Los geht’s, auf nach Marokko!

Standard

Donnerstag, 27.03.2025 bis Donnerstag, 03.04.2025

Wir konnten endlich wieder einmal Lissy und Michi für eine große Abenteuerreise zur Einweihung deren neuen Wohnmobils gewinnen.

Längere Vorbereitungen waren nötig, nicht nur, um dem Etrusco seine „Kinderkrankheiten“ auszutreiben, auch die Crew brauchte noch vorbereitende Impfungen nicht nur medizinischer Art.

Zu guter Letzt hätte es noch sprichwörtlich ins Auge gehen können- aber jetzt ist alles gut und wir sind auf Achse.

Die erste gemeinsame Übernachtung ist auf einem schönen Stellplatz unter der Schauenburg von Oberkirch, die wir am nächsten Morgen noch besuchen. Die Burgschenke mit Biergarten macht einen sehr guten Eindruck und am Stellplatz gibt’s Strom und eine Dumpstation sowie eine schöne Aussicht.

Die A5 ist frei, nochmal volltanken und dann geht es ohne Einreisestau in die Schweiz und den Gotthardt hinauf. Die dritte Spur ganz rechts ist frei – und die Signalanlage gibt eindeutig diese Spur nach Andermatt frei. Kurzfristig ändert Christiane die Spur und fährt am Stau vorbei bis zur letzten Ampel an der Tunneleinfahrt. 30 Minuten gespart: 🙂

Auf dem Rasthof hinter dem Tunnel gibt es nochmal eine Brotzeit und dann nach einem Fahrerwechsel geht es weiter über den Mailänder Ring Richtung Genua.

Nach 588 km erreichen wir kurz nach Sonnenuntergang unseren Übernachtungsplatz in Voltaggio 47 km vor dem Hafen von Genua. Die Vorfreude ist groß und wir diskutieren, wie es weiterlaufen soll.

Samstag, den 25.03 bis Donnerstag,  den 03.04.2025

Wieder eine wunderbar ruhige Nacht. Am Samstagmorgen empfängt uns leichter Regen. Wir tuckern über enge bis sehr enge Sträßchen und Gassen durch das  wunderschöne Piemont

bis zum Hafen in Genua, den wir wieder nach allerhand Irrwegen erreichen.  Wir bräuchten ein Navi, in das Höhe und Breite des Womos eingegeben werden kann,  dann wären nicht so viele  Kehrtwenden notwendig.

Schon kurz nach unserer Ankunft im Hafen werden wir auf das Schiff gewunken – Excellent ( Reederei GNV) heißt es. Die Kabinen sind geräumig und sauber.

Die Überfahrt mit Stop in Barcelona soll 50 Stunden dauern, tatsächlich werden es aber 54, da am Ankunftstag das Ramadanende ganz groß gefeiert und nicht gearbeitet wird.

Wir haben Vollverpflegung gebucht. Bis auf eine Passage im Golf von Marseille, den wir umbenannt haben in Golf von Europa, ist das Gewässer ruhig und die Delikatessen vom Büffet bleiben bei uns.

Das Ausladen der Fähre ist genauso chaotisch wie wir es schon kennen. Alle wollen gleichzeitig von Bord, mit Hupen geht’s natürlich schneller. Die Polizeikontrolle ist schnell geschafft, aber dann kommt der Zoll. Bereits auf der Fähre haben wir uns den Einreisestempel im Pass geholt sowie die Einfuhrpapiere für das Womo und den Roller. Jetzt wird nochmal nachgeschaut, ob alles seine Richtigkeit hat. No arms, no drones, no drugs… Letzteres bestätigt auch der Schnüffelhund, der ins Auto springt und dann ist Mitternacht vorbei – wir bleiben zusammen mit vielen anderen Womoreisenden auf dem Parkplatz im Hafengelände und haben eine ruhige Nacht.

