aux Basques. Es wäre ja untypisch für uns, wenn wir einmal etwas so durchziehen würden wie ursprünglich geplant. Wir erhielten heute Morgen eine Email von Marine Atlantic, wir könnten unsere Minikabine ohne Bad, genannt Passenger Pod, zum Aufpreis von 157 $ umtauschen in eine tierfreundliche Vierbettkabine, wohingegen die 2-Bett Luxuskabine mit Sitzecke und Bad gerade mal 4 $ mehr als die Vierbettkabine für Tierbesitzer gekostet hätte, aber ausgebucht ist. Das halten wir für überteuert, hadern aber auch mit dem Pod. Wer weiß schon, wie stark der Seegang sein wird, wie oft ich vielleicht bei der 16-stündigen Überfahrt eine Toilette bräuchte ????? Wir telefonieren noch einmal mit Marine Atlantic und buchen um auf Freitag, 20.09. ab Port aux Basques. Von dort dauert die Überfahrt nur 6 Stunden statt 16 und ist tagsüber.

Bonavista – Halbinsel

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Freitag, den 13.09.24 – Samstag, den 14.09.24

Für das Wochenende ist schlechtes Wetter gemeldet, aber heute scheint nochmal die Sonne. Bevor wir weiterfahren, wollen wir vom Campingplatz aus ein Stück des 39 km langen Outport Trails wandern. Doch wir kommen nicht weit. Hinter der Hängebrücke stellen wir fest, dass der Weg völlig zugewuchert ist und kehren um.

Kurz vor dem Parkausgang gibt es noch eine Möglichkeit: Dunphys Pond Trail, 10 km hin und zurück. Der Parkplatz ist leer, auch hier haben wir den Eindruck, dass in letzter Zeit kaum jemand diesen Weg gelaufen ist. Nach 2 km sieht es dann so aus:

Das war’s dann auch hier.

Bonavista auf der gleichnamigen Halbinsel ist heute unser Ziel. Die Straße 235 ist eine echte Herausforderung für Mensch und Auto

und wir sind froh, dass wir am frühen Nachmittag einen schönen Platz am Meer in Bonavista finden.

Auf dem Weg zum Restaurant „Skipper’s“ kommen wir an einem Museum vorbei, das über die frühere Lebensweise und verschiedene Werkzeuge und Berufe im Ort informiert.

Dann genießen wir ein leckeres Fischgericht bei Livemusik, einen kurzen Sonnenuntergang und eine ruhige Nacht am Meer.

Gegen 4 Uhr beginnt es rhythmisch aufs Dach zu trommeln und regnet und stürmt auch am Vormittag weiter – passt gut, denn wir müssen waschen. Am Hafen gibt es eine laundry, Die Betten sind schon abgezogen und 2 Ikeataschen gefüllt, doch wir stehen vor verschlossenen Türen. Ende der Saison. (:

Auf der Suche nach Puffins, die man hier beobachten können soll, fahren wir zum lighthouse und werden fast weggeblasen. Es ist eiskalt. Puffins sehen wir keine, aber

ein Denkmal von John Cabot, einem Italiener (Giovanni Caboto), der im Auftrag des englischen Königs Heinrich VII unterwegs war und hier 1497 an Land ging, 5 Jahre, nachdem Kolumbus Amerika entdeckte.

In Elliston werden wir dann fündig: Puffins

In der Nähe gibt es einen Klippenwanderweg. Wenn man Puffins sehen wolle, müsse man dorthin gehen, sagte uns eine Dame im Vistorcenter in Port aux Basques, als wir auf der Insel ankamen. Wir trotzen dem Sturm in Winterkleidung, aber außer Kormoranen und Möwen und einer beeindruckenden Küste ist nichts zu sehen.

Immer wieder finden wir Holztüren in Mauern, hinter denen sich alte Keller verbergen und den Hinweis, Elliston sei „capital of root cellars“. Wir können uns keinen Reim darauf machen, bis wir am Klippenwanderweg dieses Schild entdecken:

Da der Boden hier sauer und nährstoffarm ist, schufen sich die Bewohner im geeigneten Klima dieser Keller eine Art Kompost, den sie im Frühjahr unter das Erdreich mischten. Darüber hinaus dienten die Keller in den langen Wintern als Aufbewahrungsort für Lebensmittel.

Und dann erfahren wir auch noch, warum wir keine Puffins sehen: sie kommen nur zum Brüten von Ende Mai bis Anfang September an Land. Den Rest des Jahres verbringen sie im Wasser.

Die geologischen Formationen der Küste sind sehr beeindruckend, aber nach kurzer Zeit sind wir so durchgefroren, dass wir im warmen Auto weiterfahren. In Clarenville gibt es ebenfalls eine laundry. Dort haben wir Erfolg und den Schrank jetzt wieder mit sauberer Wäsche gefüllt.

Wandern im NP Terra Nova

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Donnerstag, den 12.09.24

Vorneweg nochmal ein Nachtrag zum gestrigen Beitrag über Gander. Ein aufmerksamer, lieber, junger Blogleser hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass die ungeheure Hilfsbereitschaft der Bürger von Gander anlässlich der gestrandeten Fluggäste vom 11. Septemer 2001 Anlass gaben für ein Musical: „Come from Away“. Auf dem Stadtplan von Gander sind sogar die Stellen markiert, die im Musical erwähnt sind.

