Heute ist unser Ziel – wie so oft am Urlaubsende – das Weingut Anselmann in Edesheim/Pfalz, fast vor der Haustür. Als Problem erweist sich Straßburg, das ebenfalls wie Toulouse in der Umweltzone eine Crit’air – Vignette vorschreibt. Internetrecherchen ergeben unterschiedliche Ergebnisse: die einen sagen, auf bestimmten Straßen, darunter fällt auch die A 35, brauche man keine Vignette, die anderen sagen, in allen 33 Ortsteilen der Europastadt sei sie vorgeschrieben. Also lassen wir uns vom Navi eine Umfahrungsroute vorschlagen, der wir dann auch folgen. Uffff – jetzt haben wir beide Muskelkater. Wenn alle Dörfchen soviel Geld hätten wie Kreisel, dann wären sie reich. Sind sie vielleicht sogar, denn die Häuschen sehen hübsch und frisch renoviert aus. Aber die Fahrerei nervt. Kaum hat das Womo wieder Fahrt aufnehmen können, höchstens Tempo 80 km/h , da kommt die nächste Ortschaft mit Tempo 30, Barrieren und Hoppel und natürlich Kreisel – macht auf Dauer keinen Spaß. Aber Straßburg ist groß und es dauert gefühlt tagelang, bis wir dann doch wieder auf die A 35 auffahren und nun auch bis auf einen kleinen Stau gut voran kommen. Warum wir nicht schon längst nach Deutschland gewechselt sind? Ganz einfach – Fahren in Frankreich ist unglaublich viel entspannter als in Deutschland, weil es kaum Verkehr gibt!
Bei der Einreise nach Deutschland wird kontrolliert, aber nur über Blickkontakt. Wir scheinen nicht nach Flüchtlingen auszusehen und dürfen zügig passieren.
Gerne hätten wir auf der Brunnenterasse bei Anselmann einen Flammkuchen genossen, aber die öffnet erst am 26. Mai. Aber der Weinprobierstand ist geöffnet und wir decken uns mit schönen Weinen ein. Gegenüber auf dem großen Parkplatz übernachten wir und hoffen, dass der Rest bis nach Hause pannenlos verlaufen wird und wir morgen wohlbehalten in Limburg eintreffen werden.
So schnell waren wir nicht. In 5h 37min haben wir 284 km geschafft.
Über kleinere und größere Straßen, durch unzählige Kreisel und viele Ortschaften kommen wir größten Teils zügig voran. Höchstgeschwindigkeit ist mal 80 km/h, mal 90 km/h, die man besser nicht überschreiten sollte, denn es wimmelt nur so von Radarfallen. Das Verkehrsaufkommen ist gering und das Fahren entspannt. Leuchtend gelb blühender Ginster säumt die Straßen. Am Freitag sieht es immer mal wieder nach Regen aus, aber die Sonne behält die Oberhand. Als wir unseren wunderschönen Stellplatz in La Laplisse erreichen, beginnt es aber doch zu regnen und so verschieben wir unseren Spaziergang zum Schloss auf morgen, Samstag.
Unsere Internetrecherche ergibt, dass das Schloss samstags geschlossen ist. Aber da wir gestern nur im Auto gesessen haben, machen wir einen Spaziergang hinauf, vorbei an der Kirche, in den Schlossgarten.
Womo-Stellplatz Schloss La LapiceSchloss La LapiceKirche
Nicht immer weiß das Internet alles. Wir haben Glück, gerade im Moment beginnt eine Führung und nachdem wir 20 €/ 2 Personen bezahlt haben, erhalten wir eine Beschreibung in deutscher Sprache und besichtigen einen Teil der Räume des Schlosses, das seit 1430 Im Besitz der Familie Chabannes ist.
„Das seit 1430 von der Familie Chabannes bewohnte, schöne Schloss La Palice ragt majestätisch über das Tal von Besbre und die Dächer der Stadt Lapalisse. Nach Durchschreiten der Eingangspforte entdeckt der Besucher die elegante Fassade des Schlosses mit seinem Ehrenhof. Von links nach rechts blickend enthüllen sich die gotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, in deren Krypta die Grablegen der Familie Chabannes zu finden sind, der Renaissanceflügel aus rosafarbenem Backstein aus dem 16. Jahrhundert und der feudale Teil des Schlosses mit Türmen und Kurtinen, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert errichtet wurden.
Im Schlossinneren können der Goldene Salon mit seiner Kassettendecke aus der Renaissance, die prunkvollen Wandteppiche sowie der große Salon, die Bibliothek und die Kapelle bei einer geführten Besichtigung bewundert werden.
Ein schöner, schattiger Park mit Teichen und hundertjährigen Bäumen rundet den Schlossbesuch ab.“
174 Flaggen hat die Familie im Laufe der Zeit gesammelt, auch die der DDR ist darunter
Um 13Uhr geht’s weiter bis kurz vor Belfort. Der dortige Stellplatz liegt in der Stadt und es soll laut sein. Da bleiben wir lieber ein paar km vorher in dem kleinen Ort Champey auf einem Anglerparkplatz am See und hoffen auf eine ruhige Nacht.