Am Dienstag halten uns die Suche in Tanger ohne Navi ( kein Internet) nach Supermarkt und Telefonshop auf, gegen Nachmittag sind zumindest Benners mit funktionierender Simkarte ausgestattet und wir fahren weiter bis Chefchauen. Die Beschilderung zum dortigen Campingplatz fehlt an der entscheidenden Stelle und bald landen wir auf winzigen Gässchen im dicksten Verkehrsgewimmel. Nix geht mehr, vorwärts nicht und rückwärts auch nicht.  Drei selbsternannte Helfer wollen uns aus dem Gewühl befreien und produzieren dabei noch mehr Durcheinander. Endlich klappt das Wendemanöver, ich steige ein und schon springt einer der Drei hinter mir ins Womo und bekundet, uns zum Camping begleiten zu wollen. Das will ich aber auf keinen Fall,  denn mir schwant schon genau das, was dann eintritt und bewege ihn nachdrücklich, unser Auto wieder zu verlassen.  Doch Jürgen plädiert,  ihn mitzunehmen und – seine Hilfe ist nicht mehr erforderlich – bald sind wir am Campingplatz.  Unser Trinkgeld wird zurückgewiesen, er wolle für so viel Mühe 20 EURO!  Entweder 20 Diram oder gar nichts. Wir haben ihn nicht gebeten, er habe seine Hilfe aufgedrängt.  Dann kommt der Platzwart und er ist zusammen mit seinen beiden Kumpanen, die uns hinterhergefahren sind, blitzschnell verschwunden – mit 20 Diram.

Der Platz ist ziemlich voll, aber wir passen noch in eine Lücke.

Am nächsten Morgen,  Mittwoch,  laufen wir steil bergab in die blaue Stadt Chefchauen (dauert ca. 20 Minuten). Blau ist hier die vorherrschende Farbe. Das Städtchen ist noch genauso hübsch wie in unserer Erinnerung und wir genießen den Bummel durch die Gässchen und finden einen Telefonladen, der unser Internet wieder flott macht.

Vom Taxi lassen wir uns zurückbringen und starten gegen 14 Uhr nach Fes, das wir um 18.30 Uhr erreichen  – nach einer anstrengenden Fahrt über schlimme Schlaglochpisten.

Auf dem Camping „Diamant Vert“ spricht uns ein junger Mann wegen einer Führung durch Fes an und bald sind wir uns einig: Für 800 Diram (80 €) holt uns am nächsten Tag – Donnerstag – um 11.30 Uhr ein Taxi ab, bringt uns vorbei am Königspalast

zur Medina, wo uns ein Deutsch sprechender Führer erwartet und 3 Stunden durch die Altstadt führt.

Neben verschiedenen Moscheen (alle nur von außen, nur Muslime dürfen hinein) zeigt Dirss Faydi uns die Koranschule, eine Weberei, eine Ledergerberei, ein Hamam und einen Naturkosmetikladen. Natürlich ist erwünscht,  dass wir überall etwas kaufen, wofür Dirss dann Provision erhält.

Zuletzt führt er uns in ein völlig überteuertes Restaurant, wo wir über den Dächern von Fes für 170 Diram (17 €) ein Dreigangmenue bestellen.

Nach einer Stunde werden wir wieder abgeholt und zum Taxi gebracht, das wir ohne Führer im Gewirr der 360 Gässchen totsicher nie mehr gefunden hätten.

Freitag,  04.04.2025

Heute haben wir eine Etappe von 300 km vor uns, für die wir 6 Stunden brauchen. In Ifrane  drehen wir eine Runde durch den Sommersitz wohlhabender Marokkaner. Das Städtchen kommt ganz europäisch daher und  kann einen eigenen Flughafen und zwei Golfplätze aufweisen.

Kurz vor Azrou wechseln wir von N8 auf die N13 und erreichen bald den Zedernnationalpark. Die Berberäffchen sind inzwischen angefüttert und halten sich in Straßennähe auf.

Die Landschaft ist abwechslungsreich, zahlreiche Schafherden weiden entlang der Straße, auch viele Esel sehen wir. Sie sind ein wichtiges Transportmittel hier zu Lande.

Die Menschen begegnen uns äußerst freundlich, winken und lächeln,  ganz besonders herzlich zeigen sich die Kinder. Sehr oft treffen wir auf Polizeikontrollen, vor denen uns entgegenkommende Fahrer regelmäßig per Lichthupe warnen.