Hier wird es inzwischen schon recht herbstlich. Nachts ist es sehr kalt, wenn tagsüber aber die Sonne scheint und der Wind sich mäßigt, sind die Temperaturen zwischen 19° – 21° recht angenehm. Wir fahren mit dem Womo ein kurzes Stück auf dem TCH 1 südwärts bis zu einem Aussichtsturm, der für nächtliche Beobachtungen des Sternenhimmels errichtet wurde. Natürlich gibt es auch tagsüber Grund, hinaufzusteigen und die Aussicht zu genießen. Leider ist das letzte Stück versperrt. Weit kann man den Blick schweifen lassen über die unzähligen Seen und Meeresbuchten.

Am Wanderparkplatz ein Stück talwärts beginnt ein wunderschöner 2-stündiger Wanderweg zum Aussichtspunkt „Ochre Hill“. 5 km hin und zurück, nicht immer ganz einfach zu laufen, aber das Panorama ist fantastisch und wenn man die Ausblicke genießen will, braucht man mehr als 2 Stunden.

Auf der anderen Seite des TCH1 zweigt ein weiterer Weg ab zu einem Wanderweg „Sandy Pond“, 3 km lang. Den nehmen wir auch noch mit. Hier treffen wir auf keine Menschenseele. Ende der Saison. 🙂

Wir verbringen eine weitere Nacht auf dem Newman Sound Campground, bevor es morgen weitergeht.

Gander

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Dienstag, 10.09.2024 bis Mittwoch, 11.09.2024 ( 23. Jahrestag)

Die Wettervorhersage trifft zu, es ist recht warm und die Sonne scheint. Also erwandern wir auch die Südflanke unserer Bucht und genießen herliche Ausblicke von den steilen Klippen.

Als es sich gegen Mittag wieder zuzieht, kaufen wir noch rasch Kleinigkeiten nach und machen uns dann auf den Weg nach Gander. Im Ort finden wir noch zahlreiche Hinweisschilder auf den am 15. September stattfindenden Terry Fox Memorial Lauf. Leser unseres Blogs 2022 werden sich vielleicht erinnern: das war der junge, knochenkrebskranke Mann, der zum kanadischen Nationalhelden wurde, weil er sich nicht unterkriegen lassen wollte und unterschenkelamputiert einen Spendenlauf hier in St. John – Neufundland, am östlichsten Ende Kanadas – startete und bis Vancover Island am Westende wollte. Bis kurz vor Thunderbay – etwa die Hälfte der Strecke hat er geschafft, dann kam der Krebs zurück.

Wir fahren 112 km weiter auf einer nicht sonderlich reizvollen Strecke , der 311, dann 330 bis Gander. Den Namen dieser kleinen Stadt haben viele sicher schon einmal im Zusammenhang mit Luftfahrt gehört.

Wir suchen zunächst das Informations- und Visitorcenter auf ( I-Overländer hat das falsch gespeichert und verweist auf die Bibliothek) aber wegen Personalmangel gibt es dort keinen Anprechpartner, sondern nur Infomaterial zum Mitnehmen. Auch das Luftfahrtmuseum steht kurz vor der Schließung um 17 uhr, so dass wir nur die in den Außenanlagen aufgestellten Flugzeuge bestaunen können.

Am Abend schauen wir uns das Duell Harris- Trump an und sind erstaunt über die Erkenntnisse des ehemaligen Präsidenten über die Ernährungsgewohnheiten der Migranten in Springfield, Ohio.

Am nächsten Morgen besuchen wir dann das Aviation Museum und finden es sehr Informativ: (https://www.aidan.co.uk/geschichte-flughafen-gander/), (https://de.wikipedia.org/wiki/Gander_International_Airport)

Ein früher Flugsimulator für Training und Schulung

Dann machte die technische Entwicklung den Tankstopp in Gander überflüssig – bis 2001, heute vor 23 Jahren, Gander noch einmal ganz groß rauskam. Operation Yellow Ribbon

Durch die Anschläge „Nine-eleven“ wurde der amerikanische Luftraum gesperrt und viele Flugzeuge über dem Atlantik hatten mit einem Schlag keinen Landeplatz mehr. Halifax und Gander wurden zu Notlandeplätzen und allein in Gander strandeten 42 Maschinen mit über 7000 Personen bei etwas über 9000 Einwohnern. Zahlreiche Dankesbriefe und Geschenke belegen die über fast 2 Wochen notwendige riesige Hilfsbreitschaft der Neufundländer, Unterbringung und Versorgung zu teilen und zu gewährleisten. Die Lufthansa, die ihre Maschinen traditionell auf den Namen deutscher Städte tauft, taufte einen neuen Airbus auf den Namen „Gander“. Zum 10. Jahrestag bedankte sich die Stadt New York mit der Übergabe eines Denkmals – einem Stahlträgerstück – aus dem eingestürzten World trade Center.

Als wir das Museum verlassen, geht ein heftiger Regenguss nieder und wir fahren 92 km weiter in den Terra Nova National Park auf den Newman Sound Campground, der sehr schön angelegt ist und wo wir auf einer unserviced site für 21 CAD unterkommen. Reservierungen sind nicht mehr erforderlich, der Platz ist fast leer. Ende der Saison.:) Hier gibt es sogar guten Handyempfang.