Unsere Fahrstrecke am Freitag und Samstag von Naucelle bis Champey
Dienstag, den 06.05.25 bis Donnerstag, den 08.05.25
Wir verlassen Ousse und fahren weiter bis Toulouse. Friedrich Merz wurde nicht im ersten Wahlgang gewählt. Da steht Deutschland doch mal wieder gut da in der Weltpolitik.
Unser Navi weist darauf hin, dass unsere Strecke durch einen Teil der Umweltzone von Toulouse führt. Wir haben zwar unsere grüne Plakette, aber die gilt hier nicht, also ist uns die Durchfahrt verwehrt. Wir finden einen netten Acsi-Platz außerhalb der Zone, erfahren dort, dass wir mit dem Roller in die Stadt fahren dürften, nur nicht mit dem Auto, eine Erlaubnis könne man beantragen, das könne aber bis zu 14 Tagen dauern, Bus und Metro seien aber die geeignetsten Verkehrsmittel. Und so nehmen wir am Mittwoch den Bus Linie 59 bis zum Place Barriere de Paris, steigen dort in die Metro B (gelb) ein, fahren bis zur Haltestelle Jean Jaurès, von wo aus wir das Zentrum per pedes erkunden können.
Hinter dem schönen Brunnen am Place Wilson
befindet sich die Tourist – Info im beeindruckenden Capitol von Toulouse. Auch Rathaus, Theater und Oper sind dort untergebracht. Wir erhalten einen Stadtplan mit Routenvorschlag, schauen uns zunächst das Capitol an,
CapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitoleCapitole Gemälde von Henry Martin Capitole, Gemälde von Henry Martin CapitoleAussicht auf den Place du Capitole
bummeln dann weiter zur riesigen Basilica San Serin, der größten romanischen Kirche Europas:
zum Ufer der Garonne
GaronneGaronneein rotes Teufelchen
weiter zum Bembergpalast
BembergpalastEindrücke aus der StadtEindrücke aus der StadtEindrücke aus der StadtKunsthochschuleSeniorenausflug in der RikschaEindrücke aus der Stadt
und fahen am Nachmittag wieder zurück zum Campingplatz Rupe´.
Am Donnerstag parken wir am Womostellplatz Aeroscopia beim Airbuswerk. Parken ist gebührenfrei, wir könnten hier sogar umsonst übernachten. Der Eintritt ins Museum beträgt 12€/Person. Es herrscht keinerlei Gedränge, ist sehr ruhig und wir hoffen, dass sich das Musseum angesichts der wenigen Besucher auf Dauer halten kann. Gut 3 Stunden besichtigen wir u.a. die Concorde,
daneben den Prototyp eines Airbus 300B mit first Class Suite – ein Upgrade hätten wir nicht ausgeschlagen –
Suite WohnzimmerSuite WohnzimmerKücheDuscheSchlafzimmer
auf dem Außengelände parkt ein Airbus 380, den wir ebenfalls besichtigen können, auch ein Prototyp, mit dem Erstflüge dieses Modells durchgeführt wurden. Tatsächlich sind wir in einer solchen Maschine schon geflogen: 2015 mit Singapur Airlines nach New Zealand – ein tolles, komfortabales, leises Flugzeug, selbst in der Holzklasse.
Ein X – Wing Starfighter aus 1 584 900 Legobausteinen wurde in 1750 Stunden erbaut. Er ist 8.98 m lang, 9,56 m breit und 2,12 m hoch und wiegt 3,4 Tonnen.
Große Transportmaschinen stehen im Außenbereich: eine alte Transall und ein aktueller A 400 M, der 116 Fallschirmspringer oder 54 Tonnen Gewicht laden kann. Viel Technik gibt es zu bestaunen, aber es ist unmöglich, alles im Blog zu beschreiben.
Wir fahren am Nachmittag wieder ein Stückchen weiter heimwärts Richtung Clermont – Ferrand, finden im kleinen Dorf Naucelle einen hübschen kostenfreien Stellplatz, gönnen uns eine leckere Pizza und erfahren: Habemus papam – Leo XIV.
In der Nacht auf Samstag regnet es, was das Zeug hält. Bei bedecktem Himmel fahren wir weiter in die Weinregion Rioja. Der Himmel reißt immer mehr auf, das Wetter wird richtig gut. In einer Bodega an der Route stoppen wir, machen eine klitzekleine Weinprobe
und setzen die Reise gut gelaunt fort nach Logronjo, der Hauptstadt von Rioja. Ein sehr schöner kostenfreier Stellplatz in fußläufiger Entfernung bietet uns heute Nacht Unterkunft. Wir laufen ins Städtchen, wieder staunen wir über die vielen Grünanlagen
und vergleichen ein bisschen neidisch die Samstagabendausgehlaune der Spanier mit der der Limburger. Hier rockt der Bär, in Limburg schläft er. Wir bummeln durch die Gassen,
schauen in die Kathedrale,
versuchen erfolglos ein paar Tapas zu ergattern. Hier wird nur getrunken, kein Mensch isst etwas. Machen wir auch so und zu Hause gibt’s noch ein paar selbst gemachte Tapas.