Dann erreichen wir das schöne Ziztal, finden wie vor 8 Jahren Unterkunft beim Hotel/Camping Jurasic und genießen eine riesige Schale Cous Cous, das beste von ganz Marokko, wie uns versichert wird.

Großglockner Hochalpenstraße

Standard

Dienstag,  03.10.2023

Für insgesamt 77 km mit Durchschnittstempo 27 km/h haben wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen und das war absolut richtig so. Eine tolle Passstraße mit unendlich schönen Ausblicken.

Der Großglockner ist mit einer Höhe von 3798 m der höchste Berg Österreichs, aber 29 weitere „über Dreitausender“ kann man hier bestaunen.

Die Straße Straße ist mautpflichtig: 40 € für PKW s, für unser Womo zahlen wir 49 €.

Eine Sackgasse führt zur Kaiser Franz Josefshöhe, die er einst von Heiligenblut aus erwandert hat.

Die Auffahrt zur Edelweißspitze ist für Womos, Busse und  Fahrzeuge  über 3.5 t gesperrt. Wieder einmal war es praktisch,  den Roller dabei zu haben,  auch wenn er sich fürchterlich  gequält hat, uns Beide die steilen  Kehren hinaufzuschaffen.

Wir übernachten in Zell am See und schauen  mal, was das Wetter morgen bringt.

Gleich beginnt  die Großglockner  Hochalpenstraße.

Zum Kaiser Franz Josef Haus. Damals war  der Gletscher noch wesentlich größer.

Ohne Schneefräsen geht  im Winter gar nichts. Bis zu 21 m sollen  die weißen Wände hoch werden.

Murmeltiere

Swarovskie Beobachtungswarte. Ende Juni sollen hier die Berghänge im Farbrausch erstrahlen und die Steinböcke gut zu beobachten sein.

Weiter zur Edelweißspitze, von der man einen 360 Gradblick hat.

Von Tolmezzo über den Plöckenpass bis zum Camping Zirknitzer in Großkirchheim / Döllach (Österreich)

Standard

Montag, 02.10.2023

Bei herrlichem Wetter fahren wir in die Berge hinein. 12 heftige tonati bringen uns zum Plöcken hinauf. Unterwegs machen wir ein paar Stops für Fotos. Gut, dass 2 resolute Damen, die in der Gegenrichtung unterwegs sind, solange nicht locker lassen, bis wir verstanden haben, dass wir weiterfahren sollen, da die Straße demnächst gesperrt werde. Ein Kreuz mit den Ohren!

Und tatsächlich, von heute bis zum 08.10. ist die Passstraße nur zwischen 12 und 13 Uhr befahrbar. Sie wird saniert. Wir kommen durch – teilweise durch sehr enge Baustellen –

weiter über den Gailbergsattel und stoppen am kleinen familiären Camping Zirknitzer, wo wir den Nachmittag faul in der Sonne genießen.

Die Gegend ist wunderschön, ein Urlaub mit dem Radl – viele Radwege – wäre sicher auch toll.

Morgen fahren wir dann die Großglockner Hochalpenstraße, die als eine der schönsten Passstraßen Europas gilt.

Abschied von Losinj

Standard

Sonntag, 01.10.2023

Am Freitag haben wir das Boot aus dem Wasser geholt und gesäubert, am Samstag eingepackt und heute haben wir den Campingplatz um 11.30 verlassen. Wir hatten – von den 2,5 Boratagen abgesehen – wunderschönes Spätsommerwetter mit Temperaturen um 25 Grad. Leider steht die Sonne jetzt so tief, dass wir an unserem Stellplatz kaum mehr einen Strahl erwischten, dafür um so mehr Harztropfen und Piniennadeln auf dem Auto.

Vor 4 Jahren waren wir fest entschlossen, nie wieder auf dem Poljana Campingplatz Urlaub zu machen, weil das Preis-, Leistungsverhältnis bereits damals schon nicht mehr stimmte. Dieses Jahr war das nochmal extremer. Acsi-Preis beträgt 23 €, aber mit Kurtaxe und Umweltabgabe sind es in Wirklichkeit 32 €. Dazu kommen 14 € für die Boje.

