Mittwoch, 07. September 2022
Beim Dumpen stellen wir fest, dass der linke äußere Hinterradreifen etwas schlapp aussieht. Also Luftpumpe rausholen und pumpen, pumpen, bis der Schweiß rinnt. Nee, nicht wirklich! Für solche Fälle haben wir gottlob einen Kompressor dabei, der die anstrengende Arbeit per Knopfdruck über die Batterien erledigt. Bald ist der Reifen wieder dick und rund und die anderen fünf sind auch überprüft.
Dann geht’s außen um Thunderbay herum. An einem Walmart wollen wir unser Sprudelwasser nachkaufen, das es in USA nirgends zu vernünftigen Preisen gab. Dort waren die Regale gepfropft voll mit zuckerhaltigen Getränken und anderem ungesunden Zeug.




Doch auch hier scheint der Wassernotstand ausgebrochen, nicht eine einzige Flasche ist zu finden. Gegenüber im Safeway immerhin noch 6 – die sind jetzt uns.
Für die Weiterreise nach Osten wollen wir nicht die gleiche Strecke wählen, auf der wir gekommen sind, sondern entscheiden uns für die Nordroute über den als „Transcanada Hwy“ ausgewiesenen Hwy #11.

Die Strecke ist landschaftlich ungeheuer reizvoll mit vielen Seen und rechter Hand bis zu 170 Meter hohen Diabas Felswänden. Die ersten Laubverfärbungen haben bereits vorsichtig begonnen.









Viele LKW sind auf dieser Strecke, die in den ersten 50 Kilometern recht holprig ist, aber dann besser wird und uns ein rasches Vorankommen ermöglicht. Ortschaften gibt es hier kaum, auch weit und breit keinen Campingplatz und an den wenigen Parkplätzen stehen Übernachtungsverbotsschilder. Noch vor ein paar Tagen hätten wir uns dann halt unbesorgt in einen Waldweg gestellt und dort übernachtet. Doch es ist Land der „First-Nations“, wie man die Indianer hier auch gerne umschreibt.
Nachdem vor einigen Tagen auch durch die deutsche Presse ging, dass zwei Brüder, „ indigenious people“ – eine weitere Umschreibung neben „ Aboriginals“, in Saskatchewan 10 Leute ermordeten und 18 weitere verletzten, haben wir plötzlich ein mulmiges Gefühl, einfach „wild“ stehen zu bleiben. Im Hinterkopf schwirren einfach Assoziationen mit, dass es „Verrückte“ auch hier in der Einsamkeit geben könnte.
Auf keinen Fall wollen wir die First-Nations diskriminieren und als gewalttätig darstellen. Tatsache ist aber, dass sie hier die unterprivilegierte Schicht sind, die kaum Zukunftsperspektiven sieht und sich deshalb oft schon früh im Leben harten Drogen und Alkohol zuwendet, die Seele und Körper zerstören. Hinzu kommt und deswegen war Anfang August 2022 der Papst in Kanada, um sich zu entschuldigen, dass es im 20 Jahrhundert staatliche Programme der Zwangsassimilation gab, durch die Indianerkinder der familiären Gemeinschaft mit Gewalt entrissen wurden, um sie in meist kirchlichen Internaten zu guten Kanadiern umzuerziehen Zahlreiche Kinder kamen dabei ums Leben.(Gräberfunde in Kamloops).
Deshalb sind wir heilfroh, als wir im MacLeon Provincial Park nach 293 km oder 4h24‘ einen wunderschönen Stellplatz am See finden.



Im späten Nachmittagssonnenlicht gehen wir erst einmal schwimmen und lassen uns dann aufwärmen.



























































































































































































