Am Sonntag hätten wir Gelegenheit, auf dem Gelände nebenan einen Krims-Krams-Markt zu besuchen, doch wir fahren lieber weiter. Heutiges Ziel ist Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen. Wir fahren zunächst die A 12 – an Pamplona dieses Mal vorbei – die gleiche schöne Strecke auf der N135. Bis zur Passhöhe in 1257 m ist es noch teilweise sonnig und trocken, doch dann setzt der Regen ein und die Wolken hängen tief.
Der städtische Stellplatz ist um 16 Uhr schon gut besucht, wir finden aber noch mehrere freie Plätze, machen während einer Regenpause einen Spaziergang in das Städtchen und bekommen heute auch etwas zu essen: 1/2 poulet grille´ mit pommes de terres, Champignons und pate´ fois gras.
In der Nacht regnet es wieder ausdauernd. Das verleitet uns am Montag zum Trödeln. Erst um 14 Uhr brechen wir auf Richtung Pau, stoppen in zwei Käsereien mit Direktverkauf und kaufen leckeren Pyrenäenkäse ein. In Pau gibt es keine geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten, so rollen wir auf der 817 durch viele Ortschaften weiter Richtung Toulouse und finden im Örtchen Ousse an der Straße einen netten kleinen Campingplatz Les Sapins, wo wir VIELLEICHT Olafs Verabschiedung beiwohnen – VIELLEICHT. Ciao Olaf, wir schauen gespannt und kritisch darauf, was kommt.
In der Nacht stürmt es zum Fürchten, das Auto wackelt und wir schlafen sehr schlecht Dunkelgrauer Himmel am Morgen, in den Picos de Europa teiweise Schnee und Glätte auf den Straßen. Das gibt den Ausschlag für die Route über Valladolid, Burgos nach San Sebastian, anstatt im Nationalpark zu wandern. Valladolid haben wir bisher noch nicht besucht. Als wir gegen Mittag in die Nähe kommen, sieht die Wettervorhersage bis 18 Uhr ganz vielversprechend aus. So steuern wir den städtischen hübschen Womostellplatz ( 5 € für 24 Stunden incl. Ver- und Entsorgung) an, lesen schnell im Internet nach, was man über die Stadt wissen sollte und machen uns auf die Socken.
Valladolid war im 15./16. Jhdt. Hauptstadt des Königreichs Kastilien und von 1600 – 1606 von ganz Spanien. In 15 Minuten sind wir im Zentrum der Altstadt auf dem Plaza Mayor. Nach einem Sangria bummeln wir 5,5 km durch die Gassen, dann verfinstert sich der Himmel und es beginnt zu tröpfeln. Die Wetterapp prognostiziert Gewitter und Regen für 18 Uhr und es ist jetzt 17.30. Also keine Tapas, sondern zurück zum Womo. Kaum sind wir angekommen, kommt die Sonne wieder zum Vorschein. Darüber freuen wir uns natürlich und kochen selbst.
Plaza MayorPlaza MayorPlaza MayorPlaza MayorPlaza MayorPlaza Mayor
Die Stadt hat tolle Grünanlagen. Da könnte sich Limburg eine Scheibe abschneiden!!!!! Sogar zwischen den Häuser sind Bahnen mit Grasbewuchs und Grünpflanzen aufgehängt.
Academia de CaballeriaAcademia de Caballeriadavor der Bunnen
Am 20. Mai 1506 starb Kolumbus in Valladolid im Alter von 55Jahren. Eine Statue, die in Spanien angefertigt wurde, war zunächst für Havannah auf Kuba bestimmt. Doch dann war Kuba keine spanische Kolonie mehr und Sevilla, Madrid und Valladolid stritten um die Statue. Den Zuschlag bekam Valladolid, weil es dem Künstler an meisten Geld bot und es Kolumbus Sterbestadt war.
Noch schnell zur Kathedrale: enttäuschend, dunkel, klotzig, romanisch.
Regen in der Nacht, auch am Morgen tröpfelt es hin und wieder. Wir entsorgen und fahren zurück auf die Autobahn, nicht ohne vorher noch mal Iberico Steaks gekauft zu haben und auch in der „Fabrica de Jamones“ am Kreisel ein schönes Stück Lomo Iberico und etwas Schinken erstanden zu haben.
Die Autovia de la Plata ist teilweise wunderbar, teilweise aber auch sehr schlecht. Es reicht, dass kurz hinter Merida das Lenkrad zittert und wir Schlimmes vermuten. Das Womo fährt weiter geradeaus, ein Reifenplatzer ist es wohl nicht, aber etwas stimmt nicht. Der Standstreifen ist zu schmal, um gefahrlos um das Auto herumzugehen, aber 20 m weiter hinten ist eine Ausbuchtung. Vorsichtig fahre ich zurück, halte erneut an und Jürgen stellt fest, dass an der linken vorderen Radkappe eine Schraube verloren ist und sie schräg vor dem Rad hängt. Das hat wohl eine Unwucht und das Lenkradzittern ausgelöst. Mit einem Imbus will er die verbleibende Schraube lösen, als hinter uns ein Fahrzeug der Guardia de Civile mit Blaulicht hält. Oh weh, wir stehen seit 2 Minuten, ein Warndreieck haben wir nicht aufgestellt. Was wird passieren? Jürgen zeigt , woran es hapert, löst die Radkappe, verstaut sie in der Heckgarage, bedankt sich für die Absicherung zum hinteren Verkehr und ich fädele mich wieder ein. Gesagt hat von den Polizisten keiner etwas, aber ein Foto vom Nummernschild hat einer gemacht. Was kommt da möglicherweise noch per Post nach Limburg? Schaun wir mal.