Bei der Abrechnung wurden uns aber 18 € berechnet, weil eine Boje an einem anderen Steg im Computer eingetragen war. 2 x Slipgebühr für ins Wasser und aus dem Wasser sollten wir auch bezahlen, obwohl wir unser Boot nicht dort geslipt haben und statt Kurtaxe und Umweltabgabe bis 01.10. stand der 07.10. auf der Rechnung. 3 Anläufe brauchte es, bis die Rechnung stimmte.

Das war’s nun wohl wirklich, auch wenn das Bootsrevier dort super ist.

Wir sind wieder in Tolmezzo gelandet und wollen morgen den Plöckenpass und die Großglockner Hochalpenstraße fahren.

St-Jean- Pied de Port – Es geht heimwärts

Standard

Donnerstag, den 15. und Freitag, den 16. Juni 2023

Auf der Suche nach einer günstigen Tankstelle – hier gibt es Preisunterschiede von über 20 Cent pro Liter, also mehr als 16 Euro für eine Tankfüllung– fahren wir noch einmal durch halb Pamplona und tanken dann für 1,289 €/l. Die Suche nach einem Lidl brechen wir dann genervt ab, als wir weit und breit keinen Laden sehen, nachdem das Navi uns sagte „Sie haben ihr Ziel erreicht“.

Auf der Landstraße 135 geht es dann hinauf in die Pyrenäen, bis wir bei 1057 Metern in Puerto de la Labañeta die Passhöhe erreichen. Hier steht ein Denkmal für den Recken Roland, der hier in einen Hinterhalt geriet und fiel. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön und Teil des Jacobswegs.

Im Tal liegt dann, schon wieder in Frankreich, Saint Jean Pied de Port. Ein hübsches mittelalterliches Städtchen mit Stadtmauern, Souvenirläden und Restaurants – alles für die Jakobsweg-Pilger. Und für Wohnmobil-Pilger gibt es direkt außerhalb der Mauer einen sehr schön gemachten Stellplatz für 11 Euro incl. alles. Wir bummeln durch die Gässchen und finden ein hübsches Lokal für uns.

Am nächsten Morgen gehen wir in dem Städtchen noch einmal auf Shopping – Tour für lokale Spezialitäten – nicht wissend, dass wir kurze Zeit später an einem Käsedirektverkauf vorbeikommen. Hier erwerben wir noch einmal leckeren Käse und fahren dann weiter auf der D933 und dann D11, D33, D17 dann auf der Autobahn 824 = N10 und A 63 weiter nach Norden. Zwischenzeitlich bezahlen wir 2 mal 18,50 Euro Maut, stehen eine Weile rund um Bordeaux im Stau und kommen dann um 18.30 in Grand Angoulême auf dem hübschen und großzügigen Camping du plan d’eau (ACSI 18 €) an.

Halifax – zum Abschluss ein Stadtbummel

Standard

Montag, 03.10.2022

Gegen Mittag fahren wir in die City von Halifax. Die im Reiseführer beschriebenen Parkplätze sind für unser Womo zu klein. Wir irren eine Weile herum, bis wir ganz zentral neben dem Bahnhof und Westin Hotel einen Atlantik Superstore entdecken mit reichlich Parkmöglichkeit.

Wir laufen hinauf zur Zitadelle, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt hat. Die Sonne scheint und es ist sehr klar, aber kalt und windig. Anschließend bummeln wir entlang der Waterfront wieder zurück zum Wohnmobil, vorbei an gemütlichen Kneipen und Restaurants, in denen man bestimmt gut essen könnte. Tja, aber unser Kühlschrank muss morgen leer sein, also wieder heim an den Herd.

Die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Spediteur ist äußerst unerquicklich. Telefonanrufe landen auf dem Anrufbeantworter, Emails werden ewig nicht beantwortet und das Treffen heute ist auch geplatzt. Nachdem wir schriftlich anfragten, wann und wo in der Stadt wir zusammenkommen wollten, wurde plötzlich ein völlig neues Treffen morgen um 12 Uhr im Hafen ins Spiel gebracht. Also richten wir uns jetzt darauf ein, morgen um 12 Uhr im Hafen zu sein.

