Wie erwartet: heute ist ein Regentag, den wir nutzen, um unsere bisherigen Eindrücke festzuhalten.
Von heute gibt es nicht viel zu berichten. Phasenweise scheint die Sonne, dann wiederum stürmt und schüttet es wie aus Eimern, ein anderes Mal nieselt es. Wir sind anfangs noch gewillt, das einzige Stück Teneriffas aufzusuchen, in dem es nicht regnet, die Geisterstadt Punta de Abona, 46 km südlich. Doch dann ändert sich der Wetterbericht und meldet für diese Region ebenfalls Sturm und Regen. So haben wir uns an den alten Schlager erinnert und verbringen den Tag ganz faul auf dem Bett bzw. am Schreibtisch – tippenderweise.
Der Winter war kalt – wir wollen uns den Frühling etwas früher gönnen und buchen vom 28.02. – 09.03.26 zum zweiten Mal nach 2022 im Iberostar Hotel Grand Mencey in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Die Stadt liegt an der Nordostküste, ca. 60 km vom Flughafen Tenerife Sud – natürlich im Süden gelegen. (Tenerife Nord ist nur ein Inlandsflughafen.) Hier ist das Wetter zwar unbeständig, aber es ist grüner und weniger vom Massentourismus geprägt als z.B. die Costa Adeje im Süden. Dort waren wir 2001 in unserem ersten Aufenthalt auf der Insel und waren wenig gegeistert von der Dürre und den Hotelburgen und Feriensiedlungen in dieser Gegend. 2022, unserem 3. Urlaub hier, hatten wir an der Nordküste ein Ferienhaus gebucht und dieses Mal wollen wir wieder das fantastische Frühstück hier im Hotel genießen und abends leckere Tapas in der Altstadt.
Vor 4 Jahren landeten wir genau einen Tag vor Putins Einmarsch in die Ukraine, dieses Jahr lesen wir an unserem Ankunftstag, dass USA, Israel und Iran miteinander Krieg führen. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…?“ (Heine)
Unser Tagesablauf im Telegrammstil:
3.20 Uhr aufstehen
4.50 Uhr Taxi da
5.17 Uhr ICE pünktlich
Gepäck am Drop Off Schalter blitzschnell aufgegeben
8.20 Uhr geplanter Abflug
9.20 tatsächlicher Abflug nach Wartung und Reparatur eines Triebwerkes
Bestuhlung furchtbar eng, 2 mal 3 Sitzplätze nebeneinander, Ölsardinengefühl,
ungesundes Fastfood kann man kaufen, auch Nackenstützkissen, umsonst gibt’s nichts mehr, auch kein Wasser, mitgebrachtes muss man am Terminal 2 noch immer wegwerfen.
Wir stürzen nicht ab und sind heilfroh, als wir nach knapp 5 Stunden diesen TUI Käfig verlassen können.
Unser gestern online gebuchtes Auto wartet am Flughafen und nach ca. 60 km erreichen wir das Hotel. Ein Upgrade in die Juniorsuite mit 1 Flasche Wein, 1 Käseplatte und einem Spaaufenthalt wird uns an der Rezeption für „nur“ 580 Euro Aufpreis angeboten. Schaut euch die Zimmerfotos an – braucht man da ein Upgrade?
Wir packen die Koffer aus, sitzen auf dem Balkon teils in der Sonne – aaah – teils ohne Sonne mit Wind – uuuuh – und trinken einen Ouzo, den wir auf dem Weg für den Fall gekauft haben, dass es mal „fettig“ wird und halten die heutigen Eindrücke protokollarisch fest.
Stürmische See La GomeraZimmer Bad
Das Abendessen nehmen wir heute im Hotel ein und sind frühzeitig in der Mupfel. Ortszeit eine Stunde zurück.
Sonntag, den 01.03.2026
Wanderung nach outdoor active „Candelaria Panoramaweg“ an der Ostküste; 5,8 km, 285 Höhenmeter
Wie schön, beim Aufwachen um 9 Uhr sieht der Himmel vielversprechend sonnig aus. Wir freuen uns auf das Frühstück, das wir in allerbester Erinnerung haben. Doch als wir aus dem Auszug treten, treffen wir auf eine laaange Schlange, die alle frühstücken wollen und in dem riesigen Restaurant noch keinen Platz gefunden haben. Wir reihen uns ein und rücken relativ schnell voran. Nach einer kurzen Weile werden wir gefragt, ob wir im Restaurant frühstücken wollen oder uns am Buffet bedienen und dann die Bar aufsuchen. Letzteres wollen wir auf gar keinen Fall, denn dieses Frühstücksbuffet muss man an Ort und Stelle genießen. Und nach ca 15 Minuten haben wir unseren Tisch und schwelgen….. Besser geht’s nicht.