Die Landschaft ist wunderschön, gelb blühender Ginster, schneebedeckte Berge im Hintergrund, immer wieder heftige Regenschauer und zwischendurch sind wir mal auf 1200 m Höhe.
Nach 5 Stunden haben wir genug vom Fahren, steuern einen Stellplatz der Stadt Salamanca an, machen einen kurzen Bummel, um für morgen die Bushaltestelle zu finden, um mit der Linie 21 ins Zentrum zu fahren.
In der Nacht regnet es sehr ergiebig, aber am Donerstagmorgen ist herrliches 1. Mai – Wetter, aber nur 8 °C. Nach dem Frühstück packen wir den Roller aus – vorbei mit der Faulenzerei in der Garage – und parken nach 4 km im Zentrum nahe der Kathedrale.
Die war vor 2 Jahren am Sonntag, 11.06.23 für Besichtigungen geschlossen und wir konnten nur die illustren Figürchen in der Außenfassade bestaunen., die wir auch heute wieder finden: Astronaut, Affe, der Eis schleckt, auf dem Kopf stehendes Häschen u.ä.
Heute können wir hinein und staunen wieder einmal über die baumeisterliche Höchstleistung der damaligen Zeit. Die alte romanische Kathedrale ist nur über die neue gotische zu erreichen.
In der alten Kathedrale sind noch gut erhaltene Fresken zu sehen und viele biblische Szenen hinter dem Altar.
viele Störche auf den Dächernviele Störche auf den Dächernviele Störche auf den Dächern
Nach einer guten Stunde gelüstet es uns nach einem Kaffee, wir schlendern vor bis zur Plaza Mayor und entscheiden uns spontan doch für einen Sangria.
Kaum ist er serviert, kommt eine 1. Mai – Demo mit sehhhhr viel Getöse und Getrommel auf den Platz
und lässt von einem Balkon uns unverständliche Parolen erschallen. Nach einer halben Stunde endet das Ganze mit dem Abgesang der Internationalen.
Nicht nur uns gefällt das nicht besonders, auch eine einheimische Operndiva versucht immer wieder gegen die Schreihälse mit Arien anzusingen.
Endlich kehrt wieder Ruhe ein.
Die Markthalle gegenüber der Plaza Mayor ist heute geschlossen, so wie alle Geschäfte auch. Nur die „made in China – Läden“ haben geöffnet.
Wir stärken uns bei einem mittelmäßigen Mittagessen, sehen danach erst die Toiletten:
(Sauber sind sie – und die Küche gleich daneben!)
gehen auch dieses Mal an der Universität vorbei, in deren Fassade ein kleiner Frosch auf einem Totenschädel versteckt ist. Die Mär geht, dass ein Student, der ihn ohne fremde Hilfe entdeckt, seine Prüfungen bestehen wird. Heute ist es einfach: ein Reiseführer deutet mit einem Laserpointer darauf und schon hört man viele Ahhh – da! In unserem Bericht vom 11. Juni 2023 ist Salamanca ausführlicher beschrieben. Wer möchte, kann dort nachlesen.
Alle suchen den Frosch
Schräg gegenüber kann man in einem weiteren Gebäude den „Cielo de Salamanca“ bestaunen, ein beleuchtetes Tierkreiszeichendeckenfresko.
Es ist 16.30 Uhr, schon wieder ziemlich kühl und wir fahren zurück zum Womo auf dem Stellplatz.
Die Wettervorhersage stimmt. Heute morgen begrüßen uns graue Wolken anstatt Sonnenschein. Da schlafen wir doch noch ein bisschen länger, frühstücken gemütlich, laufen zum kleinen Supermarkt im Ort, wo wir vor 2 Jahren einen wunderbaren Rotwein erstanden haben. Es gibt ihn noch und auch den leckeren Käse aus dem Alentejo, also von hier, finden wir wieder. Gegen 13 Uhr starten wir, zunächst nur bis zum Aldi an der Durchgangsstraße. Beim Intermarche nebenan erstehen wir eine Straßenkarte. In der Marokkoeuphorie haben wir keine Unterlagen über Spanien und Portugal mitgenommem, brauchen aber zur weiteren Planung der Heimreise eine Karte, die wir auf den Tisch legen können und nicht so winzige Maps auf dem Handy oder Laptop. Fahren wir jetzt in Portugal nordwärts oder doch lieber in Spanien? Letztendlich entscheiden wir uns für Spanien. Auf dem Weg zur Autobahn halten wir an einem Obststand an. 5 Pfund Orangen sollen hier 5 € kosten. Nee, da sind wir andere Preise gewohnt und fahren weiter. (Übrigens sind die portugiesischen Apfelsinen tatsächlich ebenfalls sehr lecker.)