Liebe Leser (* oder -innen machen wir nicht mit 😊) wir danken für euer Interesse und die ermutigenden und lobenden Rückmeldungen, über die wir uns sehr gefreut haben. Kanada ist ein großes Land und wir denken schon über eine weitere Reise nach, denn längst haben wir nicht alles gesehen und manches müssen wir auch unbedingt noch einmal erleben. Dann versprechen wir euch neue Lektüre.

Der Kreis schließt sich langsam

Standard

Samstag 01. Oktober und Sonntag 02. Oktober 2022

Bei 15 °C, die aber in der Sonne wie 20°C wirken, machen wir nach dem Frühstück erst einmal einen langen Spaziergang auf dem „Celtic Coastal Trail“, einer ehemaligen Bahnstrecke, die jetzt als Küsten-Fernwanderweg ausgewiesen ist. Man hat hier einen weiten Blick über die Bucht von Antigonisch.

Am Nachmittag verlassen wir dann Cape Breton Island und fahren auf dem Transcanada Hwy #104 zurück Richtung Halifax. Etwa 120 km  vorher legen wir auf einem Pendlerparkplatz dicht neben dem Hwy. und dem Salt Springs Provincial Park, der noch wegen Hurrikan Schäden geschlossen ist, eine weitere Übernachtung ein, wir haben ja noch Zeit: Montag will uns Kim treffen und die Papiere übergeben und wir können dann alleine am Dienstag das Auto in den Hafen bringen.

Nun ist es nicht mehr weit bis Halifax und zum Shubie Campground, wo wir im Juni die ersten beiden Nächte nach dem Abholen des Autos verbracht haben.

In Truro machen wir einen letzten Tank- und Einkaufsstopp und sind dann gegen 14 Uhr in Shubie. Ein abgeknickter Baum, sonst sehen wir keine Sturmschäden, aber die Stromversorgung, soll gelitten haben und so finden wir dann Quartier auf dem Platz # 11, eigentlich ein teurer 50 Amp Platz, jetzt aber stromlos und „billig“ = 38 CAD die Nacht.

Am Nachmittag wird gepackt. Was soll im Auto bleiben und was kommt mit in den Koffern?

17.30 Uhr geht die Sonne unter und wir zum gemütlichen Teil über.

Herbstfarben und schöne Küste – auf dem Cabot Trail

Standard

Donnerstag, 29. September 2022

Das Meeresrauschen hat uns gut schlafen lassen. Es ist noch immer bewölkt, aber keine tiefhängenden Nebelwolken mehr und weniger Wind, bei 15 °C.

Es sind nur noch wenige Kilometer bis zum „Cape Breton Highlands Nationalpark“, der an seinem südöstlichen Ende das Dörfchen Ingonish umschließt. Im Visitorcenter erfahren wir, dass alle Parkeinrichtungen, Campgrounds, Trails etc. bis einschließlich 4. Oktober geschlossen bleiben. Man kann also im Moment nur durchfahren.

Gleich in Ingonish Beach (gehört zum NP), einem Strand mit lauter rund geschliffenen Granit-Kieselsteinen, halten wir an und machen eine kleine Wanderung zwischen Meer und einer Süßwasserlagune mit Badestelle. Die Anlage ist sehr schön und kindergeeignet.

Der Parkplatz des „Costal Restaurant &Pub“ in Ingonish ist voll, das ermuntert uns hier einzukehren zum Fischessen. Kein Gourmetempel, eher gute Hausmannskost zu zivilen Preisen mit 9 Sorten Bier vom Faß.

Die weitere Strecke wird landschaftlich immer schöner und es kommt zeitweilig auch die Sonne durch die Wolken. Viele Parkplätze am Straßenrand bieten herrliche Ausblicke und Fotomotive.

In Nils Harbour biegt der Cabot- Trail nach Westen ab und folgt der Parkgrenze. Die Nordspitz des Cape Breton gehört nicht mehr zum Nationalpark. Wir wollen weiter der Küste folgen bis White Point und fahren ab zum Leuchtturm von Nils Harbour und finden dort auch das im Führer gepriesene Fischrestaurant Chowder House – aber geschlossen und von außen wenig ansprechend.