Wir suchen uns bei outdoor active eine Wanderung aus, 5,8 km, 285m Höhenunterschied scheinen ein guter Einstieg zu sein. Zum Einstieg in den Candelaria Panoramaweg sind es 16 km südwärts und bald haben wir den Ausgangsparkplatz gefunden.
Es geht sehr steil bergauf, vorbei an vereinzelten Häusern, aber unspektakulär. Doch sobald wir den höchsten Punkt erklommen haben, wird es wunderschön. Imposante Barrancos, tolle Aussichten, alte Wasserleitungen und farbenfrohe Vegetation lassen den anstrengenden Aufstieg schnell vergessen . Doch auch der Abstieg ist anspruchsvoll. Unebenheiten und loses Lavageröll lassen uns immer wieder ins Rutschen kommen. Wir schaffen es, nach knapp 3,5 h wieder heil am Auto anzukommen.
alte WasserleitungBlick auf Candelaria an der Ostküste Blick auf Candelaria an der OstküsteBlick auf Candelaria an der Ostküste Aeonium arboreum – DickblattgewächsAeonium arboreum – DickblattgewächsBlick auf Candelaria an der OstküsteWasserspeicherbeckenleider nicht immer so bequem Am höchsten Punkt der StreckeUnter den Wolken…Aeonium arboreum – DickblattgewächsAeonium arboreum – Dickblattgewächsalte Wasserleitungenalte Wasserleitungenalte Wasserleitungenalte WasserleitungenDickblattgewächsMispeln – süß und saftig Verkleidung aus Lavagestein
Am Abend wollen wir in der uns bekannten Tapasbar Camenita einkehren, doch die ist heute leider geschlossen. 2 Alternativen empfehlen uns Passanten, doch wir sollten erst die Speisekarten studieren, bevor wir uns entscheiden. Beide Lokale liegen direkt nebeneinander, sind hell erleuchtet und wir wollen zuerst das links gelegene betreten, Jürgen voran, doch die Glastür ist geschlossen und …..bumm, diesmal nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern gegen die Glastür. Schnell sind hilfsbereite Kanaren zur Stelle, 1 Flasche Wasser wird gereicht, das Hospital sei ganz in der Nähe…. aber so schlimm ist es dann doch nicht und wir essen im Nachbarrestaurant eine Kleinigkeit und fallen todmüde ins Bett.
Montag, den 02.03.2026
Wanderung von Agua Carcia duch einen Eukalyptuswald zur Cruz de Fune Chapel, 5,76 km, 260 Höhenmeter, (nach Komoot)
Die Sonne scheint, keine Schlange vor dem Frühstücksrestaurant und bald haben wir unsere heutige Wanderung geplant. Wir fahren 16 km bis zu dem kleinen Bergdorf Agua Garcia, von wo aus die Wanderung startet.
In 750 m Höhe ist es doch sehr kühl, aber da es zunächst wieder steil bergauf geht und die Sonne scheint, ist das sogar ganz angenehm. Der Anfang ist wieder öde, eine sehr steile Teerstraße durch das Dorf, nach 500 m beginnt der Wanderweg. Es ist sehr feucht, man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Wir klettern immer weiter nach oben und plötzlich nehmen wir den wunderbaren Eukalyptusduft wahr, gepaart mit der passenden Luftfeuchtigkeit eine wahre Wohltat für die Atemwege. Wir passieren die Kapelle, wo schon lange niemand die vertrockneten Blumen gewechselt hat und von nunan geht’s bergab. Ich weiß nie, was ich weniger mag: steile Anstiege oder steile Abstiege. Diesmal sind es definitiv letztere, denn auf dem lehmigen, nassen Untergrund ist es sehr glitschig und irgendwann sind meine Stiefel mal wieder schneller als ich und ich lande auf dem Po.
Dann erreichen wir die Höhlen von Agua Garcia. Sie wurden angelegt, um Sand aus dem Gebirge für die Glasherstellung herauszuholen. Da diese sich aber als nicht rentabel erwies, wurde der Abbau wieder eingestellt und diente in Folge der armen Bevölkerung als Wohnraum.
Höhlen von Agua Garcia Höhlen von Agua Garcia Höhlen von Agua Garcia
Nach ca. 3 Stunden sind wir wieder zurück am Auto.
Im Hotel hat man für Werbefotos im Garten eine tolle Festbestuhlung aufgebaut.
Garten im Cran Mencey Garten im Cran Mencey Garten im Cran Mencey
Wir genießen noch eine Weile die Sonne auf dem Balkon, doch gegen 17 Uhr ist’s damit dann vorbei und bald fängt es an zu regnen. Wir haben keinen weiteren Bewegungsbedarf und begnügen uns mit einem Salatteller im Hotelrestaurat. Für morgen ist kein tolles Wetter zu erwarten. Vielleicht kümmere ich mich dann mal um den Blog.