Von Portugal……nach Spanien
Um 16 Uhr wird es sogar noch einmal sonnig auf unserer Fahrt durch die Estremadura.
Viele Korkeichen gedeihen entlang der Autobahn, glückliche Kühe weiden dazwischen – da müsste es doch auch Schweine geben, die die Eicheln gerne fressen. Nach 252 km stoppen wir in Monesterio. Ein riesiger Schinken ziert den ersten Kreisel, wir passieren eine Iberico – Schinken – Fabrik und ein kleines Lädchen mit Iberico – Spezialitäten und dann sind wir schon am kostenfreien Stellplatz am Dorfrand angekommen.
Von der Küste Marokkos sind wir wieder enttäuscht. Bereits vor 8 Jahren fanden wir die Strände, verglichen mit denen Spaniens und Portugals, reizlos und oft vermüllt. Das ist heute noch so und Campingplätze, die wir in guter Erinnerung haben, existieren nicht mehr. Wo sollen wir jetzt noch Zeit verbringen? So schön ist es hier im marokkanischen Garten in Moulay Bousselham wirklich nicht. Eine gute Erinnerung an einen Camping bei der Herkules-Grotte in der Nähe von Tanger haben wir noch, aber wir haben uns für die Fährrückfahrt von Ceuta nach Algeciras entschieden und da passt dieser Platz nicht in die Planung, zumal wir fürchten, er könnte ebenfalls inzwischen eine Enttäuschung sein. Also starten wir am Donnerstag am späten Vormittag nach Ceuta über die A5, R 417, N2 und N 16 .
Ein Orangenverkäufer, der am Straßenrand seine Früchte feil bietet, kommt uns gerade recht, denn unser Vorrat ist aus. 12 kg für 60 Diram = 6 €. Obst, Gemüse und Brot sind in Marokko unglaublich preiswert. In Rabat haben wir 2,5 kg frische Erdbeeren erstanden für 1,80 €/kg. Die begleiten uns jetzt in Form von Marmelade.
Kurz vor der weißen Stadt Tetouan tanken wir noch einmal preiswerten marokkanischen Diesel für umgerechnet ca.1 Euro und entdecken nebenbei ein Schild: „Lavage“. Da jauchzen 2 Wohnmobile auf und als die Besitzer den Preis für die Lavage erfahren, jauchzen die ebenfalls. Für 50 Diram = 5 Euro lassen wir den Wüstenstaub im Land.
Die Grenze erreichen wir gegen 18.30 Uhr. Also nicht die Grenze, sondern das Davor. Und das Davor ist nicht in Metern zu messen, sondern in Stunden. Hinter einem Kreisel wird man in eine von 4 Spuren eingewiesen und dann wartet man darauf, dass sich etwas bewegt. Und wartet. Wartet. Schrittweise kommt man vorwärts und irgendwann haben wir eine Position erreicht, von der aus wir mit dem Fernglas beobachten können, was vorne in der Spur geschieht – da tauchen Männer neben Autos ab, lupfen Fußmatten, lassen Kofferräume ausräumen und drehen den kompletten Fahrzeuginhalt eines jeden Autos um. Das dauert. Benners haben die etwas schnellere Spur und sind nach 4 Stunden durch. Wir brauchen 5. Endlich in der Pole Position zeigen wir die Pässe vor, öffnen Außenklappen, dann will ein Mann mit Dreckschuhen herein. Immerhin weiß er etwas mit dem feuchten Putzlappen anzufangen, den ich ihm in den Eingang gelegt habe. Er schaut in den Kleiderschrank, ins Bad, geht wieder hinaus und kommt mit einem schwarzen, riesigen Ungeheuer von Hund zurück und Beide begehren Einlass – den ich allerdings verweigere. Nein! Kein Hund. Bis zur Tür, er kann schnüffeln, aber nicht hinein ins Fahrzeug! Ich bin allergisch gegen Tierhaare. Juchuhhh! Erfolg, er geht wieder. Um kurz darauf mit seinem Chef wiederzukommen, der sehr freundlich erklärt, es tue ihm sehr leid, aber das sei in Ceuta das Protokoll, alle Fahrzeuge müssten die gleiche Kontrolle durchlaufen. Das nächste Mal sollten wir dann von Tanger Med zurückfahren, dort röntge man die Autos und arbeite nicht mit Hunden. Auf meine Frage, was denn so intensiv gesucht werde, antwortet er: „Drogen! “ Und das sei nicht altersspezifisch. Sie fänden bei ihren Kontrollen Drogen in allen Altersschichten. Also muss ich das Ungetüm doch hineinlassen und er findet – nichts. Aber ich finde anschließend seine dreckigen Pfotenabdrücke überall im Auto!
5 Stunden sind vergangen. Wir fahren zu mitternächtlicher Stunde zu Benners, die uns ihren Standort geschickt haben und buchen die Fähren für den nächsten Tag, schlafen die wenigen verbleibenden Stunden gut, sind am nächsten Morgen um 7.30 Uhr am Hafen, verabschieden uns schweren Herzens voneinander, denn wir haben wegen unterschiedlicher Tarife auch unterschiedliche Fähren gebucht und Benners müssen wieder nach Hause, weil meine Schwester noch arbeiten muss. Liese, Michi, es war sehhhr schön mit euch und hoffentlich nicht das letzte Mal!