In diesem Ort hat Fiona besonders gewütet und wir sehen schlimme Schäden.

Einige Kilometer weiter in South Harbour finden wir einen Stellplatz für die Nacht.

Auf dem Weg zum Cabot Trail

Standard

Dienstag, 27. September und Mittwoch, 28. September 2022

Als wir aufwachen, hängen die Wolken wieder tief. Für den Cabot – Trail, den Namen verdankt er dem Entdecker der Insel, brauchen wir gutes Wetter, denn er gilt als die schönste Panoramastraße Ost-Kanadas. Wir vertreiben uns die Zeit mit „Hausputz“ und fahren erst um 12 Uhr weiter von Port Hawkesbury bis Louisdale, denn dort gibt es laut IOverlander eine der wenigen Dumpstations auf der Insel. Immer wieder schüttet es heftig.

Von Louisdale fahren wir auf kleinen Nebenstraßen über Dundee, West Bay nach Kingsville und dann auf dem Hwy # 105 bis nach Whycocomag. Dort gibt es einen Boondockerplatz am Meer, der bei schönem Wetter besonders am Morgen ein tolles Panorama bieten soll. Uns empfängt nach ruhiger Nacht nur mal wieder dichter Nebel – nix mit Panorama.

Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir auf und erreichen nach 40 Kilometern Baddeck. In dem kleinen Städtchen (800 Einw.) findet man ein Alexander Graham Bell (1847 – 1922) gewidmetes Museum – Nat. Historic Site.

Er lebte 37 Jahre hier und wird nicht nur als Erfinder des Telefons geehrt.

Vor ihm stellte jedoch schon der hessische Lehrer Philipp Reis aus Friedrichsdorf /Ts. am 26. Oktober 1861 in einem Vortrag in Frankfurt/Main ein von ihm erfundenes Gerät vor, das Töne über ein Elektrokabel zu einer entfernten Gegenstelle leiten konnte und das er Telefon nannte. Berühmt als erster telefonisch übermittelter Satz wurde: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Leider war Reis nicht erfolgreich mit der Vermarktung seiner Erfindung und starb schon mit 40 Jahren an Tuberkulose.

Bell meldete die Erfindung des Telefons 1875, 2 Jahre nach dem Tod von Reis zum Patent an. Auch auf dem Gebiet der Luftfahrt experimentierte er und war beteiligt am ersten Motorflug in Kanada. Wir bestaunen einen Nachbau der von ihm entwickelten Flugmaschine „Silver Dart“ und ein Wasserfahrzeug „HD 4- Hydrofoil“, das es damals auf den Geschwindigkeitsweltrekord von 120 km/h brachte. Er entwickelte die „Eiserne Lunge“ und spezielle Unterrichtsmethoden für Gehörlose – ein persönliches Anliegen, denn seine Frau und seine Mutter waren taub.

Im Museum erhalten wir wieder Warnmeldungen aufs Handy, diesmal über Straßenzustände in der Region. Im Visitor Center lassen wir uns nochmal beraten, ob es sinnvoll sei, den Cabot Trail zu fahren. Morgen solle das Wetter besser werden, am Freitag sogar sehr schön. So fahren wir noch ein Stück weiter bis Wreck Cove, um dann hoffentlich morgen und übermorgen den Indian Summer genießen zu können. Dann bleiben uns noch 2 Tage bis Halifax, das reicht.

Cape Breton

Standard

Sonntag, 25. September und Montag, 26. September 2022

Heute Morgen strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Die Nacht war ruhig, ohne Beleuchtung und man konnte aus dem Dachfenster den Sternenhimmel bestaunen. Samstagabend erhielten wir auf unsere beiden Handys einen Hilferuf, der wohl an alle in der Region eingeloggten Handys verschickt wurde: Ein vierjähriger Junge wird seit dem Abend vermisst. Es folgt eine detaillierte Beschreibung und die Anwohner von Springville werden gebeten, ihre Grundstücke nach dem Kind abzusuchen. Am Sonntagmorgen hören wir in den Nachrichten, dass es noch immer nicht gefunden wurde. Doch nach einer halben Stunde kommt Entwarnung. Eine Polizei – Hundestaffel hat den kleinen Mann 2 km vom Elternhaus entfernt erschöpft, aber unversehrt in einem Maisfeld aufgefunden. Was müssen die armen Eltern in der Nacht durchlitten haben!