Die Überfahrt dauert 1 knappe Stunde.
Von Algeciras fahren wir über Jerez, Sevilla und Huelva zur portugiesischen Grenze – keine Inspektion des Fahrzeugs, kein dreckiger Hund –
von Spanien……nach Portugal
und sind am frühen Nachmittag in Manta Rota auf dem Womo- Stellplatz, auf dem wir schon zweimal waren. Noch ist er recht voll, weil offensichtlich noch Ferien in Spanien und Portugal sind, aber bereits am Sonntag reisen sehr viele ab.
Der Strand ist traumhaft schön und sauber, ein großer Kontrast zu Marokko.
Täglich laufen wir insgesamt 5,5 km in Richtung Tavira, bis uns der kleine Fluss bremst.
Unser Platz bietet Sonne und Schatten, wie wir es gerade wünschen und so faulenzen wir vor dem Womo und lesen viel. Täglich kommen Obstverkäufer vorbei und preisen Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren und Orangen an. Die Brombeeren sind himmlich, die Orangen müssen wir noch testen. Ob sie mit den marrokanischen mithalten können? Wir hoffen, aber wir zweifeln.
Ostermontag, den 21.04.25 bis Mittwoch, den 23.04.25
Der Wind hat viel Sand auf die Straße geweht und wir haben richtiges Sahara – Feeling. Unsere „Wüstenschiffe“ schaffen die kurze Piste bis zur Asphaltstraße aber mühelos – sehen aber inzwischen auch fast wie neu aus.
Safi ist eine uralte Töpferstadt, die wir schon vor 8 Jahren besucht haben und die damals schon eine ziemlich verlassene Handwerksstadt war. Selbst Polizisten, die wir nach dem Weg fragen, kennen sie nicht und erst mit Foto aus dem Reiseführer dämmert es wenigstens einem.
Dejavue – wir parken an der Stadtmauer, von hier ist man flugs in der Medina und auf der anderen Seite auf dem Töpferhügel. Feste Parkgebühren gibt es nicht – man gibt, was man geben möchte und so bekommt der nette Parkwächter erst einmal die Hälfte von dem, was wir geben wollen und wenn er gut auf die Womos aufgepasst hat, noch einmal so viel. Das kommt gut an. Und wieder schleppt uns ein selbst ernannter Fremdenführer ab in die Werkstätten, wo “ his friends“ uns gerne den Produktionsprozess zeigen, ohne dass wir uns wehren können.
Selbstverständlich endet die „Führung“ in mehreren Verkaufsläden, in denen wir aber gar nichts entdecken, was uns gefällt. Gestern in Essaouira haben wir wirklich schöne Stehrümmchen gesehen, aber leider war nur meine Schwester schlau genug, dort schon einmal zuzuschlagen. Mit dem Trinkgeld ist der Guide nicht ganz einverstanden, aber wir können ihm klarmachen, dass wir ihm ja keinen Auftrag erteilt haben.
Diesmal haben wir schönes Wetter und so schlendern wir noch kurz durch die reizlose Medina
und entlohnen dann unseren Parkwächter, der gut aufgepasst hat. Ob wir ein T – Shirt für ihn hätten? Die Frage ist uns 2017 öfter gestellt worden und so haben wir diesmal ältere Poloshirts von Jürgen mitgenommen und der Parkwächter freut sich über das Geschenk.
Von Safi geht’s weiter nach Oualidia, bekannt für seine Austern. Ein gutes Tagesetappenziel. Wir steuern den Womo-Stellplatz am Wasser an, freuen uns darüber, dass uns viele Menschen Fisch oder Austern verkaufen wollen, können uns aber erfolgreich zur Wehr setzen, landen in einem einfachen, netten Restaurant mit Dachterasse, speisen wirklich guten, frischen Fisch mit leckerem Brot und einem Salat mit Ölsardinen.
Diese Nacht sind es gefühlt 1000 kläffende Hunde und kein Muezzin.
Auf der Autobahn geht’s am Dienstag vorbei an Casablanca, das wir auch dieses Mal auslassen, weiter nach Rabat, Hauptstadt und Königssitz. Oh, wie schön hat’s doch ein König im Vergleich zu seinen einfachen Untertanen. Es blitzt und blinkt nur so vor Sauberkeit. Unzählige Männer UND Frauen picken auch das kleinste Fitzelchen vom Boden auf, fegen und saugen und dann wird die Straße auch noch nass gereingt. Müll wird man hier nicht finden. Aber ohne Jux – die Stadt sieht wirklich toll aus! Ordentlich, sauber, grün und blühend.
Nicht ganz so königlich ist unsere heutige Unterkunft. Es gibt keinen Campingplatz weit und breit, aber einen Stellplatz auf einem eingezäunten Parkplatz mit Nachtwächter für 5 Diram/h am Rande der Altstadt. Wir fahren ihn von der falschen Straßenseite an. Der freundliche Parkwächter gestikuliert, wir verstehen nicht, was er meint, dann winkt er uns in die Einfahrt und weist uns in der hintersten „ruhigen“ Ecke 2 Plätze zu. Und kaum stehen wir, steht auch schon ein Polizist neben uns und erwähnt eine durchgezogene Linie, über die wir gefahren seien und dafür will er pro Partei 200 Diram! Hähhhhh? Wir haben keine durchgezogene Linie gesehen, außerdem hat der Parkplatzwächter uns herbeigewunken – schlagartig wird uns klar, dass die ausladenden Handbewegungen heißen sollten: da vorne ist ein Kreisel, fahrt da durch und kommt dann auf der richtigen Seite wieder zurück. Der Polizist ist hartnäckig und will Geld sehen. Ich versuche es auf die Schleim -Tour, ob ich mich denn getäuscht hätte, wenn ich den Eindruck gewonnen hätte, die Marokkaner und insbesondere die marokkanischen Polizisten seien sehr zuvorkommend, höflich und hilfsbereit. Wir seien doch fremd hier, die große Stadt, so viel Verkehr und nicht wissend, wie wir denn nun auf den Parkplatz kommen könnten, schienen ihn kurzfristig zu beeindrucken. Seine Frage nach den Papieren (Führerschein etc.) verstehen wir vorsorglich nicht und auch der Parkwächter kann plözlich ganz schlecht übersetzen und das sei doch eine unverhältnismäßig hohe Strafe. Jürgen erwähnt die „Brigade Touristique“, die er als Streitschlichter rufen will. Da zeigt der Ordnungshüter sich generös und geht. Doch kurz darauf kommt er wieder und der Parkwächter übersetzt, er wolle wenigstens „seinen Kaffee haben“, also ein Bakschich bzw. eine offizielle Aufforderung, ein Bestechungsgeld zu entrichten. Jürgen fragt, wieviel das denn sei und erhält vom Polizisten die Antwort, so viel wie er wolle. Darauf hält ihm Jürgen einen 20 Diram-Schein hin und meint, 4 – 5 Kaffee könne man davon ja wohl allemal bezahlen. Der Meinung ist der Polizist aber gar nicht, empört weist er das Geld zurück und Jürgen steckt es wieder ein. Wir bezahlen nichts und ernten später begeisterte Kommentare der Parkplatzwächter, die wohl ganz offensichtlich auch keine Freunde des Polizisten sind.
Nachts passt er auch auf uns auf
Dann ziehen wir los und statten der gepflegten Medina einen Besuch ab. Wunderschön, keiner spricht uns an, etwas zu kaufen, aber wenn wir etwas erwerben wollen, hat Handeln keinen Erfolg. Nicht in der Stadt des Königs.
In der Kabah des Oudaia bestaunen wir das „Bab (Tor) des Oudaia und werfen einen Blick über den Fluss Bou Regreg in die neue Schwesterstadt Sale.
Die Nacht ist göttlich im wahrsten Sinne des Wortes. Der Muezzin des Königs übertrifft alles, was wir bisher hören durften. Er fängt ganz leise an, steigert sich dann immer weiter mit kurzen Unterbrechungen, in denen das Herz der Ungläubigen Hoffnung schöpft, das könnte es möglicherweise jetzt gewesen sein, um dann noch voluminöser und fulminanter die Suren zu Allahs Ehren nicht nur in die Hauptstadt, sondern in die ganze Welt zu tragen. Solltet ihr zu Hause vielleicht in dieser Nacht vom 22.04. auf den 23.04. aufgewacht sein, dann war’s vielleicht eben dieser wunderbare Muezzin mit seiner gewaltigen Stimme.
Am Morgen bringen wir dem Geburtstagskind Jürgen kein Ständchen, wir knacken noch am nächtlichen Gesang und fahren durch wunderschöne Grünanlagen vorbei am höchsten Gebäude ganz Afrikas (?), dem Mohammed IV Tower mit 250 Metern Höhe und 55 Stockwerken. Es beherbergt Büroräume und Hotels und ähnelt einer Rakete auf der Startrampe.
In der Mittagszeit erreichen wir Moulay Bousselham. Einen Zahnarzt scheint es zu geben,
zum Glück hat keiner von uns Zahnschmerzen
aber „unseren“ Camping International gibt es nicht mehr – braches Gelände mit zerfallenen Gebäuden. Quartier finden wir in einem Garten eines pfiffigen Marrokaners, der sich so etwas dazuverdient und plant, in den nächsten Jahren zu modernisieren und ein kleines Restaurant zu eröffnen. Jetzt kann man jedenfalls schon eine Tajine für den Abend in Auftrag geben, was wir natürlich tun.
frisch gemäht
Dann machen wir einen Spaziergang zur Lagune,
finden unseren verlassenen Campingplatz
und laufen durch ein Neubaugebiet zurück zu den Womos. Leider immer wieder große Ansammlungen von Müll. Dieses Problem hier in den Griff zu bekommen wäre noch einmal eine Lebensaufgabe – wenn das Leben noch lange währet.
Nickerchen im Schatten, angeblich begleitet von melodiösen Schnarchtönen – der Muezzin hat viel Schlaf geraubt.