Da noch immer viele Straßen nicht passierbar sind – auch der Cabot Trail, verbringen wir den Sonntag mehr oder weniger auf dem Parkplatz, nehmen im Windschatten des Womos ein Sonnenbad, machen einen Spaziergang durch das Industriegebiet, schauen uns bei Autohändlern neue und gebrauchte Pickups an und klönen mit anderen Campern in unserer Nachbarschaft: Ein Paar im Wohnwagen mit chinesischen Wurzeln, zwei Frauen mit indischen Wurzeln im Womo und ein Paar aus Österreich im VW-Bus. Nebenan hat Canadian Tire geöffnet. Die Kanadierinnen haben sich 2 Solarpanels gegen cash gekauft (Kartenzahlung funktioniert noch nicht wieder), damit sie ihre Handys laden können.

Nachmittags öffnet auch der Walmart. Die Kühlregale sind leergeräumt, sonst weist nichts darauf hin, dass die Region gerade von einem schlimmen Unwetter heimgesucht wurde. Der Strom ist in diesem Viertel wieder da.

Auf unserem Spaziergang haben wir eine VISA-Karte der Scotia-Bank gefunden. Wir googeln den Namen der Inhaberin, finden auch eine Telefonnummer und hinterlassen unsere auf der Mailbox. Aber niemand meldet sich. Am Montagmorgen wollen wir bis Cape Breton weiterfahren, brauchen aber noch Diesel, da der Tank halbleer ist. An drei Tankstellen, die wir passieren, haben sich kilometerlange Staus über mehrere Ampeln gebildet. Im Zentrum von New Glasgow wollen wir bei einer Scotia-Bank die gefundene VISA-Karte abgeben, doch die Filiale ist geschlossen. Ein Feuerwehrmann bietet sich an, dafür zu sorgen, dass die Karte zurück zu ihrer Besitzerin findet. Wir vertrauen ihm.

Dann fahren wir zur Entsorgung auf das Gelände einer IRVING Tankstelle. Hier gibt es 10 Zapfsäulen, davon zwei für Diesel, die aber nicht gefragt sind, denn fast alle wollen Benzin fürs Auto tanken und die vielen mitgebrachten Reservekanister füllen, um zu Hause die Generatoren zu betreiben. Auch große Beutel mit Eiswürfeln sind sehr gefragt, da der Kühlschrank ohne Strom nicht kühlt.

Mit dem Womo an die Diesel-Zapfsäule zu kommen bedeutet, sich in die schier endlose Schlange einzureihen. Die Reservekanister an der Diesel-Zapfsäule zu betanken ist ohne Wartezeit möglich. Wir füllen unseren noch vollen 20 Liter Kanister in den Tank, machen dann beide noch einmal voll und sind bald wieder unterwegs auf dem Hwy # 104 nach Cape Breton.

Unterwegs öffnet der Himmel wieder alle Schleusen und das Fahren macht keinen Spaß. Eine kleine Brücke führt auf Cape Breton Island und gleich dahinter findet man ein Informationszentrum. Dort werden unsere Befürchtungen bestätigt. Alle Parks sind bis 30. September geschlossen. Den Trail kann man wohl befahren, bei der Wetterlage sei das aber nicht empfehlenswert. Vielleicht morgen?

Bei dem Stopp hier stellen wir fest, dass Wasser aus der Dunstabzugshaube tropft. Schnell ist erkannt, dass die Kaminabdeckung wohl von einem über die Straße hängenden Baum abgestreift wurde und es nun in den Schornstein regnet. Was wären wir ohne Canadian Tire und Walmart Parkplätze, denn kurz hinter dem Visitor-Center gibt es Beides. Der Schornstein hat wieder eine Abdeckung und wir eine sichere Bleibe für die Nacht, denn bei immer wieder neu einsetzendem Starkregen wollen wir nicht mehr weiterfahren.