Und am Abend dann die Tajine – gut, aber sie kann diejenige nicht toppen, die wir bei Tafraoute im Antiatlas gegessen haben. Christian, du hast Recht – es hätten mehr Röststoffe sein dürfen.
Gründonnerstag, den 17.04.25 bis Ostersonntag, den 20.04.25
Wir verlassen unser idyllisches Plätzchen im Antiatlas und fahren auf der R 104 westwärts bis Tiznit.
Hier wachsen Arganbäume, aus deren Früchten das kostbare Arganöl gewonnen wird und am Straßenrand zum Verkauf angeboten wird.
Immer wieder treffen wir am Straßenrand auf kleine Kastenwägen mit einer Kaffeemaschine im Kofferraum. Reich werden kann man so sicher nicht, aber ein paar Diram dazuverdienen kann man sich allemal.
In Marokko werden die Straßen von vielen geteilt: Esel, Kühe, Schafe, Ziegen, Menschen in und auf verschiedensten Vehikeln. Besonders aufpassen muss man in größeren Ortschaften auf motorisierte, lebensmüde Zweiradfahrer, die sich in halsbrecherischer Fahrweise vorbeidrängen. Wir hatten zwischenzeitlich schon die Vermutung, dass hier keine Führerscheinpflicht bestehe, wurden aber darüber belehrt, dass doch, aber viele sich einfach nicht an die Verkehrsregeln halten und deshalb viele Unfälle passieren.
In Tiznit wechseln wir auf die N1 nordwärts und füllen im Carrefour in Agadir unsere Vorräte wieder auf und fahren dann an der Küste entlang bis Imi Quaddar. Dort übernachten wir auf dem schönen Campingplatz Atlantic Parc und sind erstaunt, dass der Platz weitgehend leer ist. Hier laufen Hühner und Gänse frei herum und auch ein Pfauenpaar befindet sich in Hochzeitsvorbereitungen, er balzt entsetzlich, nur noch am frühen Morgen vom Muezzin ( dem ich bislang immer ein „z“ vorenthalten habe ) übertroffen.
Am Karfreitag fahren wir weiter, zunächst bis in die Bananenstadt Tamri. – hässlich, aber die kleinen Bananen schmecken köstlich und wir decken uns reichlich ein.
Am Strand waren wir noch immer nicht, das soll sich aber jetzt endlich ändern. Auf einem kleinen, schmalen Nebensträßchen erreichen wir den Surferort Kaouki Beach und mieten uns auf dem Camping Soleil ein. Für 40 Diram können wir hier unsere Wäsche waschen.
Ca. 100 m sind es vom Campingplatz bis zum Strand. Am Samstag machen wir unseren ersten Strandspaziergang in die vom Ort abgewandte Richtung und sind entsetzt über den Müll, der hier überall herumliegt. Teilweise hat man ihn zwar zu einem Berg zusammengetragen, aber dann liegen lassen und der hier heftige Wind verteilt ihn wieder weiter.
Am Nachmittag spazieren wir in die andere Richtung in den Ort Kaouiki Beach. Hier ist alles auf Surfer abgestimmt, die sich zahlreich in den Atlantikwellen austoben. Müll findet man hier kaum. Wenn es doch überall so wäre!
Wir trinken einen leckeren Capuccino, erstehen in einem sagenhaften food stuff zwei Baguette für fast nichts
vorbildliche Elektrik
und schlendern zurück zum Womo. Sand knirscht zwischen den Zähnen – bähhh!
In der Nacht muss tatsächlich der Osterhase da gewesen sein – weit gehoppelt.
Bis Essaouira sind es noch 23 km, die wir am Ostersonntag bald geschafft haben. Doch inzwischen hat sich das Fischerstädtchen weiterentwickelt und Wohnmobile sind nicht mehr willkommen. Nach langer Suche parken wir am Ortsrand auf dem Carrefour – Parkplatz, was scheinbar gängige Praxis ist, denn zahlreiche Taxen fahren vorbei und nehmen uns für 20 Diram mit bis zum Hafen.
Fisch, Austern, Krabben, Rochen….. lauter leckere Sachen verbreiten mehr oder weniger angenehme Gerüche. Trotz Sonnenschein frösteln wir, denn der Wind will einfach nicht nachlassen.
Wir bummeln durch die Gässchen, es ist sehr touristisch, aber auch sehr schön, sauber, ruhiger als in Marrakech und kaum jemand drängt uns zum Kaufen, wir bleiben unbehelligt.
Am Nachmittag lassen wir uns wieder von einem Taxi zurück zum Carrefour bringen und steuern dann unser nächstes Ziel an: den Camping The Mogador’s Oasis beim Fischerdorf Bihbah, 50 km von Essaouira entfernt. Die letzten 2 km sind recht holprig, lassen sich aber gut bewältigen und obwohl der Platz eigentlich voll ist, können wir noch unterkommen. Der Platz ist sehr hübsch angelegt, sehr sauber, hat einen schönen Pool und eine Dachterasse, von der wir den Sonnenuntergang beobachten könnten, doch es bläst uns fast fort und wir ergreifen bald die Flucht ins Womo.
Morgen soll es weitergehen bis Safi, der Töpferstadt.